Von der Marquesas-Inselwelt zu den Tuamotus-Atollen

Juni 2011

IMG_1361 Tuamotus Route_thumb.jpg

Von den Bergen der Marquesas zu den Atollen der Tuamotus – Memo: nach Darwinscher Theorie ist ein Atoll ein durch Erosion bis auf Meereshöhe abgebauter Vulkanberg – geblieben ist ein Korallenring um einen „Vulkansee“ – eine neue Welt und Erfahrung erwartet uns, vor der wir, wie alle Segler die erstmals in Atolle einfahren, entsprechend Respekt haben – obwohl mit den heutigen navigatorischen Möglichkeiten die Gefahr nicht mehr so gross ist, gehen gemäss Guidebooks und Seglerberichten immer wieder Yachten verloren.

IMG_1362 bergige Marquesas-Inseln adee_thumb.jpg
Der Aufbruch von den Marquesas zu den ca. 500 Seemeilen SSW gelegenen Tuamotus-Atollen ist gleichzeitig eine neue navigatorische Herausforderung. Es gilt generell nicht mehr und nicht weniger, als zur richtigen Zeit am richtigen Ort – meist handelt es sich um einen Pass eines Atolls – zu sein. Dies bedeutet generell zur Hoch- oder Niedrigwasserzeit, wenn sich die ein-, IMG_1367a mech. Einstellungen für Windpilot, damit er Kurs halten kann_thumb.jpgausfliessende Strömung verlangsamt. Die gesamte Wassermenge der Tide, die durch die Pässe fliesst und das Atoll auffüllt und entleert kann enorme Strömungen verursachen – im Schnitt um 4 – 5 Kn bei Hoch- oder Niedrigwasser –  in einigen Fällen zur Springzeit bis 9 Kn. Kommt dazu die Lage des Passes und die Wind- und Wellensituation bzw. Turbulenzen. Im weiteren gilt es wegen der Zeitgebundenheit bei den Pässen, darauf zu achten dass der nächste Ort vor Sonnenuntergang erreicht wird, da es wegen Untiefen und Strömungen auch mit modernen Navigationsgeräten zwischen den Atollen gefährlich sein kann.

Eine gute Hilfe ist die Kommunikation via Seefunk unter den Seglern selbst, die Auskünfte über Erfahrungen vor Ort austauschen. Die Besorgnis der Segler ist dabei oft aus den Gesprächen spürbar. Wir sind trotzdem zuversichtlich – ich denke dabei an Kanu-Wildwasser-Vergangenheit, an Strömungslehre etc (;-) – ob wir die Kenntnisse mit  Wind- und Motor- umsetzen können?

Fahrt von Ua Pou, Marquesas zu den Atollen der Tuamotus

Nach einer „rolligen“ Nacht mit  Schwell, verlassen wir mit etwas Wehmut am Dienstagmorgen 7. Juni, den schönen Ort Hakahetau mit seinen freundlichen und grosszügigen Bewohnern. Vor uns 500 Seemeilen und gemäss Prognosen, in den folgenden Tagen zunehmenden Winden.

Mit Ostwind um 12 – 15 Kn, sowie Welle um 2> m, kommen wir auf SSE-Kurs gut voran und erreichen an Tag 2 ein Etmal von 150 sm.

Wind und Wellen nehmen zu – wir sind knapp zu langsam, um bereits am Freitag die Fixzeit der Atolleinfahrt Kauehi zu schaffen und andererseits sind wir zu schnell für die Ankunft am Samstag – es wäre allerdings beim anhaltenden Wind voraussichtlich doch möglich, aber wir wollen die Nicone nicht „prügeln“…und uns selber auch nicht (;-). Also Speed herausnehmen – Gross-Segel bergen – schade wenn man künstlich bremsen muss. Über Funk vernehmen wir, dass es 2 andern Yachten, die ebenfalls zu den Tuamotus unterwegs sind, gleich ergeht. An Tag 3 nehmen Wind und Wellen weiter zu – weiter reffen – das Boot läuft nicht mehr so stabil und seitliche Wellen knallen manchmal heftig gegen die Bordwand. In der Nacht muss auch der Besan gerefft werden – bei dieser Arbeit mit Stirnlampe erhalte ich so etwas wie eine kräftige Ohrfeige – greife an den Kopf – es riecht nach Fisch – ein fliegender Fisch wurde offenbar vom Schein der Stirnlampe angezogen… Inzwischen haben wir 3 Reffs in der Genua – nur noch ein kleiner Tuchfetzen – und 2 Reffs im Besan und immer noch guter Speed zwar mit Schaukelbewegungen – plötzliche starke  weitere Windzunahme lässt das Boot anluven und eine Welle klatscht ins Cockpit – patschnasse Leena – also Besan auch noch bergen – es ist eine etwas ruppige Nacht. Weiterhin berechnendes Segeln, bzw. Speedkontrolle mit gelegentlichen Spritzern.

Studiere Reise- und Atollberichte – in eben einem solchen Erfahrungsbericht wird erwähnt, dass es auf der selben Route kaum Welle (2-3 Fuss = 60 – 90 cm) gab und schönstes Segeln z.T. unter Spi möglich gewesen sei, kurzum eine der prächtigsten Fahrten die sie überhaupt je erlebt hatten und womit  wohl in dieser Jahreszeit gerechnet werden könne… hm Unterschiede gibt es – für uns ist es „mittelprächtig“ – der heutige Abend ist typisch dafür: Starkwind, zu- und abnehmend, dann Böen, Wellen 3 m, gelegentlich kurze Regenschauer und Schaukeln, so dass sogar der Bordfrau beim Kochen ein (finnischer) Fluch entwischt.

Atoll Kauehi

IMG_1372a Anfahrt zum Pass bzw Einfahrt ins Kauehi Atoll_thumb.jpg

In den frühen Morgenstunden, Anfahrt des Kauehi-Atolls – dieses unser erstes Atoll haben wir ausgewählt, weil es gemäss Guide weit und relativ leicht zu befahren sei – um 05:30 beginnt es zu Tagen und nach tagelanger Verlangsamung fahren wir genau zur Zeit durch den Pass ins Atoll ein. Daselbst herrscht noch auslaufende Tide, was 3.8 Kn Gegenströmung erzeugt, die mit Motor überwunden werden muss. Dann sind wir in der Lagune – flaches ruhiges Wasser – noch 8 sm Traverse mit gutem Wind bis zum Village – segeln wieder mal wie auf Binnensee, nun in ruhigem türkisfarbigem Wasser zum Ankerplatz – werden per Funk von der Cul8r (engl: See you later) angerufen, die dort am Anker ist und uns beim Frühstück bei der Anfahrt ausmacht.

– endlich nach 3 Wochen wieder mal ruhiger Ankerplatz und feines Südseeambiente

IMG_1385a _thumb.jpg   IMG_1388a Grosser Landkrebs der einen faustgrossen Stein den wir vor seinen Hauseingang legten wegbefoerdert_thumb.jpg

IMG_1394a der Polizeichef von Kauehi öffnet für uns eine Kokosnuss_thumb.jpgWerden an Land von Mari und ihrem Mann Pomare seines Zeichens Polizeichef und Präsident des Naturschutzes, mit  Kokosnüssen begrüsst, die sie frisch ab Baum für uns öffnen.

 

IMG_1392a Mari die Frau des Polizeichefs holt für uns frische Kokosnüsse von der Palme_thumb.jpg

Besuch und Information über Perlenfarm und die aufwändige Arbeit die damit verbunden ist

IMG_1455a Seglerinnen suchen schwarze Perlen aus_thumb.jpg  IMG_1456a Austern auf der Perlenfarm_thumb.jpg

Gehen zum  „farbigen“ und fröhlichen Kirchenbesuch mit den besonders beeindruckenden polynesischen Gesängen mit Guitarrenbegleitung.

IMG_1400a frabenfroher, fröhlicher polynesischer Gottesdienst_thumb.jpg  IMG_1401a Choleiterin wunderschöner polynesischer Gesänge_thumb.jpg

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Snorkeln in klarem Wasser mit  unspektakulärer aber bezaubernder Unterwasserwelt beim Korallenriff direkt vom Boot aus erreichbar.

