Aktuell April 2016

Vom Mittelteil der Malediven (Ari-Atoll) zum letzten Atoll im Süden

1 Karte Malediven Route
Am 24. März ankern wir, nach absolut windlosen Stunden und einer Seeoberfläche wie Oel, im Ari-Atoll neben dem Schweizerboot „Mabuhay“ – schönes Wiedersehen nach letztmaligem Treff in Sumatra.

2 Dhigurah
Dhigurah ist, wie sich herausstellt, ein Top-Ankerplatz (Note 9-10 (;-)) – ankern auf grosser Sandfläche in 6-8 m Tiefe – gut geschützt – unglaublich klares Wasser – ruhiger Ort mit einem Dorf auf der kleinen Insel mit sehr freundlichen und interessierten Bewohnern – nur der Muezin ist zu Gebetszeiten zu hören.

Während dem Check von Anker und Schiffsrumpf-Unterwasser passiert ein Stachelrochen – sie sind ungefährlich – ich schwimme eine Weile mit ihm und bin plötzlich umgeben von vielen kleinen Fischen

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Auf dem Weg durch den Dschungelpfad begegnen wir diesen Muslim-Frauen des Dorfes, welche Palmwedel schneiden, welche dann weiter in Handarbeit zu Matten, bzw. Isolierschutz der Häuser verarbeitet werden – einige der Frauen sprechen englisch und sind neugierig über unser, woher, wohin, ob verheiratet, Enkel und u.a. ob wir Muslims seien…

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An Ostern ziehen wir 33 sm weiter – schon fast gewohnt bei schönsten Wetterbedingungen, leider ohne Wind – sehen unterwegs Schwärme von fliegenden Fischen – im nächste Atoll gelangen wir zu  einem weiteren Traumort – das Boot ankern wir über Sand und  schwojen über Korallen in ca 6m Tiefe – Foto von Boot aus aufgenommen:

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Von Weitem winkt ein Mann am Ufer – er kommt mit einem Boot um uns mit Kokosnüssen zu empfangen und fordert uns auf zum Dorf zu kommen.

 

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Im gepflegten 800-Seelen Dorf gibt es ein Spital mit 6 Krankenschwestern und einem Pfleger – der Spital-Verwalter, welcher uns freundlich ansprach, wir vermuten dass er in seiner Eigenschaft auch der „Fremden-Führer“ des Dorfes ist,  zeigte und erklärte uns u.a. das gepflegte Spital – zur Zeit war nur ein Junge mit vererblicher Blutarmut hier, welcher hier alle 2 Wochen für ein paar Stunden „Gast“ ist – schwere Fälle werden per Boot zu einer anderen Insel oder direkt zur Hauptstadt Male transportiert

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Am Anlegesteg (nicht für Segelyachten)

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Schön aber heiss wie immer ist es (Foto mit Erlaubnis der Dame)

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wir essen im Dorfrestaurant und werden mit einem Frucht-Drink willkommen geheissen – in einem Dorfladen machen wir Einkäufe und können auch unseren Internetkredit aufladen – praktisch auf allen bewohnten Inseln gibt es Internet-Empfang – Handys sind gang und gäbe

Unterdessen beschäftigt die meisten Cruiser die Frage wie weiter nach den Malediven – eigentlich ist es klar und logisch, dass südwärts segelnde Boote bei dem  300 sm entfernten Chagos – Traum-Atolle und Inseln – einen Zwischenhalt einschalten wollen.

Der Besuch von Chagos ist ein von uns lange vorbereitetes Projekt auf der Route durch den Indischen Ozean – die englischen Behörden wollen im Voraus vieles wissen, was mit einem Antrag zu bewerkstelligen Ist – dabei geht es um: Persönliche Daten, Schiffsdaten, Zeitpunkt (max Aufenthalt 4 Wochen), Bootsversicherung (u.a. allfällige Wrackbeseitigungskosten), Krankenversicherung (inkl. medizinische Ausschaffungskosten), zu bezahlende Gebühr…

Irgendwie verständlich, haben doch in früheren Zeiten dem Vernehmen nach einige Inselbesucher in dieser einmaligen Natur unrühmliche Partys gefeiert, Abfälle und Verwüstungen hinterlassen.

Ende März haben wir noch 10 Tage bis zum vorgesehenen Ausklarieren in den Malediven – daraus wird vorerst nichts – …. noch immer haben wir keine Bewilligung erhalten für die vorgesehene nächste Destination Chagos (die engl. Behörden in London lieben mehr den Ausdruck BIOT für British Indian Ocean Territory) – es handelt sich um eine  Atollgruppe mit kleinen Inseln ca 400sm südlich der Malediven, welche völlig unbewohnt ist und daher für Segler natürlich speziell reizend.

Über das Funknetz ist zu vernehmen, dass es viele Absagen mit fadenscheiniger Begründung und noch nicht beantwortete Anträge gibt und als Ergänzung über E-mails (keine „Schmutzwäsche“ via Funk!) ist zu erfahren, dass die Behörden offensichtlich überlastet, unfähig und arrogant sind, dabei wiederholte Anfragen nicht oder zu spät beantworten oder weitere Dokumente (die sie bereits haben) nochmals verlangen… ein für eine Regierungsstelle unwürdiges Verhalten.

Bei den Cruisern herrscht die Meinung vor, dass die Behörden nicht ehrlich sind – sollen sie doch klar sagen was Sache ist – es sieht so aus, dass sie zur Zeit in Verzögerungstaktik machen und keine Yachten auf Chagos haben wollen – merkwürdig, dass eine englische Segelyacht (der Eigner war bei der Marine) eine Bewilligung erhalten hat.

In unserem Fall, beschliessen wir auf den Besuch von Chagos zu verzichten, falls auf weitere Anfrage keine Bewilligung oder Antwort erfolgen sollte – immerhin haben wir fristgerecht auch alles geliefert, inkl. die Gebühren bezahlt …

Weiter unterwegs in einmaligen Gefielden

Inzwischen sind wir weiter südwärts unterwegs – etwas Vorsicht ist bei der Einfahrt eines Atolls wie hier geboten – es entstehen Wasserstaus bei den Riffen, u.U. Wirbelbildung und z.T. starke Strömungen – sowieso herrscht in den Malediven ständig Weststrom der uns wie hier versetzt und wir dagegen halten müssen.

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Bei der Atolldurchfahrt haben wir es mit vielen Miniatolls (alle reichen knapp unter die Wasseroberfläche) zu tun…

16 South Nilandhe-Atoll
… sowie  mit mehreren Regenböen, denen wir knapp entwischen

17 bei einem der vielen Mini-Atolls
mit SY Mabuhay sind wir zum Kolhumadulu-Atoll unterwegs – damit haben wir ca. drei Viertel der Malediven-Route hinter uns – unsere Freunde nehmen einen andern Kurs, teils ausserhalb des Atolls – wir innerhalb – wollen uns in zwei Tagen am Südende wieder treffen – vermehrt gibt es zeitweise etwas mehr Wind wenn auch oft in Verbindung mit Regenböen und unregelmässigem Windgebahren.

18 Beispiel drehende Winde  19 Regenbîen
Generell durchzogenes Wetter begleitet uns in der Folge – die Hitze bleibt und macht uns ab und zu, zu schaffen – Abkühlung gibt’s im Wasser, das aber auch 31°C aufweist! – ein kurzer Haarschnitt den die Bordfrau dem Käptn verpasst bringt leichte Linderung.

Haarschnitt

Wir bleiben vier Tage in der geschützten Lagune von Veymandhoo – gehen an Land und ins Dorf für Einkäufe, machen Spaziergänge, – in der einfachen Werft zeigt man uns wie die eleganten 30m langen und hier typischen Fischerboote gebaut werden – unterhalten uns mit Leuten und besonders mit den Fischern – vier von ihnen kommen eines Abends um 23:00 (wir sind am Lesen im Cockpit) mit einem Fischerboot bei unserem Boot vorbei und fragen ob wir Lobster wollen die sie soeben gefangen haben – wir wollen aber nicht – sie stecken noch in Tauchanzügen – die Szene hat bei kargem Licht etwas Gespenstisches an sich.

20 Werft Veymandhoo - 21 Werft 22
Wir machen Pläne für die verbleibende Zeit und Route – die Mabuhay will in zwei Nachtfahrten direkt zum letzten Atoll fahren – wir dagegen wollen noch das zweitletzte Atoll und dort zwei Orte besuchen – treffen uns dann wieder im letzten, dem Addu-Atoll –  in einer Nachtfahrt erreichen wir unter Segel langsam aber stetig das zweitletzte, 83 sm entfernte Atoll über den sog. „One and Half Degree Channel“, ein und ein halb Grad vor dem Äquator.

