Vanuatu – Neukaledonien – Australien

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Von Vanuatu nach Neukaledonien –ca. 300 Seemeilen hart am Wind

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AmVormittag des 29. September backt die Bordfrau noch schnell einenKuchen für unterwegs – freue mich jetzt schon darauf – amNachmittag verlassen wir Port Vila und nehmen Kurs auf Neukaledonien– mit uns fährt auch SY Sternchen – Feri hupt uns zum Abschied –ob, wann und wo wir uns wieder sehen – irgendwann zu Hausevielleicht – er fährt gegen Osten um die Welt.

In der ersten Nacht dreht der Wind vonSE auf SSE, so dass wir den Kurs hoch am Wind nur knapp beibehaltenkönnen. Sternchen bleibt leicht achteraus auf unseren Fersen –gelegentlich sind wir in Funkkontakt. Es ist mit Vollmond, der ab undzu von Wolken bedeckt wird, eine helle Nacht.

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Bereits im Laufe des nächsten Tages zeigt sich, dass wir relativ gutvorankommen und dass wenn es so bleibt, wir bald bremsen müssen, umÜbermorgen früh die Riffpassage – Anfahrt im Süden vonNeukaledonien von E nach W – zum richtigen Zeitpunkt, d.h. beiNiedrigwasser mit einlaufender Tide zu erwischen.

Sehen nach langer Zeit wieder mal 3träge Delfine die knapp hinter dem Boot vorbei schwimmen.

„Sternchen“ hatte die Idee eineseventuellen Zwischenhaltes für eine Nacht auf der Insel Mare, aufder südlichsten der 3 Loyalty-Islands (zu Neukaledonien gehörend),was verlockend wäre, sich aber schnell erübrigte, da wir die Höheam Wind nicht halten konnten und wir sowieso den Tag / Nacht-Rhythmusnicht brechen wollten.

Unterwegs auch Funkkontakt mit SY LardoUS – alles ok.

Um 03:30 in der dritten Nacht steuernwir den Pilot-Punkt der Riffeinfahrt in die „Havannah“-Seestrassean – entgegen „Räubergeschichten“ ist diese unproblematischweil breit und gut befeuert.

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um05:00 beginnt es zu tagen – von hinten kommt der Cruiser „PacificPearl“ mit 19,3 Kn heran – 2 Stunden später kreuzt uns eineSchnellfähre mit 38 Kn (70 Km/h!) – weitere 3 Stunden späterlegen wir zum Einklarieren in Noumea in der Marina „Port Moselle“an, wo uns Bernd von der SY Elbe die Leinen entgegen nimmt – schön!– er hatte am Funk unser Ankommen gehört und kam von derNachbarsbucht zu Fuss herüber.

 

Kurzrückblick zur Überfahrt vonVanuatu nach Neukaledonien:

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330 sm – 68 Std – 3 Nächte – knapp 5Kn Durchschnittsgeschwindigkeit – hart am Wind auf Steuerbordbug –mühsame Momente bei drehenden, auf- und abflauenden Winden(Korrekturen, Segeltrimm) – altes repariertes und wieder montiertes Windfahnenruder hat sich bewährt. – alles ok und beim Sundownermit Freunden sind wir sowieso zufrieden.

 

Wissenswertes zu Neukaledonien

Neukaledonien ist Übersee-Territoriumvon Frankreich und liegt ca. 1500 Km (800 sm) östlich von Australienund knapp nördlich des Wendekreises des Steinbocks.

Die Hauptinsel ist 400 Km lang und voneinem Riffband bzw. Lagunen umgeben – zugehörig sind die Loyalty-sowie kleinere Inseln.

Bevölkerung: 44% Melanesier, 33%Europäer, 11% Polynesier, 7% Asiaten und 5% andere.

1774 landete James Cook hier und imnächsten Jahrhundert kamen Seeleute und Händler ins Land.

1854 wurde die Haupt- und HafenstadtNoumea gegründet

1863 wurden reiche Nickelvorkommenentdeckt gefolgt vom „Nickel-Rush“.

40‘000 Sträflinge wurden ins Landtransportiert, um unter prekären Verhältnissen für den Bau derStadt Noumea Holz zu fällen, Schienen zu legen und in denNickelminen zu arbeiten.

1942 wurde Neukaledonien eine wichtigeMilitärbasis der Amerikaner im Krieg gegen Japan.

Nickelabbau und heute der Tourismussind die wichtigsten Wirtschaftspfeiler – viele Kreuzfahrtschiffekommen hierher – die relativ kleine Anzahl der Segler dieNeukaledonien anlaufen, spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle,weil sie bedeutend länger bleiben als andere Touristen.

Problempunkte sind militärischeRückstände im Meer, frühere Abholzung und Kontaminierung desBodens durch Nickelabbau – heute werden grosse Anstrengungenunternommen um ein wirtschaftliches und ökologisches Miteinander zugewährleisten – dies ist bei der reichen Flora und Fauna auchnotwendig.

Die Regierung strebt grössereUnabhängigkeit von Frankreich an.

 

In Noumea – Visum für Australien- weitere Absichten

06 Musikpavillon Place des Cocotiers Noumea.jpg  09.jpg  10 der Fluegelschlag eines Schmetterlings kann auf der andern Seite der Erde einen Zyklon ausloesen....jpg

11 Eindrueckliches Aquarium Noumea.jpg  12 See-Aquarium Noumea.jpg  13.jpg

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Nach unserer Ankunft gab’s andern Tags Stegplaudereien mit andernbekannten und bis dato unbekannten Seglern.

Obwohl die Stadt nahe ist, legen wir inden folgenden Tagen lange Fussmärsche zurück – ab- wie auchunabsichtlich um Notwendiges wie Einkäufe zu tätigen, Spezialläden,Immigration, Visastelle der Australischen Botschaft zu finden odereine Ausstellung, ein Museum oder das moderne Aquarium zu besuchen.

Unsere Absicht nach Australien weiterzu segeln erweist sich wegen des Visums vorerst als Stolperstein –wir hatten bereits ein Touristenvisa für 3 Monate, das ursprünglich,wenn wir bereits in diesem Jahr nach Indonesien gesegelt wären,zeitlich genügt hätte. Da wir aber wegen des Schweiz-Aufenthaltesund wegen der Hurrikan-Saison (Dez – Mai) sowie später Fahrt inden Norden (Darwin), ein Jahres-Visum benötigten, setzte dies einigeUmstände und unnötigen Ärger ab – wir dachten, dass es wohl ameinfachsten sei mit allen Papieren direkt bei der Austral-Botschaft.vorbei zu gehen – dazu benötigt man: Antrag, Kopien Pass, Foto,Krankenkasse, Bankauszug, Bootspapiere, Bootsversicherung – nachdem ersten Besuch der Visastelle an einem Freitag, die erst nachStunden und nur mit Insiderhilfe zu finden war, erhielten wirfreundlich Auskunft, mit allen Dokumenten am folgenden Dienstagvorbei zu kommen – also bereiteten wir alles vor – Fehlanzeigevon wegen alles direkt vor Ort erledigen zu wollen – nach längererWartezeit teilte uns die Lady-Offizierin mit, dass seit letztenFreitag das Antragsformular gewechselt hätte – erste Seitenblickeder Bordfrau – dass neben Biodaten und letztem Eintrag (Noumea) derganze Pass zu kopieren sei – weitere Seitenblicke – ausserdem sollich noch einen Brief über unsere Situation schreiben (direkt vorOrt), was ich Zähne knirrschend tat … aber dann schob sie unsnoch ein Formular hin, das Daten über Eltern (Vater gestorben –dies sei egal) Geschwister und deren Kinder verlangte… dieAntragskosten würden 250.- betragen … ob das eine Garantie sei,dass der Antrag bewilligt würde? … nein … wie lange es denndaure bis wir Bescheid erhalten würden? …auch das wusste sienicht, bzw. ca. 10 Tage, es könnten aber auch 3 – 4 Wochen sein -das brachte bei uns das Fass zum Überlaufen – so nicht! – wirkochten innerlich über so viel Schikane – freundlich aber bestimmtfassten wir alle Papiere zusammen –- erklärte der Dame freundlichlächelnd – dazu musste ich mich enorm zusammenreissen – wir würdendieses Theater hier nicht mitmachen – sie möchte doch das ihrenVorgesetzten mitteilen – wir würden voraussichtlich nachNeuseeland statt Australien segeln, weil man dort willkommen sei –thank you and by, by – übrigens mit zustimmendem Nicken vonanderen Anwesenden.

Von andern Seglern hörten wir, dasssie per Internet problemlos und in kurzer Zeit ein Jahresvisumerhalten haben. Dies beabsichtigten wir trotzdem zu tun und falls esnicht klappen sollte, hatten wir uns bereits auf Neuseelandeingestellt, schliesslich machten wir vor einem Jahr guteErfahrungen, würden einige Freunde wiedersehen, dort noch südwärtssegeln und Dinge tun, wozu wir beim vergangenen Besuch keine Zeithatten.

Den Visums-Antrag für Australien habenwir per Internet gestellt – nun müssen wir warten.

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18 Resort auf Ilot Maitre.jpg  19 bei Niedrigwasser noch 0.6 m unter Kiel.jpg

Wir segelten vorerst zur Ilot Maitre, einer nur 3 smausserhalb von Noumea entfernten Insel in einem Naturschutzgebiet mitBojenplätzen in türkisgrünem Wasser – wunderbar! Insel undUmgebung stehen unter Naturschutz – das merken wohl auch die Tiere– täglich sind Schildkröten zu sehen, grosse Fische kommen zu denBooten – als ich den Rumpf unter Wasser kontrollierte, kamen zweigrossflächige Fische von 1.2 bis 1.5 m – einer silbrig der andereschwarz – neugierig heran – bin im ersten Moment erschrocken,empfand es dann aber als ganz sympatisch, dass sie sich für mein Tuninteressierten.

Hier trafen wir auch wieder die „Laika“CH, neben welcher wir in Neuseeland gelegen waren.

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Einfach so im Sand der Insel…

Die Behörden lassen sich etwaseinfallen um der Natur ihren Platz zu erhalten – die Bojenplätzesind gratis – man will damit verhindern dass mit dem AnkernKorallen beeinträchtigt werden können. Am Ufer wurden mehrereGrillplätze für die Segler eingerichtet und das Holz dafür wirdsogar per Boot angeliefert.

Der französische Einfluss istnatürlich überall spürbar – zu Lande wie zu Wasser ist „alles“gut geregelt: für uns wichtig die zuverlässigen Seemarkierungen,Seewetter, guter Funkverkehr, Überwachung Seegebiet und der Bojen(Verankerung, Leinen), etc.

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Tage später treffen wir in der Bay Orphelina Altbekannte –die „Amigo“ und „Sail away“, die schon länger inNeukaledonien sind und hierher kamen um für Australienauszuklarieren – was nur nur in Noumea möglich ist – natürlichAustausch von Neuigkeiten und Übergabe unserer letzten SchweizerSchokolade die ich Amigo „in meinem Leichtsinn“ via E-Mail voreiniger Zeit versprochen hatte.

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Wirsegeln mit „Sternchen“ noch zu empfohlenen Ankerplätzen weitersüdlich – machen Halt in der Anse Bay wo Haie zum Bootkommen – Art nicht bekannt, aber mit ca 1.8m gemäss Aussagen nichtzu befürchten – jedenfalls ist bei mir und Georg nach dem Baden„noch alles dran“ (;-).

26 am Wegrand.jpg  27 wichtiger Leuchtturm am Cap Ndoua.jpg  28 Segler auf dem Berg.jpg

Schöne Wanderung zu einem der wichtigsten LeuchttürmeNeukaledoniens am Cap Ndoua, von wo aus zur richtigen ZeitWalbeobachtung gemacht werden kann – dazu sind wir jedochjahreszeitlich zu spät – die Wale, die in die warmen Gewässer vonTonga, Fiji, Vanuatu und Neukaledonien zum Gebären gekommen sind,befinden sich bereits auf dem Rückweg in die Antarktis, wo sie sichwieder mit Krill voll fressen werden bevor sie im nächsten Jahrwieder kommen.

29 Berglandschaft im Sueden Neukaledoniens.jpg  30 Thermalwasser nur 2 Grad waermer als die See.jpg

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In der hervorragend geschützten Carenage Bay – einemHurrican howle – regnet es einen Tag lang wie aus Kübeln –bleiben 3 Nächte am Anker und besuchen mit dem Dingi trotz Regeneine flussaufwärts schön gefasste Thermalquelle – sie ist zwarnur 2 Grad wärmer als das Seewasser – dafür eigebettet in derschönen Landschaft, die von sattem Grün des Waldes und der rotenErde geprägt ist.

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Beiphantastischem Wetter erleben wir einen flotten Segeltag zurückzur Ilot Maitre – mit räumlichem Wind von 20 – 28 Knotensegeln wir nur mit Genua und Stagsegel 33 sm der feinen Inselentgegen.

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Im sog. Woodin Kanal fällt unser Speed wegen Gegenströmung von 6auf 2.7 Kn zurück – bin nach 4 ½ Std am Steuer (aus Lust die meisteZeit von Hand gesteuert) etwas schlapp. Erholen uns bei einem„Schwumm“ am Ankerplatz und einem Drink zu dem wir bei der „Elbe“eingeladen sind.

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Eswurde uns viel von den „Tigerschlangen“ (Laticauda colubrina)erzählt – ca 1.5 m lang / nicht aggressiv / Daumendick / sehrgiftig / lebt tagsüber an Land und geht abends auf die Nahrungssucheins Wasser – weil sie das Dingi nicht aufgezogen hatten, konnte beiFreunden eine Schlange „einsteigen“ – bei einem andern Seglerist eine Schlange via Ankerkette aufs Deck gelangt.

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Später beim Grillieren am Ufer sahen wir gleichzeitig 3Exemplare im Umkreis von nur knapp 20 Meter und eine weitere unterder Grillbodenplatte– kein Problem – sogar interessant – manmusste nur aufpassen um nicht auf sie zu treten.

 

Reinige mittels Freediver den nurleicht grün bedeckten Rumpf unter Wasser.

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dieses Mal sind drei grosse Saugfische unter dem Boot – als ich dieKamera holte waren sie immer noch da – die meisten Segler dieAustralien anlaufen reinigen vorher den Rumpf unter Wasser – essoll bald Regel sein, dass ankommende Boote mit Unterwasserkameraskontrolliert (Bio-Security) und im schlechtesten Fall ausgewassertund auf Kosten der Eigner gereinigt werden – ob dies bei Tankern undFrachtschiffen auch erfolgt, entzieht sich unseren Kenntnissen (;-).

 

PAN-PAN und MAYDAY

Samstag 20.10. – schönstes Wettermit starkem böigem (20-25 Kn) Ostwind – wir sind im Lee einerInsel zusammen mit andern Booten an der Boje – am Nachmittag erfolgteine Pan-Pan–Meldung (Crew und / oder Boot in Gefahr) – einKatamaran ist im Begriff auf der Luvseite der Insel aufs Riff zulaufen – wie am Funk zu hören, sind sofort andere Boote vor Ortfür Hilfeleistung – später ist zu vernehmen, dass für die Crewkeine Gefahr bestand aber das Boot bereits aufs Riff gelaufen war undschwer beschädigt wurde.

Am selben Abend – es ist seit 2 Stddunkel – erfolgte noch eine Mayday-Meldung (Sofort-Hilfe notwendig) –eine Person mit einem kleinen 2.5m langen Boot wird vermisst –treibt evtl. in der Bucht von Noumea – erst zwei Tage spätererfolgt eine Meldung, dass die Person gefunden wurde (ohne weitereAngaben).

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In der Orphelina Bay gehen wir 2 Tage vor Anker – erledigenEinkäufe, Wäsche und besuchen von dort aus – Dingi, Fussmarschund Bus – etwas ausserhalb von Noumea das Kanaken-Kulturzentrummit seiner modernen, beeindruckenden Architektur – Türme die einKanaken-Dorf versinnbildlichen – im Innern können Gegenständebesichtigt und die Geschichte verfolgt werden.

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Gemäss Wettermeldungen erzeugt in den nächsten Tagen eindurchziehendes Tief starke Winde aus westlichen Richtungen – weilwir somit voll ausgesetzt wären, suchen wir die gut geschützteAnkerbucht der hufeisenförmigen Insel Ile Uere auf. DieseIdee hatten auch andere Segler – 5 Boote waren bereits da und 6weitere folgten noch. Nachts um 02:30 laute Stimmen – ein Bootfuhr bei starken Winden und in stockdunkler Nacht durchs Ankerfeldund ankerte neben uns – es stellte sich heraus, dass es denAnkerplatz wechselte (musste?) – bei Tagesanbruch und nachlassendemWind verliess das Boot ebenso laut die Bucht.

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Inzwischen wurde meinem Visumsantrag problemlos statt gegeben undnach weiteren 5 Tagen ebenso jenem der Bordfrau – wir dürfen bisOkt 2013 in Australien bleiben – tipp-topp – also fassen wir mitetwas gemischten Gefühlen Australien ins Auge, hören wir doch immerwieder von Überregulierung, Warnungen, hohen Bussen und Schikanen,wobei selbst australische Segler das nach Hause kommen fürchtensollen. Eine Broschüre, wenn auch sehr freundlich, informativ undlückenlos gehalten, bestätigt vieles und man muss an einiges denkenbei der Anfahrt in Bezug auf die Bio-Sicherheit und anderes – U.a.ist es gut möglich dass man aus der Luft (Helikopterüberwachung)via Funk angerufen wird, es ist strafbar wenn man nicht schriftlichvorangemeldet ist, es ist wichtig, dass man sich bei Annäherung desLandes noch zwei Mal über Funk meldet, auch gut zu wissen, dass manversuchen muss nicht am Wochenende an zu kommen – geht es nichtanders, muss neben der normalen Einklarierungsgebühr von 330.- Au$eine zusätzliche behördliche Überzeitgebühr von satten 288.- Au$bezahlt werden! – je nach Wetterfenster bzw. Planung, ist diesnicht ganz einfach zu bewerkstelligen – In einer Marina auf dem BootBier zu trinken ist erlaubt, jedoch nicht so, wenn sich das Boot amAnker befindet – gilt für Skipper, Crew und Gäste… und vielesmehr.