IMG_1442a Unterwasserwelt_thumb.jpg  IMG_1431a Unterwasserwelt_thumb.jpg

 

IMG_1470_thumb.jpgGegenbesuch und Geschenkeaustausch mit Mari und Pomare von dem wir viel über Fische und Ciguaterra (Fischkrankheit) sowie über die verbotene Jagd nach Schildkröten (aussterbend hier) erfahren – Schildkrötenfleisch ist sehr beliebt und auf dem Schwarzmarkt werden hohe Preise dafür bezahlt. Obwohl erwischte Täter mit 500’000.- pol. Francs (5000 $) – hier sehr viel – und 3 Monaten Gefängnis bestraft werden, geht die Verfolgung weiter…

IMG_1500a Kauehi-Atoll mit Cat See you later - Fotovom Masttopp_thumb.jpgSegeln am 3.Tag zusammen mit der „Cul8r“ innerhalb des Kauehi-Atolls zu selten schönem Ankerplatz auf der SE-Seite – schnorcheln in prächtigem Korallengarten und klarem warmem Wasser
Es gibt immer etwas zu entdecken beim Landgang bzw. auf dem Atollstreifen – aber achtung auf fallende Kokosnüsse – es soll in den medizinischen Zentren Polynesiens einige Patienten geben die von herabfallenden Kokosnüssen malträtiert wurden –  beobachten unterschiedliche Krebse die in ebenso unterschiedlichen Muschelgehäusen wohnen.

IMG_1508a mit Muscheln bedeckter Strand - Kauehi-Atoll_thumb.jpg  IMG_1509 viele Krebse die in Muschelgehäusen wohnen_thumb.jpg  IMG_1501 a Kauehi-Atoll Süd_thumb.jpg

IMG_1553 ruhiger Kauehi-Pass bei unserer Atoll-Ausfahrt_thumb.jpg
Berechnungen für morgige Weiterfahrt: ruhige Kauehi-Pass-Ausfahrt , Distanz zum nächsten Atoll-Pass 37 sm  bei Tageslicht und daselbst noch Fahrt zum 6 sm entfernten Ankerplatz:

Atoll Fakarava

IMG_1554 a Aussicht vom Ankerplatz Fakarava-Atoll_thumb.jpg
Die Cul8r hat nach Fakarava Süd, wir nach Nord-Fakarava abgelegt – wir werden uns später wieder treffen. Es ist eine Flautenfahrt  von 43 sm mit Motor bei unerwartet flacher See. Mussten uns aber noch sputen, um bei Sonnenuntergang noch rechtzeitig vor der Kirche zu ankern – danach ist es rasch dunkel.

IMG_1555 a Helikopterstart von englischer Privatyacht_thumb.jpg
Fakarava ist ein „einmalig“: schönes Dorf, mit ebensolchem Pier und Atollstrasse mit Strassenlampen, an dessen Ende ein franz. Ambassador  wohnt – er liess das Dorf herrichten und lud den vormaligen franz. Präs. J. Chiraque zu einem Besuch ein.  Der internationale Touch ist auch in der Ankerbucht spürbar, wo Cruiserschiffe und Megayachten vor Anker gehen.

IMG_1556a reger Betrieb, wenn das Versorgungsschiff anlegt_thumb.jpg
Das Atoll ist vor allem durch Tauchtourismus bekannt geworden. Mehrmals pro Woche gibt es Flüge von und nach dem unweiten Tahiti.

Das Versorgungsschiff ist gekommen und es gibt praktisch alles was das Herz bzw. der Magen begehrt. Immer interessant ein Besuch im Village: hier Post, Schuhpark vor Gemeinschaftshaus wo gesungen wird, Friedhof

IMG_1560 auf der Post_thumb.jpg  IMG_1578 a _thumb.jpg  IMG_1579 a Fakarava-Atoll_thumb.jpg

IMG_1580 a Stimmung ueber Fakarava-Atoll_thumb.jpg
Gestern Abend und die ganze Nacht gab es heftigen Regen – wir sammeln Wasser für Wäsche und zum Douchen

Auf der Aussenriffseite  gibt es Interessantes zu entdecken – die Muschelsammlerin, schenkte uns unbedingt ein paar von ihren Muscheln – es braucht ein geübtes Auge dafür – haben selber keine gefunden.

IMG_1583_thumb.jpg  IMG_1598 a Muschelsammlerin_thumb.jpg

Am folgenden Abend kommt die Barnestorme ebenfalls noch knapp bei Tageslicht zum Ankerplatz – gebe via Funk Infos für das Ankern.

Weil uns die polynesischen Gesänge so beeindrucken, gehen wir am Sonntag in die Kirche und weil Vatertag ist, werden Roy und ich mit Blumenkränzen beehrt.

IMG_1622 a _thumb.jpg  IMG_1629 a wir wurden am Vaterstag bekraenzt_thumb.jpg

– während Leena mit Margrith und Roy von der Barnestorme auf Einkaufstour geht, melde mich mit gemischten Gefühlen für einen Tauchgang an – hatte letztmals vor 10 Jahren getaucht und etwas Probleme mit Ohren und Nase gehabt – der Divemaster warf deshalb ein besonderes Auge auf mich – es war ein herrlicher Tauchgang bis 20 m Tiefe bei total klarem Wasser beim Pass, wo sich wegen der Strömung viele grosse und kleine Fische, auf bedecktem Korallenboden in vielfältiger Farbenpracht, aufhalten.

IMG_1631 Anita bereitete uns ein feines Essen_thumb.jpg  IMG_1877 Margrith und Roy NZ_thumb.jpg
– Tagsüber gibt es böigen Wind aus Südost und in den Nächten Starkwind, Regen und anhaltende Böen – der Vorteil daraus: wir haben in letzter Zeit immer genügend und oft zu viel elektrischen Strom (vom Windgenerator). Ausserdem gibt es ausserhalb des Atolls ansehnliche Wellen – weshalb wir etwas länger bleiben wollen. Vor der Weiterreise gibt es u.a. noch ein feines Diner am Strand bei Anita zusammen mit den weitgereisten Neuseeländern der Barnestorme. Dann aber nach einer Woche zieht es uns weiter.

Atoll Toau

IMG_1879 Begegnung mit dem  schnellen CatnFuribarde_thumb.jpg22. 6.11 um 06:00 Dingi an Deck nehmen – erster Kaffee – Anker auf und unter Genua geht’s zum 5.5 sm entfernten Pass von Fakarava-Nord, den wir 1 Std vor Tidenwechsel erreichen. Wir nützen für die 40 sm-Fahrt ein prächtiges Wetterfenster. Dies tun auch andere SY – 2 segeln gemäss Funk direkt nach Papeete – wir auf der Ostseite des Toau-Atolls entlang der Küste zu dessen Nordseite – uns folgen noch 5 weitere SY von denen uns 2 grosse Cats überholen – der eine, mit 55 Fuss wirklich schnell, fährt weil vor dem Wind relativ langsam, mehrere sm auf Vorwindkreuz voraus, halst offenbar etwas spät, so dass er nur knapp vor uns am Ziel ist (;-).

IMG_1900 keine Passagemoeglichkeit für Segelboote_thumb.jpg
Gehen in der wunderschönen Bucht – es handelt sich um einen Blindpass ohne Atolleinfahrt – an eine Boje, die wegen Platzbeschränkung ausgelegt wurden.

– Wir schlafen am nächsten Morgen lange und geniessen dies, mussten wir in letzter Zeit doch immer extra früh aufstehen wegen Ablegen, Fahrt mit Tauchboot, Kirchenbesuch, Gemüseeinkauf von Versorgungsschiff etc. Das Wetter ist wieder  durchzogen – Gelegenheit den fälligen Oelwechsel vorzunehmen und auch Leena will ein paar Bordarbeiten erledigen.

– Lasse mich mit Snorkel-Ausrüstung und in einer Hand den Fotoapparat und an der andern Hand die Leine des Dingis, das ich mitziehe mit der Strömung durch den Pass hinaus tragen, sehe aber nicht wie erwartet besonderen grosse Fische.

Landgang zu den Atollbewohnern hier – werden zuerst vom Dach herunter begrüsst und dann herzlich von Gaston und Valentine empfangen.

IMG_1901 begruesst alle auf Toau_thumb.jpg  IMG_1902 Gastgeber Valentine und Gaston_thumb.jpg

Gaston der soeben Fischreste am Ufer festmacht, zieht damit mehrere Sandhaie an – packt sogar einen zuerst an der Rückenflosse dann am Schwanz…

IMG_1903 Gaston packt einen Sandhai an der Rückenflosse  nur für Spezialisten zu empfehlen_thumb.jpg  IMG_1904 a Sandhai  1.2 m in 30 cm tiefem Wasser am Ufer_thumb.jpg

– weil ich mit dem Dingi 2 SY – darunter Barnestorme, die uns 1 Tag später gefolgt ist – helfe an einer Boje fest zu machen – dies ist sonst Gastons „Arbeit“ – erhalten wir frische Fischfilets.

– Telefon nach Hause – meine Mutter feiert im Kreise von Familienmitgliedern, Enkeln und 2 Urenkel ihren 86igsten Geburtstag.