Wieder haben wir Glück mit dem Ankerplatz bei drei kleinen Inseln und einem Dorf in der Nähe – wir bleiben 3 Tage an diesem phantastischen Ort weitab von Hektik

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das Riff lädt zum Schnorcheln ein – ein paar Impressionen:

 

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Mit Wind um 15 Kn aus West-Nord-West segeln wir unter Volltuch am Wind 31 sm zum Hauptort des Atolls, wo wir in der Lagune vor der Stadt Thinadhoo vor Anker gehen

Ein geschäftiger Ort mit Industrie und viel Schiffsverkehr – grosse Fischerboote bringen ihren Fang zur Weiterverarbeitung zur hiesigen Fischfabrik – Personentransportboote bringen Leute von und zu andern Atollen und Inseln, dazwischen auch Schnellboote, so dass Tag und Nacht auf- und abflauender Motorenlärm so wie Generatoren am Ufer zu hören sind.

Die Stadt hat eine beeindruckend schöne Wasserfront, wo sich Fischer und Boote aufhalten, Versorgungsschiffe be- und entladen werden

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Thinadhoo selbst bietet sonst nicht viel – wir bekommen aber alles was wir für den täglichen Bedarf benötigen und eine Besichtigung ist jedoch allemal ein Erlebnis

in den Strassen halten sich die wenigen Leute im Schatten unter dichtem Laubwerk von Bäumen auf – Parteien werben an Mauern für ihre Zwecke

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Als wir in einem Restaurant etwas essen wollen, werden wir von Gästen; es sind nur Männer im Raum, darauf hingewiesen zum nächsten Eingang zu gehen – dort sind nur Frauen – also getrennte in sich abgeschlossene Räume für Frauen und Männer – Muslimland halt – wir gehen in ein Café wo es im selben Raum einige Frauen und Männer gibt.

Die Wasserpfeife rauchende Frau erlaubt uns ein Foto zu machen und freut sich sichtlich darüber

 

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Über den Äquator zum Addu-Atoll, dem letzten Malediven-Atoll

Am Nachmittag 12 .April segeln wir mit guten Winden aus der Lagune und eine Stunde später aus dem Atoll wo uns 2 Delfine zum Abschied begleiten – wunderbar, hatten lange darauf gewartet wieder mal Delfine zu sehen – dann geht es in die Nacht hinein – gegen Mitternacht werden wir uns dem Äquator nähern – um 23:57 Uhr ist es soweit – Sternenhimmel mit Kreuz des Südens, einem Viertel Mond und unter Segel – unsere Instrumente zeigen eine Breite von 00°00.000‘ (bisher N) und eine Länge von 073°02.44‘ E – die Querung ist schon fast Routine – trotzdem sind wir beide für diesen Moment auf Wache – schliesslich überqueren wir mit der Nicone insgesamt zum 5. Mal den Äquator , dabei zum 3. Mal von Nord nach Süd.

Am nächsten Vormittag, nach 75 sm unter Segel ankern wir im letzten Malediven-Atoll, wo wir wieder auf die Mabuhay treffen, die ja bereits früher hier ankam. Etwas südlicher liegen auch Caduceus und Flomaida vor Anker.

Das Schnorcheln am nahen Riff offenbart wiederum phänomenale Eindrücke – sich schwebend mit leichter Strömung über die artenreichen Korallen, Fischen, Rochen, Schildkröten ruhig treiben zu lassen – es ist wie das Vergessen in Zeit und Raum – das Dingi wird an kurzer Leine gleich mitgeführt – hier der Versuch etwas von dieser Unterwasserwelt (mit einfacher Unterwasserkamera festgehalten) „hinüber zu bringen“

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Turbulente Zeiten zum Schluss hin

Endlich kommt bezüglich unserem Chagos-Antrag ein Mail –  die inzwischen bekannte Mary entschuldigt sich wegen Überlastung und man benötige weitere Angaben (die sie alle bereits erhalten haben!) – die Planung mit Ausklarieren, Visa, Wetterfenster, Vereinbarungen mit andern Yachten aus Sicherheitsgründen, Bunkern etc. ist längst über den Haufen geworfen worden und musste neu angegangen werden.

Wir haben das „BIOT-Theater“ satt und daher keine Lust mehr Chagos zu besuchen – das wird nicht das Ende der Story sein – verlangen einerseits Geld zurück und….

Somit werden wir etwas länger als geplant auf den Malediven bleiben und beabsichtigen auf der Weiterfahrt südwärts, wie ein paar andere Yachten auch, Chagos an Steuerbord zu lassen und die 1350 sm ohne den geplanten Zwischenhalt bis Rodriguez durchfahren – kommt dazu, dass wir aus versicherungstechnischen Gründen den 8. Breitengrad (unterhalb Chagos) wegen Zyklongefahr nicht vor 1. Mai passieren dürfen – gerade in diesen Tagen macht der schwere Zyklon „Fantala“ der etwas unberechenbar bei Madagaskar herumturnt, von sich reden – mit ihm möchte kein Segler etwas zu tun haben (;-)

Wetterkapriolen mit Folgen

Das Wetter ist unstabil geworden – schöne Tage wechseln sich ab mit teilweise stürmischen und regnerischen Tagen und Nächten.

Eines Abends setzen anhaltend starke Regenfälle ein – der Wind dreht ostwärts und ist somit auflandig – das Boot schwoit dadurch – das Riff ist nahe – die Nacht wird ungemütlich mit Wellen, Windböen, Regen – Ankerwache ist angesagt – am nächsten Morgen stellen wir fest, dass das Dingi voller Regenwasser ist – ich vergass den Ablaufzapfen heraus zu ziehen – die Aufhängung (Davit) vermochte das zusätzliche Gewicht (300 – 400 Kg) nicht zu tragen und knickte unbrauchbar ein…

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… der Regen hört am Morgen auf, für kurze Zeit wird es ruhig (vor demSturm), dafür setzt ein immer stärker werdender Nordwestwind mit Böen und Wellen ein – fast gleichzeitig beginnen 3 von 4 Yachten (wir sind dabei) zu driften und flüchten in den freien Seeraum – wir versuchen vorher nochmals neu zu ankern, jedoch ohne Chance – verbleiben „draussen“ in der Hoffnung, dass der Sturm nicht allzu lange dauern wird – er gibt bereits nach anderthalb Stunde leicht nach – dies Zeitspanne genügte aber, dass bei uns das Verdeck halbwegs weggerissen wurde, sich aufblähte wobei Nähte platzten und notdürftig mit einigem Aufwand befestigt werden musste – danach auf 22m Tiefe neu ankern bei einer Kettenlänge von 75m / ok – die andern beiden Yachten gehen ebenfalls neu vor Anker.

Noch gleichen Tags kann ich den demontierten, defekten Davit und das Verdeck zur Reparatur an Land bringen – unser Agent ist dabei Gold wert und veranlasst beim Sattler und einer mechanischen Werkstätte, dass die Reparaturen bis nächsten Tag erledigt sind

Hundstage

Eine weitere Yacht kommt ins Ankergebiet – sie haben einen Miniaturhund an Bord – man muss wissen, dass auf den Malediven keine Hunde erlaubt sind – sie dürfen auf Yachten gehalten aber nicht an Land gebracht werden – nun, die Bordfrau dieses Bootes fuhr mit Paddelboot und Schosshund an Land für einen Hunde-Pippi (evtl mehr) Landgang und löste damit bei der Bevölkerung einen Sturm der Entrüstung aus – jemand machte Aufnahmen und setzte diese auf Youtube mit der Überschrift „Hund auf Addu-Atoll“

Als es bereits dunkel war kam ein Coastguard-Boot zu den Yachten und setzte sie in Kenntnis, dass der Ankerplatz morgen zu verlassen sei, man werde um 07:30 die Boote zu einem andern Ankerplatz eskortieren! – vage Begründung: es sei nicht erlaubt hier zu ankern – was soll das? – wir waren bereits 4 Tage dort und der Agent hatte nichts einzuwenden – das kann nur wegen der Hunde-Story sein – Kollektivstrafe für alle Yachten? Coastguard fotografiert uns – wir sie auch

40 Coastgard fotografiert uns ich sie auch
Man eskortierte uns ein paar Seemeilen nordwärts wo ein Ankerplatz zugewiesen werden sollte – es dämmerte allen, dass der Platz hinter Riffdurchfahrt über 3m Korallengrund mit vielen Bumps und in der Prärie weit ab vom Ufer zu viele Risiken barg – wir weigerten uns alle weiter zu fahren und verlangten die Rückkehr zum alten Platz – auf dem Coastguardboot wurde heftig diskutiert und mit den Chefs telefoniert – nach dreiviertel Stunden erlaubte man uns die Rückkehr, aber zu einem andern Ankerplatz unweit des vorherigen, wo jedoch die Coastguard ihre Boote hat und uns wohl jederzeit kontrollieren kann – weitere Schikanen folgten später für ausklarierende Boote…

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Die Hundebesitzer waren sich keiner (grossen) Schuld bewusst, obwohl sie die Gesetzeslage genau kennen – sie wurden von den andern Yachties geächtet – ebenso wurde das unangemessene Verhalten (Exempel statuieren?) der Coastguard bemängelt.