Wir gehen davon aus, dasswahrscheinlich nicht alles so heiss gegessen wie gekocht wird –dies in der Annahme dass die vielen Regeln vom Motto ausgehen: „alle“sind dumm und müssen vor sich selbst geschützt werden (;-)

 

Mit dem Port to Port-Rally nachAustralien

Das ausgeschriebene Rally geht auf dieInitiative des Yacht Club Bundaberg mit mehreren engagiertenWeltumseglern zurück, welche den ankommenden Yachties für dieAnkunft und den Aufenthalt in Australien ihre Unterstützung anbieten– die hervorragende und auf die Bedürfnisse der Seglerausgerichtete Organisation ist zeitlich abgestimmt mit derHurrikan-Saison, ist völlig locker – überlässt den BootenZeitpunkt des Starts ausserhalb Australien (die meisten kommen vonNeukaledonien) – hilft bei administrativen Fragen – macht aufwichtige Punkte aufmerksam – ist Bindeglied zwischen Boot undZollbehörden – veranstaltet Seminare, BBQ’s, und… und nicht zuverachten: erstattet die Kosten für die Quarantäne von 330 Au$zurück – rechne: Kosten Rally 220 Au$ – Rückvergütung 330 Au$ -Ersparnis 110 Au$.

Der Erfolg der Organisatoren istbeachtlich – jedes Jahr kommen mehr Yachten nach Bundaberg –davon profitieren offensichtlich alle – vorab Segler, Gewerbe,Behörden, Yachtclub und Marina! Eine Win-Win-Angelegenheit für alleBeteiligten.

 

Günstiger Zeitpunkt für diePassage nach Australien?

Seit einiger Zeit beobachten wir daslangfristige Wetterfenster für die Passage nach Neuseeland bzw. neunach Australien. Jetzt wo wir im Besitz des Australien-Visums sind,gibt es kaum noch Wind – wir sind bereit, aber für die folgenden 10Tage sagen die Wettermodelle (Modelle lügen manchmal) (;-) windarmesWetter voraus – das angesagte Bisschen Wind kommt zwar meist ausder richtigen Richtung (SE), ist aber über die 800 sm mit Flautenund Variablen versehen – was tun? Eine Woche warten und dann sehenwie es weiter hinaus aussieht? – was, wenn dann immer noch mässig?– Vorentscheid: wir warten ein paar Tage ab.

In den nächsten drei Tagen – wirsind in der Marina – geht es noch dynamisch zu und her – erledigenein paar Dinge die wir schon länger im Auge haben – darunter soun- bzw. wichtige Sachen wie endlich neues Uhrenband, neuenStaubsauger, Moosgummi auftreiben für Erneuerung der Abdichtung vonAnker- und Backkisten, Abklärung Defekt an geliebter Digital Kamera,die mir auf den Boden gefallen war – wurde problemlose und gratisvor Ort durch Fachmann gerettet (;-) – nehme Check undEinstellungen am Rigg vor – studieren Unterlagen Australien –machen Planungsprojekte und besuchen das Heiva-Kulturfestival „150Jahre Thahiti und Neukaledonien“ mit Tänzen und Wettbewerben,ähnlich wie wir sie letztes Jahr in Papeete erlebten.

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47.jpg  48.jpg  50 Laeuferin vor dem Wettkampf Fruechte tragen.jpg

Immer noch sieht es für die Passagenach Australien nach Schwachwind aus – viele Segler wollen weiterabwarten – wir tun uns schwer mit dem Entscheid – draussen evtl.lange und bei Schwell herum zu dümpeln oder nur mit Motor istwirklich nicht sehr angenehm – aber warten, warten ist auch nichtunsere Sache – wir beschliessen, wie auch schon früher, abzulegen„denn das Wetter findet statt“ – werden uns darauf einstellen.

Also, Aufgabenteilung zwischen Bordfrauund mir, um Ablegen zu können: Behördengang zu Immigration, Zollund Harbourmaster zum Ausklarieren, letzte Einkäufe, Gas holen,Marina bezahlen, von Freunden verabschieden, zu Tankstelle fahren zumBunkern von zollfreiem Diesel – mit vollen Tanks könnten wir die800 sm im Notfall sogar unter Motor zurück legen – hoffentlich nurdas nicht! – Wir rechnen mit 8–10 Tagen Überfahrt beischwachwindigem Wetter.…

Um 15:20 ist es soweit:

 

29.Okt. 2012 Start nach Australien –800 Seemeilen

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Sobald wir Bucht und Riffpass hinter uns lassen und der offenen Seeentgegen steuern, setzt das bekannte, von Zivilisationszwängenbefreiende Gefühl ein… vor uns die untergehende Sonne – hinteruns der Mond der bereits am Himmel steht…

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undstatt des angekündigten lauen Lüftchens, fegen wir bei 20 Kn raumemWind – besser geht kaum – mit vorerst 7 Kn Speed durch die helleVollmondnacht.

Tag 2:

auch heute sind wir besser unterwegsals erwartet – stellt auf – allerdings auch die Frage ob schonbald Flaute eintreten wird – 3 weitere deutsche Boote habenebenfalls Noumea verlassen, darunter auch Sternchen, wie am Funk zuvernehmen ist.

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Um 19:00 sind wirmit dem Frachter „Nord Hong Kong“ während 1 ½ Std aufKollisionskurs – bei Annäherung auf 3 Seemeilen funken wir – erhat uns gesehen (sagt er…), korrigiert den Kurs und passiert uns0,3 Seemeilen achterlich… komische Gefühle… da ist man imIrgendwo des weiten Pazifik und wird fast über den Haufen gefahren…

Tag 3: „lieber Wind könntest Dunicht etwas regelmässiger blasen, statt im 3 bis 5 Minuten Takt ständig die Richtung hin und her und die Stärke zu ändern?“ –Boot „eiert“ und fährt Slalom – zeitweise Motorsegeln undGegenströmung von 1.5 – 2 Kn – wolkenlose helle Mondnacht.

Tag 4:

War’s das mit dem Wind für dienächsten zwei Tage? – die neuen Prognosen stellen ab dann neuebessere Wind-Daten in Aussicht – passt! – in der Regel sindWettermodelle für 3 bis 4 Tage einigermassen ok, können dann abervöllig anders ausfallen

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heute gibt es jedoch Schwachwind, über lange StreckenGegenströmung, am Horizont Regenwolken und prompt einen Schauersowie viel Motorsegeln – daneben aber auch feines von Leena selbstgebackenes Brot.

Tag 5:

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mit dem Sonnenaufgang unerwartete Windzunahme – mussten vorher mitFlaute rechnen – sind mit Nordostwind super unterwegs – Besucheiner grossen Möve – dann dreht der Wind über Nord immer mehr aufdie Nase, so dass wir mit WNW-Wind von der Ideallinie in südlicheRichtung abfallen müssen – dürfte kein Problem sein wenn der Windnachts unter dem zu erwartenden Hochdruckgebiet auf Süd drehen wird,so dass wir wieder zurück auf den alten Kurs einschwenken können

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weil unerwartet guter Wind bei wenig Welle, war es ein besondersgefreuter Segeltag.

Tag 6:

Logbucheintrag nach Wachablösung um01:30: …Windwechsel von WNW auf SSE in nächsten Stunden zuerwarten… – kaum geschrieben, erfolgt dieser um 02:00 auf einenSchlag auf die unangenehme Art, nämlich mit urplötzlichemWindeinfall inkl. Regenschauer von der Backbordseite her – dieBordfrau aus dem Schlaf aufgeschreckt, hilft beim Umtrimmen der Segelund wechselt dann wegen der Schräglage den Schlafplatz von derBackbord- auf die Steuerbordseite. Dann geht es flott voran, vorerstmit gestrichener Genua segeln wir unter Stagsegel, Gross und Besanbis Mittag mit 7.5 Kn, etwas später mit 3 Reffs im Gross mit 6 Kn –müssen, um nicht am Sonntag in der Nacht anzukommen, weiter„bremsen“ und streichen auch das Besansegel – unangenehmeBegleiterscheinung des guten Windes aus der richtigen Richtung sinddie zunehmenden Chaos-Wellen (alte und neue Wellen die ausverschiedenen Richtungen aufeinander treffen), welche die Niconeteilweise arg schaukeln lassen.

Tag 7:

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Feststellung nach (allzu) ruhiger Nacht: wir müssen uns wieder mehrbeeilen, wenn wir morgen rechtzeitig und mit Reserve den Landfallplanen – haben es beide ganz einfach verplempert bzw.„verschlafen“, bis wir gemerkt haben, dass wir zu langsam sind –dazu beigetragen haben nachlassender Wind und Gegenströmung – auchdie Massnahme Gross ausreffen und Besan setzen genügen nicht –also vorderhand zusätzlich leichte Motorunterstützung – etwasspäter wieder gute Fahrt.

Treffen Vorbereitungen für denLandfall morgen (mit Kontrolle durch die Biosecurity): nochmals Checkund innen wie aussen – diverses (u.a. Dingiboden) reinigen – zumGlück keine raue See, wäre sonst etwas mühsam auf dem Vordeck zuarbeiten – Leena hat gut kalkuliert mit den Esswaren – wir habenfast alles gegessen, was uns die Biosecurity sonst abnehmen würde –sie macht mit den letzten Eiern und mit dem Käse noch schnell einenZitronen- und einen Käsekuchen – Zeitumstellung (minus eineStunde) vorgenommen – bereits Gastland- und Q-Flagge gesetzt –Check Prozedere Funkmeldung: wann muss wer angerufen werden – dannangenehme konstante Fahrt in die letzte Nacht.

Tag 8:

Um 04:45 werden Landkonturen sichtbar

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dieserKerl oder diese Vogeldame reiste wohl lange mit – das ist ok –was jedoch nicht ok ist, ist die Hinterlassenschaft auf dem Deck –also Reinigungsübung – wir wollen ja mit einem sauberen Bootankommen.

Später Anmeldung wie vorgeschriebenüber Funk bei der freiwilligen Rettungs-Organisation Bundaberg –sehr freundlich und mit den Worten „ yes we have you on the list“ – er werde die Biosecurity, den Zoll und die Immigration informieren– später in der Flusseinfahrt folgen weitere Instruktionen und …“ja ich sehe euch bereits, eine kleine Ketch nicht wahr“ – wirmeinten bis dato ein relativ grosses Boot zu haben (;-)

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Wir streichen die Segel undfahren zum Quarantäne-Steg, wo man uns bereits erwartet. AuchFreunde sind da – vorderhand sind wir noch ausgeschlossen.

Es folgte die gründliche und sehrfreundliche Kontrolle durch die Biosecurity mit Informationen überallfällige Schädlingsbekämpfung, besonders was Termiten anbelangt,was schade wäre für unser Holz-Interieur wie der Mann meint. Dieebenfalls freundliche Frau – neu im Job!? – inspizierte Kästen,kroch auf allen Vieren auf dem Boot herum und leuchtete mit derTaschenlampe Ecken aus – alles ok – weggenommen haben sie unslediglich ein paar Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Muskatnuss, Pfefferund zwei Äpfel – plus Standard-Gebühr von 330.- Au$.

Effizient und locker dann Zoll undImmigration mit den Wünschen „Wellcome in Australia“.

Alle hier einklarierenden Segler sindsich einig, dass sie überrascht sind über die freundliche Art wiedas ganze Prozedere – in unserem Falle in nur 1 ½ Std – gründlichaber korrekt – abgewickelt wurde.

 

Kurzrückblick zur Überfahrt vonNeukaledonien nach Australien:

797 Seemeilen – genau 160 Std – 7Nächte – eine „easy-going“ Passage – mit Ausnahmen wenig hoheWellen – in kürzerer Zeit als angenommen – problemlose guteFahrt ohne beschwerliche Vorkommnisse.

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Nun wollen wir etwas Fuss fassen aufdem neuen Kontinent, dann der Ostküste entlang weiter südwärtssegeln.

Vanuatu – im Land der glücklichsten Menschen der Welt

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Aneytum südlichste Insel

12. September – es wird richtig schönes Wetter

Am Nachmittag unserer Ankunft gehen wir auf der südlichsten der Vanuatu-Insel Aneytum

an Land, um eine Besichtigung des Dorfes Anelghowhat und der Umgebung vorzunehmen. Der Polizist der am Vormittag auf unserem Boot das Einklarieren erledigte, sagte noch, dass wir eingeladen seien uns frei zu bewegen und weil wir noch kein Vanuatu-Geld hatten, könnten wir zur Bank gehen, dann bei ihm vorbeikommen um die Einklarierungs-Gebühr von 3000.- Vatus (ca 33.-CHF) zu bezahlen und das sei für uns billiger als wenn wir mit Fremdwährung bezahlen würden.

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Der Bankbeamte kam angerannt und öffnete extra früher, als er uns auf dem Weg zur Bank sah – wo sonst gibt es so etwas…

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Als dies erledigt war, spazierten wir dem Dorf und der Bucht entlang und wähnten uns im Paradies: Wasser, Sand, Bäume und Blumen in grosser Vielfalt, einfache Hütten in gepflegter Umgebung und freundliche Leute, welche offen sind und sofort entwickeln sich Gespräche. Im Dorfladen wo wir kleine Einkäufe machen, erhalten wir einen feinen Fruchtsaft und Marie-Ann, die wir nach dem Weg fragen schenkt uns 4 grosse Grapefruites als wir sie auf dem Rückweg wieder sehen. Dabei ist offensichtlich, dass die Leute selber nur das allernötigste haben, aber auch, dass es sich, wie 2007 herausgefunden wurde, wohl um die glücklichsten Menschen der Erde handelt.

Auf der Insel gibt es neben Pfaden und schmalen Wegen keine Strassen und somit auch keine Autos.

 

Interessantes in Kürzestform zu Vanuatu (teilw. aus „lonely planet south pacific”)

Seit 2007 gilt Vanuatu als glücklichstes Land der Erde.

3200 Jahre alte Lapita-Kultur entdeckt – es sind dies die Vorfahren aller Polynesier.

Im früheren Vanuatu lebten die Leute in Klans zusammen – alle mit eigener Sprache sowie guten und schlechten Geistern – Magie ist bis dato spürbar und lebendig.

Kriegerische Streits zwischen den Dörfern waren üblich und endeten für den jeweiligen Sieger mit ein oder zwei Gefangenen die dann im Topf landeten.

1606 glaubte der Spanier Quiros, erster Europäer einer Expedition, „terra australis inkognita“ entdeckt zu haben. Dies wurde 1768 von Bougainville wiederlegt. James Cook erreichte das Gebiet 1774 auf seiner zweiten Expedition und fertigte erste Landkarten an.

1839 setzte ein Londoner Missionar auf der Insel Eromango erstmals seinen Fuss ans Ufer und wurde prompt aufgegessen. Weitere folgten seinem Schicksal oder starben an Malaria.

Dominierender christlicher Einfluss folgte in den nächsten Jahrzehnten und mit diesem setzte auch der Handel mit Sandelwood ein. Es existierten intensive Rivalitäten zwischen den Kolonialmächten England und Frankreich – als 1906 Deutsche Einfluss bekamen, schlossen sich die Rivalen zusammen und gründeten „the Anglo French Condominium of the New Hebrides“ was sich in grotesker Verwaltung ausdrückte, da beide Parteien auf ihren Regeln beharrten.

Die USA errichteten 1942 auf verschiedenen Inseln Militärbasen – nachdem Japan im zweiten Weltkrieg geschlagen war, hinterliessen die Amerikaner unheimliche Mengen an Ausrüstung – viel davon wurde bei Santo im Meer versenkt – von so viel Materialverschwendung hatten die Inselbewohner noch nie gehört, sahen es aber dann mit eigenen Augen und glaubten an den sog. Cargo-Kult, der sich magisch ausbreitete, d.h. sie nahmen an, dass wenn sie sich wie Amerikaner benehmen würden, dass dann Ware von selbst den Weg zu ihnen finden würde. Der Glaube daran war so stark, dass sie Flugpisten unterhielten und Stege für Schiffe bauten, die dann kommen würden…(mehr siehe Jon Frum Bewegung)

Es gibt sehr viele und unterschiedliche Sprachen und Dialekte – gemeinsame Sprache ist Bislam, ein Pidgin-Englisch – in der Schule wird Englisch unterrichtet.

Seit 1980 ist Vanuatu unabhängig – die Regierung hat sich Gleichheit für alle, sowie Erhaltung von Brauchtum und Traditionen auf die Fahne geschrieben.

 

Fest für die Segler-Crews

Einen Tag nach unserer Ankunft kommen 3 weitere SY in die Bucht, eine davon in 9 tägiger ruppiger Fahrt von Neuseeland.

Ein Boot mit 3 Einheimischen kommt am Morgen um zu melden, dass das angekündigte Fest für die Segler am Abend mit fünf teilnehmenden Crews statt finde – wir sollen Geschirr, Besteck, Bier, Taschenlampe, warme Kleider und Schuhe (die Einheimischen tragen selber keine) mitnehmen.

Vorerst jedoch Pantry-Spezialreinigung, Brot backen, Haushalt, To do Liste bearbeiten, erfolgreich Autopilot repariert (lose Zahnrad-Verbindung an Achse von Winkelgetriebe), Regenwasser von Dingi ausgeschöpft, 1 Std Wassermacher, Fotos drucken, Motor und Bilgen-Check, dies die heutigen Tätigkeiten.

Dann freuen wir uns aufs Fest – werden am Strand abgeholt und zum Gemeinschaftsplatz geführt – 5 Crews (10 Erwachsene, 2 Kinder ) mit Personen aus Australien, Neuseeland, England, Neukaledonien, Italien, Finnland und der Schweiz treffen sich.

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Lehrerin Natu führt durch das Programm über Leben und Brauchtum auf der Insel:

– Segler lernen, soweit nicht bereits geschehen, die andern Yachties kennen und stellen sich den anwesenden Einheimischen vor.

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– Wir werden mit Gewächskranz (Symbol für Frieden) willkommen geheissen.

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– Vorstellung eines Mädchens und eines Buben in traditioneller Grasbekleidung

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– Demonstration Feuer entzünden ohne Zündhölzer – Reiben /Schaben an Holz bis Glut entsteht (ca 3 Min.) dann werden daran feine Kokosfasern entzündet.

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– Kastom Dance – Frauen, Männer und Kinder demonstrieren singend Traditionstänze – später auch Miteinbezug der Segler.

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– Kava-Zeremonie (da in diesem Falle nicht unhöflich, verzichten ich gerne auf das für uns unappetitliche wirkende Pfeffergetränk) – andere Segler behaupten es sei nicht schlecht.

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– feines Buffet mit Erdofenessen (Kabis, Huhn, Süsskartoffel und Tarowurzel / Kokosmilch) plus Taro gekocht und Taro überbacken, Kassawa gekocht und überbacken, Salat, Huhn und Fisch an spezieller Kokosnuss-Sauce, Grapefruit, grüne Kokosnuss zum Trinken.