IMG_1905 holt frischen Fisch_thumb.jpgholt frischen Fisch  – mit andern Seglern gehen wir abends zum speziellen Diner, das Gaston und Valentine unter Mitwirkung von Birgit und Florian von der Fidelio zubereitet haben:

– kleine belegte warme Brotstücke – Poisson cru und Kokosbrot – Tonfilet kalt und Reis – grillierter Ton – Lobster. Trinken musste man selber mitbringen – Gaston, Valentine und 2 weitere Segler singen polynesische Lieder zu Gitarre und Rhythmus mit Löffeln – wahrlich ein Festschmaus mit besonderem Ambiente!

Palmkrebs mit Schuh in seinen Zangen – mit Korallen gespickter Strand

IMG_1939 Palmkrebs haelt Schuh in seinen Zangen_thumb.jpg  IMG_1948 a Korallen wie sie auf den Atollen en masse herum liegen_thumb.jpg

Wieder starke Böen bis 30 Kn sowie Regen in der Nacht und am Morgen – aber schliesslich ist hier Winterzeit, wenn auch meistens mit 28°C tagsüber, so kann es nachts, besonders beim vorherrschenden windigen Wetter, doch recht kühl werden.

 andere kommen an – hier mit Wache im Ausguck – Wir verabschieden uns … man könnte „hängen bleiben“ ….  SY Barnestorm wird bald folgen.

IMG_1950 a Ausguck nach Korallen bei der Anfahrt zum Ankerplatz _thumb.jpg  IMG_1963a SY Barnestorme Toau-Atoll_thumb.jpg

Atoll Apataki

IMG_1974 relativ starke Gegenströmung im engen Pass _thumb.jpgErst kurzfristig unter Beobachtung des bewölkten Himmels und nachdem es etwas aufgeklart hat, legen wir in Toau ab,. Die Fahrt ist mit 20 sm bis zur Passeinfahrt relativ kurz – diese ist enger und etwas heikler als die bisherigen und der Eingang praktisch erst bei Ankunft dort zu sehen.  Bei den Bojen auf der Atollinnenseite haben wir starke Gegenströmung und wollen wegen Perlfischerbojen und stark auflandigem Wind  wegen der Korallenriffe nicht beim angegebenen Ankerplatz in Dorfnähe bleiben – also motoren wir gegen Wind quer durchs Atoll 10 sm zur SE-Seite – eine Zeit lang begleitet  von ein paar kleinen Delfinen. Nehmen Funkkontakt auf mit Blue Dame und Abora die dort vor Anker sind – wir werden gleich zum Sundowner eingeladen und gehen anschliessend bei Alfred, Pauline und Tony – sie betreiben hier eine kleine Werft, Perlenzucht und Gästebetreuung – zum feinen Nachtessen.

Weil am Abend ein Ruckgeräusch zu vernehmen war, gehe ich am Morgen Snorkeln und stelle fest, dass die Ankerkette bei leichter Winddrehung unter einen Korallenblock geraten ist – mit entsprechender  Motorfahrt ist das Problem in diesem Fall rasch gelöst…

Am Ankerplatz ist neben ein paar Franzosenbooten auch ein Boot unter finnischer Flagge (wie wir) – wir lernen Eva und Tapio von der SY Irene kennen, die hier im Pazifik „ihre Zelte aufgeschlagen haben“. Sie Allgemein-.Meidizinerin und Psychiaterin, er Geologe, haben vor 20 Jahren ihr eigenes Boot gebaut und dann mit Unterbrüchen bis heute darauf gelebt.

Laden sie zusammen mit Barnestorme und Blue Dame zum Drink ein, wobei  sich interessante und lehrreiche Gespräche unter vielgereisten Seglern über Routen, Pazifikwetter, Computer (Waypoints) entwickeln.

Eigentlich planten wir bereits am nächsten Tag nach Rangiora einem weiteren Atoll auf den Tuamotus oder eventuell direkt nach Papeete auf Tahiti zu segeln… aber…wegen ausnahmsweise windarmem Wetter und Dinge die mir Tapio noch zeigen will, sowie Roy, der findet, dass immer wenn sie da sind, würden wir wieder aufbrechen… bleiben wir wieder mal hängen und sollten es nicht bereuen:

Eva und Tapio kommen nächsten Morgen zum Frühstück – Tapio zeigt mir Wetterkarten und Interpretationen des Pazifikwetters auf dem Computer – er weiss von was er spricht, wie ich sofort bemerke – er erwähnt auch gefährliche Wetterentwicklungen und von 2 SY die in den letzten 2 Jahren hier verloren gingen wegen Riss der Ankerkette und Auflaufen auf Riff.

Sie wollen heute zusammen mit der Blue Dame zu einem 10 sm nördlich gelegenen Ankerplatz segeln – er gibt mir noch Waypoints mit Angaben über Korallenspots und Perlfischerbojen, ohne die ich es nicht wagen würde morgen durch das Atoll zu folgen. Barnestorme und wir erledigen noch dies und das (u.a. Perlenkauf (;-i) und folgen am nächsten Tag.

IMG_1986_thumb.jpg  IMG_1987 gut sichtbare Korallen weil Sonne u keine Wellen - wird schwierig zu sehen bei Welle und schlechter Sicht_thumb.jpg
Mit Barnestorme in unserem Kielwasser segeln wir einen Tag später zum einsamen von Tapio und Eva faforisierten Ankerplatz mit gutem Sandboden und Korallen in Ufernähe – es war eine anspruchsvolle Fahrt, besonders wegen der vielen erst relativ spät sichtbaren Perlfischerbojen. Die von Tapio eruierten Korallenspots, die er selber kartographierte und die auf keiner Seekarte zu finden sind, waren eine gute Hilfe.  Bei der Anfahrt werden wir angefunkt, bei Ankunft zum Ufer zu kommen wo bereits gegrillter Fisch warte, den Jan mit dem Dingi und Tapio mit der Harpune gefangen und Eva und Monika zubereitet haben – wunderbar!

IMG_1994_thumb.jpgAm folgenden Tag – alle 3 Crews neben SY Irene wollen morgen ablegen – am Abend beim Sundowner will niemand mehr fort  am nächsten Tag – die guten Gründe oder sagt man  „Ausreden“: es ist Freitag, windarm, zudem gute Gesellschaft an einem prächtigen einsamen Ankerplatz… Leena und ich  marschieren mit den Finnen quer über das Atoll zur Aussenseite und sammeln Muscheln, die wir am Abend auf ihrem Boot verzehren – soooo fein!

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… dann aber naht die Abreise von diesem herrlichen Fleck Wasser und Erde und seinen heimisch gewordenen Finnen. Morgen – mindestens so die Absicht – werden alle 3 Boote, Barnestorm, Blue Dame und Nicone gemeinsam ablegen. Das bedeutet Tuamotus by by – Papeete auf Tahiti wir steuern dich an…

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Marquesas

Mai – Anfang Juni 2011

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Mit der Ankunft auf der Insel Fatu Hiva, einer Perle auf den Marquesas, sind wir nun in französisch polynesischen Gewässern – die Polynesische Flagge zeigt einen Südsee-Katamaran – Symbol für die Geschichte grosser Polynesien – Seefahrer.

Die fünf Inselgruppen Gesellschafts-Inseln,Tuamotu, Austral,Marquesas und Gambier-Inseln – insgesamt 118 Inseln und Atolle – sind über 5 Millionen km2 Ozean gerstreut, haben indes selber nur eine Landfläche  von 4’200 km2.

 

Fatu Hiva 15. Mai 2011

IMG_0830a mystische Stimmung in der Jungfrauenbucht auf Fatu Hiva_thumb.jpgBei unserer Ankunft erwartet uns eine prachtvolle Ankerkulisse   – chaotische Vulkanstein -Türme umgeben von Palmen und steil ansteigenden Berghängen die z.T. Wolkenverhangen sind – ja, Hanaveva die Jungfrauenbucht ist wohl einer der eindrücklichsten und schönsten Ankerplätze der Welt !

5 SY sind da und die uns bekannte New Morning begrüsst uns – Fay kommt mit dem Dingi herbei und gibt uns erste Informationen vor Ort.

Vorerst aber ganz marginale Dinge wie Zeitumstellung: Marquesaszeit = UTC minus 9.5 h – Differenz zu Schweiz (mitteleurop. Sommerzeit) = 11, 5 h – z.B. Morgen 07:00

Marquesas = 18:30 abends in der Schweiz bzw. Mittel-Europa.