Matthi der Agent litt unter der Situation, stand er doch zwischen den Fronten – offenbar ist der Vorfall – alles wegen eines Schosshundes – wohl einmalig in den Malediven und hat wohl noch eine Folgegeschichte.

Bald verlassen wir die Malediven

Irgendwie gelingt es uns die „Hundstage“ gelassen zu nehmen, derweil sich andere masslos ärgern – bleiben hier am Anker, nehmen einige ständig wiederkehrende Unterhaltsarbeiten an die Hand und erledigen sonstige To do’s soweit wir das Material selber in Reserve haben oder kaufen können

Täglich sehen wir grosse Schildkröten auf- und abtauchen…

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… und am Ufer neben der Strasse zum Dorf sehen wir fast jedes Mal Muränen, darunter eine grosse rosarote, sowie kleine Haie von 50 – 70 cm Länge (für Menschen ungefährlich) welche in allernächstem Uferbereich Fische jagen.

Es wird nicht langweilig und die Zeit läuft wie verrückt – beobachten das Wetter für das Seegebiet südwärts – kalkulieren die Abreise und die bevorstehende Strecke – treffen Absprachen mit anderen Booten – da alle gleiche und ähnliche Anliegen und Bedürfnisse haben findet man sich schnell zurecht in der „Segler-Szene“ – und berät und hilft einander soweit es geht.

Kaum habe ich diese Zeilen geschrieben ist über Funk zu hören, dass eine Yacht hierher unterwegs ist  und Probleme hat – (neuer) Motor kann nicht mehr gestartet werden und wie es scheint funktioniert auch die autom. Windsteuerung nicht mehr – das ältere Paar ist etwas ratlos und müde – ein Segler neben uns bemüht sich, um sie mit technischen Anweisungen zu versorgen aber auch mit Beratung falls „wenn-dann-Situationen“ eintreffen – inzwischen wurde auch Schleppen diskutiert via Agent mit einem Schleppdienst der vorerst 3400.-US$ verlangte und hernach sagte, der Einsatz sei doch nicht möglich – letzter Beschluss geht dahin, dass die Yacht entsprechend Wind versucht in einer weiteren Nacht hierher zu gelangen…wir hoffen auf gute Winde und gute Fahrt für die Crew…

… bei Tagesanbruch gibt der Schiffingenieur und Segler über Funk weitere Anweisungen – das Boot muss nun gegen den Wind aufkreuzen und wegen der Bootsneigung auf den nächsten Kreuzschlag warten um eine letzte Anweisung am Motor ausführen zu können – „dann sollte es ok sein“ so der zuversichtliche Schiffsingenieur – und so war es – Motor läuft wieder – aufatmen – beim Eintreffen konnten wir die erleichterte Crew wohlbehalten mit 2 Dingis in die Lagune hinein begleiten.

Kurz-Rückblick auf unsere Reise durch die Malediven aus Seglersich

Es liegt natürlich an der Sache, dass Segler mit längerem Aufenthalt einen anderen Blickwinkel haben als die meisten Touristen, welche ihre bemessenen Ferien in einem Resort verbringen, wo alles für den Gast organisiert ist.

Einiges über spezielle Anforderungen beim Segeln in den Atollen, mit vielen Miniatollen und Untiefen, habe ich bereits im Märzbericht erwähnt

Im strengen Muslimland steht man als (weisse) Segler praktisch unter ständiger Beobachtung, wobei uns die Bevölkerung immer offen und freundlich begegnete, auch aus Interesse und eher scheu auf uns zukam, ohne dass sofort ein Gefühl aufkam, dass man uns etwas „abknöpfen“ will.

Dagegen kam es uns oft vor, als seien die Malediven eine einzige Baustelle – überall wird gebaggert, Inseln erweitert, Flugplätze ausgebaut, viele (Luxus-) Resorts gebaut, in der Regel gesamte Inseln, werden z.T. weit ins Wasser hinaus über Riffe verlängert und mit Bungalows überbaut… wie es scheint Natureingriffe der gröberen Art.

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Wir wichen aus auf Nebenschauplätze, teilweise bei unbewohnten Inseln und Ankerplätzen weit ab von „Gut und Böse“ und erlebten oftmals eine wunderbare Wasserwelt bei Inseln und kleinen Dörfern mit intakten Riffen und phantastischer Tierwelt – vielerorts, besonders mit den Resort-Überbauungen geht dieser Charm, der die Malediven so bekannt macht, offenbar je länger desto mehr verloren.

Der (Tauch-) Tourismus und die Fischerei sind die hauptsächlichen Standbeine der Malediven

Die Malediven sind kein typisches Segel-Revier und mit diesbezüglichen Nachteilen behaftet – die Segelsaison ist praktisch beschränkt auf die Ost-Monsun-Zeit von Dezember bis April, in welcher es aber nur wenig oder kein Wind gibt – offenbar bekennt man sich zur Förderung des Yachtwesens, jedoch ist von Regierungsseite wenig davon zu spüren oder man ist verunsichert – hingegen lässt man sich die Bewilligung für das Segeln gut bezahlen, was jedoch auch einige Segler abhält hierher zu kommen und wobei der Gegenwert von vielen Seglern in Frage gestellt wird.

Die Malediven werden von Seglern kaum wegen des Segelns besucht – schon eher wegen der grandiosen Natur und weil sie für viele Segler auf der Route durch den Indischen Ozean liegen – der Agent fragte mich nach Bedürfnissen der Segler und Festhalten derselben in einem Grobkonzept, was ich gerne tat.

Anfänglich dachten wir, dass die vorgesehene Zeit von 6 Wochen nicht enden werde und schwupps sind 2 Monate seit unserem Einklarieren vergangen

Abgesehen von einem Motorenproblem (Märzbericht), das sich glücklicherweise in Minne auflöste, hatten wir keine grösseren Sorgen – konnten das Seehandwerk ruhig angehen – angespannte Momente gab es praktisch nur bei der Wahl und Anfahrt der meist heiklen Ankerplätze.

Die Hitze, vor allem wenn es keinen Wind gab, machte zu schaffen – jedoch gesundheitlich  erging es uns erstaunlich gut – wir wurden abgesehen des erwähnten Sturmes auch noch nicht besonders gefordert.

Nun setzen wir Segel für die Weiterfahrt südwärts nach Rodriguez, das von all unseren Kollegen die bereits da waren gelobt wird – haben 1350 Seemeilen über offene See vor uns  und hoffen auf „anständiges Wetter und Winde“

Solches wünschen wir euch ebenfalls – bis später

 

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Aktuell März 2016 

Von Sri Lanka zu den Malediven

Wir wollen weiter – die Bordfrau ist fit – der Schreiber nach 10 Tagen lausiger Erkältung mit Husten und laufender Nase auch wieder – der Papierverbrauch mit etlichen Servietten, Haushaltpapier, Nastücher und Rollen Toilettenpapier nahm ungeahnte Ausmasse an – nach diversen Einkäufen (Lastverteilung) sind wir für die Reise zu den Malediven und die geplante Zeit von ca sechs Wochen in den Atollen vorbereitet.

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Neues Crew-Mitglied an Bord

Einige Tage vor dem Start erreichte John (74 J) mit der „SY Invictas Reward“ UK, begleitet von Mark einem jungen Schweizer auf Weltreise und einem Maledivianer, von den Malediven kommend Sri Lanka – letzterer musste in Colombo einen Arzt aufsuchen – er ist ansonsten gelegentlich Seemann auf Cargoschiffen und will von hier aus wieder zurück – es lag auf der Hand dass er mit uns kommen möchte – sollen wir – sollen wir nicht – ein nicht ganz einfacher Entscheid für uns, die keine Fremden auf Törn mitnehmen und gewohnt sind… – John & Mark äussern sich zurückhaltend über Mohammed (Name geändert) und gewisse Manieren- auf Grund dafür dass die Behördensache einfach ist, stimmen wir schliesslich zu.

Der Deal „Hand gegen Koje“ wurde per Handschlag besiegelt – in diesem Fall hiess das (unter Zeugen): er wird nicht von uns angeheuert / keine Bezahlung – wir übernehmen Kost & Logie – er geht in Uligam wieder von Bord – wir erhoffen uns eine gewisse Entlastung beim Segelhandwerk (meine Schultern werden es allenfalls zu schätzen wissen) und ausserdem angenehmere Nachtwache mit der Aussicht auf 3 Std Nachtwache / 6 Std Schlaf statt Wechsel alle 3 Std.