Natu erklärt, dass das Geld (1000.- Vatu = 11 CHF/Person) als Schulgeld für die Kinder des Dorfes verwendet werde und dankt für den Besuch. Wir bedanken uns unsererseits – man rechne: 10 Personen (Segler) ergibt gerade mal 10‘000.- Vatus = 110 CHF, die für dieses Fest zusammen kommen – geben gerne mehr.

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Wir verbleiben noch 3 weitere Tage am Anker, erledigen E-mails, Funk abhören, Unterhaltsarbeiten wie Motorölwechsel, Ledlampe Ankerlicht im Masttop auswechseln etc. – gehen ins Dorf um Gemüse zu kaufen, das der Polizist für uns organisiert und geholt hat – suchen Mary-Ann, um ihr eine kleine Aufmerksamkeit für die erhaltenen Pampelmusen zu geben – weil nicht auffindbar geben wir es deren Eltern, die neben ihrer Hütte in einem Ofen Brot backen – gleiches Prinzip wie Pizzaofen –– hingegen ist ihnen Pizza unbekannt.

 

Mystery Island

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Mystery-Island ist eine wunderschöne rings um von weissem Sand, Palmen und Pflanzen umgebene Insel, die sich hinter einem Riffkranz knapp über dem glasklaren Wasser erhebt.

Der Name rührt daher, weil die Inselbewohner – obwohl sie sehr aufgeklärt wirken – glauben, dass es ein magischer Ort sei, der den Seegöttern und ihren Kriegern vorbehalten ist. Jedenfalls will von ihnen niemand dort wohnen.

Dennoch gibt es für kleine Flugzeuge eine Graspiste, welche die ganze Länge der Insel einnimmt – wird aber offenbar nur selten benützt.

Eine Tafel erinnert daran, dass Königin Elisabeth II hier 1974 schwimmen ging.

Gelegentlich kommt ein Kreuzfahrtschiff und entlädt für einen Tag 800 – 1500 Personen auf die Insel! Dies ist eine der seltenen Möglichkeiten für die Inselbewohner um zu Geld zu kommen, indem sie einheimische selbstgefertigte Gegenstände zum Verkauf anbieten.

Die ganze Insel kann auch gemietet werden zum Preis von ca. 8000 Vatu (ca. 88.-CHF) pro Tag…

Von andern Seglern, die zum gleichen Zeitpunkt wie das Kreuzfahrtschiff dort waren, hören wir später, dass es eine „abgedroschene Angelegenheit“ sei – mit sehr vielen Marktständen, sowie einem grossen Topf – Zubereitung eines Kanibalenessens – wo sich die Touristen hineinsetzen und fotografieren lassen können, etc. etc. – stellt sich die Frage mit welchem Bild von Vanuatu gehen diese Touristen (die meisten davon Australier) nach Hause…

Auf unserem Insel- Rundgang treffen wir noch ein amerik. Paar ebenfalls von einem Boot – ansonsten sind wir allein und ich geniesse noch etwas Strömungs-Schnorcheln, während die Bordfrau Pflanzen studiert.

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Eines Abends kommt Kit, ein Einheimischer mit seinem Sohn im Auslegerkanu vorbei – wir kennen einander bereits – bei einem Glas Fruchtsaft fragt er scheu, ob wir einen Drucker haben und evtl. ein paar Fotos ausdrucken könnten – er hat von einem Engländer Fotos von einem Kastom-Fest, wie wir es erlebten, auf CD erhalten, die der Engländer nicht selber ausdrucken konnte und der ihm sagte, er solle bei den Yachtbesuchern nachfragen – ja können wir – er kommt dann Morgen vor unserer Abreise nochmals vorbei.

Er möchte ein paar der Fotos als Werbezweck für die Leute des Kreuzfahrtschiffes, das nächste Woche wieder einmal kommt, benutzen.

Am Sonntagnachmittag kommt Kit – er sucht ein paar Fotos des Engländers und solche die ich gemacht habe, aus – wir versehen sie noch mit Text und drucken sie. Er bedankte sich für unsere Hilfe und Schulspende.

Dann legen wir ab und segeln in eine Bucht am Nordende der Insel, von wo aus wir dann nach der weiter nördlich liegenden Insel Tanna segeln wollen.

Den Ankerplatz erreichen wir knapp vor Dunkelheit, die hier schnell und bereits um 17:30 einsetzt. Wegen des unerwartet starken Schwells in die Bucht, schlafen wir im etwas ruhigeren Mittelteil des Bootes. Die Bordfrau backt noch schnell ein Brot bevor wir müde bereits früh schlafen.

 

Resolution Bay Insel Tanna / Vulkan Yasur

18a der aktive Vulkan Yasur auf der Insel Tanna wird sichtbar.jpg

Um 04:00 aufgestanden – Kaffee – Anker auf und bei gutem räumlichem Wind rassige Fahrt zur 42 Seemeilen entfernten Resolution Bay – bei der Anfahrt zur Bay ist die Aktivität des Vulkan Yasur, dem Wahrzeichen von Tanna, sichtbar – da wir gemäss Prognosen mit weit weniger Wind gerechnet hatten, erreichen wir das Ziel bereits zur Mittagszeit.

18b nach dieser Karte waeren wir auf dem Riff am Ufer gestrandet.jpg

18c exakte Karte mit gleicher Anfahrt wie vorheriges Kartenbild.jpg

Unterschiedliche Karteninformationen verunsichern uns für die Buchtanfahrt – als wir aber dort ankommen erweist sich unsere Sorge als grundlos, ist doch die Situation übersichtlich – immerhin stimmt eine Karte überhaupt nicht – sie ist um ganze 600 m verschoben und wir sind gemäss Aufzeichnung über Land gefahren und gestrandet – glücklicherweise nicht.

Mit Ausnahme von Nordost bietet die Bucht guten Schutz jedoch mit teilweise starkem Schwell, so dass das Ausbringen eines Heckankers zum Thema wird.

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Schon bei der Anfahrt des Ankerplatzes kommt Tom mit Namen im Ausleger-Kanu vorbei – er möchte grüne Bananen und eine Art Gurke gegen Keckse und Zigarren tauschen und ob wir Benzin hätten und seine Frau lasse fragen ob wir Ohrringe hätten…

Am nächsten Tag kommt ein anderes Kanu – wir kaufen 2 Papayas – er fragt nach Batterien und Feuerzeug…

Etwas später kommt Tom (von gestern) wieder – wir kaufen 2 Fische – wir laden ihm mitgebrachte Daten (Musik) von einem Micro-Chip auf einen Stick – er fragt noch ob Leena einen Cake machen könne für das morgige Geburtstagsfest seines Sohnes – wie alt er denn werde? – nach kurzem Studieren sagt er, er glaube 5-jährig… na ja bei so vielen Kindern…

 

Besuch des Aktiv-Vulkan Yasur

Lernen Su & Bill von der SY Dilligaf US kennen – wir beschliessen zusammen den Vulkan Yasur – eine Stunde Allrad-Autofahrt – zu besuchen.

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Gehen im Dorf beim herrlich gelegenen Yacht-Club vorbei, danach taucht Willi, ein Lehrer auf und zeigt uns stolz die Schule, welche nun dank einer australischen Lady (Sponsorin) ausgebaut werden kann – Das Fundament ist vorbereitet, nun müssen die grossen Bausteine, die unten ans Ufer gebracht wurden, mit Mannsarbeit einzeln die steile Böschung hinauf zum Bauplatz hochgetragen werden!

Ein Fahrer bringt uns über die Dschungelstrasse zum Vulkan – mit uns kommen unterwegs noch drei „Guides“ mit – wir sitzen und stehen alle hinten auf dem Pic-up – das Eintrittsgeld, so wird es beschrieben – geht in einen Fonds für Bedürftige nach einem allfälligen Hurrican-Durchgang, mit welchem die Bewohner hier leben müssen – der letzte ereignete sich vor zwei Jahren.

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Oben geht man direkt am Kraterrand entlang – es kann ganz ruhig und geheimnisvoll sein mit vielen weissen Wolken über dem Krater – dann plötzlich Zischen, Donnern und Grollen des Berges – manchmal wiederholt sich dies kurz nacheinander, dann ist es wieder für mehrere Minuten absolut still – der Vulkan hat drei Ventile welche unterschiedlich Lava ausspuken und bei einbrechender Dunkelheit sind neben dem Lärm, die hoch über die Köpfe sausenden, glühenden Gesteinsbrocken zu sehen – am Abend befinden sich ca. 60 Personen auf dem Vulkan – hinter vorgehaltener Hand wird gesagt, dass ab und zu ein Tourist umkommen würde, weil von Gesteinsbrocken getroffen – evtl. war das, oder das magische Ambiente der Grund, weshalb sich die sogenannten Guides im Hintergrund hielten. Eine Stunde Rückfahrt in der Dunkelheit – mit Dingi Route durch Korallenköpfe finden – dann sind wir zurück auf dem Boot – ein bleibendes, eindrückliches Tageserlebnis.

Gestern und heute haben mehrere Boote abgelegt, welche vor uns da waren – wir wollen noch auf einen Rundgang und morgen weiter – natürlich kommt Tom wieder vorbei und beklagt sich, dass ein Boot abgefahren sei, das ihm einen Cake versprochen hätte und er würde noch Spaghetti benötigen…

Wie überall in Vanuatu gibt es besondere Regeln, die von Dorf zu Dorf unterschiedlich sein können und Magie hat einen besonderen Platz darin – man tut offenbar gut daran alles strikte zu befolgen – neben eigentlichen Selbstverständlichkeiten gibt es Ungewohntes – hier von mir eine Übersetzung eines Knigge, der den relativ wenigen Touristen (Yachtbesuchern) ausgehändigt wird:

 

Halte Port Resolution sauber

Nimm sämtlichen Abfall und Flaschen mit (Anmerkung: auf einer separaten Tafel am Ufer stand: bringe sie zu einem andern Ort z.B. Lenakel oder Port Vila! – Städte weit weg)

Verbrenne keinen Abfall am Ufer

Wirf keine Dosen in die Bay

Wichtige Punkte

Der Vulkan-Eintrittspreis unterstützt einen Gemeinschaftsfond, um bedürftigen Leuten nach einem Zyklon oder sonstigen Desaster zu helfen.

Dorfbewohner benötigen Geld um die Kinder in die Sekundarschule schicken zu können.

Dieselöl ist sehr teuer.

Gärten sind oft weit weg vom Dorf – Früchte und Gemüse gehören jemandem – also keine Selbstbedienung.

Halte Dich an Wege und Pfade.

Denke daran, dass Du Gast bist – frage für Erlaubnis um durchs Dorf zu gehen, zu Schnorcheln, um Fische zu harpunieren, um zu Essen am Strand oder Fotos zu machen.

Zur Kava-Zeremonie sind nach 16.00 Uhr nur Männer zugelassen (bestimmter Ort im Dorf) – Frauen müssen fernbleiben und dürfen nicht hinschauen – sie müssen eine Bypass-Route nehmen zu dieser Zeit.

(Anmerkung: wir mussten uns beeilen, dass wir auf unserem Rundgang gemeinsam noch vor 16:00 Uhr den „heiligen Ort“ passieren konnten, damit die Bordfrau keinen Umweg zu machen brauchte)

Betrete keine Tabu-Zonen (sind in einem Plan als solche bezeichnet)

Verhalte Dich angepasst bezüglich Kleidung und Verhalten – Frauen bedecken ihre Schwimmanzüge am Strand und tragen knielange Hosen oder Röcke – freie Schultern ok.

Es ist für Besucher angebracht sich zuerst freundlich vorzustellen und zu sagen wohin man geht.

Verlässt man das Gebiet von Port Resolution so ist es möglich, dass man von einem Guide begleitet wird – es ist das Zeichen für Gastfreundlichkeit und Offerte für Freundschaft.

Wenn Du um eine Gebühr zur Betretung eines Gebietes angehalten wirst, dann musst Du wissen, dass es ein Betrag für die Zukunft ist. Die Leute erhalten damit die Umgebung für die nächste Generation.

Geschenke geben und nehmen ist ein komplizierter sozialer Akt. Kleine Geschenke jemandem zu geben ist ok. Grössere Geschenke werden am besten für das ganze Dorf zu Handen von Stanley, Werry oder Thomas dem Schulmeister gegeben. Vorsicht wenn jemand nach Geschenken fragt. Bedenke den Abfall den das Geschenk verursachen kann.

Handel soweit er gleich ist, ist ok.

27 Dschungelpfad bei Port Resolution.jpg  28.jpg  29.jpg

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34.jpg  36 nahe Einfahrt in die Port Resolution.jpg

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Unser Rundgang hatte schon etwas Magisches an sich, führte er doch bei düsterem Wetter an einigen ebenso düsteren Plätzen und Orten vorbei. Die Dschungelwege verbinden 3 Dörfer und einen begrenzten, allerdings langen Sandstrand (inklusive einer Tabuzone) miteinander. Die Leute in den Dörfern sind sehr freundlich und freuen sich über kurze Gespräche und weisen uns den Weg.

Am Abend beobachten wir noch, wie „unser Geko“ im Licht unserer Kokoslampe auf der einen Seite eines Plastikfensters am Verdeck versucht eine Fliege zu erwischen, die sich jedoch auf der andern Seite des Fensters befindet – er tut dies mit grosser Behändigkeit und Beharrlichkeit, wohl aber auch mit ebensolchem Frust.

 

Weiter auf die Westseite der Insel Tanna / erneuter Bruch des Windpilotruders!

37 Vulkan Yasur bedeckte unser Boot mit feinem schwarzem Sand.jpg

Wieder starker Schwell in der Nacht – Anker auf und Fahrt bei regnerischem und sehr trübem Wetter um die Südspitze der Insel – bei der Wegfahrt deckt uns der Vulkan noch mit einer feinen schwarzen Sandschicht über das Boot ein – die Sicht auf der Westseite der Insel beträgt nur gerade 1 sm (Küstenabstand)

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Dann Anfahrt der ebenfalls unruhigen Bay von Lenakel – auch hier unerwartet viel Schwell – wollte mich etwas schlafen legen aber dumpfes Pochen vom Heck her störte dabei.

39 Ruderbruch am Windfahnenpilot.jpg  40 Ruderbruch am Windfahnenpilot.jpg  41 demontierter Schaft des Windfahnenpilots mit abgebrochenem Ruderblatt.jpg

Die Kontrolle ergab ein Bruch des neuen Ruderblattes vom Windfahnenpilot – das abgebrochene Teil hing noch an ein paar Fiberglasfasern und schlug gegen den Rumpf! – nicht schon wieder! – unglaublich aber wahr! – die Bruchstelle zeigte die gleichen Fehlersymptome wie beim ersten Mal als das abgebrochene Ruderblatt in Tonga verloren ging, dann gefunden und von einem befreundeten Boot nach Neuseeland gebracht wurde. Obwohl das neue Ruderblatt bereits länger montiert war, liess ich zum Glück das alte wieder gefundene und defekte Ruderblatt im letzten Moment bevor wir Neuseeland wieder verliessen noch reparieren – man weiss ja nie – und siehe da, jetzt war es soweit – nur hier bei dem anhaltenden starken Schwell ist jedoch nichts zu machen – konnte es 3 Tage später in Port Vila montieren – viel E-Mail-Verkehr mit dem Hersteller in Deutschland, der versprach das Ruder in Garantie zu ersetzen – eine neue bessere Konstruktion sei in Bearbeitung – wenn diese fertig sei, erfolge der Transport auf seine Kosten an einen internationalen Bestimmungsort – super! – bis dahin hoffen wir, dass das alte Ruderblatt – nach Reparatur „besser als neu“ (;-) – gute Dienste leisten wird!

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In Lenakel mussten wir zur Immigration und zum Zoll um die Papiere, die der Vorpostens in Aneytum ausstellte, offiziell zu beglaubigen. Ansonsten gab’s nicht viel zu sehen. Wir deckten uns auf dem Markt vor allem mit Gemüse ein und bereiteten unsere Weiterfahrt für den nächsten Tag vor.

 

Weiter nordwärts nach Port Vila der Hauptstadt von Vanuatu auf der Insel Efate

Wohlwissend, dass je weiter wir nordwärts segeln, desto schwieriger würde die Fahrt gegen die vorherrschenden südlichen Winde nach Neukaledonien werden. Heisst dann evtl 3 Tage hart aufkreuzen – aber nach 6 Tagen / Nächten haben wir genug von starkem Schwell und segeln am 22.09.2012 bei guten Bedingungen in einer Tag /Nacht-Fahrt zur Insel Efate nach Port Vila der Hauptstadt von Vanuatu – die Insel Eromango lassen wir unterwegs an Steuerbord liegen weil die Häfen bzw. Ankerbuchten dort relativ ungeschützt sind, was wiederum Schwell bedeutet.

Bei der Anfahrt von Port Vila werden wir von einem ausfahrenden Catamaran angefunkt – es war die Micro-Mega mit Chantal und Fredi aus Genf – wir haben uns schon mehrmals kurz getroffen, es aber nie geschafft mal miteinander essen zu gehen wie wir es planten – also nächstes Mal vielleicht.

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Herrlich, wieder einmal an einem ruhigen Ankerplatz zu sein, wo wir neben der uns bekannten SY Sternchen ankern. Klares Wasser, gute Ankermöglichkeiten in der grossen, geschützten Bucht und die Nähe zur Stadt ziehen viele Segler an.

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Es ist natürlich besonders auch ein Platz für Megayachten, Kreuzfahrtschiffe und diverse maritime Touristenangebote.

Treffen hier auf interessante Segler – u.a. Feri ein Schweizer, der seit 4 Jahren gegen den Wind um die Welt unterwegs ist, dann auch Bob, der Canadier, der wie einige andere nur Schlechtes zu berichten weiss über australische Regeln und Behörden und deshalb noch vor der bald beginnenden Hurrikan-Saison nach Papua Neuguinea und von dort sofort weiter nach Indonesien segeln will.

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Abgesehen von ständigem Helikopterlärm nahe unseres Ankerplatzes und dem dynamischen Treiben in Port Vila mit viel Verkehr, bietet die Grossstadt nach Wochen „in der Prärie“ auch viele Annehmlichkeiten – hier ist besonders was Einkaufsmöglichkeiten betrifft, praktisch alles zu haben was das Herz begehrt und wie überall ist der Gemüsemarkt ein wichtiger Platz.

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Mit Georg und Manuela haben wir interessanten Erfahrungsaustausch und eines Morgens – ich montierte die Windfahnensteuerung – rief Georg plötzlich „ich glaube da ist eine Leiche im Wasser, ich sehe Haare“ – wir fahren mit unseren Dingis hin – es zeigte sich dann, dass es sich um einen toten Hund handelte…

Wir besorgen noch Gas, bunkern dies und das, studieren das Wetter – der Wind soll etwas von SSE auf SE evtl sogar ESE zurückdrehen – relativ gute Voraussetzungen um nach Noumea, Neukaledonien zu segeln – also klarieren wir aus – wir wollen morgen ablegen.