IMG_0784 nach 3000 Seemeilen ist die Wasserlinie voller Entenmuscheln_thumb.jpgWas uns bis jetzt verborgen blieb – das Freibord ist von der langen Seereise teilweise gelb und voller Entenmuscheln – es kommen noch 2 weitere SY – sie sehen gleichermassen schmutzig aus… das gibt Arbeit!

Kontakte mit zu Hause und andern SY.

Beginnen mit Vorbereitungen für morgigen Landgang

Später feines Nachtessen am schön gedeckten Tisch (statt aus dem Körbchen auf den Knien) und ebenso feines Dessert… noch aus den Bordvorräten.

 

Paradiesische Insel

IMG_0839 a der Mast zeigt auf die Jungfrau welche der Bucht den Namen gab_thumb.jpgDie Jungfrau welche der Bucht den Namen gab, schaut auf uns herab – Gut geschlafen – keine Wache – relativ ruhig in der Ankerbucht – eine der wenig ruhigen auf den Marquesas, wie sich noch zeigen sollte – mit 22° C ist es morgens um 07:00 frisch – der Wind kommt von den steilen Bergen herunter.

3 SY verlassen die Bucht – Morgen soll das Zollboot kommen und SY die von Galapagos hier angekommen sind werden zum Einklarieren weggeschickt – kann nur auf den Inseln Hiva Oa oder Nuku Hiva erledigt werden.

Wir beginnen den Tag mit div. Arbeiten, die nach langer Reise anstehen – ein Polizeiboot kommt vorbei – es ist der Dorfpolizist der in seinem alten T-shirt und kurzen Hosen so gar nichts Autoritäres an sich hat. Er fragt uns nach einer vermissten US-SY – der Mann hätte seine Frau auf Hiva Oa abgesetzt – das Boot und er selbst werden seither vermisst… eine Woche später erfolgte noch ein Aufruf über Sailmail… doch nicht alles paradiesisch…

IMG_0841 die Ziege ersetzt die Gartenschere und wird dem Zaun entlang gefuehrt._thumb.jpgLandgang und Spaziergang durch das sehr saubere und schöne Dorf mit hübschen Häusern und gepflegten Gärten. Die am Zaun entlang geführte Ziege ersetzt die Gartenschere…

Wir werden von vielen Leuten freundlich angesprochen – ob wir was brauchen oder hätten das wir selber nicht mehr brauchen – die Versorgung der Insel ist spärlich – erwünscht sind Kleider, Seile, alte Segel, Spirituosen, Parfum, Zeichnungsmaterial für Kinder – wir fragen nach Früchten und bekommen riesige herrlich schmeckende Pampelmusen ab Baum, Zitronen
ebenfalls ab Baum, obwohl der Boden übersät ist von guten Zitronen, dann noch Ziegenfleisch mit Anleitung wie es am IMG_0824 a hier normal grosse Grapefruit_thumb.jpgbesten zubereitet werden kann –  was es koste? Sie möchten kein Geld – was sollen sie auch damit hier auf einer abgelegenen Pazifikinsel – also bezahlen wir mit einem Seil aus unseren Bordbeständen, und etwas entgegen unseren Prinzipien mit einer kleinen Flasche Whisky. Ein Fischer möchte unbedingt Bier für
2 frische Fische – später fragen wir nach Bananen – irgendwer hat sicher solche anzubieten – war aber nichts, dafür nochmals Grapefruites – wie viele er mir denn für mein Seil geben wolle – es handelte sich  um ein Seil von 10 Meter Länge – er misst es ungefähr ab – sagt es sei ca. 9 Meter lang – also 9 Grapefruites! – ok, Handel muss sein.

IMG_0809 Rhythmus-Post geht ab_thumb.jpg  IMG_0815a Tanztraining mit Hueftenschwung_thumb.jpg
Am zweiten Abend wird im Gemeindehaus für ein bevorstehendes Fest geübt – eine 10 Mann starke Gruppe schlägt  mit ohrenbetäubendem Lärm auf Trommeln verschiedener Grössen und Schlaggeräten einen elektrisierenden Rhythmus – Damen jeglichen Alters und Umfangs, die wir vor kurzem noch im Dorf gesehen hatten, tanzen mit den typischen heftigen Hüftbewegungen dazu – einzelne Kinder tanzen mit – haben den Rhythmus im Blut und gehen ab und zu zur tanzenden Mamma um etwas zu fragen oder von ihr ermahnt zu werden – niemanden stört’s.

Wie letzte Nacht kann es ganz schön blasen, wenn von den nahen steilen Bergen Fallböen hinuntersausen – dazu heftiger Regen, der andauerte. Der Bergbach verwandelte die Bucht in eine braune Brühe.

Nach 4 Tagen verlassen wir  die Bucht – der Eigner des vor uns liegenden Catamarans muss extra früh aufstehen, um das Boot zur Seite zu fahren, da es über unserem Anker liegt. Wir lassen die schöne, jetzt Wolken verhangene Insel hinter uns und erreichen nach rassiger Fahrt norwärts Atuona auf  Hiva Oa, wo wir ausserhalb des Wellenbrechers bei 3 andern SY ankern. Es wäre innerhalb wegen des Schwells bedeutend angenehmer, aber es ist etwas überfüllt mit Booten und es braucht wegen Platzmangel einen Heckanker, was etwas aufwändig sein kann.

Treffen hier die Elbe, welche mit uns Galapagos verliess und andere vom Funk her bekannte Boote.  Atuona ist Einklarierungsort – als Schweizer müssten wir, wie andere Nicht-EU-Bürger, eine Kaution in Höhe des Preises für einen Flug nach Hause hinterlegen, der dann bei Verlassen von Franz. Polynesien in ihrer Währung! zurückerstattet wird – alles etwas kompliziert – auf Hinweis von NZ-Segelfreunden  hin sind wir den „Pacific-Puddle-Jumper“ (Pazifik-PfützenHüpfer) beigetreten – einer grossen Organisation, welche die Segler beim Pacific.Crossing unterstützt. Wir bezahlen damit eine Agentin (ca 170$), müssen keine Kaution hinterlegen, bzw. bei Ausreise nicht dem Geld nachrennen und haben Vorteile wie, zollfreien Diesel etc. Die Agentin erwartet uns beim Dingidock nimmt Kopien von unseren IMG_0871 Polynesische Postbeamtin_thumb.jpgPapieren entgegen und sagt, dass es heute schon etwas spät sei (Freitag 09:30!?) – sie werde alles vorbereiten und uns am Montag 07:30 hier abholen – dann würden wir zur Gendarmerie fahren – wunderbar.  Wir erledigen Bank, Einkäufe, Post – es gibt hier fast alles zu haben – die Läden sind „französisch“ bestückt und haben europäische und höhere Preise – der franz. Einfluss ist deutlich spürbar.

Legen dann zur Nachbarinsel Tuahata ab, welche ein viel besseres Ambiente als das hiesige verspricht. Dort liegen wir in einer besonders schönen Bucht mit klarem Wasser – ideal für einen Check des „Unterwassers“ und ausprobieren der neuen Unterwasserkamera – beides ok.

IMG_0859 Check Unterwasser ok_thumb.jpg  IMG_0858 Bekannte die wir vor 3 Jahren erstmals in Gibraltar trafen kommen zum Boot_thumb.jpgDass es hier sehr schön ist, wissen natürlich auch andere Segler und so treffen wir wieder Altbekannte, die wir vor 3 Jahren in Gibraltar kennen lernten. Erfahren auch Neuigkeiten bei Kaffee und Kuchen auf der Abora und später beim Sundowner mit NZ – and US-people. Machen selber kurzfristige und mittelfristige Pläne, und stellen fest, dass eigentlich gar nicht allzu viel Zeit verbleibt, wenn wir all die vorgesehenen Orte besuchen und wie die meisten Segler wegen der Hurrikansaison bis November in Neuseeland sein wollen.

Es kam der Sonntag, den wir mit kurzer Fahrt zurück nach Atuona und dann mit Lesen und Schlafen geniessen wollten – vorerst funktionierte die Ankerwinsch nur IMG_0876 dichtgedraengte SY hinter Wellenbrecher  Heckanker obligatorisch_thumb.jpgbedingt – ein korrodiertes Kabel war die Ursache und kostete Zeit. Nicht genug damit  – beim Ankern in Atuona – wegen beschränkten Platzverhältnissen  muss auch ein Heckanker gesetzt werden – riss das Band am kurzen Stück Ankerkette – Anker  ahoi? – was tun? Wieder hinaus vor den Wellenbrecher fahren, dort kann man ohne Heckanker liegen, dafür mit viel Schwell – mit Dingi wieder zurück und den Boden mit dem Dingianker im Schlepp absuchen – nach kurzer Zeit verfing sich die Kette – zur grossen Freude konnten wir den Heckanker bergen – zurück zum Boot – wieder  neuer Anlauf hinter den geschützten Bereich des Wellenbrechers und neu ankern, dies Mal ohne Problem. Die Ursache war übrigens ein während Jahren der Sonne ausgesetztes und deshalb geschwächtes Bandende, das lange nicht in Gebrauch war und uns statt eines geruhsamen einen arbeitsintensiven Sonntag verschaffte.