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Überfahrt von Galle, Sri Lanka nach Uligam im Norden der Malediven – 450 Seemeilen

Seit Tagen checken wir die Windbedingungen für dieses Seegebiet – ca. 450 Seemeilen, eigentlich ein Klacks bei guten Winden – wir rechnen mit 4 Tagen bzw. 3 – 4 Nächten

Am Samstag 27. Februar legen wir ab in der Hoffnung, dass der erste Tag wie so oft etwas mehr Segelwind bereit hält als angekündigt – dem war leider nicht so – hätte ja sein können (;-)

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dafür gab es vorerst viel Grossschifffahrts-Verkehr, sowie Gegenströmung und schier endlosen Schaukelkurs in allen Dimensionen – viele „alte Wellen“ aus allen Richtungen – versuchte lange vergeblich ein Wellenmuster auszumachen – somit unruhige erste Nacht – es folgten andern Tags dafür angenehme Segelverhältnisse – nun haben wir unter Vollbesegelung eine gute Brise aus Nordost – so geht es weiter in die zweite Nacht und den nächsten Tag mit zunehmendem Wind – nun mit langen Wellen und Mitstrom sind wir schnell und stabil wie auf Schienen unterwegs – „Freude herrscht“ (;-) – sollten die Verhältnisse so bleiben, erreichen wir die Malediven bereits morgen Abend – bei Dämmerung vor der dritten Nacht aber lässt der Wind immer mehr nach, sodass wir noch zwei Nächte unterwegs sein werden – auf dem AIS sind zwei rel. grosse Segelyachten zu sehen, welche uns parallel mit rel. hoher Geschwindigkeit unter Motor überholen – sie haben es eilig und wollten eine Nacht weniger opfern, wie zu erfahren war, als wir sie dann in Uligam wieder trafen – selber segeln wir weiter und müssen auch noch verlangsamen um dann Übermorgen bei Morgendämmerung den Ankerplatz anzufahren – wir segeln nur mit gerefftem Vorsegel und erreichen punkt- und zeitgenau während Skippers Wache zwischen zwei Inseln die Anfahrt zum Ankerplatz – zuvor gab es starke Versetzungen durch Nordwest setzende Strömung.

Malediven – eine neue Wasser-Welt

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2. März 2016: Noch eine Seemeile bis zum Ankern: Gastland- und Quarantäne-Flagge setzen – Motor starten – Genua einrollen – sorgfältige Anfahrt über Korallen und sandige Flecken – fünf andere Segelyachten sind schon hier – Anker fallen lassen – wir sind da – im Paradies wie es scheint – gehe gleich ins super klare Wasser (Anker-Check) – bald kommt auch schon der Agent (obligatorisch vorgeschrieben) mit den Behörden an Bord – angenehm und freundlich ist das Einklarieren in 30 Minuten erledigt

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Als wir uns für die effiziente Erledigung bedanken, meint der Agent schelmisch… „ja wir sind nicht Sri Lanka oder Indonesien“…

Für den jungen Agenten haben wir nur ausserordentliches Lob – das deutete sich schon früh mit postwendenden klaren Antworten und beim Empfang mit kalten Getränken und bereithalten von Tel-/ Internetkarten an – er ist bekannt für seine ausserordentlichen Bemühungen, den Yachties den Aufenthalt auf den Malediven angenehm zu gestalten, gibt es doch einiges zu beachten was speziell für die Malediven gilt – dies jederzeit auch nach Bezahlung der Gebühren als wir dann unterwegs sind.

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Einmalige Erfahrung

Auf der Fahrt hierher stellte sich schnell heraus, dass unser zusätzliches Crewmitglied, eigentlich recht umgänglich, jedoch keine grosse Hilfe war und vom Segelhandwerk entgegen seinen Äusserungen keine grosse Ahnung hatte – die Bordfrau zeigte ihm einiges… er verstand sich offenbar als Guide in Bezug auf Beratung für die Malediven – aus Seglersicht mit z.T. unverantwortlichen Vorschlägen – telefonieren, schlafen und fischen waren seine Lieblingsbeschäftigungen – so gab es auch frischen Fisch – kurzum, wir stellten uns darauf ein, da es ja nur ein paar Tage seien – zwei Mal mussten wir eingreifen weil wir Bedenken hatten, dass er über Bord gehen könnte – es kümmerte ihn kaum, dass er in der Bugtoilette eine Überschwemmung hinter liess – auch sonst stieg der Wasserverbrauch plötzlich unglaublich – ausserdem hatten wir Bedenken wenn er auf Nachtwache war: das Boot wurde u.a. wegen Strömung und Winddrehung massiv versetzt und seine Manieren waren tatsächlich… na ja…etc…

Nach Ankunft schaute er halbherzig wie er auf seine Insel nach Hause kommt – zwei Tage später (er ist Muslim) nach dem er im Dorf beim Freitags-Gebet war, verkündete er, dass er von Bord gehe, es gebe eine Fähre – als er mit dem Koffer in der Hand bereit war, fragte er was wir ihm an Bezahlung geben würden… wir waren perplex… – hatten wir doch eine klare Vereinbarung getroffen und ansonsten nur Kosten sowie Mehraufwand und einige Sorgen mit ihm – hatten ausserdem das Gefühl auch einen Sozial-Beitrag (inkl. Geld für Behörden, Fähre etc…) geleistet zu haben – wir waren masslos enttäuscht – so nicht – ich setzte ihn an Land.

Weil er auf unserer Crewliste stand, besprachen wir die Situation mit unserem Agenten – dieser meinte dass es leider typisch sei für Malediven-Crew, dass sie nicht halten was sie vorgeben und am Schluss noch Ärger bereiten, wie er selber erfahren musste, als er für Cruising-Yachten Crew-Mitglieder vermittelte und sich die Eigner danach bitter beschwert hätten – wir werden’s verdauen und haben jedenfalls unsere Schlüsse daraus gezogen

Bald südwärts zu andern Atollen, Inseln und Lagunen

Vorerst etwas relaxen – das 500-Seelen-Dorf Uligam ist schnell besichtigt – in den 3 kleinen Läden gibt es Basisware – wenn das Versorgungsschiff kommt auch Gemüse

Am Abend nach Ankunft wird von den Locals ein Dinner für die Crews der vor Anker liegenden Yachten organisiert – vielfältig und mit Liebe zubereitet – jedoch, weil mit viel Curry, nicht ganz nach meinem Geschmack – was soll’s, die meisten scheinen es zu mögen und wir lernen die andern Crews kennen aus England und je zwei aus Deutschland und den USA,– an unserem Tisch wird heftig zwischen und mit den Amerikanern über die derzeitigen Präsidentschaftswahlen diskutiert

Bereits hier am Anlerplatz bekommen wir eine Vorahnung von klarem Wasser, weissem Sand und Korallen, sowie Fischen die zum Boot kommen

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In den Malediven zu Gast als Segler

… das bedeutet sich neben den Landes-Regeln auf eine besondere Wasserwelt einzustellen, in welcher wir uns in den folgenden Wochen aufzuhalten gedenken.

Der Islam ist Staatsreligion – andere Religionen sind verboten – die Malediven sind seit 1965 unabhängig und haben entsprechend islamischen Begebenheiten strenge Gesetze: „Allah hat immer Recht!“ – was dem Vernehmen nach schon mancher „Westler“ zu spüren bekam und kurzerhand ausgewiesen wurde.

Während in den Resorts – lies für Touristen – westliche Sitten (Alkohol, Kleidung etc.) gelten, wird in der Öffentlichkeit „gesittetes“ Benehmen, besonders was Kleidung für Frauen anbelangt, erwartet.

Ein Atoll reiht sich eines nach dem andern und nebeneinander von Nord nach Süd über eine Distanz von 850 Km Luftlinie – total 19 Hauptatolle – mit unzähligen kleinen Inseln von Riffen umgeben – nur 220 Inseln sind bewohnt – die wenigsten davon dürfen von Ausländern besucht werden – die Regierung will damit, wie uns gesagt wurde, verhindern, dass die Einheimischen schlechten Einflüssen wie Alkohol (für Muslime verboten) ausgesetzt werden – trotzdem… erst kürzlich wurden wir von einem Coastguard-Angestellten (Muslim) nach Zigaretten und Bier gefragt – was strafbar ist, jedenfalls für uns… – es ist ebenfalls verboten Einheimische an Bord zu lassen…was wir auch gar nicht wollen…

Die Malediver selber sind freundlich und aufgeschlossen – Touristen auf den Hotelinseln leben in den für Ferien eingerichteten Betrieben in einer (andern westlichen) Atmosphäre wo sie wenig vom Alltagsleben mitbekommen – einerseits gibt es neu auf einer bestimmten Insel die Möglichkeit für Touristen das Zusammenleben mit der Bevölkerung zu pflegen, andererseits wird von Regierungsseite her offenbar wieder vermehrt auf islamische Traditionen Wert gelegt wie das Kopftuch tragen…

Nicht alle Resorts wollen, dass Segelboote in ihrem Revier ankern, was problematisch sein kann wenn gegen Abend ein Alternativ-Ankerplatz gesucht werden muss – wegen der Lichtverhältnisse (Sicht und Farben der Riffe und Korallen, werden bei sinkender Sonne oder Gegenlicht grau) ist es angezeigt, einen Ankerplatz zwischen drei und spätestens vier Uhr nachmittags anzulaufen.