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Nach 7 Wochen Schweiz zurück in Fiji — Nicone

Juli und August zu Hause hatten es in sich – schönes Wetter, nachdem es bis dahin laut Berichten sehr mässig war. Volles Programm war angesagt. Neben den üblichen Gesundheits- und andern Checks gab es da den Armbruch von Leena. Die Heilung nahm einen guten Verlauf, dämpfte aber ihre Möglichkeiten und Ziele die sie sich vorgenommen hatte – eines davon Gartenarbeiten! Hauptgrund unserer Heimkehr war die wunderschöne Hochzeit unserer Tochter im Engadin. Dann natürlich Erlebnisse mit Sanna der Enkeltochter – ich kenne u.a. inzwischen jeden Wasserabflussdeckel im Quartier, wo sie jeweils kleine Steine versenkte – Treffs mit Familie und Freunden: Pizzas aus dem von Max selbstgebauten Pizzaofen, Grilladen, Abende am See, tägliches Schwimmen in der Aare vor dem Haus, wieder mal Garten- und Hausarbeit – dazwischen oft mit dem Fahrrad unterwegs für Sport oder auch nur für Einkäufe, sowie viele feine Erinnerungen.

Flugreise

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Inzwischen sind wir wieder gut in Fiji angekommen. Die 35 Stunden dauernde Rückreise hatte es indessen schon auch in sich. Dies besonders was das kurze Teilstück Genf – London (eine Britische Fluggesellschaft) betraf (;-) – es ging etwas very British zu und her – sorry dear friends – ihr habt zwar hervorragende Olympische Spiele organisiert und viele Medaillen gewonnen – dann wohl aber etwas nachgelassen (;-): 1 Stunde Abflugverspätung in Genf nach London (coole Durchsagen des Piloten lösen keine Probleme) – in London ging es mit einer speziell für Anschlussflüge organisierten (langsame) Busfahrt zum andern Flughafenterminal – dort unglaublich komplizierter langwieriger Sicherheits-Check – immer nur lächeln… grrr! – am Lautsprecher schon mehrmals „Leena und Peter Bäni werden gebeten, sofort zum Gate… “ mit einem olympiawürdigen Dauersprint erreichten wir gerade vor Schliessung des Gates völlig durchschwitzt, unseren Flug nach Singapur – die paar Salznüsschen und das Glas Wasser im Flieger vorher vermochten unsere Sprintfähigkeit nicht eben zu erhöhen und so waren wir froh dass bald ein feines Nachtessen bei der anderen Fluggesellschaft bevorstand. Anmerkung: unser gesamtes Gepäck wurde wegen verspätetem Umlad in London 2 Tage später in Fiji angeliefert… immerhin… aber dafür gibt’s keine Medaille.

 

In der Vudapoint Marina

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Das Boot fanden wir gut betreut wieder vor – neben dem Entgelt wünschte sich Bharos, unser Bootsaufseher, Augen zwinkernd ein Stück Wedding-Cake von der Hochzeit in der Schweiz – war aber mit einer Engadiner Nusstorte mehr als zufrieden.

 

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Noch sind wir diesseits des Zauns in der Marina

Wir blieben eine Woche in der Marina um den Jetlag (viel Schlaf nötig zur falschen Zeit) in den Griff zu bekommen, Tests und Anpassungen der Windmessanlage mit den Spezialisten zu erledigen, zu bunkern, dies und das und uns wieder an das Bordleben zu adaptieren. Kleine Einkäufe in der Stadt und ein Besuch der Denerau Marina auf dem Landweg gehörten zum Programm – in Denerau begegneten wir der SY Ruthea US, welcher wir auf unserer Reise schon mehrmals begegnet sind – die Eigner sind soeben von einem 2monatigen Aufenthalt aus Kalifornien zurückgekehrt, wo sie an der Hochzeitsfeier ihrer Tochter teilnahmen – also gleiches Programm wie wir.

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Hier ist es tagsüber heiss mit 32 – 35° C – am Abend dann noch um 18 ° C – den Temperaturabfall empfinden wir fast unangenehm – wie wir vernehmen, ist es zu Hause zur Zeit einiges kälter geworden, mit Schnee teilweise bis 1000 m hinunter – brr.

Dem Marinewetterbericht entnehmen wir, dass es ausserhalb des Riffbandes, das hier die Küste in einem Abstand von 10 – 20 Seemeilen umgibt, heftige Winde und Wellen gibt. Am Abend ist es windstill im Marina-Gelände, was einige Mücken auf den Plan ruft – das wiederum wird unseren Geko freuen, der sich auch wieder gezeigt hat.

 

Nach Lautoka zum Ausklarieren

Nach Ausfahrt aus der Marina befällt uns das bekannte Wohlgefühl des Freiseins, das uns auf See immer wieder begegnet – wow – noch sind wir zwar im Küstenbereich und die Strecken kurz.

Dann Überraschung: kaum sind wir die ersten Seemeilen unterwegs, als sich über Funk Edi von der „See you later“ meldet und sagt er sei 5 Seemeilen hinter uns und hätte uns im AIS (Identifikations System) gesehen – wunderbar – das letzte Mal sahen wir uns in Neuseeland 13a nun wollen wir uns in der nicht weit entfernten Saweni Bay treffen – dort kommt Edi (Claudia seine Frau ist wegen einer Hochzeit – scheint aktuell zu sein – in Wien und kommt in 10 Tagen wieder) zu uns an Bord und bei „Chäs und Gschwellti“ gibt es viel zu erzählen.

Am nächsten Tag regnet es den ganzen Tag und weil dann eine Schlechtwetterfront mit Starkwind heraufzieht, bleiben wir 2 Tage am Anker – das Boot liegt gut geschützt in der Bucht – wir wagen einen Landgang, um mit dem Bus in die Stadt zu fahren.

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Als wir bei der Busstation sind, kommt eine Diesel-Lock, welche Zuckerrohrtransporte macht vorbei und hupt wie wild – ist da etwas auf den Geleisen… nein es gilt uns… der Lokführer hat verlangsamt und fragt ob wir mit in die Stadt fahren wollen – ja klar super – sind noch nie mit einer Lock – zwar langsam aber stetig zum Einkaufen gefahren… neben dem Lokführer ist da auch ein Assistent – einer fährt, der andere hilft mit Aufsicht durch die Mangroven und hupt jeweils bei den vielen die Geleise querenden Wegen… die Schienen sind holprig… unterwegs liegen zwei Transportwagen im Sumpf, die von den Geleisen gekippt sind (manchmal geschehe halt so etwas…,) mal drückt sich eine Kuh in die Büsche… mal sind es Autos die noch schnell vor der Lock durchhuschen… natürlich interessiert die beiden unser woher und wohin und erzählen selber von ihrem Leben und Job – vielen Dank für das ganz besondere Erlebnis – später sehen wir sie nochmals kurz vorbeifahren: hupen und winken.

Die nächste Nacht verbringen wir am Anker in der Nähe des Hafens von Lautoka, wo wir am folgenden Tag ausklarieren wollen.

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Um vom Hafen aus in die Stadt gehen zu können benötigt man einen Gate-Pass um das Hafengelände zu verlassen und wieder zu betreten – das Büro das die Pässe ausstellt ist noch nicht offen – also sehen wir uns inzwischen den Hafenbetrieb an – ein chinesisches Fischerboot entlädt seinen 99 Tonnen Fang wie uns ein Aufsichtsmann erklärt. Es sind Yellow-Fin-Tuna, die sie bereits tiefgefroren abliefern – eine lizenzierte chinesische Fischereiflotte ist im Gebiet Fiji – Vanuatu – Salomonen tätig. Die Boote sind jeweils je nach Fangresultat zwei – drei Monate unterwegs. Die durchwegs sehr jungen Fischer, meist chinesischer Abstammung verpflichten sich für 2 – 5 Jahre. Ein harter Job.

 

Ausklarieren in Fiji

Wir sind bereit  zur Fortsetzung unserer Reise nach Vanuatu (450 sm westlich von Fiji). Dazu muss in unserem Fall bei den Marinebehörden in Lautoka ausklariert werden. Zum Glück kann hier alles im selben Büro erledigt werden, ohne dass man wie häufig anderweitig, kilometerweit an verschiedene Orte zu Harbourmaster, Zoll und Immigration gehen muss. Das Büro hat keine Fenster – der Schalter ist nicht bedient – also treten wir ein – eine nette Beamtin fragt nach unserem Begehren – es sind bereits eine Crew aus USA und eine aus Japan da, die ebenfalls ausklarieren wollen – also werden wir freundlich gebeten im Vorraum Platz zu nehmen und zu warten – das Büro hat keine Fenster und wirkt absolut freudlos. Wir warten 1 Std bis wir an der Reihe sind – in dieser Zeit ist es nicht etwa langweilig: Kommt eine Dame – offenbar die Chefin – und sagt uns freundlich lächelnd und entschuldigend, dass es noch eine Weile dauert Kommt eine andere Dame und holt unsere Pässe ab Kommt ein Offizier und bringt ein Formular zum Ausfüllen

Kommt ein Putzmann und wischt den Boden auf – Beine hoch halten

Kommt ein fröhlicher anderer Putzmann und wischt den alten dort stehenden Computer ab

Kommt wieder erster Putzmann und nimmt den Boden feucht auf – Beine hoch halten

Kommt ein anderer Angestellter und holt das ausgefüllte Formular ab

Kommt die diensthabende Beamtin um zu fragen, ob wir mit dem Boot hier draussen vor Anker seien – ja sind wir

Unterdessen lernen wir das japanische Paar von der SY „Dolce“ kennen (kleines Segelboot von 31 Fuss) – sie sind auf dem Weg nach Japan – wir stellen fest, dass wir gemeinsame Bekannte haben, nämlich  Fusi („Seagull“ Contest) und „Hammer“ (Übername), welcher mit seiner „Maverik“ nach 2 ∏ jähriger Weltumsegelung kurz vor Tokio gesunken ist, er aber gerettet wurde.

Sie sind ohne Boot von der  Vudapoint-Marina mit dem Bus hier her gekommen um auszuklarieren – dies ist (hier) nicht zulässig – man muss nach dem Ausklarieren sofort ablegen und das Land verlassen – so müssen sie in 3 Tagen, am nächsten Montag wieder mit dem Boot hier sein – am Weekend würde es ziemliche Kosten geben – sie nehmen die Situation gelassen und mit japanischer Höflichkeit.

Dann sind wir dran:

Einklarierungspapiere abgeben und der freundlichen Beamtin viele Fragen beantworten – an unsern Personalien und am Boot (Länge, Breite, Gewicht, Mast aus Alluminium etc, etc) hat sich nichts geändert (;-) – alles wurde in Savusavu bereits beim Einklarieren aufgenommen und in den Computer eingegeben – hier wird während ≤ Std nochmals alles in den Computer eingetippt – Vernetzung =? – dazwischen geht die Beamtin immer lächelnd und langsamen Schrittes mehrmals weg, um einen Stempel zu holen, Anweisung zu geben oder etwas zu fragen – dazwischen kommt auch hier der Putzmann vorbei – zwei Mal Beine hoch heben – auch die „kräftige“ Chefin passiert mehrmals freundlich lächelnd im engen Durchgang an uns vorbei – Beine zur Seite nehmen

Dann ist es soweit – wir erhalten Ausklarierungspapiere (wichtig für nächsten Einklarierungsort) und Pässe zurück – die Beamtin gibt dem Offizier Anweisung mit uns aufs Boot zu kommen – weshalb wohl? – gute Wünsche zur Weiterreise und auf Wiedersehen.

Der Offizier ist sehr freundlich und froh, dass er das (trübe Loch von) Büro von Zeit zu Zeit verlassen kann – bereits im Dingi, auf der Fahrt zum Boot plaudert er mit uns über unserer Seefahrerleben – offensichtliche Abwechslung für ihn – auf der Nicone schaut er sich flüchtig um und meint fast entschuldigend, dass er nachsehen müsse ob ein Tier oder eine andere Person (blinder Passagier) an Bord sei – bringe ihn dann zurück an Land – er sagt noch etwas wehmütig, dass er auch so etwas machen möchte wie wir, er werde aber nie so viel Geld zusammen bringen können – tröstende Worte bleiben mir im Hals stecken – freundschaftliche Verabschiedung.

Anker auf – Aufbruch zu neuen Ufern.

 

Aufbruch zum 450 Seemeilen westlich gelegenen Vanuatu

Nach dem Ausklarieren segeln wir wieder in südliche Richtung zur 25 sm entfernten Momi Bay, die wir schon kennen und Ausgangspunkt für den Schlag westwärts. Dabei war es noch innerhalb des grossen Riffkranzes ziemlich deftig am Wind zu segeln.

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Am Samstags 8.September fahren wir früh morgens durch die Vanula-Riffpassage auf die offene See. Es ist der Aufbruch nach der 450 sm westlich gelegenen Inselgruppe Vanuatu (Neue Hebriden)

 

Weshalb Vanuatu?

Es heisst, dass dort die glücklichsten Leute der Welt leben – das wollen wir herausfinden – die Bilderbuch-Landschaft und die spannende Geschichte dieser neuen Nation machen neugierig – ebenso liegt Vanuatu fast auf unserer Route westwärts . Unsere Zeit ist jedoch wegen der bevorstehenden Hurrikan-Saison beschränkt, weshalb wir wohl nur die südlichen, sehr eindrücklichen Inseln von Vanuatu besuchen wollen. Bis Mitte November sollten wir südlich des 30.Breitengrades sein – dabei liegt es dann auf der Hand auf dem Weg nach Australien, oder eventuell nochmals Neuseeland, auch Neukaledonien anzulaufen.

 

Die Seereise von Fiji nach Vanuatu

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Fiji adee – die Marinewetter-Vorhersagen künden für die nächsten 4 Tage durchwegs 12 – 15 Kn Winde aus Ost-Süd-Ost, sowie Wellen um 2 – 3m aus südlicher Richtung an – soweit guter Wind – wegen den Wellen könnte es – nicht wegen Höhe aber wegen der Richtung derselben – etwas schaukelig werden.

Wir planen einen Kurs von 250° nach der südlichen Insel Aneytum .

Kommen am ersten Tag vorerst unter Voll-Besegelung mit Genua, Stagsegel, Gross und Besan gut voran – am Nachmittag weniger Wind, dafür unangenehmes Schaukeln, das gegen Abend besser wird. Um 18:10 dann prächtiger Sonnenuntergang – dabei haben wir erstmals den „grünen Flash“ gesehen – ein intensiv leuchtendes Grün, das nach Verschwinden der Sonne am Horizont während einer knappen Sekunde aufleuchtet – jetzt glaube sogar ich an das Phänomen, von dem ich hörte, es aber bei vielen Sonnenuntergängen nie sah und deshalb für ein Hirngespinst anderer Beobachter hielt.

Dann mühsame zweite Nachthälfte – kein Wind , Wellen jedoch schon – Motor – Autopilot fällt aus – Steuern von Hand – Ablösung jede Stunde –– ein frustbeladener zweiter Tag – auch sehr schlechte Funkverbindung – können Problem Ausfall autom. Pilot momentan nicht lösen – ganze Zeit praktisch kein Wind: Motor, Motor – alles bei schönstem Wetter.

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So geht es weiter in die nächste Nacht und bis zum Mittag des 3.Tages. Dann pünktlich 12:00 beschliesst der Wind von 4 Kn auf plötzliche 20 Kn auf zu drehen – juhui können anstelle des defekten automatischen nun den mech. Windfahnenpiloten einsetzen, der einen zuverlässigen Job macht. So wie es aussieht, wird der Wind in den nächsten Tagen anhalten. Sofort stellt sich die Frage der Ankunft – wir wollen bei Tageslicht ankommen. Die Berechnung ergibt 6.8 Kn Durchschnitts-Geschwindigkeit, wenn wir am Abend des übernächsten Tages Landfall hätten – dies wäre möglich bei diesen Bedingungen aber… es wäre beim vorherrschenden Wellengang allerdings ein etwas rabiates Unterfangen… wir entscheiden uns für die etwas sanftere 12 Stunden längere Tour mit Ankunft am übernächsten Morgen – d.h. Schonung von Material (Stampfen, Wellen), sowie Schonung von Mensch und Tier (Geko! (;-) – Boot läuft ruhiger und trocken (wenig/ kein Spritzwasser) – so oder so müssen wir reffen – und wie! – vorerst Genua weg und 3 Reffs im Gross – später auch 2 Reffs im Besan…

24-wellen-von-zwei-verschiedenen-richtungen
Es ist schon verrückt: fast 2 Tage kaum Wind und viel Motorsegeln – und jetzt müssen wir bremsen – aber wir sind sehr zufrieden – die Nicone fährt sicher durch die etwas chaotischen Wellen aus zwei versch. Richtungen – nur gelegentlich macht sie deswegen etwas Bockssprünge.

25-nachtwache-ueberwachung-der-instrumente
Die folgende Nacht verläuft gut – der jeweils Wache schiebende muss nur selten kleine Korrekturen am Windfahnenpiloten vornehmen

Am Morgen des 4. Tages haben wir 330 Seemeilen hinter und noch 120 vor uns – obwohl die Wellen mit 3 m höher sind als an den Vortagen ist das Segeln angenehmer, weil die Wellen nun mehr räumlich anfallen. Mit der Roll-Genua können wir eine gute Speed-Regulierung vornehmen indem wir (sowieso wenig) etwas mehr oder weniger Tuch setzen.

In der folgenden Nacht unstabile Wetterverhältnisse mit Regen, drehendem Wind, der auf- und abflaut.

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Um 06:30 lassen sich die Konturen der Insel Anatom von Vanuatu bei trübem und diesigem Wetter in nur 3 Seemeilen Distanz erahnen – starke Strömung macht sich im Süden der Insel bemerkbar – dann bei der Umrundung des vorgelagerten Riffs nochmaliges Aufbäumen des Windes und der Wellen – dann sind wir in der Anfahrt zum geschützten Ankerplatz.

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Das Wetter klart auf und wir überlegen wie das Einklarieren wohl vor sich gehe, als nach einer knappen Stunde auch schon Richard, ein sehr freundlicher und effizienter Polizist zu uns gebracht wird – nach zwanzig Minuten sind alle Formulare ausgefüllt – er sagt, dass er uns noch Gemüse und Früchte besorgen könne – dann wird er wieder abgeholt.