IMG_0900 a_thumb.jpg   IMG_0901_thumb.jpg

IMG_0902_thumb.jpg   IMG_0903 a Kuestenstrasse _thumb.jpg

Das Einklarieren erfolgte problemlos und noch ein Tag später unternehmen wir zusammen mit Edy und Claudia einen Ausflug diagonal über die Insel und steile Küstenstrassen zu beindruckenden Kullturstätten mit Tikis.

IMG_0904 Tikikultur_thumb.jpg   IMG_0905 Tiki_thumb.jpg

IMG_0906 Tiki_thumb.jpg   IMG_0907 Siedlung der Ur Suedseeinsulaner_thumb.jpg

IMG_0908 a _thumb.jpg   IMG_0877 6er Ausleger-Kanu beim Training_thumb.jpg  

In der Bucht von Atuona herrscht reger Betrieb – ganze Schulklassen trainieren mit Auslegerkanus – weitgereiste neu angekommene  Segelyachten erkennt  man am schmutzigen Boot  – mehrere SY legen in verschiedene Richtungen ab  wir segeln bei hohen Wellen vor dem Wind durch den Pass zwischen Hiva Oa und Tahuata – auf der Nnordwestseite (Leeseite) von Hiva Oa stellt der Wind ab und wir erreichen mit der Cul8r (See you later) die Bucht Hanamenu, wo wir noch einen Tag bleiben  – im Dorf werden Kokosschalen verbrannt, der durchs Dorf ziehende Rauch vertreibt die „Nonos“ (lästige Mückenart, welche eiternde Beulen hinterlassen kann). Edy und ich werden von freundlichem Paar eingeladen und aufgefordert im legendären „Swimmingpool“ mit Quellwasser zu baden, was wir gerne tun. Am Abend kommen weitere 5 SY in die Bucht – 3 davon kennen wir – alle auf dem Wege zu verschiedenen Inseln.

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IMG_1016 Wellen bei der Ueberfahrt von Hiva Oa nach Ua Huka_thumb.jpg  IMG_1029 Wellen bei der Ueberfahrt von Hiva Oa nach Ua Huka._thumb.jpg  IMG_1045 Wellen bei der Ueberfahrt von Hiva Oa nach Ua Huka._thumb.jpg  

IMG_1055 Wellen bei der Ueberfahrt von Hiva Oa nach Ua Huka._thumb.jpg  IMG_1064 Wellen bei der Ueberfahrt von Hiva Oa nach Ua Huka._thumb.jpg
Trotz mässigen Wetterprognosen (Regen, E-Wind 18 – 19 Kn) legen wir am nächsten Morgen noch in der Dunkelheit ab zur 58 sm entfernten Insel Ua Huka – die Anne X wartet noch – sie legt grundsätzlich nicht an einem Freitag ab – sie hat in diesem Fall dank „Aberglauben“ das bessere Ende in den Händen, wie sich zeigen sollte – mit nicht zu knappem Halbwind geht’s nordwärts – nach einer Std 2 Reff im Gross – nach weiteren 30 Min auch 2 Reff in Genua – haben jetzt 27 – 30 Kn aus Ost und eine weitere Std später müssen wir wegen eines Frontendurchgangs mit 35 – 41 Kn, sowie  4m Wellen die Genua ganz bergen – später gibt’s noch eine 2. etwas schwächere Front.

Bereits am frühen Nachmittag gelangen wir in die „best geschützte Bucht“ der Haavei Bay auf Ua Huka – Regen, Böen, Wellen, Flugwasser kommen so quasi um die Ecke in die Bucht hinein. Wieviel Wind es ist wissen wir nicht – später stellen wir fest, dass es den Windmesser abgerissen hat – Was tun? – es gibt keine Alternativbucht – Ankern problematisch – nächste Möglichkeit wäre die Insel Nuku Hiva, welche wir aber erst nachts erreichen würden – auf See bleiben? – wir sind müde und wollen es mit ankern versuchen – auf 8 m Tiefe zuerst 40m dann 50m (Kette immer noch voll durchgestreckt) und schliesslich 60 m Kette gesteckt  – müssen aufpassen um noch Reserve zum nahen Ufer zu haben – für den Fall dass der Anker nicht halten sollte, lassen den Motor mitlaufen solange der Sturm anhält… – um 18:00 lässt der Wind etwas nach, aber erst um 23:00 wird es ruhiger.

Anmerkung: Eigentlich war die Fahrt trotz anspruchsvollen Bedingungen hierher ok – erst als sich der best geschützte Platz bei allen Winden als untauglich erwies, wurde es etwas ungemütlich…

IMG_1080 Ua Huka Beruhigung in der Bucht am naechsten Morgen _thumb.jpg  IMG_1082 unterschiedliche See und Wetterbedingungen von Ua Huka nach Nuku Hiva _thumb.jpg
Am nächsten Tag legen wir ab nach Nuku-Hiva als die Elbe die Bucht anfährt – via Funk tauschen wir Neuigkeiten aus – sie waren nachts unterwegs und wollen hier trotz der hohen Wellen ankern – als wir eine Stunde später nachfragen, hatten sie den Anker wegen den mässigen Bedingungen bereits wieder gelichtet und waren unterwegs zur Insel Ua Pou. Für sie wie für uns können die heutigen besseren Segelbedingungen, wenn auch weiter unterschiedlich, so doch als Belohnung für die Mühen der letzten 24 Stunden gesehen werden.

IMG_1097 Anfahrt Ostbucht Nuku Hiva_thumb.jpg   IMG_1103 tueckisches Riff bei der Anfahrt_thumb.jpg

Jedenfalls meint die Bordfrau „nun stimmt die Welt wieder“.

In der Ostbucht, wo auch der Autor Melville (u.a. „Moby Dick“) eine Zeitlang lebte, treffen wir auf lauter bekannte Boote – Claudia und Edy welche ihren Kurs direkt hierher abgesteckt hatten, kommen zum Kaffee und zum „Tratschen“ wie sie in Wien sagen. In der relativ ruhigen Bucht Begutachtung der „Sturmschäden“ – steige auf den Mast, um festzustellen, dass sich der Windmesser „verabschiedet“ (abgebrochen) hat – das Topplicht (Tricolore) funktioniert nicht mehr – das Gross-Segel hat einen 30 cm langen Riss und 1 Mastreiter ist defekt.

IMG_1126 Polynesische Catamarane_thumb.jpg
Draussen segeln 7 grosse Polynesische Segelkatamarane vorbei – sie sind im Rahmen eines Millionen-Projektes auf grosser Fahrt – leider verpassten wir das Fest in der nächsten Bucht, wo es ein Festmahl und polynesische Tänze gab.

IMG_1150 Ankerbucht in Taiohae Hauptort der Marquesas Insel Nuku  Hiva_thumb.jpgWeiterfahrt nach Taiohae dem Hauptort der Marquesas auf Nuku Hiva, wo wir ein paar Tage bleiben wollen – die meiste Yachten machen hier Station vor ihrer Weiterfahrt westwärts – es sind ca. 40 SY in der grossen Bucht – Anmeldung bei Polizei – Einkäufe – Internet (das nicht funktioniert) – Gas auffüllen lassen – Diesel besorgen (5 Bidons bei rollender See mit Dingi transportiert) – habe erfolgreich Leenas Haare geschnitten – wieder Wasserlinie reinigen – erhalte von Wolfgang (Abora) das Slacktime-Computerprogramm, das später auf den Tuamotus für die Passagen in die Atolle wichtig wird – im Spital gibt man uns gratis Tabletten gegen „Elefantitis“ – eine Krankheit mit sehr stark geschwollenen Gliedern, welche durch Mücken übertragen wird – via Sailmail erfolgt eine neue Vermisstmeldung, wiederum eines Einhandseglers, der Acapulco am 5. April mit ziel Marquesas verliess… seither nichts… dann kommt noch ein Polizeiboot vorbei und meldet, dass wir das Boot wie 5 andere SY auf die andere Buchtseite verlegen müssen – weshalb bleibt unklar.