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Die vielen Untiefen mit oft unerwartet rasch ansteigenden und bis unter die Oberfläche reichenden Korallen, Riffs und Sandbänke machen das Segeln innerhalb der Atolle (generell 30 – 50m tief) zu einem anspruchsvollen Cruising-Gebiet, während dessen die Tiefe ausserhalb der Atolle sofort auf mehrere hundert Meter abfällt – es ist nicht ratsam, kann sogar gefährlich sein nachts innerhalb eines Atolls unterwegs zu sein.

Ankern in grossen Tiefen hat seine Tücken – Gefahr dass sich Anker dort verhakt – man bedenke Ankertiefen von 20 m (ergibt ca. 60 m Kette) sind eine grosse Belastung für die Ankerwinsch.

Fortbewegung nur am Tag – zw. 09:00 und 15-16:00 wegen Farberkennung Riffe, Korallen – d.h. bei guten Verhältnissen ca 30 Seemeilen Bewegungsraum.

Wir sind ca 6 Wochen in den Malediven und werden etwa 600 sm (Luftlinie 450 sm) zurücklegen – somit durchschnittlich ca 15 sm / Tag als Grundlage – bei Stopps entspr. längere Distanzen vorsehen oder mal in tiefem Wasser ausserhalb der Atolle eine Nachtfahrt einplanen.

Vorsicht wegen Bumps die sich unmittelbar aus 40m Tiefe bis an die Wasseroberfläche erheben können

Karten sind selten genau – oft versetzt – auf Karte fährt man oft über Land – am besten fährt es sich zusätzlich mit Google-Map – mögliche Ankerplätze (Farbe etc) sind damit besser überprüfbar

Die Tide beträgt lediglich 0.5 – 1 m, kann aber entscheidend sein ob z.B. eine Lagune erreicht werden kann oder nicht.

Los geht’s südwärts

8 Karte Malediven
Leider lässt der Wind in den folgenden drei! Wochen zu wünschen übrig – sodass wir wie andere Segler auch, die wir ganz selten sehen, meist das eiserne Segel in Betrieb nehmen müssen, lies Motor, wenn wir ein Tagesziel erreichen wollen.

Oft sehen wir überhaupt niemanden oder weiter weg ein Fischerboot, eine kleine unbewohnte Insel

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Nach Einfahrt zwischen Riffen und Ankern auf Sandboden, Besuch in einem Dorf (wo Betreten erlaubt ist)

10 beim Dorf
Gepflegtes Ambiente, saubere Strassen, (weisser Sand), schöne Häuser, freundliche Leute, aufgestellte Jugendliche

11 Jugendliche beim Volleyballspiel
… halt echtes Malediven-Feeling

12 Abend im Dorf
In Kulhudhuffushi sind wir im Kommerzhafen mit SY Flomaida DE und SY Caduzeus UK willkommen – gehen einkaufen – diese jungen Damen weisen uns den Weg zum Geldautomaten

13 Kommerzhafen Kulhudhuffushi 14 weisen uns den Weg
Praktisch täglich tauchen Delfine auf – meist am Ankerplatz zu unserer Begrüssung!?


15 Delfine zur BegrÅssungAnkern ist oft wie erwähnt nicht einfach – an diesem Ort am Morgen vor Wegfahrt bzw. Anker auf, nochmals mit Schnorcheln Situation geschaut – mit sorgfältigem Vorwärts- dann Rückwärts- und nochmals leichtem Vorwärtsfahren unter ständigem Heben des Ankers war es schliesslich kein Problem frei zu kommen.

16 Kette in Nacht bei Tidenwechsel um 2 Stîcke
… passieren diese Idylle

17 passieren Hebadhoo
… und ankern bei einem kleinen namenlosen und unbewohnten Inselchen, wo ich auf den Mast stieg um einen Check am Windmesser vorzunehmen, bei welchem sich etwas Korrosion an den Kontakten gebildet hatte

18 Check Windmesser
… statten dem Traumflecken mit dem Beiboot noch einen kurzen Besuch ab – die Vegetation ist undurchdringlich, so dass es bei einem Spaziergang auf Sand am Strand bleibt

18 19 Erkundung der Insel
Nach Verlassen des einen und Einfahren in ein weiteres Atoll, dem Faadhipollhu-Atoll (;-) gehen wir bei einem Resort wo Yachties willkommen sind an eine Boje, – die Gäste kommen und verlassen den Ort mit dem Wasserflugzeug – alles ist gut überwacht – trotzdem hat uns ein Sicherheits-Mann nicht gesehen als wir mit dem Beiboot zum Ufer kamen – er geriet in Aufregung – wie konnte ihm das passieren… wir müssen ihn fast trösten – er telefoniert zuerst eine Zeit lang – dann wird gewünscht, dass wir vor Anker gehen – die Boje ist für einen Touristen-Segler (ohne Segel) reserviert, der später kommt – als wir dann wieder mit dem Beiboot zum Steg kommen, werden wir gleich von vier Sicherheitsleuten erwartet und zur Rezeption geführt, wo uns wiederum vier Angestellte gleichzeitig in Empfang nehmen – es war ein tolles Resort und wir erhielten ein gediegenes Dinner – alles zu einem „einmaligen Preis“ , der es uns wert war.

20 Wasserflugzeug beim Kuredoo-Resort 21 am Pool
Vom nächsten Ort den wir nach nur 12 sm anfahren gibt’s leider kein Foto – aber der Ankerplatz auf weissem Sand in ca. ½ Seemeile vom Ufer entfernt, erhält von uns 10 Punkte in Bezug auf einmaliges Malediven-Feeling: eine kleine einsame Insel mit unendlich langen weissen Sandbänken die sich in der Ferne zur nächsten Insel hinziehen – soooo schööööön, dass es für mich schwierig ist dies zu beschreiben – man muss es (sorry) selber erleben.

Am folgenden Tag dann zwei Probleme die uns zu schaffen machen, bzw. den Wunsch aufkommen lassen nach unproblematischen Tagen z.B. zu Hause! – sollen uns doch die Malediven… – der Karten-Plotter setzte wie schon in Summatra aus – also Zugriff auf Backup-System – wird es möglich sein

dies hier evtl. in der Hauptstadt Male zu rep. oder … das Problem konnte später mit einem Reset rel. leicht gelöst werden – im Weiteren legten wir, weil kein Wind, eine grössere Strecke unter Motor zurück, um dann mit leicht aufkommendem Wind doch noch zum nächsten Ankerplatz zu segeln – in dessen Nähe dann wieder Motorstart… doch nichts tat sich… somit schwieriges Ankern unter Segel über steil abfallendem Korallenboden mit Sandflecken – einige Zeit danach (Ursache unbekannt) löste sich das Problem wie von selbst – aber wird dies wieder geschehen???

Da ist man an einem wunderschönen Ort – kann es aber nicht geniessen, weil das Ungewisse nagt…

Bevor wir am nächsten Morgen wegfahren kommen unzählige Fische zum Boot

22 Fischbesuch am Morgen
Ziel ist das 32 sm entfernte, Gaafaru-Atoll, von welchem wir Morgen zum Nord-Male-Atoll weiter wollen.

Das kleine ringförmige Gaafaru-Atoll mit 10 Km Durchmesser hat drei Durchbrüche, wo man einfahren kann – wir haben mässige, etwas milchige Sicht – das Atoll ist erst eine halbe Seemeile vorher zu erkennen und das auch nur an der helleren Farbe des unter Wasser liegenden Korallen-Rings – weil es keinen Wind hat gibt es auch keine Wellen wie sie sonst an Riffen zu sehen sind – dann noch die Einfahrt suchen – die Karte ist versetzt – im Atoll drinnen dann 2 Delfine die herankommen – toll – etwas später kommt auf der Nordostseite die SY Caduzeus ebenfalls ins Atoll wie auf dem AIS zu sehen.