Törns in Fiji

Bericht Mai bis Juli 2012

Fidschi / Fiji

000 Hybiskus Nationalblume von Fiji.jpg

Hibiskus – „Nationalblume“ von Fiji

 

Wo Landfall in Fiji?

Wohin segelt man eigentlich, wenn man ein Land wie Fiji mit 2 Hauptinseln und etwas über 300 weiteren kleinen Inseln besucht – nun da gibt es vor allem die Einklarierungsfrage zu klären – es sind wenige Orte wo dies möglich ist und es ist bekannt, dass die Behörden in Savusavu einen guten und effizienten Umgang mit Yachtbesuchern pflegen. Bis zum Einklarieren an einem der vorgeschriebenen Orte ist es bei hoher Busse untersagt, vorher andern Orts anzulegen.

Erster Kontakt ist in unserem Fall die Waitui-Marina in Savusavu, welche das Einklarierungsprozedere organisiert, uns schon mal willkommen heisst und Zettel mit hilfreichen Hinweisen / Knigge für das neue Land und dessen Kultur abgibt, falls man das noch nicht wissen sollte.

Unter Seglern spricht sich vieles natürlich schon vorher herum und Tipps für alles Mögliche werden weitergereicht.

 

Geschichte und Reiseland:

Im Rückblick betrachtet waren die Fiji-Inseln bis Mitte 19.Jahrhundert als Kanibalen-Inseln verschrien – es erfolgte der Zustrom europäischer Siedler, an deren eingeschleppten Krankheiten mehr als die Hälfte der einheimischen Bevölkerung starb. Unter englischer Krone wurden für den Zuckerrohranbau über 50‘000 indische Kontraktarbeiter ins Land geholt – die Inder gelten als tüchtig mit Geschäftssinn – die Fijianer sind mehr der Familie und dem Dorf verpflichtet – die daraus entstandenen ethnischen Konflikte sind bis heute spürbar – dennoch, die vielfältige Inselwelt und das breite Touristen-Angebot besonders auf der südlichen Hauptinsel Viti Levu machen Fiji zum Reiseland erster Güte, besonders auch für Segler, sind doch viele Inseln und ruhige einsame Ankerbuchten fast nur mit dem Segelboot erreichbar. Freundliche Menschen, klares warmes Wasser und eine reiche Unterwasserwelt die zum Schnorcheln einlädt, gehören zu den Top-Anziehungspunkten.

 

Nach Ankunft auf der nördlichen der 2 grossen Inseln (Vanua Levu)

09. Mai 2012:

nach unserer Ankunft gestern hier in Savusavu, gibt’s heute einiges zu organisieren. Wir haben relativ gut geschlafen – irgendwie aber die Wellen vermisst, die uns in den letzten 10 Tagen bei der Überfahrt von Neuseeland jeweils in den Schlaf schaukelten.

Die Quarantänefrau kommt; Tel. nach Hause; europäische Gasflaschen hervor holen – können hier gefüllt werden; Funk, E-mails, Wäsche, mit Carsten (Electronic-Spezialist) von der SY Forty two, alte Elektronikteile ausgemistet – dabei alten, aber noch funktionierenden Computer einer überglücklichen Uni-Studentin, welche in der Waitui-Marina ein Praktikum absolviert, verschenkt und Programme gezeigt – Kesa hat bereits Computer-Erfahrung und kann ihn gut gebrauchen.

Carsten hilft Tuner zu reaktivieren, sowie Programme auf Computer zu installieren – super!

Die „Forty two“ ist von Tonga hierher gesegelt und schon eine Woche hier – sie legen morgen Richtung „untouristisches, ursprüngliches Fiji“, d.h. ostwärts ab.

001 haeufige Abendstimmung in Savusavu.jpg

Mit der Ankunft in Fiji finden wir nach Wochen vieler Arbeit und nach der teilweise etwas rauen Überfahrt von Neuseeland, langsam einen erholsamen Rhythmus.

002 Staedtchen Savusavu.jpg  003 an der Strasse in Savusavu.jpg  005 heisse Quellen verursachen den Dampf in Savusavu.jpg

004 ein paar Bambusrohre und ein selbstgebasteltes Paddel dienen dem Zweck.jpg  006 Fischen vom Bambusfloss aus.jpg

Savusavu ist ein schönes Städtchen in ebensolcher Umgebung, in 5 Min zu Fuss erreichbar, wo es praktisch alles gibt was man so fürs tägliche Leben benötigt – alle Einheimischen – hier fast nur Fijianer – sind sehr freundlich und hilfsbereit – wir geniessen das Ambiente – selbst die Polizei kommt auf einen zu, just to say bula – willkommen – und „how do you like Fiji?“ und es ist echt – keine aufgesetzte oberflächliche Freundlichkeit.

007 keine Fenster - praktisch bei diesen Temperetu_thumb.jpg

Ein geschäftstüchtiger indisch stämmiger Taxifahrer offeriert uns eine Tour für 150 FI$ nach der „Zucker-Stadt“ Labasa – zugleich Hauport der Insel auf der Nordseite gelegen – wir interessieren uns mehr für die Busfahrt dorthin – man ist dabei viel näher am Puls bei den Einheimischen.

008 mit dem Bus durch Berglandschaften zur Zuckerstadt Labasa.jpg  009 mit dem Bus durch Berglandschaften zur Zuckerstadt Labasa.jpg

die fast 3 stündige spannende Fahrt über die Berge und später 3 Std zurück kostete nur gerade 25 FI$ für uns beide

Labasa ist indisch geprägt – heute lebt hier etwa die 5. Generation seit die englische Krone die Inder als tüchtige Arbeiter für den Zuckerrohranbau ins Land holte. Viele Geschäfte sind fest in indischer Hand.

009a an der Busstation Labasa.jpg

Es herrscht dynamisches Kommen und Gehen der Leute, welche aus nah und fern mit den Bussen für Einkäufe hierher kommen

009b Gemuesemarkt Labasa.jpg  009c Baracuda und Langusten.jpg  010 kauften bei Ihm Kavawurzeln.jpg

wir besuchen den grossen Obst-, Gemüse- und Fischmarkt – kaufen noch Kavawurzeln, welche als Geschenk dem Dorfchef beim Betreten eines neuen Dorfes übergeben werden (weitere Ausführungen folgen) – ansonsten gibt es kulturell nicht viel zu sehen und es ist heiss.

Haben im Bus noch die Benimm-Regeln im Reiseführer gelesen, die besagen, dass es unfreundlich sei, einen (Sonnen-) Hut oder –Brille zu tragen (wir haben beides), ausserdem soll man nichts auf den Schultern (wir haben Rucksäcke) sondern in den Händen tragen – na ja, wir halten uns daran, obwohl uns die Sonne sehr zusetzt, aber schliesslich sind wir Gäste hier.

Als wir auf der Rückfahrt durch die Berge wieder auf die Südseite gelangen regnet es in Strömen – dies war wohl fast den ganzen Tag so, denn das Dingi ist zu mehr als einem Drittel voll und muss bei starken Regen zuerst geleert werden, um dann aufs Boot zurück kehren zu können.

Hören Funk ab, um zu erfahren wie es unsern Freunden unterwegs ergeht.

Inzwischen kommen täglich ein paar Segelyachten von Neuseeland hier an – eine Norweger-Yacht hatte 23 sm ausserhalb Savusavu einen Motorausfall und wurde von einer andern SY bis hierher in Schlepp genommen – der Eignrer erklärte uns später, dass beim schweren Seegang Wasser durch den Auspuff in den Motor gelangte… was alsdann hier behoben werden konnte.

010a Einheimische laden zum Bier und zum Fischen ein.jpg 3 „Locals“ am Steg laden mich zum Gespräch und zum Fischen ein, geben mir unbedingt ein Bier und zeigen mir wie man auf einfachste Weise vom Steg aus Fische bekommt.

Inzwischen hatten wir auch Zeit einen Entscheid zu fällen, wie es in dieser Saison weiter gehen soll – nämlich westwärts Indonesien… oder noch eine Saison hier im Pacific

Wir hatten uns bereits für weiter westwärts entschieden und Planung sowie Vorbereitung darauf ausgerichtet als uns die Heiratseinladung unserer Tochter erreichte… also wieder mal Planänderung…

Zuerst komisches Gefühl, aber jetzt freuen wir uns sehr, bald wieder in der Schweiz zu sein, und haben plötzlich erst noch mehr Zeit im Pazifik – werden diese Saison somit voraussichtlich noch in Fiji bleiben und nach der Rückkehr aus der Schweiz später nach Vanuatu, evtl auch nach Neukaledonien segeln und uns dann für die Hurrikan-Saison nach Australien absetzen… vorausgesetzt, es gibt keine neuen Pläne … seien es selbst- oder fremdgemachte…

Nach einer Woche an der Mooring zieht es uns weiter – weil wir ja jetzt mehr Zeit zur Verfügung haben und obwohl vorerst mit Wind auf die Nase zu rechnen ist, wollen wir Richtung Osten segeln.

Segeln abseits vom Tourismus: von Savusavu aus Umrundung des Nordostens der Insel Vanua Levu bis Malau

Anmerkung: der Reiz dieser Route liegt in der Ungewissheit was uns erwartet, gibt es doch offenbar wenige SY die schon da waren und kaum Infos über Erfahrungen. Wir wollen die Sache vorsichtig angehen wegen der Riffe und einiger Fragen wie: stimmen Seekarten? Riffe !? Seezeichen? Eignung Ankermöglichkeiten? Wie reagiert die Bevölkerung? Können wir ohne weiteres an Land gehen? Und?…

Am Vorabend treffen wir bei einer speziellen Fiji-Mahlzeit, welche für Yachtcrews in der Marina angeboten wurde, eine Crew welche ähnliches vor hat wie wir – also trifft man sich dann (voraussichtlich) am ersten vereinbarten Zielort.

 

15.5. von Savusavu nach Fawn Harbour

011 Anfahrt Riffpassage - Riffe gruen nicht zu sehen - knapp unter Wasser.jpg  011a gleiche Anfahrt -(Google earth overlay).jpg  012 in der stillen Lagune drinnen am Ankerplatz bei Niedrigwasser.jpg

35 sm, Anker-Pos 16°43.6’S – 179°43.5’E, Respekt vor langer Riffpassage – Seezeichen stimmen gemäss Seekarten – drinnen in der Lagune ist es absolut still und idyllisch – am Abend kommt auch die SY Beyond UK vorsichtig ins innere Becken.

013 am naechsten Morgen beim Verlassen der Lagune.jpg  014 Ausfahrt Riffstrasse.jpg

am nächsten Morgen beim Verlassen des geschützten Ankerplatzes und Ausfahrt aus der Riffstrasse – weiter ostwärts

 

16.5. zur Viani Bay

015 Ankerplatz Viani Bay.jpg20 sm, Anker-Pos 16°45.7’S – 179 °54.0’E – wir sind 3 SY – die andern zwei kehren später nach Savusavu zurück – ein Amerikaner der dort lebt, kommt rudernd zu uns – er bietet alles mögliche an: Bushwalk, Snorkeling… wollten am nächsten Tag mit ihm beim Riff Schnorcheln gehen– mussten aber wegen strömendem Regen verzichten – wir segeln weiter

 

 

17.5. „um die Ecke“ zur Buca Bay

016.jpg  016a.jpg

12 sm, Anker-Pos 16°40,4’S – 179°49,6’E,

Etwas unruhig am Anker bei viel Wind

 

18.5 am Anker Buca Bay

017 Schueler beim Gummi spicken vor der modernen Schule.jpg

mit Dingi an Land – gelangen auf der Küstenstrasse zu einer grosszügig angelegten, modernen und gepflegten Schule, der „7th day adventist-school“

018 so alle 2-3 Stunden kommt ein Bus oder Lastwagen....jpg

es kommt zwar nur alle 2-3 Stunden ein Bus oder Lastwagen…

019 Ismeli.jpg

Besuch bei Ismeli der uns aus dem Geäst eines Brotbaumes einlud zum Haus zu kommen – riesige Freude über unsern Besuch im blauen Haus unweit Ankerplatz – mussten ihm versprechen, andern Yachties zu sagen, dass man bei ihm vorbeischaut! – machen wir gerne. Haben dann noch einen interessanten Abend mit der „Beyond-Crew“, welche sich morgen auf den Rückweg nach Savusavu macht.

 

19.5. von der Buca Bay – Umrundung Manukasi – zum Manukasi Point

20 sm, Anker-Pos 16°28.5’S – 179°53.9’E

Haben diesen NE-Inselkopf innerhalb der Riffe umrundet – dies war in unserem Falle ein heikles Unterfangen wegen Markierungspfosten die nicht der Seekarte entsprachen, sowie wegen „verschobener Karte“ (0.2 sm = 360 m wie ein späterer Vergleich mit Google earth zeigt.

Spezielle Vorsicht (Riffe, Untiefen) bei Anfahrt zum Ankerplatz und bei diesem selbst!

021 Gaeste aus dem Dorf.jpg

Einheimische kommen zum Boot – sie fragen ob sie an Bord kommen dürfen und bringen Kokosnüsse – kein Problem – Einladung ins Dorf am nächsten Tag

 

20.5. am Anker Manukasi Point – im Dorf

022 Empfang im Hause des Dorfchefs.jpg  023 Kava-Zeremonie.jpg  024 Musik und Singgruppe bei der Kavazeremonie.jpg

025 Dorfprinzessin.jpg  026 Lehrerin zeigt uns die Schule.jpg

wieder Besuch beim Boot –– am Nachmittag erwartet uns das halbe Dorf – Einladung beim Dorfchef – dafür werden wir speziell gekleidet – etwa 25 Personen sind im Haus des Dorfchefs zur Kava–Zeremonie versammelt, zu welcher wir erwartet werden – stolz zeigt man uns die Schule – die Freundlichkeit der Menschen ist kaum zu beschreiben und hinterlässt prägende auch nachdenkliche Eindrücke.

 

21.5. Abschied und Umrundung NE-Punkt Vanua Levu – nach Nukusa

027 herzlicher Abschied.jpg

zum Abschied kommen ein paar Dorfbewohner mit einem Boot vorbei

028 Ankerplatz bei Nukusa.jpg

nach 46 sm rassigen Segelns erreichen wir Nukusa auf 16°11.1’S – 179°52.5‘E

Es ist ein heikler Ankerplatz im freien Seeraum – Anker auf 4.5m am Riff wo es abfällt auf 35m – Ankercheck (Schnorcheln) – hatten ganze Zeit viel SE (Landwind) daher kein Problem – könnte bei Seewind durchaus eines werden

Besuch von Fischern aus dem Dorf – neugierig, interessiert, waren noch nie auf SY – kommen gerne an Bord – kein Problem

 

22.5. am Anker vor Nukusa

20 – 28Kn SE-Wind und starke Böen zerren am Boot – bleiben an Bord

 

23.5. weiter am Anker vor Nukusa bei schönem Wetter und viel Wind

029 der Dorfchef von Nukusa heisst uns willkommen.jpg  030 gepflegtes Dorf.jpg  031 Kinder von Nukusa.jpg

Gehen am Vormittag bei Hochwasserstand an Land – ein bereits bekannter Fischer macht eine „Führung“ durchs Dorf – der Dorfchef heisst uns willkommen – da wir sehen dass er raucht, geben wir ihm „krumme Villiger“ als Gastgeschenk, welche dieser gerne annimmt.

Wie überall macht das einfache Dorf einen gepflegten Eindruck. Die Menschen heissen uns willkommen und die Kinder wollen fotografiert werden.

032.jpg

Werden am Nachmittag von 4 Jungs mit Motorboot abgeholt um mit Ihnen zur ALSO-Insel zu fahren – sie wollen nur das Benzin bezahlt haben (2 Galonen) – wir lohnen es anderweitig.

 

033 SY Also US das Werk von Hurrikan Thomas 2010.jpg  034 Jimms Insel.jpg

Also-Island hat den Namen von einer amerikanischer SY – vor 8 Jahren ist Jim mit seiner japanischen Frau hier her gekommen und sesshaft geworden – die Yacht wurde bei Hurrikan Thomas vor 2 Jahren ans Ufer geworfen – liegt jetzt als Wrack dort – Jim hat die Insel „gemietet“ (75 Jahre-Vertrag) – mehrere Leute leben dort – es gibt einen Shop -– baut offene Boote und hat Idee für Backpacker-Resort – findet, dass weil wir schon so eine Tour hier abseits machen, wir eigentlich zusammen passen würden, falls wir sesshaft werden möchten… – wollen wir aber nicht…

 

24.5. weiter am Anker Nukusa – immer noch viel Wind und heftige Böen

035.jpg  036 Fischer mit Harpune zieht an Leine Plasticbehaelter nach.jpg

fahre dem mit Dingi zu einem Fischer, der mit Schnorchel und Harpune seit über 2 Std im Wasser ist – er hat, wie er erklärt, nur gerade 2 Fische, 3 Seegurken und eine Languste im Fass, das er an langer Leine nachzieht – er will mir die Languste (bestes Stück!) schenken – winke dankend ab – er sagt später dann noch, dass der Fang zubereitet und den Kindern in die Schule gebracht wird – bringe ihn, nachdem ich eine Weile mitgeschnorchelt bin, zum Dorf zurück – er hätte schwimmend noch weitere 30-40 Minuten gebraucht.

Morgen soll Wind etwas nachlassen, was die Riffausfahrt und das Seefahrerleben erleichtert

 

25.5. von Nukusa nach Malau

037 By by Nukusa.jpg  038 53 sm feines Segeln ausserhalb der Riffe.jpg

039 der Nordkueste entlang von Nukusa nach Malau.jpg

Nukusa by by – die Riffausfahrt ist problemlos – Segel setzen – Fahrt mit raumem SE-Wind und 18 Knoten Windstärke weiter westwärts – später hart am Wind durch die breite Riffpassage nach Malau.