IMG_1160_thumb.jpg  IMG_1162 Landausflug auf Nuku Hiva_thumb.jpg  IMG_1168 Landausflug auf Nuku Hiva_thumb.jpg

IMG_1172 Landausflug auf Nuku Hiva_thumb.jpg  IMG_1179 Seglerinnen unter sich_thumb.jpg  IMG_1197_thumb.jpg

IMG_1204  Goetterfigur mit Paddel a_thumb.jpg  IMG_1215 Tiki_thumb.jpg

Mit andern Seglern unternehmen wir mit 2 Mietautos einen Tagesausflug über die Insel mit Besuch von Kulturstätten und einer Wanderung auf einen Pass (218 m), von wo es eine famose Weitsicht auf die im Südosten gelegene Auona-Bay gibt. Auf dem Rückweg decken wir uns alle mit Mangos ein die hier sonst verrotten würden.

IMG_1237 gut geschuetzte Westbucht_thumb.jpg  IMG_1260 Kulisse bei der Anfahrt von Ua Pou_thumb.jpg
Nach Weiterfahrt zur westlichen Hakatea-Bay, wollen wir einen Tag später zur Insel Ua Pou – dort erwartet uns nach einer herrlichen Überfahrt von 25 sm eine gewaltige  Ankerkulisse mit hohen Vulkanpenis, – ist die „Jungfrau von Fatu Hiva“ deshalb dort geblieben (;-)? Am Abend ein Sonnenuntergang wie wir ihn schon lange nicht mehr gesehen haben – die Sonne versinkt am klaren Horizont im Meer – wir bergen die Nationale! – bereits um 20:30 versinkt auch der Mond an gleicher Stelle wie die Sonne, dafür bleibt ein prächtiger Sternenhimmel.

IMG_1355 seit langem wieder mal nicht hinter Wolken_thumb.jpg

Hakahetau liegt auf der Westseite von Ua Pou ist ein schönes gepflegtes Dorf – Tal aufwärts gelangt man zu einem Wasserfall dessen Becken zum Baden einlädt.

IMG_1271 Kirche von Hakateau auf Ua Pou_thumb.jpg   IMG_1272 Kirche von Hakateau auf Ua Pou_thumb.jpg

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IMG_1273 a Brotbaum_thumb.jpg   IMG_1275 a_thumb.jpg

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Wir treffen einen jungen Mann, der uns mit Tomaten, Bohnen Salat, Zitronen und Orangen versorgt – das meiste aus seinem Garten beim Elternhaus – sein Vater lädt uns ein, mit ihnen bei ihrem 2. Sohn Atai zu Mittag zu essen. Dessen Familie wohnt in einem Haus direkt an der Dorfstrasse und so kommen auch die 2 Crews, der in der Bucht liegenden Franzosenboote dorthin.

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Es ist eine grosse Grillparty unter einem Mangobaum – es geht laut und lustig zu und her  – gegessen wird alles mit den Händen – nebenbei erfahren wir so einiges über das Inselleben, über den Einfluss Frankreichs, Sprachprobleme etc – Atai ist ein Kanute (Polynesien-Aslegerboot), seines Zeichens Champion und Trainer. Ich darf später sein Boot ausprobieren – er hatte vorher wohl etwas Bedenken ob dies gut gehe – als er sieht wie ich das Boot handhabe, will er mich ins Team aufnehmen (;-). Anmerkung: diese Boote werden sitzend mit einem Stechpaddel gefahren, das nach einigen Schlägen auf die andere Seite gewechselt wird – im Gegensatz zu unseren Regattakajaks, die mit Doppelpaddel gefahren werden, sind sie wegen des Auslegers natürlich bedeutend stabiler.

IMG_1311 Atai Kanutrainer_thumb.jpg  IMG_1312_thumb.jpg  IMG_1356_thumb.jpg
Ua Pou ist auch ein geeigneter Ausgangspunkt für die Weiterreise zu den 500 Seemeilen entfernten Tuamotus – wir studieren das Wetter – es könnte etwas „heavy“ werden, wenn wir jetzt lossegeln –  andererseits möchten wir nicht eine Woche (dann Schwachwind) abwarten.

Drei erlebnisreiche Wochen auf den Marquesas gehen zu Ende – wir haben 6 Inseln besucht und dabei 300 sm versegelt – das Wetter war durchzogen, wurde aber durch die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Insulaner bei Weitem aufgewogen.

Start zu unserer bisher längsten Offshore-Fahrt ab Galapagos – 3000 sm

Start zu unserer bisher längsten Offshore-Fahrt ab Galapagos – 3000 sm

April – Mai 2011

Die NICONE eine Insel der angehaltenen Zeit in den Weiten des Pacific?

Der Bericht und die Reise sind Petra und Per gewidmet, mit denen wir in dieser Zeit in ganz besonderer Verbindung standen.

Interessant diesmal – obwohl für uns die bisher längste Offshore-Strecke von ca 3000  Seemeilen vor uns liegt, haut uns das nicht aus den Socken. Ist  es schon fast so etwas wie (gefährliche) Routine?

Wir glauben zu wissen was in schwieriger Situation oder gar im Seenotfall zu tun, allenfalls zu lassen ist – nur:  Wissen ist das eine, richtiges Handeln etwas anderes – kommt das Können dazu sowie das Vorhandensein und Funktionieren der richtigen Mittel. Sind wir genügend vorbereitet? Ist man wohl nie – wir versuchen alles im Auge zu behalten.

Sowohl der Kopf der Bordfrau wie der meinige sind seit geraumer Zeit auf das was da kommen soll, fokussiert. Nämlich schönes Segeln mit dem Südost-Passat – zu den Marquesas.

Wir wollen erst unterwegs entscheiden, ob wir möglicherweise die etwas südlicher gelegenen Gambier-Islands ansteuern wollen – sie sind etwas weniger touristisch – sollen ebenso interessant sein und werden auch von Seglern weniger angelaufen.

Dabei spielen die Windverhältnisse für die Ansteuerung und mittelfristige Überlegungen der Weiterfahrt eine wesentliche Rolle.

Um  die guten SE-Passatwinde und Strömungen westwärts zu erreichen, muss vorerst der Kalmengürtel (doldrums) durchquert werden. – in unserem Fall mit den momentananen Wind-Wetterbedingungen 250 Semeilen Südkurs – mit unkonstanten meist schwachen Winden Erst dann setzen die ersehnten Tradewinde ein.

IMG_0054 gestern grün gekauft - heute mit uns auf grosser Fahrt_thumb.jpgGut gerüstet verlassen wir am Karfreitag 22. April 2011 die Galapagosinseln, die uns so viele eindrückliche Erlebnisse vermittelten – „unsere Schweden“-.Nachbarn wollten vor  einer Woche ablegen, sind dann aber noch hängen geblieben und vorgestern gestartet. Die „Elbe“ hat nach langem Warten auf ein Ersatzteil, dieses endlich erhalten und eingebaut und meldet über Funk, dass sie kurz nach uns ebenfalls Anker auf planen. Dies wiederum hören andere am Funk und wünschen gute Reise.

IMG_0055 a passieren kleine SY unter schwedischer Flagge.jpgAm Nachmittag passieren wir eine kleine schwedische SY mit einem sehr jungen Pärchen – wir sahen sie zuvor in San Cristobal und Bekannte von ihnen wussten, dass sie auch nur minimale Ausrüstung besitzen – sichtbar z.B. am Aussenbordmotor – zur Zeit  war gerade eine andere SY ganz in der Nähe, die sie möglicherweise begleitet.

 

 

Dann letzte Landsicht – die Insel Espaniola verschwindet am Horizont und ein prächtiger Abend  stellt sich ein.

IMG_0057 a erster Abend nach verlassen Galapagos.jpg

Am Rande eines Tiefs kamen wir unter Segel und Südkurs vorerst besser voran als erhofft – dann aber kam es wie erwartet – absolute Schwachwinde in den Kalmen – für diesen Fall  beschlossen wir im Voraus nicht zu fackeln und den Motor einzusetzen. Unter voller Besegelung lief der Motor auf niedriger Drehzahl während 17 Stunden am Stück mit.

Der Ostersonntag war eher eine triste Sache: trüb, oft Regen, mal Wind, kein Wind, Motor an, ab – Passat wo bist du? Wir waren unterdessen auf  4° 43’ südlicher Breite

Einschwenken auf SE-Passat-„Autobahn“

IMG_0075a Kalmen mit Windpfeilen_thumb.jpg… dann am Abend unkonstanter Gewitterwind, der in der Folge in  noch  zögerlichen stabileren Wind übergeht, so, dass wir in der Nacht langsam auf die „Passat-Autobahn“ einschwenken können und im Laufe des Ostermontags Segeln vom Feinsten erleben.  – Wind aus Süd  mit 12 – 15 Kn – in der Früh beim Wachwechsel entdeckt Leena kleine fliegende Fische die sich in der Nacht auf unser Deck verirrt hatten.