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Von hier aus wollen wir in zwei Etappen nach Hulumale einer Lagune nördlich der Hauptstadt Male gelegen – in Male selbst ist es praktisch unmöglich zum Ankern – nach der ersten Etappe treffen wir am Ankerplatz wieder die beiden SY Flomaida und Caduzeus – auch an diesem Tag konnten wir etwas segeln – zuckelten aber in drei Stunden gerade mal 5 sm weit, von 32 die es zurück zu legen galt – also mit Motor weiter – perfid wie schon ein paar Mal an den Tagen zuvor, setzte kaum am Ankerplatz, eine schöne Brise ein die auch nachts anhielt und natürlich mussten wir am nächsten Tag wieder den Motor bemühen – nach ruhigen Zeiten ist es dann vorbei – je näher wir nach Hulumale und Male kommen desto mehr Schiffsverkehr, Resorts, Touristenbetrieb und Versorgungsschiffe gibt es – u.a. begegnet uns dieser kopflastige Fischer-Kahn

23a Fischer nach linbks fahrend  iost etwas kopflastig
Es gibt schönere Ankerplätze als die In der Lagune von Hulumale – hier herrscht viel Fährbetrieb, grosse Fischerboote, Motoryachten, Tauchboote, kleine Frachtboote und ein paar Segelboote finden sich hier ein und damit auch der Verkehr von den Booten zum Ufer – zusätzlich der lärmige Flugverkehr des internationalen Flughafens– aber es ist ein geschützter Ort.

24 25
Kehrrichtverbrennung bei der Einfahrt in die Lagune

26
Die Hauptstadt Male wo fast alles erhältlich ist, ist von hier in Hulumale mit der Fähre in 20 Minuten zu erreichen – Kosten 5.5 Rufies / Person (35 Cents)

Viel Betrieb in der Fährstation – die Fähren kursieren im 20 Min. Abstand und sind praktisch immer mit ca 50 Personen besetzt
(Bild 27, wird nachgeliefert)
Auf knapp 2 Quadrat-Km Fläche leben in Male auf kleinstem Raum 130‘000 Personen, das ist fast ein Drittel der Maledivenbevölkerung – für junge Leute nahezu die einzige Chance, Arbeit zu finden

28 Anfahrt Male mit FÑhre
Die Metropole beherbergt den Präsidentensitz und ist wirtschaftliches und kulturelles Zentrum

29 30
Neben Emsigkeit, hier beim Früchte- und Gemüsemarkt, nehmen diese Männer ein Time-out für ein Spiel auf dem Gehsteig

31 emsige GeschÑftigkeit beim Fisch- und GemÅsemarkt 32
Am 22. März verlassen wir nach 5 Tagen das „Mittelfeld“ der Malediven und ziehen weiter südwärts

Nach einer geschäftigen Zeit hier mit Lösen von technischen Fragen zusammen mit Freunden, Diesel bunkern, Einkäufen in Male sowie Austausch von Informationen unter den Seglern beim Sundowner verlassen wir Hulumale.

… passieren vorerst einige Tanker und grosse Frachtschiffe, danach eine Insel der ständig viel Rauch entsteigt, wo offenbar Abfälle verbrannt werden – erreichen bald das Süd-Male-Atoll, wo es ruhig wird und sich mehrere Hotelinseln befinden

… ankern bei absolut ruhigen Bedingungen „in der Prärie“ im Nirgendwo an der Ostseite des Südmale-Atolls

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… erleben einen prächtigen Sonnenuntergang – immer von Neuem eine feine Sache

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… während fast gleichzeitig im Osten der Mond aufsteigt

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Am folgenden Morgen starten wir früh zum 42 Seemeilen entfernten Süd-Ari-Atoll, wo wir die Schweizer-Crew der „Mabuhay“ treffen werden – das Wasseroberfläche ist ruhig wie in einem Dorfteich – die Sicht ist milchig und mässig, so dass Himmel und Wasser ohne Kontur in einander fliessen – also Fahrt mit zwar klarem Ziel jedoch verschwommener Zukunft…

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Wie diese aussieht in einem späteren Bericht

Aktuell Februar 2016

Galle Stadt im Süd-Süd-Westen von Sri Lanka

Absicht: 3 – 4 Wochen Aufenthalt in Sri Lanka – Boot bleibt so lange am Steg in Galle, da es sonst an der gesamten Küste praktisch keine Marinas oder sichere Ankerbuchten gibt (Ausnahme Trincomale an der Ostküste) – dann weiter zu den Malediven.

1
Im Hafen: wir liegen mit Bug-Anker und Heckleinen an einem mässig Vertrauen erweckenden Steg aus Plastik-Elementen – alles immer in Bewegung – zur Zeit ist bis ca. Anfang April Nordost-Monsun, d.h. der Steg-Platz ist relativ gut geschützt – letztes Jahr ist bei einem West-Monsun-Sturm der Steg samt Booten an das Ufer geworfen worden – ein demoliertes Segelboot auf dem Pier zeugt noch davon

Das Einklarieren war ähnlich dem in Sumatra (siehe Januar Bericht) – jedoch mit Erleichterung dadurch, dass ein obligatorisch angeheuerter Agent die hauptsächliche administrative Angelegenheit erledigt –  jedes Mal wenn wir das Hafengelände verlassen oder wieder betreten, müssen wir uns am Kontrollpunkt ausweisen und oft die Taschen öffnen und fast jedes Mal fragen die Beamten ob wir etwas für sie haben…

1a
Ein paar Fischer bevölkern mit ihren Auslegerbooten die Bucht – die Bauweise der Boote  ist typisch für Sri Lanka, wo die sehr schmalen Boote sonst am Sandstrand liegen und beim Ablegen die ankommenden Wellen durchbrechen müssen ohne zurückgeworfen zu werden.

Am Rand der Bucht liegen einige vor sich hinsiechende Boote – etwas weiter werden Frachter mit Zement entladen und verbreiten je nach Windlage entsprechend schmutzige Luft – neben uns befinden sich Sicherheitsboote, welche mit den Tankern und Frachtern in der Seestrasse vor Sri Lanka in Verbindung stehen und täglich ausfahren. Unweit wird ab und zu an der neuen Marina gebaut – seit 2013 „under construction“

1b
Am Ufer werden Kokosnüsse gepflückt, wobei die Fussgelenke des Pflückers mit einem Riemen verbunden sind und er mit „Hüpfbewegungen“ die Palmen besteigt –

2
Einladung: am selben Tag unserer Ankunft wurden alle Segler-Crews zum BBQ auf dem Pier bei diesem Pracht-Segler eingeladen, eine 56 m lange Ketsch mit 10 Crew-Leuten sowie zusammen mit 14 Crew-Leuten einer riesigen Motor-Yacht – totale Luxusboote – eine andere Welt – die Eigner der Yachten sind nicht da – kommen irgendwann irgendwohin – dann muss das Schiff vor Ort sein – herzliche Begrüssung durch den Kapitän und die flotte junge Crew – neben feinem Essen und Trinken zeigt uns ein Deck-Matrose (angehender Schiffs-Ingenieur) das ganze Schiff – alles vom Feinsten – mit unglaublicher Elektronik und Ausrüstung – nebenbei: die Eigner-Kabine hat fast die Ausmasse unseres Bootes und ist jedenfalls breiter.

3 Old Gate

in der Stadt Galle:

wie üblich in den nächsten Tagen sind wir zu Fuss und mit dem Drei-Rad-Taxi unterwegs – vorerst mit Joseph, einem Tour-Organisator, der uns ständig Vorschläge macht, was wir tun sollten – es wird uns lästig, gegängelt zu werden – z.B. seinen Bruder zu besuchen, weil er sich mit uns gerne auf Deutsch unterhalten wolle, ist wie sich erst dann herausstellt in Wirklichkeit ein Juwelier… etc.

4 auf der Fortmauer
Eindrücklich die Altstadt, einem ehemals portugiesischen Fort das von den Holländern erobert und ausgebaut wurde, bis 1796 die Herrschaft der Engländer begann wovon das heutige Altstadtbild geprägt ist.