Nach 53 sm „Bilderbuchsegeln“, so die Bordfrau, Anfahrt Ankerplatz bei „Busstation“ zwischen Zucker- und Holzmühle – Pos. 16°21,7’S – 179°21.6‘E

040 in Malau.jpg

Begegnung am Ufer von Malau

041 Busfahrt.jpg  042 wir waren diese Saison bisher gluecklose Fischer und kaufen einen red Snapper.jpg

Fahren mit Bus zum zweiten Mal nach Labasa zum Einkaufen, diesmal von der Nordseite her – Labasa wäre von hier auch mit dem Dingi flussaufwärts erreichbar – mit 6 sm jedoch etwas weit weg. Zu Beginn der Fahrt füllt der Chauffeur am alten Gefährt neues Kühlwasser nach – auf der Rückfahrt muss er anhalten und den Auspuff mit Draht wieder befestigen – dauerte knappe 10 Minuten

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An Pfingsten erfolgte eine Einladung in die (Methodisten-) Kirche – schöne vielstimmige Gesänge –- speziell namentliche Begrüssung für uns zwei Ausländer – eine „Prediger-Predigt“ z.T. mit direkter Zuwendung an uns: „as you know Peter and Leena, there is only one Good for all of us…“ und dann…. eine Aufforderung an mich, dass ich den Anwesenden sicher etwas sagen möchte… Überraschung… also stehe vom Schneidersitz auf und halte eine kurze improvisierte Rede… Dankesgemurmel… nach der Predigt sind wir zum Sonntagsmahl beim Assistent-Prediger eingeladen… ein feines, vielseitiges Essen, das im Schneidersitz (schon wieder – au unsere Knochen) und mit den Händen gegessen wird.

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Für die nächste Nacht hüpfen wir 3 sm weiter zu unserem letzten Ankerplatz auf der grossen Nordinsel Vanua Levu – es gäbe noch unzählige – wir wollen weiter zur Yasawa-Inselgruppe. Damit verlassen wir eine wenig vom Tourismus berührte Gegend mit vielen feinen Erinnerungen im Gepäck.

 

Die Yasawa-Islands

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Bei absolut ruhiger See und bedecktem Himmel fahren wir unter Motor durch die grosse Riffpassage der offenen See entgegen

048 wegen unsichtbarem Riffband muss die Insel in weitem Bogen umfahren werden.jpg

bald umfahren wir in weitem Bogen die Insel Nananukukura, welche von einem Riff umgeben ist, das jetzt bei ruhigem Wasser nicht auszumachen ist.

049 gleiche Position wie Foto vorher.jpg

auf der Karte – gleiche Schiffsposition wie vorheriges Foto – wird das Riff (gruen)in 3 sm Abstand zum Boot sichtbar.

050 nach einer Tag- Nachtfahrt von 122 sm erreichen wir die Yasawas.jpgnach einer Tag- Nachtfahrt von 122 sm erreichen wir die Yasawas. Die westlich der zwei Hauptinseln gelegene Inselgruppe gehört zum Muss für Fiji-Segler. Bei Tagesdämmerung kommen wir in Sichtweite der Inseln – über Funk erfahren wir, dass die „Forty two“, die eine Woche vor uns in Savusavu gestartet ist, in der Nähe vor Anker liegt. – inzwischen sind fast 5 Wochen verstrichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

051 erster Ankerplatz auf den Yasawa Isl.jpg  052 feiern Wiedersehen mit forty two bei feinem Sushi von Mercedes.jpg

Am Ankerplatz gibt es ein freudiges Wiedersehen bei einem von Mercedes fein zubereiteten Sushi – übrigens das Beste das ich je genoss – zugegeben ich hatte erst 3 Mal Gelegenheit dazu, aber besser ist kaum denkbar. Natürlich gab es viel zu erzählen über Route, Begegnungen und Erlebnisse, u.a. dass sie oft Fische gefangen haben – wir dagegen blieben diesbezüglich glücklos.

053 Landgang.jpg  054 Umgebung erinnert an Mittelmeergegenden.jpg  056 ...weil sie hier niemand pflueckt fallen sie ins Wasser.jpg

Landgang – der Landstrich erinnert etwas an Mittelmeergebiete – ausser dass wir Strand und das ganze Insegebiet praktisch für uns alleine haben – was wir sonst nicht tun: ausnahmsweise nehmen wir 2 Kokosnüsse mit aufs Schiff und dies auch nur deshalb, weil viele davon auf den Strand und ins Meer fallen, ohne dass sie jemand pflückt. Dies die Entschuldigung – leider gibt es einige Yachties die der Spezies „klaue überall alles was du kannst“ angehören, um so billig ihren Speiseplan zu ergänzen. Dass sie der Reputation der Segler enorm schaden, kümmert sie kaum.

057geschenkte Tintenfische.jpg  058 ...ja die Zubereitung ist ... aufwendig....jpg  059 und es fliesst viel Tinte.jpg

14 geschenkte frisch gefangene Tintenfische… müssen zubereitet werden, was mich für 1 ½ Std bei höchster Konzentration in Anspruch nimmt… und wobei viel Tinte fliesst… die Bordfrau machte daraus ein richtiges Festmahl… noch nie war Tintenfisch soooooo fein…

060 Bergwanderung mit Carsten im teilw mannhohen Gras.jpg  061 Die Forty- two und Nicone als einsame Ankerlieger.jpg

Eine Bergwanderung mit Carsten, derweil die Frauen auf den Booten blieben, bleibt in starker Erinnerung – einerseits weil der ganze, recht steile Aufstieg im mannshohen Gras, das alle Inseln bedeckt, erfolgte und zum andern die Aussicht von der Krete der lang gezogenen Insel auf die derzeit ruhige See.

Am Mittag sind wir zurück – ein Motorboot bringt ein junges Paar an den einsamen Strand – die beiden Begleiter stellen ein weisses Sonnenschirmchen auf und lassen die beiden mit einer Kühlbox zurück – am Abend bevor sie die beiden abholen kommen die beiden Resort-Angestellten bei uns vorbei und erklären uns strahlend, dass es sich um ein Honeymoon-Pärchen aus Neuseeland handelt, das sie vom 8 sm entfernten Resort hierher brachten – nebenbei fragen sie scheu nach Alkohol – vor der Abgabe an Locals wird von behördlicher Seite her streng gewarnt – wir halten uns daran und geben ihnen statt dessen Fruchtsaft, was auch sehr geschätzt wird.

 

Wir wollen weiter und dies sowieso in Erwartung von Wind aus Richtung offener See. Da bietet sich die geschützte Bucht beim Dorf Nabukeru an. Als wir beide Boote ablegen und unter Segel gehen, hat die „Forty two“ sofort die Angel ausgelegt, die sich prompt an unserem Kiel verfängt – um den teuren Köder nicht durch Abreissen zu verlieren, fahren wir unter Segel ein Bord an Bord-Manöver, Carsten übergibt uns die Angelrute – später am Anker war es eine einfache Sache tauchend die Angel mit dem künstlichen Köderfisch zu lösen.

062 der naechste Ankerplatz war etwas tief und unruhig.jpg   063 hier aus Google earth Perspektive die Bucht beim Dorf Nabukeru.jpg

Bei der Anfahrt der Bucht gab es Böenspitzen bis 35 Knoten und der Ankerplatz mit tiefem Ankergrund erwies sich nicht so geschützt wie erwartet.

064 treffen hier auf Seekayak-Touristen.jpg  065.jpg  066.jpg

067 Korallen welche bei Niedrigwasser trocken fallen.jpg  068.jpg  069.jpg

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073 Touristen kommen zur Grotte.jpg  074 in der Grotte.jpg

Die Umgebung mit bizarren Felsen, vorgelagerten Riffs, die jetzt bei Vollmond bzw. Springniedrigtide sogar trocken fallen, ist von beeindruckender Schönheit, was auch Seekayak-Touristen und andere anzieht – eine Grotte in welcher man zuerst hinabsteigen und dann schwimmen und tauchen muss, ergänzen die märchenhafte Landschaft.

075 am Strand des Dorfes.jpg  076 Besuch des Dorfes Nabukeru.jpg 077.jpg

080.jpg  078 Dorfladen.jpg 

Im nahen Dorf Nabukeru treffen wir wie überall auf freundliche Menschen – am Abend ruft der Dorfpriester mit dumpfen Trommelschlägen zum Kirchgang – jemand führt uns zu einem defekten Aluminiumboot und fragt ob wir evtl. ein Aluminiumblech hätten für die Reparatur – ja hatte ich – ein echtes Problem, wenn man wie diese Leute abgelegen auf einer Insel wohnt – es freute sie und mich, dass ich mit Werkzeug und Know-how bei der Reparatur helfen konnte – Adressentausch – ich verspreche ihnen noch Fotos zu senden.

080b es fehlt ihnen an Material (Aluminium) und geeignetem Werkzeug.jpg  081 Hilfe mit Material und Werkzeug bei der Reparatur des Bootes.jpg 081a Malakati-Bay - schiefes Haus am Strand.jpg

Zusammen mit der „Forty two“ steuern wir die Malakati-Bay an – „die mit dem schiefen gelben Haus am Strand“ – wie üblich werden wir beim Landgang zum Dorfchef geführt, der ungewohnt trocken, fast mürrisch wirkte, unser Kavageschenk entgegen nahm, uns noch fragte ob wir ein Cruising-Permit hätten und uns verabschiedete… am Strand begegnete uns wieder das „Gesicht der Kokosnuss“ (Samoanisches Märchen), welches uns aus dem Sand anschaute. Mit einem alten Dorfbewohner vereinbarten wir den Kauf von 5 Papayas für 10 FI$ (ca. 5.- CHF), abzuholen am nächsten Morgen um 07:00…! – als ich mich dann in aller Hergottsfrühe (es ist erst seit knapp ¾ Std hell) mit dem Dingi dem Strand nähere, wartet er bereits dort und mehrere Kinder rennen lachend und fürsorglich ins Wasser, um das Dingi bei der Landung im Wellengang zu halten. Er brachte statt 5 gleich 10 Papayas und gab den Bastkorb als Geschenk gleich mit – wunderbar!

086 Touristen werden von und zum Cruising Boot umgeladen.jpg  087 beim Resort.jpg  089 die Kinder der Plantagen-Familie.jpg

Nur 7 sm weiter südlich gelangen wir zur berühmten Blue Lagoon –die Anfahrt zwischen den Riffen ist nicht ganz einfach – eine australische SY ist ebenfalls da – die Bay ist ein Touristen-Mekka – in der Umgebung gibt es ein paar schön gelegene Resorts, die sich kaum sichtbar hinter Bäumen am Ufer befinden und aus einem Restaurantbetrieb und verstreuten einfachen Bungalows bestehen.- ein Linien-Catamaran bringt und holt Touristen – selbst dieser mit sehr wenig Tiefgang kann wegen den Untiefen nicht zum Strand fahren, weshalb bei Ankunft viele Wassertaxis zum draussen wartenden Catamaran ausschwärmen und Gäste abholen oder bringen. Bald kommen 5 weitere SY in die Bucht, auch ein Wasserflugzeug dröhnt ab und zu über uns hinweg. Bevor wir nach 3 Tagen weitersegeln, decken wir uns bei einer entfernt liegenden Plantage mit Gemüse und Bananen ein – es handelt sich um einen Familienbetrieb, welcher die Resorts mit Gemüse versieht – der Waren-Transport erfolgt mit einem kleinen Segelboot.

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Während die „Forty-two“ noch in der Umgebung bleibt, zieht es uns weiter zur Somosomo-Bay – es kündigt sich Schlechtwetter an – es regnet Bindfäden – Sicht am Anker noch knappe 50 m – danach dreht der stark aufkommende Wind, so dass wir uns an einen geschützteren Ankerplatz verlegen müssen.

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Dank guter Sicht ist die die Weiterfahrt zur „Mantaray-Passage“ zwischen Riffen kein besonderes Problem – die Passage kann mit Segelbooten wegen Untiefe selber nicht passiert werden, ist aber ein unerhört prächtiger Schnorkelspot

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mit einer Neuseeländer-Familie geht es auf die Suche nach den häufig sich hier aufhaltenden Rochen – von den Einheimischen ist zu hören, dass sie selber darauf warten, dass die Mantas wieder kommen – von Seglerkollegen erfuhren wir, dass es viele gebe – nicht so jetzt – dafür entschädigt die prächtige Unterwasserwelt. Weil ich erwartete, dass ich länger im Wasser bleiben würde, suchte ich nach meinem lange nicht benützten Neoprenanzug – Überraschung: eine schlagsicher im Neopren verstaute Flasche feiner Ruhm, die wir 1 ½ Jahre zuvor in Panama kauften, kam zum Vorschein – unbewusst schmuggelten wir diese in den inzwischen besuchten Ländern am Zoll vorbei.

 

Von der Yasawa-Inselgruppe nach Viti Levu der Hauptinsel

104 unterwegs nach Lautoka.jpg  105 Industriehafen Lautoka.jpg  106 segelnde Missionare.jpg

Am 18. Juni, nach einem schönen Weekend am Südende der Yasawa-Inseln, motoren wir mehr als wir segeln, nach Lautoka, zum Festland von Viti Levu, der Hauptinsel von Fiji.

Wir kommen hierher zum Einchecken, wie im Cruising-Permit vorgeschrieben, das wir in Savusavu erhalten hatten. Inzwischen wurden die Regeln „vereinfacht“, wie man uns freundlich mitteilt. Ob wir deshalb so lange warten müssen, bis die Papiere erledigt sind, entzieht sich unserer Kenntnis.

107 Tempel praktisch einzige Sehenswuerdigkeit in Lautoka.jpg  108 Lautoka ist ebenfalls Zuckerrohr-Stadt - hunderte Transportwagen warten auf die baldige Ernte.jpg  109 Holzchip-Verlad nach Japan zur Papierverarbeitung.jpg

 

Lautoka ist eine Industriestadt. Ausser einem Tempel gibt es kaum Sehenswürdiges. Zuckerrohrverarbeitung, Holzchip-Verlad für Japan und Fischerei sind vorherrschend. Im Hafen schwimmt einiger Unrat, das Wasser ist schmutzig grün und ziemlich übelriechend.

Nach Besorgungen legen wir bereits einen Tag später wieder ab zur modernen Denerau-Marina. Dort bleiben wir 2 Nächte um zu erfahren ob diese sich eignet, um die Nicone dort 2 Monate zu stationieren, wenn wir schon bald in die Schweiz zur Hochzeit unserer Tochter fliegen würden. Die Marina bietet zwar jeden nur denkbaren Luxus, ist jedoch beinträchtigt von Baulärm, Wellenschlag, Motorenlärm, viel Touristenverkehr und relativ teuer – da wollen wir uns später noch vor Ort die bedeutend ruhigere und als sehr sicher geltende Vudapoint-Marina ansehen.

111 Anfahrt Momi-Bay.jpg  112 kurz vor Sonnenuntergang kommt eine weitere SY in die Bucht.jpg  113.jpg

Unser nächstes Ziel ist die grosse Momi-Bay. Gemäss Wetterprognosen sollte das Wetter eigentlich miserabel sein, mit Frostdurchgang!, Regenfällen und starken Windböen – statt dessen segeln wir bei herrlichem Segelwetter zur sicheren Segelbucht und erleben einen eindrücklichen Abend am Anker. Vorerst sind wir alleine da – kurz vor Sonnenuntergang kommt noch eine deutsche Yacht in die Bucht.

 

Am folgenden Tag ist weiter Starkwind aus SE und draussen Wellen von 3.2 m aus S angesagt – wir wollen zur 12 sm südlich gelegenen Robison-Insel, so der Resort-Name, segeln – es könnte also etwas rauh werden beim Am- Wind-Kurs – wir wollen es bewusst versuchen, ansonsten umkehren.

114 Grosse Riffpassage vom Bildschirm fotografiert.jpg  115 durch die grosse Riffpassage seewaerts.jpg

Als wir aus der Bucht durch die grosse Riffpassage segeln – es herrscht Prachtswetter -nimmt der Wind stark zu – ausserhalb kommt er voll auf die Nase und das Boot kämpft gegen schwere See – wir verzeichnen 34 – 38 Knoten Windgeschwindigkeit – also lassen wir nach 2 sm Vernunft walten – wir müssen ja nicht… und kehren um, wir werden es später bei besseren Bedingungen erneut versuchen.

116 der Bord an Bord-Wettkampf ist innerhalb des Riffs zu Ende - die SY nimmt einen andern Kurs.jpg

Die Rückfahrt mit Wind und Wellen war dann eine rassige Fahrt und ein herrliches Erlebnis, auch deshalb weil eine SY, die uns mit dem Wind entgegen kam, uns vorerst überholen wollte als wir wendeten und die wir dann „in Schach hielten“ bis sie innerhalb des Riffs einen andern Kurs segelte – wieder mal war mein Race-Fieber ausgebrochen (;-) – nicht besonders zur Freude der Bordfrau, aber zur grossen Befriedigung von mir selbst.

117 markierte Anfahrt zur Musquet-Cove-Bay.jpg  118.jpg

Nach einer weiteren Nacht in der Momi-Bay – es herrscht immer noch „very rough sea“ ausserhalb des Riffbandes – segelten wir zur nordwestlich gelegenen „Musquet-Cove“, einem sehr bekannten wunderschön gelegenen und geschützten Ankerplatz. Hier treffen wir auf die Schweizer-Boote „Balena“, „Dream-Time“ und „Dream-Catcher“ – zwei Crews von ihnen kennen wir von Whangarei Neuseeland, wo wir in der selben Marina lagen.

119 Vudapoint-Marina.jpg

Bevor wir wieder südwärts segeln, um im 2. Versuch zur Robinson-Crusoe-Insel (richtiger Name Likuri-Island) zu gelangen, segeln wir zur Vudapoint-Marina, wo wir einen Augenschein nehmen und fragen wollen, ob eine Reservation für unsere etwas spätere Schweiz-Abwesenheit möglich ist – es handelt sich um einen sehr sympathische Marina.

120 beim festen Steg und bei 2 m Tidenhub kann es etwas schwierig werden an oder von Bord zu gelangen.jpg

Etwas behinderlich sind bloss die kurzen festen Stege, weil es bei 2 m Tidenhub teilweise schwierig ist an oder von Bord zu gehen – wir bleiben ein paar Tage und werden eine Woche später vor unserer Reise in die Schweiz die Nicone definitiv hier stationieren.

121 Kiel-Grube.jpg  122 Hurrikan-Sicherheit - das Boot wird in eine Grube versenkt.jpg

Die Marina-Anlage verfügt auch über eine halbmondförmig angelegte Werft – die Spezialität: – sie wird auch „Grave-Yard“ (Grab-Werft) genannt – ist die Hurrikan-Sicherheit – die Boote werden mit dem Kiel in eine Grube versenkt.

123 erneuter Prachtsabend in der Momi-Bay.jpg

Auf dem Weg südwärts zur Likuri-Insel machen wir einen Zwischenhalt in der bereits bekannten Momi-Bay und geniessen wiederum einen unbeschreiblich prächtigen Abend am Anker.

Dieses Mal haben wir weit weniger Gegenwind als beim ersten Versuch dorthin zu gelangen.

124 entlang der Riffbrandung.jpg

Entlang dem ca 10 sm langen Aussenriff mit entsprechender Brandung gelangen wir zur Einfahrt durch die heikle Riffpassage.