 

 

IMG_0077_thumb.jpg  IMG_0127 a es beginnt zu tagen_thumb.jpg
Eine zögerliche Sonne hinter Wolken, leitet den Tag ein  – ich sitze einfach so im Cockpit und staune und geniesse diesen Morgen – das Boot zieht  mit 7.2 – 7.5 Kn

Speed unbeirrt auf seiner Bahn west-südwest-wärts. Gegen Mittag wird es spannend – merken plötzlich, dass die alte Bestmarke des Tagesetmals – 2009 Brasilien – von 152 sm (Strecke von Mittag zu Mittag) ins Wanken gerät – tatsächlich wird diese dann um knappe 1.5 sm überboten – nicht genug damit – wir legen an diesem Tag schliesslich 157,5 sm (Zählweise Mitternacht bis Mitternacht) zurück.

Vorentscheid – Kurs Gambier-Islands oder Marquesas

Wegen des anzulegenden Kurses gilt es bereits einen Vorentscheid Gambier-Islands (auf 23° S Lat. ) wie wir gerne möchten – oder Marquesas auf (10° S Lat.) zu fällen.

IMG_0078_thumb.jpgWir studieren die Windinformationen für die nächsten 16 Tage – Anmerkung: die ersten 5 Tage sind in dieser Region in der Regel genau, 6 und 7 tendenzmässig gut  und 8 – 16 Berechnung –  danach sind die stabilsten Windverhältnisse auf der Westtangente zwischen 7 und 10° Lat. zu erwarten (Richtung Marquesas) – dagegen ständig mehr schwache, drehende und unkonstante Winde vor den Gambier-Islands.
Vorentscheid: wir bleiben (vorerst) auf Kurs Marquesas.

Weiter mit 150 sm Etmal. Treten mal über mehrere Stunden etwas launische Windverhältnisse ein und fällt die Geschwindigkeit gegen 5.5 Knoten, empfinden wir dies als ungewöhnlich – das war bis vor Kurzem noch anders!

 

Treibende Segel-Yacht!?

An Tag 6 wird In der deutsch sprechenden Funkrunde von einer offenbar treibenden amerik. SY – ca 150 sm? vor Marquesas berichtet –  Massnahmen wurden eingeleitet – u.a. kam ein Helikopter bei einer deutschen SY – ebenfalls zu den Marquesas unterwegs – vorbei und erkundigte sich via Funk ob alles ok sei – daselbst ja.

24 Std später wird Entwarnung gegeben – die Segler haben sich am Funk gemeldet und werden bald auf  Fatu Hiva erwartet.

 

Raum, Zeit, Rhythmus

IMG_0081 a bald Sonnenuntergang_thumb.jpg
Sonenaufgänge, oft hinter Wolken und immer achteraus – wechseln sich mit Sonnenuntergängen, meist ebenfalls hinter Wolken auf Steuerbord voraus  – gute Fahrt mit dem Tradewind und immer auf Steuerbordbug.

IMG_0149 a  tagelang mit dem Tradewind auf Steuerbordbug_thumb.jpg
Bereits ist eine Woche vorüber – ringsum nur Wasser, Himmel  und ab und zu ein Vogel oder fliegende Fische zu sehen – ein Dasein jenseits von Zeit und Zivilisation – man kann sich darin verlieren – die Tage und Nächte kommen und gehen einfach so  – das Bordleben nimmt seinen Lauf  – Rhythmus Essen, Schlafen, Wache, Navigation, Bordarbeiten klappt gut.

IMG_0178 a_thumb.jpg  IMG_0179 a_thumb.jpg

Welche Zeit meinen wir eigentlich? Was ist Zeit? Zeit haben? Zeit nehmen? Unter Zeitdruck stehen? Die Antwort fällt wohl je nach Ort, Kulturkreis und Befindlichkeit anders aus. Zur Zeit sind wir eher zeitlos, haben Zeit, orientieren uns praktisch nur am täglichen Termin der Funk-Netzrunde, ansonsten am Tag- Nachtrhythmus. Dieser wiederum hat sich nach jetzt knapp 3 Wochen verschoben. Wir haben für unsern Gebrauch und Kontakte  immer noch die Galapagos-Zeit beibehalten, obwohl wir zwischenzeitlich bereits zwei weitere Zeitzonen überfahren haben – die dritte steht mit dem Überfahren des 135. Längengrades an (Memo: alle 15 Längengrade) – kein Wunder ist es erst morgens nach 09:00 hell. Werden die Galapagos-Zeit bis zur Ankunft beibehalten – dann wechseln wir und müssen aufpassen, weil sich zur Datumslinie hin nicht alles nach der 15°Längen-Regel richtet. Zur Zeit also noch 8 Std Differenz zur mitteleuropäischen Sommerzeit.

IMG_0143 a nach einer Woche über Nacht gereift und schon viele gegessen_thumb.jpgDaneben Zeit  zum Fischen, Lesen, Schreiben, Studium von techn. Handbüchern Fotografieren. Nach einer Woche sind die Bananen praktisch über Nacht reif geworden. Mit Fischen hatten wir bisher kein Glück – zwar war heute der Plastikköder angefressen und der Haken weg – armer Fisch. Auch blieb eines meiner Hobbys, das Handling des Sextanten auf der Strecke – doch keine Zeit!?

 

 

Genialer Freitag

Tag 8 – weil ein Freitag, bin ich abergläubisch skeptisch, was dieser bringen würde.

Seit Mitternacht und dann den ganzen Tag Prachtswetter mit ebensolchen  stabilen Windbedingungen – Segeln das keine Wünsche offen lässt – 24 h mit 6.5 – 8.2 Knoten Geschwindigkeit als Beilage. Die Vollbesegelung.ist die gleiche wie vor Tagen. Am Trimm gibt’s keine Veränderungen vorzunehmen. Die Selbststeueranlage macht einen guten Job.

IMG_0196 a Selbststeuerung mit Hilfs- und Pendelruder _thumb.jpg

Es gibt Momente wenn Du unten im Boot bist, da fragst Du Dich, ob der Wind abgestellt habe – es ist ruhig, das Boot fährt beinahe aufrecht fast ohne Schaukelbewegung – dann stellst du fest, dass wir mit 7 Knoten und schneller unterwegs sind – einfach genial.

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Am Mittag dann ein Etmal von 153 Seemeilen (Mittag bis Mittag) und um 24:00 Uhr  (Mitternacht bis Mitternacht) 161 Seemeilen – sind nicht zu verachten.

Zum guten Ende gibt’s heute feine Kartoffeln und franz. Käse (aus Spezialgeschäft in Santa Cruz Galapagos) zum Znacht – es war ein Ausnahme-Freitag.

Seit dem ersten Tag haben wir kein Boot  mehr gesehen. Letzte Nacht  gab das autom. Identifikations-System Alarm – aber es war nichts auszumachen, nichts zu sehen…nur elektronischer Flop?

IMG_0275a reif geworden und schon viele gegessen_thumb.jpgIn der Früh entdeckten wir 7 kleine fliegende Fische und 2 Calamari (haben nicht gewusst dass diese so hoch springen) die sich aufs Deck verirrt hatten. Meine Gedanken: es müssen allein auf dieser Strecke wohl hundertausende von fliegenden Fischen unterwegs sein, damit sich ein paar ausgerechnet auf unser Boot verirren. Weitere Reifung der Bananen und viele schon gegessen – die Staude hatten wir für ganze 2 $ auf dem Früchtemarkt in San Cristobal gekauft – sie sind klein, sehr fein und süss im Geschmack und nicht zu vergleichen mit importierten Bananen in Europa – also weiter Bananen essen… wenn das nur gut kommt.

 

IMG_0303 a_thumb.jpgDer Kurs war bisher richtig angelegt – ist ja auch nicht so schwer – werden diesen bis zu den Marquesas beibehalten statt die Gambier-Islands anzulaufen, wo die Windbedingungen in grösserem Umkreis bedeutend schlechter geworden sind.

Zur Zeit dürften es etwa 12 SY sein, welche gleichzeitig zu den Marquesas unterwegs sind – von der Funkrunde her kennt man einzelne Positionen  der Boote.

Wir haben ca 1/3 Strecke hinter und somit noch ca. 2000 sm vor uns.

 

Überraschungen

Am Sonntag 1. Mai: Wir rätseln beim Frühstück, ob der Geko – wir haben unsern Mitfahrer schon lange nicht mehr gesehen – wohl noch lebe?