5
Die neue Stadt ist voller Lärm, Verkehr bzw. einem „chaotischen Gewusel“ mit vielen Polizisten und Wachpersonal – dauernd wird man angesprochen oder es wird versucht direkt etwas zu verkaufen –
beim Fischmarkt ist es etwas ruhiger – wir beobachten während einer Stunde wie über zwei Dutzend  Locals ein weit draussen in der Bucht ausgelegtes Fischernetz an Land ziehen – das Resultat ist deprimierend – viel Arbeit für wenig Beute: ein Barakuda, einige Kleinstfische und viel Plastikmüll

6 7 8

Inlandreise ins Hochland

8a
Mit Zug, Auto, Bus, stundenweise zu Fuss und in einem Nationalpark mit Fahrrädern, unternehmen wir zusammen mit unsern Boots-Nachbarn Rita & Werner eine von den beiden  vorgeschlagene, selbst organisierte Landreise – hier ein paar wenige Eindrücke:

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seltsame Klänge in einem Hindu-Tempel in Colombo

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Leena unterzeichnet einen Vertrag (Gästebuch) in einem Ratszimmer mit den damaligen holländischen Kolonialherren in der Hauptstadt Colombo

11 12
weiter mit dem Zug im angehängten Aussichtswagen von Colombo nach Kandy, dem ehemaligen Königreich – die abenteuerliche Fahrt geht nach einer gewissen Zeit aufwärts durch Dschungelgebiet und schlängelt sich durch Tunnels und an steil abfallenden Hängen entlang ins Bergland, wo es bedeutend kühler, auch angenehmer ist, als auf Meereshöhe –

12a Königspalast von Kandy
der Königspalast, ein buddhistischer Tempel in welchem die Reliquie des linken oberen Eckzahns von Buddha aufbewahrt wird (;-) – acht Könige regierten hier bis die Engländer das Zepter übernahmen

12b
„Kandy-Dance“ war eine sehenswerte Tanz-Show begleitet von Trommlern, welche eine unglaubliche Fertigkeit zeigten

13 13a
beim Elefanten-Camp

13b 13c 13d
in Sigiriya (Schlund des Löwen) ersteigen wir den von Lustgärten umgebenen Felsen mit steilen Treppen und schliesslich prächtiger Aussicht
13e

14 15 16
im archäologischen Bezirk von Polonaruwa sind wir mit dem Miet-Fahrrad im weiten heiligen Viereck unterwegs – eine spannende Kulturunternehmung verbunden mit Fitness

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Teeplantagen im Hochland (1900 müM) – einer der schönsten Gegenden Sri Lankas wie wir bei einer Fahrt von Nuwara Eliya nach Ella sehen konnten und viel über den aufwändigen Teeanbau erfuhren

20 21

nach einer Woche ging’s in sechs stündiger Busfahrt, davon eine Stunde stehend im gedrängten Bus, südwärts nach Galle zurück – Anmerkung: die interessante, eindrückliche und volksnahe Fahrt kostete 280 Rupien pro Person (ca. 2.-CHF)!

Umgebung der Südküste

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Nach unserer Inland-Tour mussten wir feststellen dass die Krähen sich offenbar wohlfühlten auf unserem Boot  in unsere Abwesenheit – zu sehen an der Hinterlassenschaft, lies Vogeldreck –  eines der wenigen Gewitter hier half bei der Reinigung – es gibt Tausende und abertausende Krähen besonders in Galle – manchmal erfüllt ein unglaubliches Gekrächze die Abendstunden.

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unweit an der Südküste können in uralter Tradition die Stelzenfischer bewundert werden

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mit Pahan „unserem“ fast täglichen Tuk-Tuk-Fahrer (3-Rad-Vehikel) hatten wir viel Glück  – er ist ein freundlicher offener und bescheidener Mann, dem wir vieles zu verdanken haben – er zeigte uns abseits der Touristenplätze vieles was Normaltouristen nicht zu sehen bekommen und lud uns auch in sein Haus bei seiner Familie zum Essen ein – wir wussten dies ausserordentlich zu schätzen und uns auch zu revanchieren – sein früheres Haus wurde beim Tsunami 2004, der selbst hier starke Verwüstungen hinterliess, zerstört – der Staat half mit für ein neues Haus, nun an einem etwas sichereren Platz.

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Mit vielen neuen Erlebnissen, Begegnungen und Eindrücken zu Lande, wenden wir uns wieder der See zu und verlassen am 27. Februar 2016 Sri Lanka – ausnahmsweise zu dritt – Wahid ein Maledivianer (sagt man so?) ist vor ein paar Tagen mit einem Segelboot, das von den Malediven kam und gegen den Wind zu kämpfen hatte, hier angekommen – statt zurück zu fliegen wird er nun uns begleiten – mehr darüber nächstes Mal

Zwischenbericht Januar-Februar 2016

von Thailand 1100 Seemeilen westwärts nach Sri Lanka

Die Pläne sind gemacht – der Indische Ozean wartet

1
Di 26. Jan.

Kurze Lagebesprechung der Nicone-Crew d.h. zwischen Captain & Bordfrau… – nach nur 5 Tagen wieder Ausklarieren in Phuket, Thailand: kaum zu glauben – immer wieder Thema Ein- und Ausklarieren: beim Einklarieren von Sumatra kommend mussten wir alle Daten auf dem Computer wegen neuer Software neu eingeben – jetzt zum dritten Mal, weil der Surfer vor 3 Tagen abgestürzt sei – aber das nächste Mal sei alles viel besser! – schöööön, schade, wir erleben es wohl nicht mehr, falls nicht besondere Umstände uns zwingen mal zurück zu kehren.

Das Windfenster für die nächsten 10 Tage lautet 1-2 Tage gut – gefolgt von 1-2 Tage mässig/zu wenig Wind – dann aber die weiteren Tage konstante Nordost–Winde.

Vier Boote wollen morgen ablegen, die „Camomile“ UK, „TinTin“ UK, „Inspiration Lady“ CA und „Nicone“ – die 3 andern Boote wollen Trincomale an der Ostküste, wir dagegen Galle an der Südküste von Sri Lanka anlaufen – Susan von der Camomile wird jeweils abends ein Funknetz betreuen für Kontakte (Sicherheit, Position, Infos) – wir rechnen mit einer Dauer von 9 – 11 Tagen auf offener See.

Die Überfahrt – See-Alltag unterwegs

Mi 27. Jan – 86 nm (nautische Meilen)

Ablegen bei Morgendämmerung – kabbelige See – mehrere Frachter – fliegende Fische – Delfine kreuzen unsere Spur mit Luftsprüngen – Funk: Positionen, 1 Boot startet erst morgen – kommen mit nur 7 statt der 15 angesagten Knoten Wind weniger voran als berechnet.

Do 28. Jan – 92 nm

01:00: Leena auf Wache muss  Motor anstellen um einem Fischer auszuweichen – 02:15 plötzlich starker „falscher“ Wind – es pfeift, rüttelt und schüttelt –  Hektik unter Vollbesegelung – 1 Glas geht in Brüche, Niederholer-Vorrichtung ausgerissen/def. – 02:40 alles prov. geregelt und auf Kurs – bei Tag

2 3
dann unruhige Fahrt mit mehreren kabbeligen Seestreifen – zeitweise 4 Segel angeschlagen (Genua,Stagsegel, Gross und Besan) – Wind fällt zusammen – 16:00: Motor anstellen – Regen und offensichtlich längere beinahe windlose Strecke und Nacht vor uns

Fr 29. Jan – 122 nm

ruhige Nacht unter Motor – zaghaftes Einsetzen von Wind aus Nord – Motorsegeln – bis jetzt geruhsamer Freitag – hoffentlich bleibt das so wenn wir spät die Nordspitze der Nicobar-Inseln passieren – die Inseln sind administrativ Indien zugeteilt – gemäss Guide soll man nicht zu nahe segeln – Yachten dürfen nicht ankern – angeblich zum Schutze der Ureinwohner – eher wohl aus militärischen Gründen, hat Indien doch russische Anlagen übernommen – als sicher gilt, dass man im „Sombrero-Channel“ zu Wasser und aus der Luft gut überwacht ist – Segler sollen auch schon mal verhaftet worden sein – Bar-Stories? – wir passieren in ca. 3 Stunden um 20:00… also falls ihr nichts von uns hört, danke für’s Nachforschen (;-) – vor noch nicht allzu langer Zeit soll es hier auch noch Kopfjagd und Kanibalismus gegeben haben…
… dann bei der Passage keine Coastguard, kein Licht bei den Inseln, kein Funkaufruf, einfach nichts – sind fast etwas enttäuscht – aber besser so – hatten vor dem Kap noch sehr starken Mitstrom und obwohl nur 8 Kn Wind, erreichten wir 7.5 Kn Geschwindigkeit – fast schlagartig dann Gegenströmung mit nur noch 2.5 Kn Geschwindigkeit! – typischer Kap-Effekt – um 22:00 dann zaghaftes Einsetzen des ersehnten Windes aus nördlicher Richtung – endlich Motor aus nach 21 Std Motorsegeln!