125 Likuri-Island mit Robinson-Resort.jpg

Wir lassen uns über Funk zum Ankerplatz vor Likuri-Island leiten, bekannt für sein Robinson-Resort, das einfach und schön angelegt ist und an gewissen Tagen eine äusserst sehenswerte Fiji-Tanz-Show zeigt, die weit herum berühmt ist – dies der Grund weshalb wir hierher segelten.

126 Empfang Gaeste auf Likuri Isl..jpg  127 Empfang auf Likuri.jpg

Gäste des Resorts werden mit Motorbooten hierher gebracht und beim Anlanden mit Gesang empfangen

128a.jpg  128.jpg  129.jpg

130.jpg  131.jpg

Ein Landgang hat immer Entdeckungs-Charakter

Eine Fischerfamilie kehrt nach einem langen Tag vom Fischfang zurück – heute war ihre Beute sehr bescheiden

133.jpg  134.jpg  135 Tanz-Show.jpg

hier ein Feuertanz – eine unvergessliche Fiji-Tanz-Show mit Rhythmus und artistischem Bewgungs-Ausdruck waren ein weiterer Höhepunkt unserer Fiji-Reise .

 

Die Fahrt zurück zur Vudapoint-Marina verlief via diversen Ankerplätzen bei Schönwetter und wenig Wind unspektakulär.

136 Bharos Freund und Aufseher von unserem Boot.jpg

die Nicone wartet nun dort, betreut von Bharos dem Inder mit viel Erfahrung und sogar Auszeichnung in der Bootsaufsicht, auf Position 17°40.83‘ S – 177°23.19‘ E auf unsere Rückkehr aus der Schweiz.

 

Von Neuseeland nach Fiji

März – Mai 2012

Viele Tiden liegen zwischen dem letzten und dem vorliegenden Bericht – vieles ist bei euch und bei uns inzwischen über die Bühne gegangen. Um euch etwas „bei der Stange zu halten“, haben wir ab und zu mit kurzen aktuellen Meldungen auf uns aufmerksam gemacht

Nachdem wir Fiji erreicht haben – gibt es auch mehr Zeit für anderes als … na, lest selber… falls ihr Lust habt.

Besten Dank allen die uns geschrieben haben – freut uns immer!

Bis zum Einwassern der NIcone…

… dauerte es nur noch 2 Tage. Memo: die Malerarbeiten konnten wegen des andauernden schlechten Wetters längere Zeit nicht abgeschlossen werden. Regenwetter und teilweise stürmische Winde begleiteten uns praktisch täglich.

01 nach 5 Wochen Trockenplatz bereit zum Einwassern.jpgAm 23. März – der Tag verspricht schön zu werden – kann die Nicone nach 5 Wochen Trockenstandplatz wieder in ihr salziges Element zurück – etwas nervös sind wir schon – letzte Vorbereitungen – an alles gedacht? – schon manches Boot musste gleich wieder ausgehoben werden, weil etwas am Unterwasser oder im Bootsrumpf innen vergessen wurde – aber alles ok – kein eindringendes Wasser – dann Momente der Wahrheit betreffend neuem Motor – anlassen – „guter Sound“ (;-) – einige Checks und Tests durch Grant den Chefmechaniker – kurze Testfahrt – wow – alles bestens – Mehrschub spürbar.

Es war ein gutes Gefühl wieder auf dem Wasser zu sein – ein paar Freunde die noch länger auf dem Trockenplatz ausharren müssen, möchten baldmöglichst ebenso weit sein. Am Steg lassen wir den Motor mit eingeschaltetem Getriebe für ein paar Stunden weiter laufen – dies tun wir in den nächsten Tagen noch des Öfteren um ihn kontrolliert einzufahren – für einen weiteren Motor-Echt- Test verliessen wir eines Tages 2 Stunden vor Hochwasser den Stegplatz, um nach dem ca. 12 sm entfernten Marsden Cove zu fahren, um sodann mit der gleichen Tide (dann auslaufend, also dagegen) wieder zurück zu kommen – knappe 10 Min nach Ablegen sind wir bereits sanft auf eine Sandbank aufgefahren – wir waren in der markierten Seestrasse zwar korrekt unterwegs , hatten aber bei steigender Tide noch ungenügend Wasser unter dem Kiel – einfach etwas Geduld bis uns das Wasser wieder sanft abhob und bereits nach 5 Minuten konnten wir unsere Fahrt fortsetzen, auf welcher wir den Motor nach Anweisung in verschiedenen Tourenbereichen und sonstiges prüften, was alles erfreulich problemlos verlief.

 

Ansonsten gingen die Arbeiten – nun am Steg – unvermindert weiter:

02 Ronny fabrizierte uns ein ausgezeichnetes Verdeck.jpgNeues Verdeck und Bimini in Zusammenarbeit mit Ronny, der einen ausgezeichneten Einmannbetrieb führt und mit Ideen und Begeisterung ans Werk geht – in Zukunft haben wir im Cockpit eine abschliessbare „Kuchenbude“, die uns auch bei Schlechtwetter (von achtern) schützt.

Mit Georg von SY Sternchen – wir helfen einander mit verschiedenen Dingen – machen wir technische Einkaufstouren – kaufen auserlesene Kleinigkeiten als Reservematerial – weil unsere vorhandenen Gasflaschen hier nicht gefüllt werden können, lassen wir in mehreren Anläufen ein Gasschlauch-Verbindungsstück herstellen und können nun selber und unabhängig neuseeländische Gasflaschen, später auch australische, in unsere umfüllen, was wir auch sogleich tun.

Ansonsten bewegt sich die To-do-Liste ständig bei 19 – 24 Punkten und will und will nicht kleiner werden, weil 5 erledigte Punkte meist gleich drei andere nach sich rufen … zwar und zum Glück handelt es sich bei den Bedürfnissen immer mehr um Luxuspunkte.

Kein Luxus ist der Wechsel der Bordbatterien, die Lieferung und wiederholte Anpassung des neuen Gross-Segels, des Lazybags (Segelstau-Vorrichtung auf Grossbaum), des Kutterstages mit einem vom Segelmacher angepassten Stagsegel, wofür wir ein „überzähliges Segel aus der Nicone-Garderobe“ benützten. Auch musste die wichtige Leine der Rollgenua ersetzt werden, weil man unterwegs, sollte diese unter schlechten Wetterbedingungen reissen, sonst „noch älter aussieht als ohnehin“ – beim Öffnen der Trommel auf welcher die Leine befestigt ist, fällt mir die eine 03 die andere Haelfte der Rollgenuatrommel fiel ins Wasser.jpgHälfte derselben über Bord – steige sofort ins nur 2m tiefe aber sehr dreckige Wasser – der Boden ist zudem voller Schlick … und finde das Teil nicht mehr – gut möglich, dass es auch noch weggetrieben wurde, weil der Motor zu diesem Zeitpunkt lief und einige Strömung produzierte… werde von allen Seiten bedauert… vor allem wegen des Schmutzbades –  na ja … ein Neuteil ist nicht aufzutreiben, also beginne ich bereits eine Skizze für eine Spezialanfertigung zu kreieren – tel. noch Paul und Marie-Therese, die uns von Opua aus besuchen wollen – er fragt noch beim dortigen Rigger nach – dann Surprise: er werde mir das Teil morgen bringen – uns fällt ein Stein vom Herzen – hätte sonst gedauert und sehr teuer werden können.

04 am Geburtstagsfest.jpg  05 viele feine von Skipperfrauen gebackene Kuchen.jpg  06 Skipperfrauen im Gespraech.jpg
07 Skipperfrauen US und CH unter sich.jpg  08 zwei Geniesser.jpg

Die verschiedenen Arbeiten, zuletzt schleifen und lackieren, werden angenehm unterbrochen von Einladungen zu Drinks, zum Geburtstag von Peter von der Green Corall, von Besuchen bei uns von Neuseeländern die wir vom Segeln kennen, vom deutsch sprechenden Clan SY Amigo (A), SY Mabuhay (CH), SY Sail away (D) – wir waren schon mal zu zehnt im Salon – draussen Regen.

09 Otwin erfahrener Segler gab uns Tipps fuer Handhabung des Jordan Series Drouges.jpgEines Abends lernen wir den Trans-Ocean-Stützpunktleiter von Whangarei kennen – ich kannte Otwin von früherem E-Mail-Verkehr – er schrieb einen interessanten Artikel über Erfahrungen mit einem Jordan Series Drogue (lange Leine mit vielen kleinen Fallschirmen, welche bei Schwerwetter zu Wasser gelassen wird und das Boot bremst) – wir freuten uns über seinen Besuch und dass er unseren selbstgefertigten JSD mal „ansehen“ wollte – noch mehr freuten wir uns über seinen Kommentar – schliesslich aus dem Munde eines sehr erfahrenen weitgereisten Seglers dem ich grossen Respekt zolle – er hatte nur lobende Worte und gab uns noch ein paar Tipps für die Handhabung.

Karfreitag: helfe Frank und Rita unsern Bootsnachbarn (SY Laika CH) beim Kabel einziehen im Besanmast – vorher wäre Rita beinahe von einer Umlenkrolle deren Befestigungsleine riss, getroffen worden – Glück gehabt.

Am Abend sind wir bei Helga und René auf der SY Amigo A zu einer feinen „Jause“ eingeladen und um das selbstgebraute Bier zu testen – überraschend gut – erhalten sogar ein Osternest.

10 Marie-Theres und Paul von der SY Mabuhay.jpg  11 in Auckland.jpg  12 im Hafen Auckland.jpg

Ostersamstag: mit Marie-Theres & Paul reissen wir uns los und fahren mit dem Mietwagen nach Auckland – kaufen Guides für Indonesien und Indien-Ocean , wir wollen ja beide Boote am Indonesien-Rally teilnehmen und haben ja auch den „ gleichen Heimweg“ nach Europa – besuchen auch das äusserst sehenswerte Marine-Museum

13 Endavour-Modell zeitlos schoener und stolzer Rahsegler.jpg  14 America Cup Geschichte.jpg  15 im Maschinenraum eines alten Kranbootes.jpg

16 Sir Peter Blacke Seglerlegende.jpg  17.jpg  18.jpg

19.jpg  20.jpg

Weil der Tag lang und die Rückfahrt für MT und Paul bis Opua noch recht ermüdend sein würde, übernachten sie bei uns – bevor wir in die Kojen gehen, grillieren und essen wir genüsslich Schweizer Cervelats (;-), die es hier zu kaufen gab!

Ostern: Kleinarbeiten dies und das – Helga und René kommen zum Frühschoppen – später mit dem rostigen Supertoni (zusammenlegbares Klein-Fahrrad) noch schnell bei SY Green Coral und SY Sternchen vorbeisehen – am Abend ist wie jeden Sonntag Grill-Party-Treff – eine Amerikanerin spielt Gitarre und singt dazu.

Ostermontag: mit Ruedi reinigen und fetten wir 4 von den 11 Winschen und sind am Nachmittag erst noch bei ihm zu Kuchen und Kaffee eingeladen – er wohnt zur Zeit im Marine-Motel – sein Boot ist erneut auf dem Trockenplatz und musste wegen Arbeiten an der Kiel-Boot-Verbindung im Bootsinnern ausgehäutet werden – seine Frau Ursula ist für einen Monat in die Schweiz geflogen um Familiäres zu regeln. Trotz momentanen Problemen mit dem Boot – unerwarteter Zeit- (weitere 6-8 Wochen) und Kostenaufwand , ist Ruedi zuversichtlich.

Auch ein befreundetes Schwedenboot – wollen wie wir am Indonesien-Rally teilnehmen – haben unerwartete Probleme mit dem Dieselgenerator, brauchen schliesslich einen neuen, dies wiederum nimmt 3-4 Wochen in Anspruch – kostbare Zeit wenn man bis zum Start in Darwin im Juli zuerst ca. 4500 Seemeilen zurück legen soll.

Wir sind bei Monika und Jan zu einem auserlesenen Essen eingeladen – treffen uns wahrscheinlich erst am Rally selbst wieder, da sie eine andere Route als wir nehmen wollen – sie sprechen davon, bis 2016 mit dem Boot zurück in Schweden zu sein – vorerst herzlicher Abschied…

21.jpg … ihm fehlt wohl jedes Verständnis für das geschäftige Tun der Segler da unten am Steg – die Nachosterwoche ist ziemlich hektisch geprägt – es fehlen noch wesentliche Teile wie Windgenerator, und anderes – die Handwerker und Lieferanten „haben teilweise wohl immer noch Ostern“ (;-)

 

 

22 bei Niedrigwasser gefangen.jpg  23 Polieren - das Ablegen kann nicht mehr weit sein.jpg  24 noch Check auf dem Hauptmast.jpg

wir möchten wenn möglich am Wochenende nach Opua im Norden segeln, wo wir dann bei günstigem Wetterfenster Neuseeland Richtung Fiji verlassen werden.

Der kommende Sonntag lässt bezüglich Ablegen Zweifel aufkommen – wie oft in letzter Zeit spüre ich den Rücken… und breche noch einen Zahn ab… und habe zusätzlich plötzlich Probleme mit einem Stiftzahn – nun mindestens alles auf ein Mal und besser jetzt als unterwegs – Besuch beim Notzahnarzt am Montag und der Rücken wird allenfalls mit der „Bord-Pflegefachfrau“ schon wieder werden…

 

17. April 2012 Whangarei: Leinen los und Start in den Norden von Neuseeland

25 Erinnerungen werden wach - er begleitete uns ein Stueck auf dem Weg zur Kueste.jpg
Erinnerungen werden wach – er begleitete uns ein Stück auf dem Weg zur Küste

Vor dem endlichen Ablegen schuften wir wie üblich, um noch 6 Dinge, welche natürlich 3 Folgepunkte nach sich ziehen, zu erledigen.

Noch eine Douche – Verabschiedung von allen Freunden – nicht ohne Herzweh – sehen uns irgendwann, irgendwo…

15:30 Leinen los, by by – mit der auslaufenden Tide fahren wir den langen Seeweg zur Küste, die wir beim Eindunkeln erreichen und in einer Bucht hinter dem Küstengebirge vor Anker gehen. 2 Boote folgten uns – darunter „unsere“ Finnen mit SY Kastehelmi – sie zweigten etwas früher ab zu einer Marina, wo sie noch tanken und morgen sogleich dort ausklarieren wollen.

Auf der Fahrt nordwärts wollen wir die überholte Nicone soweit als möglich testen, um in Opua allenfalls noch Gelegenheit für „Eingriffe“ zu haben vor der Überfahrt nach Fiji.

26 wieder Offshore beim Bream Head.jpg  27 an der Ostkueste nordwaerts.jpg  28 Anfahrt einer kleinen, feinen Ankerbucht - leider mit viel Schwell in der Nacht.jpg

Wir haben gut geschlafen am ersten Ankerplatz in dieser Saison – wir segeln mit angenehmen Winden aus SE (raum) nordwärts – in der Whangaruru-Bay, die wir von der Herfahrt vom letzten Jahr kennen, ankern wir in einer sehr schönen kleinen Nebenbucht – leider mit viel Schwell in der Nacht, weshalb wir den Schlafplatz in den ruhigeren Salon zügelten.

29 dem Cap Brett der nordoestlichen Landspitze von Neuseeland entgegen.jpg  30 kabbelige See beim Cap Brett.jpg

Weiter zum Cape Brett – dann Überquerung der Bay of Island mit Böen und heftig drehenden Winden nach Kerikeri, wo wir einen Stegplatz beim Yachtclub erhalten – gut so – hierher kommt Craig, um das neue Gross-Segel nochmals abzuholen – er muss es am Schothorn ändern –es ist etwas zu tief geschnitten und berührt leicht das Sonnenverdeck. Ebenfalls Margrit und Roy, unsere Neuseeländerfreunde mit denen wir im letzten Jahr eine Zeitlang unterwegs waren, kommen vorbei – wir gehen zusammen Fish and Chips essen im Club – reden über spannende gemeinsame Zeiten und Erlebnisse, hoffen uns wieder zu sehen und verabschieden uns.

Am folgenden Morgen bereits bringt Craig das geänderte Segel (super – Gratis-Service) und wir fahren durch den „Kentpass“ nach Opua, wo wir Altbekannte treffen.

Hier versammelt sich der grösste Teil der Seglergemeinschaft aus allen Ländern, um jetzt mit dem Ende der Hurrikan-Saison wieder nordwärts in wärmere Gefielde zu segeln.

Für die Fahrt nach Fiji gilt es die Langfrist-Wetter-Entwicklung zu studieren, Planung Reiseroute bis Darwin vornehmen, Formalitäten für Indonesien-Rally erledigen – u.a. beinhaltend viel „elektronisches Papier“, Kosten, Visa Australien, etc – letzte fehlende Gegenstände im Marineshop besorgen, zusammen mit Freunden einkaufen gehen, dann ist die Nicone und wir bereit … fehlt nur noch dass sich ein passendes Wetterfenster zeigt.

 

Das Wetterfenster für die Strecke von New Zealand nach Fiji

es zeichnete sich für das Weekend ein solches ab – nicht umwerfend – aber auch nicht total daneben. Unter den Seglern und am Funk scheint es das einzige Thema zu sein – einige wollen starten, die meisten noch warten – viele segeln im Verbund eines Rallys, das am 1.Mai starten will.

Wir beschliessen in 2 Tagen am kommenden Samstag abzulegen … das Wetter findet statt (;-)

Die 10-Tage Prognose verheisst schöner Startwind, dann Schwachwind für 1 – 2 Tage – gefolgt von nördlichen Winden die über West nach SE drehen – einige Zeit kräftig und stabil bleiben – in den letzten 3 Tagen dann auf E , und weiter NE drehen sollen – generell mit guten Windstärken und etwas hohen Wellen

Wir stellen uns darauf ein – heisst: vorerst NE- NNE-Kurs bis fast zum Kreuzen des 180igsten Längengrades – Minerva-Riffs dann in Linie – je nach Situation evtl. Stopp dort – mit dem Wind der sich voraussichtlich gegen Uhrzeigersinn drehen wird, langsam von N- auf NW-Kurs abdrehen – dann hätten wir einen Anliegerkurs nach Savusavu das wir anpeilen wollen und welches auf der nördlichen der 2 grossen Fiji-Inseln liegt.

Unsere erste grössere Seereise in dieser Saison

will ich besonders für Segler und Interessierte etwas ausführlicher beschreiben, damit sich Leserinnen und Leser in etwa ein Bild einer Reise über 10 Tage unter Segeln ausmalen können.

