Woche 13 / 24. – 30. März – Ostern – 2008

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Der Nordkueste Kretas entlang von Ost nach West bei „viel Wind“

Gemeinsam mit der NZ-SY Saliander setzen wir unsere Fahrt fort.

Auszüge aus dem Logbuch dieser bezüglich Wind und Wetter recht struben Woche:

Montag: Sitia – pinalonga 27 sm
Segeln mit sehr wechselhaften Winden von 2 – 8 Bf aus SW in die Ankerbucht Spinalonga (ehemalige Leprastation). Die Saliander folgt etwas später.

Dienstag: am Anker
Bleiben wegen Starkwind vor Anker in Spinalonga – haben heftige Fallböen mit 40 Knoten – in kurzen Pausen gibt’s nur 2 -3 Bf um im nächsten Moment plötzlich auf  8 Bf hinauf zu schnellen. Am Nachmittag beginnt das Boot trotz 45 Meter ausgelassener Ankerkette langsam zu driften. Wir wechseln Platz und Anker – 27 kg Anker wird gegen  (alten) 47 Kg Anker ausgetauscht. Nun hält das „System“, aber das Boot zerrt bei wechselnder Windrichtung hin und her –  erst mit dem Setzen des gerefften Besans stabilisiert sich die Situation etwas.

Mittwoch: Spinalonga – Iraklion 47 sm
Anfänglich kein Wind, dann schöner Segeltag der uns auf den letzten  Meilen nach Iraklion mit 30 – 40 Kn Windgeschwindigkeit hart am Wind doch noch einiges abfordert. Wir sind froh als wir den Hafen erreichen und die Segel geborgen sind. Die Saliander ist bereits da und der Namensvetter Peter reicht uns via Dingi die Leine beim Anlegen mit Buganker am Kai. Wegen Fährbetrieb und heftigem Schwell müssen die Boote mit reichlicher Distanz  zum Kai fixiert werden.

Donnerstag:    Iraklion – Balion 25 sm
Easy-Sailing bei leichten Winden, der am Schluss doch noch zunimmt , so dass sich das Anlegen vor Buganker, bei den engen Platzverhältnissen im Hafen von Balion noch anspruchsvoll gestaltet.

Freitag:    Balion – Chania 53 sm – Sturmtag!
Wieder mal Freitag, zwar nicht der 13. aber… „Was erwartet uns heute wohl auf den etwas mehr als 40 Seemeilen?“ …als hätte ich es geahnt, als ich dies am frühen Morgen im Logbuch vermerkte.
Die offiz. Wind- und Wetteraussichten sind mit 3-5 Bf aus SE kein Problem, aber wie steht es mit der mündlichen Aussage von 7-8 Bf des Fischers vor Ort? Wir entschliessen uns zu starten: mit SSE 3-4 kommen wir auf raumem Kurs westwärts gut voran. Dann ständige Zunahme des Windes und der Wellenhöhe. Die 6 Fuss längere und allg. schnellere Saliander vermag uns nicht zu überholen. Um 1100 Uhr wird es immer dunkler. Die Genua ist inzwischen 3-fach gerefft. Es gibt jetzt konstante 9 Bf     Windstärke und 10 Bf in den häufigen Böen! Die Nicone rauscht tapfer mit hohem Speed und mit den anrollenden Wogen dahin. Es gibt ein unerhört starkes Gewitter und es giesst in  Strömen. Die Sicht beträgt noch eine halbe Seemeile und die in der Nähe parallel segelnde Saliander ist nicht mehr auszumachen. Das Aussteuern der Wellen verlangt in dieser Phase hohe Konzentration. Das zusätzliche Anziehen der Regenhose ist eine akrobatische Übung par excellance. Dabei geht mir durch den Kopf, dass die koordinativen Fähigkeitsübungen der Sportschule Magglingen dagegen ein Kinderspiel sind. Als sich das Wetter und die Sicht bessert, ist die Saliander nicht mehr zu sehen. Der Wind hat nur leicht nachgelassen und steht , als wäre es noch nicht genug, während der letzten 6 sm genau auf die Nase, so dass wir mit Motorunterstützung auch noch aufkreuzen müssen. Schliesslich war es auch noch undenkbar in den einzig wirklich Schutz bietenden Hafen von Chania einzufahren. Vor der Einfahrt entstand eine gefährliche Brandung, welche durch das dortige Riff noch verstärkt wurde. Die Saliander hat in Hafennähe in einer Aussenbucht Schutz gefunden – die Information erfolgte via SMS- weshalb wir ebenfalls dorthin fahren und vor Anker gehen. Per Dingi gehen Peter und Peter an Land um die Situation zu erkunden. 2h später – der Wind hat nachgelassen, können wir vorsichtig in den Hafen einfahren.
Spruch des Tages meiner „geprüften Bordfrau“ auf meine Bemerkung hin, dass dies schon vom Strübsten war: „es wird ja wohl nicht das letzte Mal gewesen sein“. Also was soll’s!?

Samstag: Chania im Hafen
Brandung donnert aus NE an die Hafenmauern. Im Hafen selbst gibt’s starken Schwell. Auf allen Booten sind die Leute die ganze Zeit damit beschäftigt, die Boote zu sichern und weitere Leinen auszubringen.
Plötzlich ein Knall. Einer der Festmacherringe am Kai, an welchem wir und die Nachbarsyacht mit je einer Leine fest lagen, scherte es einfach ab. Danach musste ein Laternenpfahl und Riesenpoller herhalten.

Sonntag: Chania im Hafen
Können das was wir gestern tun wollten heute nachholen, u.a. Bordhaushalt, verstopftes WC reinigen (von aussen mit Kompressor) – später Stadtbummel, Einkauf, Internet und Kaffee / Kuchen.

Impressionen – Woche 13 /  24. – 30. März – Ostern – 2008:

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