Sa 30. Jan. – 144 nm

Wind aus dem des Seglers Träume sind: endlich ist der erwartete NNE-Wind da, der mehrere Tage anhalten wird bzw. soll – er entwickelt sich bis in die Morgenstunden immer besser – Aktion Bootstrimm: Backstag an Steuerbord setzen – 1 Reff im Gross-Segel – alle 3 Segel etwas fieren – ab geht die Post den ganzen Tag mit 7–8> Kn Boots-Geschw. mit entsprechenden Wellen um 2m Höhe, teilw. mehr, aus Windrichtung – für die Nacht werden wir vermehrt Segel reffen

4
Zeit für eine Ode an das Boot: 
Nun haben wir den Wind
Aus dem der Segler Träume sind
Räumlich von hinten
Lässt er die Nicone sprinten
Manchmal sanft, dann mit List
Meistert sie die schäumende Gischt
Tanzt und hüpft, ist im Element
Das sie liebt und so gut kennt
Und einfach fabelhaft
Wie sie freche Wellen schafft
Einige an die Bordwand klatschen
Sie wollen nur das Boot begrabschen
Hier in der Bengalen-Bucht
Treten sie auf mit grosser Wucht
Diesen gilt es dann zu trotzen
So manche Crew musste schon mal k…
Ihr See-Verhalten ist nicht ohne
Das ist die Stärke der Nicone

5
31. Jan. – 154 nm

ruppige letzte Nacht – beide mässig geschlafen – die Wellen werden höher – schnelle Fahrt – Skippers geliebte Müeslischale fliegt durch das Cockpit – überall Glassplitter – mühsam zu putzen beim starken Seegang – aber wie heisst es doch so schön: Scherben bringen Glück
aber was heisst Glück… – überhaupt sind sämtliche alltäglichen Bewegungen an Bord nicht eben einfach – das merkt Leena besonders beim Kochen, ich beim Hantieren an Deck – aber das weiss man ja – Segeln hat halt seinen Preis, dafür sind Erlebnisse wie heute schon eine aussergewöhnliche Sache, so nur mit dem Wind über das raue Wasser zu brettern (;-)
Heute ist „Bergfest“: die Hälfte der Route hinter uns, d.h. noch 550 Seemeilen bis Sri Lanka – um 21:30 trifft uns in schwarzer Nacht ein sog. Squall (starke Bö mit Gewitter), der plötzlich innerhalb von 2-3 Minuten auftrat, das Boot wie verrückt beschleunigte und uns das Bordleben für 30 Min. schwer machte – die bereits gerefften Segel weiter reffen… au meine
Schultern – Leena hat ihre Nachtruhe unterbrochen um zu helfen – benötige danach noch etliche Zeit um alles wieder zu regeln (Leinen entwirren, Bootstrimm, Windpilot einstellen…) – dann problemlos und schnell weiter durch die Nacht

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1. Feb. – 158 nm

Von 00;00 – 24:00 Uhr ganze Zeit gut unterwegs – leicht bedeckter Himmel – hier die Logbuch-Daten um 12:00: Position: 06°44.0‘ N  – 087°03.4’E – Wind: Nordost 14-18 (Böen bis 22) Knoten – Wellenhöhe um 3-3.5 m aus Windrichtung – Steuerung: Windfahnen-Pilot – Kurs 263° – Segel: Genua auf 1/3 gekürzt, Gross 1 Reff, Besan – SOG (Geschwindigkeit
über Grund): 6.5 – 8.1 Kn
Nur ein Frachter auf Karten-Plotter gesehen – Wetter via Pactor/Kurzwelle: konstante Winde aus Nordost bleiben in den nächsten Tagen – werden somit wohl nur 8 statt 9-11 Tage benötigen – heute mit 158 Seemeilen wieder gutes Etmal – daneben keine besonderen Vorkommnisse, nur aufpassen, um blaue Flecken zu vermeiden…

 2. Feb. – 147 nm

Letzte Nacht schnelle Fahrt unter gerefften Segeln bei bewegter See – sind zu schnell für eine Ankunft bei Tag (nur eine solche kommt in Frage) in 2 Tagen – für eine Ankunft bereits bis morgen Abend reicht es hingegen nicht – noch 260 sm to go, besondere Vorkommnisse ausgeschlossen – somit wollen wir die Geschwindigkeit drastisch reduzieren – z.Z. von 8.2 Kn auf 5.5 Kn – also weiter reffen: Rollgenua auf sehr kleinen Fetzen gekürzt, 3 Reffs im Gross-Segel, 2 Reffs im Besan-Segel – immer noch zu schnell… um 15:00 Gross-Segel geborgen – weiter mit leicht gereffter Genua und Besan.
18:00 ständig mehr Gross-Schiffahrt auf Kartenplotter zu sehen

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Bild: diese anrollende Welle ist nicht so bedrohlich wie es aussieht

Hier an der Südspitze von Sri Lanka findet westwärts (Indien, Rotes Meer) und ostwärts
(Seestr. von Malacca, Singapore) eine Massierung des Frachtverkehrs statt – dabei auch die „Bernina“ unter Schweizer Flagge.

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03. Feb.

Wegen reduzierter Geschwindigkeit hatten wir vergangene Nacht ziemliches Geschaukel – aber alles ok – könnten bedeutend schneller sein – segeln aber auch heute mit herab gesetzter Geschwindigkeit – bei anderen Gelegenheiten wären wir froh 6 Kn Speed zu haben.
Um 09:15 nimmt ein Fischerboot im 90°-Winkel von Steuerbord direkten Kurs auf uns – mulmiges Gefühl – nur abergläubische Fischer, welche die bösen Geister von ihrem Boot auf das unsrige überspringen lassen wollen? – schliesslich passiert es uns in ca. 50m Abstand achterlich, winkt und weiter fährt.
9 10
Zeit umgestellt – wir gewinnen 1 ½ Stunden – neu: Sri Lanka-Zeit (UTC+ 5 1/2) – zu

Mitteleuropa sind wir noch 4 ½ voraus.
Bei Dunkelheit gelangen wir in die Küstennähe von Sri Lanka – die See wird immer ruhiger dafür gibt’s starke Strömung, so dass das Boot um 40°(Ausrichtung) von der tatsächlichen Fahrt über Grund abweicht, d.h. etwas schräg vorankommt – stört nicht – nur beachten dass wir nicht dorthin segeln wohin das Boot hin zeigt – wieder rel. viele Fischerboote in den Nachtstunden.

04.Feb. Ankunft (Sri Lanka-Independent Day)

04:30: Süd-Kap passiert – ½ h später stellt Wind ab – mit Motor nach Galle – 08:30 Anfahrt Galle – Funkanruf: Anmeldung Ankunft, Bootsdaten angeben, Anweisung Einklarierungs-Prozedere entgegen nehmen – 10:30 am Anker mit 3 Booten unter kanadischer Flagge und …unserem Schweizernachbar, der mit „Connivence“ und Partnerin morgen nach den Malediven ablegt.

11

Zusammenfassung:

Eine erste Sequenz des Indischen Ozeans haben wir nun hinter uns – gefällt uns – ein Zurück gibt es windbedingt nicht.
De Wetterprognosen waren recht genau, wenn auch Böen und Wellenhöhe die Werte überstiegen.
Dank konstanten Winden ab dem 4. Tag aus Nordost erreichten wir Galle in (nur) 8 Tagen
Das Kriterum Schulter bleibt bestehen, aber es gibt ja auch noch andere…
Es war eine mindestens zeitweise anspruchsvolle, jedoch tolle Fahrt ohne grössere Probleme.
Die Bordfrau hat dabei grossen Anteil am Gelingen – Assistenz generell und bei der Bootsführung sowie u.a. feine gute Küche – wie bekannt erhebend für die Moral und bewundernswert wie sie es schafft bei rauem Seegang.

Aussicht:

Etwas Gemächlichkeit ist in nächster Zeit angesagt mit Einblick in das Leben hier und in die Kultur des Landes.

Gegen Ende Februar dann geplanter Aufbruch zu den ca 450 Seemeilen entfernten Malediven, die wir mit einigen Aufenthalten an verschiedenen Ankerplätzen von Nord nach Süd befahren wollen – freuen uns auf Überfahrt und türkisblaues Wasser mit legendären Schnorchel- und Tauchmöglichkeiten.

So… worauf freut ihr euch? – jedenfalls gute Gesundheit – bis später.

Telegramm 31.1.2016

„Bergfest“ – die halbe Route zwischen Thailand und Sri Lanka liegt hinter uns
Sonntag 31. Jan. 2016 – Thailand-Zeit (UTC + 7) 15:00 – Mitteleuropa 09:00 Uhr
5.Tag unterwegs:
Position: 06° 56′ N – 089° 16′ E Bay of Bengal / Indien Ocean
konstanter Wind aus nordöstlichen Richtungen – <2 m> hohe Wellen
kommen gut voran – letzte 24 Std = 152 Seemeilen (280 Km)
noch 550 Seemeilen bis Galle an der Südküste Sri Lankas
„all well on board“
Nicone-Crew Leena & Peter