28. April Start nach Fiji

31 Segler warten um in Opua auszuklarieren.jpg  32 Neuseeland by by.jpg
Ausklarieren, Aussenborder in Backskiste verstauen, Dingi auf Deck verzurren, New Zealand by, by…

… wir sind unterwegs – herrliches Gefühl – mit Gesamtblick auf die nächsten Jahre, sind wir ab jetzt eigentlich auf der Heimreise…

Schon bald Segel gesetzt – kommen mit achterlichem Wind und 7 Kn Speed gut voran – verlassen die Bay of Island, deren Küstenlinie wir noch knapp bis zur Dämmerung achteraus sehen können.

Wir segeln in die Nacht hinein – 3 Std-Wacheinteilung – Wind lässt nach und schläft um Mitternacht komplett ein – die See bleibt unruhig.

29. April:

Wie zu erwarten heute kaum Wind – ganze Zeit Motor – Kurs NE – hören am Funk, dass gestern mit uns – so quasi mit dem ersten Wetterfenster (das nächste folgt evtl. in ca. einer Woche) – 12 SY abgelegt haben – stelle aber leider fest, dass ich auf Kurzwelle nur empfangen kann und nicht mehr senden! – Scheibe! und dies schon an Tag 2 – vor Wegfahrt beim Radiotest hat’s noch funktioniert – können damit auch keine Gribfils bzw. kein Wetter herein holen – das bedeutet, dass wir für unser jeweiliges Seegebiet auf der ganzen Reise u.U. keinen Wetterbericht haben werden, wenn wir das Problem nicht selbst beheben können. Bleibt, vereinbartes Funknetz abzuhören wo die andern Boote stecken und welche Wetterbedingungen sie haben.

SY Tucan IRL hat uns (AIS) ausgemacht und, da nur einige Seemeilen entfernt, über UKW (Anmerkung für Nicht-Spezialisten: die UKW-Reichweite beträgt „nur“ rund 30 Seemeilen) angefunkt – alles ok.

33 setzte sich zu uns und fuhr eine ganze Weile mit.jpgAm Mittag landet ein müde aussehender Vogel (Schwalbenart) auf dem Boot und will unbedingt unter das schützende Verdeck – nach einigen Minuten fliegt er weg, kommt aber später nochmals für eine ganze Weile zurück.

Gegen Mitternacht kommt schöner Wind auf – sofort Segel gesetzt

 

30. April:

34.jpgSeit Mitternacht konstant gute Fahrt am Wind – 06:45 herrlicher Sonnenaufgang – tagsüber wenig Wind aus NNE – somit praktisch auf Nase – für ein paar Std ist deshalb Motorsegeln angesagt – Erreiche über UKW die SY Norsa UK – sie ist nur 10 sm neben uns (nicht zu sehen) – Kontakt via Satellitentelefon mit Paul (SY Mabuhay CH), der noch in Opua ist – er sorgt dafür, dass wir von Winfried (Wetter-Service auf Deutsch) morgen das Wetter für unser Seegebiet und die folgenden Tage erhalten – tipp topp – nach Check des Tuners scheint es, dass wir unser KW-Funkproblem nicht selber lösen können und dieses deshalb bis Fiji warten muss.

Lesen – Routenplanung für spätere Routen im Riff übersäten Fiji – dazwischen immer wieder etwas Schlaf vor- bzw. nachholen.

Nach 21:00 nehmen Wind und Welle zu – weil hart am Wind, stampft das Boot – erste Reffs

 

1. Mai

Um 02:00 Wachwechsel – die Bordfrau hat einen zuverlässigen Job gemacht, wie immer (;-) –

Der Wind hat weiter zugenommen auf inzwischen 25 – 27 Kn aus NNE – angesagt war für das Seegebiet und diese Zeit ein laues Lüftchen – also weiter reffen – fordernde Decksarbeit in der Nacht.

Bei Tagesanbruch regnet es und wir haben „trümmlige“ 3m hohe Kreuzsee – später klart es auf – danach schönes Segeln zwar bei viel Welle (3 > Meter) und Wind der im Tagesverlauf von NNE über W nach S und schliesslich auf SSE dreht – wir erreichen den SE-Passat – bedeutet auch, dass wir nach dem Schifften der Segel neu und bis Fiji voraussichtlich auf BB-Bug (bisher Stb) segeln werden – heisst zugleich den Schlafplatz im Salon wegen leichter Schräglage auf die andere Seite wechseln, weil dann die BB-Seite bequemer ist – brauchen wegen Wache schieben sowieso nur einen Schlafplatz. Haben nun den Seerhythmus wieder intus.

Segeln nun einen mehr nördlicheren Kurs.

2. Mai

35 nach einigen Tagen unterwegs nach Fiji - Kreuze sind SY in 20-60 sm Entfernung - Pos. gemaess Funkempfang.jpg
Kommen gut voran – um 12:00 verzeichnen wir ein Etmal von 142 sm – unter einem Himmel der zu 1/3 bedeckt ist – bisher 581 sm hinter uns und bis zum Minerva-Riff (evtl. Halt) sind es genau 300 sm – als wir den Watermaker einschalten, will dieser nicht – wir haben zwar genügend Wasser aber er sollte ca alle 3 Tage mal in Betrieb genommen werden – ein verstopfter Filter ist die Ursache – nach dem neuen Wechsel innert 3 Tagen ist wieder alles ok – dabei haben wir vor dem Start in Opua den Filter gewechselt und den Watermaker getestet – funktionierte wunderbar – aber das Dreckwasser des Hafens hatte ihm offenbar zugesetzt.

Am Nachmittag tanzte das Boot ganz schön auf-, ab- und seitwärts bei gleichem Speed, aber jetzt bei 3.5 – 4m hohen, unregelmässigen Wellen, kommt aber unter dem Diktat des mechanischen Windpiloten immer wieder auf Kurs – wir staunen wieder mal selber was das Boot bewältigt und aushält, z.B. jetzt bei 23 Kn Wind und grossen Wellen haben wir einen regelmässigen Speed von 7.8 Kn – seetüchtig und dennoch entsprechend komfortabel ist die Nicone alle Mal.

Am Abend segeln wir im Fadenkreuz von 28° Breite und 180° Länge fast diagonal von den östlichen zu den westlichen Längengraden – später bei Annäherung an Fiji geht es dann dann wieder zurück auf östliche Längengrade.

3. Mai

Beim Wachwechsel um 02:00 muss sofort die Genua gerefft werden – wir“fliegen“ – ich erhalte dabei eine Salzdouche – das Gross hat schon 2 Reffs bekommen für die Nacht – das Boot fährt absolut ruhig und stabil bei raumem Wind von 20 – 24 Kn aus SE und Speed von 7.5 – 8.2 Kn. – ganze Nacht und vormittags konstant mit rassigem Speed unterwegs – am Morgen finden wir fliegende Fische an Bord – bei Check des mech. Windpiloten und einer Justierung, die ich auf dem Achterdeck vornehme, erwischt mich die zweite Douche – überhaupt segeln wir jetzt recht nass, d.h. es steigen bei dieser rauhen See häufig Wellen an Deck – zusätzlich haben wir richtige Knaller von Wellen, welche gelegentlich breitseits das Boot treffen – kein Problem, aber es fliegt meist doch irgend etwas quer durchs Boot . Das Etmal darf sich bei diesen Bedingungen mit 160 sm sehen lassen.

Um 18:50, also schon dunkel, sind wir in einen Squoll (Gewitterherd) geraten – bekamen Wind von falscher Seite in die Segel – Boot lief aus Ruder – Windgeschwindigkeit erhöhte sich auf 34 Kn – Windmesser stieg aus und ein Brecher steigt an Bord – ich erhalte heute die dritte Salzdouche! Genua auf „Kleinstfetzen“ reffen – nach ½ Std ist alles wieder geregelt, das heisst Leena kann weiter das Nachtessen (Bohnen, Kartoffeln und Würste) zubereiten – ohnehin ein Akrobatik Akt – umziehen – das Bootsinnere hat selbst durch abgedeckte Lüftungsschlitze etwas Wasser bekommen – wir geniessen die einfache aber mundende Mahlzeit nach der Extra-Anstrengung – es geht weiter in die Nacht hinein mit 25 – 29 Kn Wind aus SE und 7 Kn Speed

In solchen Momenten können schon Gedanken auftauchen, ob es nicht Bequemeres gäbe… aber sofort gefolgt davon, dass wir das ja selbst gewählt haben und jetzt wieder alles seinen Verlauf nimmt – nämlich das gute Gefühl auf einer einmaligen 1200 sm langen Passage zu sein.

 

Die Zwischenbilanz betreffend Strecke ergibt bis dato 700 sm hinter uns – bis zum Minerva-Riff Nord sind es noch 100 sm und bis Fiji noch 500 sm

Ob wir in das Minerva-Riff einfahren werden, lassen wir offen: dafür wird morgen die Ankunftszeit und Wettersituation bestimmend sein… interessant wäre es jedenfalls, sowohl geschichtlich und geografisch, als auch physisch dahin zu gehen, auch nicht zu verabscheuen um sich etwas zu erholen…

4. Mai

03:00 Wind und Wellen haben etwas nachgelassen – jetzt 20–24 Kn – Kurs N

07:00 (Schweiz Vorabend 21:00) Durchgabe Position an Neffe Tobias via Satellitentelefon

08:00 Funk-Frequenz 10090 und 14770 abhören – Wetter von Winfried für Segler

Minerva-Riffe:

09:00 über das Cruiser-Netz auf Frequenz 4036 ist zu vernehmen, dass sich einige der SY des Samstag-Start-Pulkes in der näheren und weiteren Umgebung befinden – ein paar laufen das Süd-Riff an – andere früher oder später das Nord-Riff – 2 SY sind schon dort.

09:45 das Süd-Minerva-Reef haben wir 6 sm an Backbord quer ab – nicht sichtbar

12:30 bei der Anfahrt auf die 4 sm entfernte Riffpassage des N-Minerva-Riffs erscheint auf dem Plotter (Atomatisches Identifikations System) eine weitere SY, die wegen des Seeganges aber erst im Abstand von 1.8 sm von Auge zu sehen ist – zusammen steuern wir die Einfahrt an

36 Nord-Minerva-Riff im Niemandsland des Pacific - .jpg  36a Nord-Minerva-Riff.jpg

13:15 bei stark auslaufender Strömung fahren wir durch die Passage – seltsames Gefühl: eine kreisrunde kleine „Oase“, im Nirgendwo des Pacific – 4 sm Durchmesser, ein Riffkranz knapp über Wasser, der Wellen bricht und der jetzt bei grober See vielerorts überspült wird – der Wind pfeift mit gleicher Stärke wie auf See über das Riff hinweg – zur Zeit mit 25-27 Kn – aber die Wellen sind dafür innerhalb nicht sehr hoch

14:00 / SE 27 Kn / 1/3 bedeckt / vor Anker fest / Pos. 23° 37,83‘ S – 178° 53,85‘ W – es zerrt es ganz schön am Anker.

Am Funk, jetzt da sich einige SY im Empfangsbereich von UKW befinden, beginnt ein nicht enden wollendes, sorry Ladies, belangloses Funkgeschnatter unter Frauen …

Erst mal etwas essen und ausruhen – Funk abstellen (;-)

Ab hier trennen sich die Wege der meisten SY – einige nach Tonga – andere zur Fiji–Südinsel oder wie wir zur Fiji-Nordinsel

5.Mai

Irgendwie war es gut dass wir hier etwas länger schlafen konnten – obwohl unruhig, zerrte der Wind doch die ganze Nacht heftig am Boot.

Es stellt sich heute die Frage, ob noch länger hier bleiben oder weiter segeln?

Funk abhören und Tel mit Paul in Opua – Wetterdaten studieren – es ist verzwickt – Wind lässt erst in 5 Tagen nach – dann schwach – so lange warten, um dann die restlichen 400 sm bei Schwachwind zu absolvieren? – umgekehrt sollen jetzigen starken Winde 1-2 Tage früher über E nach NE und NNE drehen, was bedeutet, dass wir uns sputen müssten, um nicht gegen Schluss hin noch gegen den Wind ankämpfen zu müssen…

Überraschung:

… während wir uns noch mit der Situation auseinander setzen, erreicht uns ein überraschender Anruf unserer Tochter Petra über das Sateliten-Telefon, das sonst ausgeschaltet ist und unsere diesjährigen Pläne auf den Kopf stellen wird – „ob wir fest und gut sitzen?“ – „ja, so gut dies auf einem im Starkwind schaukelnden Boot möglich ist klar“ – wir sind zur Hochzeit im August in der Schweiz eingeladen – wenn das keine gute Überraschung ist – aber stopp, das heisst ja dass wir… und…. und…

… und jedenfalls die gesamte Saisonplanung ändern müssen, dürfen, sollen… wow!

 

Dann vorerst zurück zur windigen Gegenwart – unter etwas stürmischen Bedingungen weiter segeln oder abwarten?

Der Entscheid lässt nicht lange auf sich warten, obwohl etwas von komischen Gefühlen begleitet – wir segeln los und zwar sofort!

10:30 bei 27-30 Kn Wind setzen wir das neue Stagsegel und jagen dem Riffausgang zu – mit uns noch eine andere SY, welche zum gleichen Entscheid kam.

Vorerst drehte der Wind noch auf – beim Setzen des Gross (3 Reffs) herrschen 30 – 32 Kn – das Boot läuft gut mit Gross und Stagsegel – wird mit dem Bug weniger in die Wellen gedrückt als mit entsprechend gereffter Genua. Später gibt es „nur“ noch 20 Kn aus SE – wir ersetzen das Stagsegel wieder mit der Genua und setzen unsern Kurs nordwärts fort.

6.Mai

Hinter uns ist eine rassig durchsegelte mondhelle Nacht – das Etmal am Mittag beträgt 157 sm – gleichzeitig erreichen wir die ersten Inseln von Fiji (es gibt rund 300 davon) und die kleine Insel Tuvana die genau auf unsere Route liegt, ist nur mit grossem Zoom auf der elektron. Seekarte erkennbar! Nebenbei bemerkt: es ist äusserst gefährlich , besonders hier Routen und Passagen zu befahren, ohne die gesamte Strecke gründlich auf Gefahren hin zu prüfen bzw zu zoomen – letztes Jahr soll eine SY auf dem Weg von Tonga via N-Minerva-Riff nach Neuseeland den Kurs direkt abgesteckt und dabei das Süd-Riff übersehen haben – auf der Fahrt unter Verwendung des autom. Piloten sei sie dann nachts direkt aufs Minerva-Süd-Riff aufgelaufen.

Seit Mittag segeln wir wieder mit 24-28 Kn SE und stark gerefften Tüchern (Genua, Gross und Besan) ständig mit 7.7 – 8.5 Kn Speed bei 3-4m Welle – eine nicht unerhebliche Belastung für Crew und Boot – jedenfalls hat die Bordfrau einige blaue Flecken – beim Skipper bleibt es meist beim Fluchen .

Am Abend sind wir auf dem 20igsten Breitengrad und es wird wärmer und wärmer.

Der Entscheid gestern weiter zu segeln hat sich bis jetzt als hart aber richtig herausgestellt – der Wind soll morgen auf E evtl NE drehen – damit würden wir dann genau zum richtigen Zeitpunkt abfallen können und mit Halbwind einen Anliegerkurs nach NNW bzw. Savusavu segeln können.

7.Mai

Letzte Nacht hat der Wind nachgelassen und lag heute noch bei 14-17 Kn – er drehte dabei von SE über E nach ENE – wie geplant können wir auf der Höhe von 18°50‘ Breite auf einen Kurs von ca 325° abfallen. Die Segel haben wir ausgerefft und erzielen bei deutlich kleineren Wellen gute Fahrt – falls der Wind so durchzieht werden wir im Laufe des nächsten Morgens am Zielort eintreffen.

Aus Funkgesprächen entnehmen wir Folgendes – das meiste ist bekannt: Segeln in Fiji ist wegen der vielen Riffe recht gefährlich – 50 % der SY welche länger Zeit in diesen Gewässern verbringen haben Riff-Kontakt, erleiden Schäden oder sinken im schlechtesten Fall (jährlich ein paar) – bei bedecktem Wetter keine schwierigen Passagen fahren – Karten stimmen nicht immer genau – um Untiefen und Korallenköpfe (nicht alle sind auch verzeichnet) zu erkennen, benötigt man einen Ausguck am Bug oder auf der ersten Saling – der Wind kann gut und gerne 5 Kn und mehr sein als prognostiziert – Vorsicht beim Überfahren von Riffen mit nur 10-20cm Kielfreiheit (um z.B. in eine Lagune zu gelangen) – es könnte sein, dass man längere Zeit eingeschlossen bleibt, falls die Einfahrt bei Höchst-Tide erfolgt – soeben ist diesbezüglich eine CH-Yacht in eine schwierige Situation geraten – konnte sich aber noch knapp „retten“

Ansonsten heute wie sonst auch täglich: Logbuch führen, zwischendurch schlafen, oder lesen, Berechnungen anstellen – diverse Checks durchführen – Bordbetrieb und Segeltrimm überwachen –vieles anderes macht Leena und ohne mein Zutun.

Um Mitternacht sind es noch 50 sm die bis Savusavu zurück zu legen sind.

8. Mai

Mit ca 6 Kn fuhren wir bis in die Morgenstunden durch die Nacht – dann, als hätte der Wind ausgepustet – geht es nur noch mit gemächlichen 4,5 Kn vorwärts – aber es ist ja auch nicht mehr weit und wir sind was auf der bisherigen Reise den Speed anbelangt natürlich „verwöhnt“.

Um 07:00 sind plötzlich 3 SY in grösserer Distanz bei kleiner Welle und guter Sicht zu sehen – eine davon hat uns via AIS erkannt und angerufen – es ist die befreundete SY Kite US mit Jack & Stenca, welche die gleiche Route fast zur selben Zeit unbemerkt hierher gesegelt ist.

Nicht vergessen, noch die Q-Flagge (Qurantäne) zu setzen.

36b Route New Zealand - Fiji.jpg

37 Freundliche Behoerden beim Einklarieren in Fiji.jpgDann sind wir da – werden, nachdem wir uns über Funk angemeldet haben, bereits an einer Mooring der Waitui Marina erwartet – sie organisiert auch das Prozedere des Eincheckens, das unkompliziert verläuft – die Beamten kommen an Bord: 1. Gesundheit – 170 FI$ irgendwann nächste Tage beim Spital bezahlen – 2. Zoll und Immigration (viel Papier) – ansonsten keine Kontrolle – dafür freundliches Bula – willkommen – morgen komme dann noch die Biosecurity…

Für die 1275 Seemeilen benötigten wir genau 9 Reisetage plus 1 Tag Zwischenhalt im N-Minerva-Riff.

38 nach 1275 Seemeilen in Savusavu, Fiji.jpg