IMG_0314a_thumb.jpgSeit Mitternacht torkelnde Winde aus S mit Tendenz zu SW, dann zu ESE macht uns erstmals etwas nervös – die Gribfiles (Windpfeile) sagen etwas anderes, nämlich wie bisher SSE. Wir setzen in Luv das Passatsegel, binden im Gross 3 Reffs ein (weniger Abdeckung der Genua) – Wind zunehmend, weiterhin torkelnd – ein Knall  und die Umlenkrolle der Bullentalje zerreisst es in Stücke.

Noch mit Trimm beschäftigt, sieht Leena plötzlich einen riesigen Walfisch in 30 m Entfernung auftauchen und blasen. „Bleib nur schön dort wo du bist…“ – er ist  der Lage nach von unserem Bug her nach Steuerbord gekommen. Wir staunen… so sehr, dass ich zu spät nach der Kamera renne – er ist nach Ab- und kurzem nochmaligem Auftauchen verschwunden. Er war länger als unser Boot das eine Länge ü.a. von 13 m aufweist! Was wäre gewesen wenn… ?

Am Nachmittag ist der Wind etwas konstanter, das Boot läuft trotz 2.5 – 3 m Welle stabil.

Dann noch „Übung“ – ein Ventil der Handpumpe in der Bugtoilette ist defekt – 2 ½  Std Arbeit plus „Überschwemmung“ gratis. Diese Übung kennt, wie zu vernehmen, praktisch jeder Skipper auf Langtour – so mein Selbsttrost.

Überraschung: Wie um unsere Frage beim Frühstück zu beantworten krabbelt der Geko beim Nachtessen über meine Füsse – unser Passagier ist noch da.

 

In der Nacht weckt mich die Wache haltende Bordfrau – das Boot hat bei zunehmendem Wind  und Geschwindigkeit stark angeluvt und will nicht auf seinen Kurs zurück – wir durchfahren einen Squoll (kurze Regenzone) – Handsteuerung statt Windpilot – nach 30 Minuten wieder stabile Fahrt.

IMG_0309a_thumb.jpgTagsüber „Kaiserwetter“ mit wolkenlosem Himmel und Schwärme von fliegenden Fischen. Wieder keinen Fisch gefangen – hätten gerne zum Znacht wieder mal frischen Fisch, aber bitte kein zu grosser. Gemäss Funk geht es fast allen Yachties auf dieser Strecke gleich, d.h. kein Fischerglück – gut dass wir sonst genügend Vorräte haben (;-).

Die Bananenstaude beginnt die reifen feinen Bananen z.T. abzuschütteln  – also pflücken, Leena kocht sie z.T ein, und weiterhin Bananen essen.

Via Sailmail vernehmen wir von Pedro auf Lanzarote, dass uns gemäss Internet (Yotrep) 3 weitere SY folgen – es werden natürlich nur diejenigen angezeigt, die ihre Position melden. Zwei davon kennen wir persönlich – mit der SY New Morning (US) haben wir  zur gleichen Zeit den Panamakanal durchquert und die SY Barnstorm (NZ) – mit ihnen (Roy ist NZ , seine Frau Margrith CH) haben wir einen 4tägigen Galapagos-Ausflug gemacht. Werden uns wohl auf den Marquesas wieder sehen.

Im Funk hören wir, dass die Mabuhay (CH) die Galapagos nach windarmer Zeit (wie alle) erreicht  hat – die SY Alia (CH) kennen wir von Shelterbay her, sucht eine/n Mitsegler für die Strecke Galapagos – Marquesas – ausserdem soll Bin Laden von einem amerik. Spez.-Kommando aufgegriffen und erschossen worden sein…

 

Halbdistanz

Tag 12: Heute erreichten wir Halbdistanz – feiner Duft durchzieht das Boot – Leena hat zum „Bergfest“ feines dunkles Brot gebacken, dazu gibt’s Käse und … Fruchtsaft. Auf grosser Fahrt trinken wir praktisch keinen Alkohol und haben auch nicht sehr grosses Verlangen danach.

IMG_0428 heranrollende Welle_thumb.jpg
Im weiteren gibt’s heute 3.5 m hohe Wellen – bisher 2 bis 3 m – stört uns nicht – das Boot wird achtern von den schräg heranrollenden Wogen sanft angehoben – die Welle gleitet unten durch – je nach Konstellation schlingert das Boot etwas –  auch die Wellen haben Bergfest.

IMG_0430 Wellenkamm rutscht in Fahrtrichtung (nach rechts) unter dem Boot durch _thumb.jpg

Auf dem AIS (Autom. Identifikations System) ist ein Boot in 9 sm Distanz auszumachen – bei den vorherrschenden Verhältnissen von Auge nicht sichtbar – nehme VHF-Funkkontakt auf – es handelte sich um eine grosse und schnelle SY mit 9 Personen unterwegs nach Tahiti – freundlicher Infoaustausch.

IMG_0360 Begegnung bei Halbdistanz mit chinesischem Frachter a.jpgAm späteren Nachmittag dann gleich nochmals AIS – diesmal ist es ein Frachtriese unterwegs nach Auckland NZ – um 18:30 passiert er uns im Abstand von nur 1 1/2 sm an Steuerbord, als wäre der Pacific nur eine enge Einbahnstrasse. 11 Tage lang haben wir kein Schiff gesehen und heute gleich zwei – eines digital, das andere real.

In der Nacht wird der Wind unstabil und es braucht einige Korrekturen am Windpilot.

In der Folge generell etwas weniger Wind – die guten Zeiten mit Etmalen um 150 sm

und mehr scheinen vorbei zu sein. Dies sagen auch die neusten Windprognosen, die mit den alten (guten) langfristigen nicht übereinstimmen – nun vielleicht stimmen ja auch diese nicht so ganz – die Reise wird möglicherweise etwa so lange dauern wie wir ungefähr berechnet (4 Wochen) hatten.  Auch gut so.

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Noch hängt die Equadorflagge (Galapagos) unter der Steuerbordsaling.

Wie schon gewohnt, sehen wir während des Frühstücks jeweils Schwärme von fliegenden Fischen – das Auffallende: sie sind immer gegen Wind und Wellen unterwegs – d.h. von rechts nach links – hingegen lagen diejenigen die sich nachts auf unser Deck verirrten, alle immer auf der Backbordseite – Antwort? Habe keine, will sie aber am nächsten Morgen fotografieren – sie glitzern so schön wenn sie mit hoher Geschwindigkeit übers Wasser fliegen – am nächsten Morgen haben sie wohl Ruhetag – nach fast einer Stunde warten mit schussbereiter Kamera gebe ich (vorläufig) auf.

Heute Donnerstag spinnt plötzlich die Windanzeige – statt Wind von Backbord zeigt sie  Wind von Steuerbord – wie kam das? – Versuche mit Kalibrierung nützen nichts – ist es der Geber? Muss ich auf den Mast? (damit würde ich bis Marquesas warten) – nun es ist nichts von sehr grosser Bedeutung – wir wissen „woher der Wind weht“ – also abwarten.

Nacht: das Boot läuft ruhig mit 5.5 bis 6Kn – wieder prächtiger Sternenhimmel – man könnte sich nach den Sternen orientieren und den Kurs wie die alten Seefahrer danach ausrichten – besonders schön das Kreuz des Südens und der zunehmende Mond, der wieder als kleine Sichel wie eine Wiege wenig über dem Horizont hängt… man wird etwas prosaisch…

IMG_0453_thumb.jpg …dann wieder ein Freitag der alten Sorte (nichts Besonderes) – kann meinem dringenden Schlafbedürfnis nicht nachkommen – vernehme ein Surren (Motor?) – es dauert eine Weile bis klar ist woher – die Deckpumpe begann unmotiviert selber zu laufen. Allgemein abnehmende Windstärke – von achtern her dunkle Wolken – dann etwas Regen und noch weniger Wind. Kurz vor Einnachten bergen wir das gereffte Gross-Segel – Genua kann sich besser füllen – wenn schon langsam, dann ohne zu „rupfen“. Heute hat wieder kein Fisch angebissen – in der Funkrunde melden sich nur gerade drei SY – ein hörbar enttäuschter Netzbetreiber – ab 21:00  mit mehr Wind in die Nacht.

 

IMG_0477 a_thumb.jpgBis Sonntag (Muttertag) gute Winde mit Etmalen über 140 sm – gestern letzte Bananen gegessen – heute letzte Birne – es gibt noch Äpfel (und Schokkolade (;-). Hatten bisher köstlich gegessen – ich bewundern immer wieder wie Leena das macht – meist wegen Welle und Bootsbewegungen eingehängt in der Gurte am Herd – keine einfache Sache –  weiss sie gute Menus  – die Liste lässt sich sehen – zu zubereiten. Als ich vorschlage nur etwas Einfaches zu machen, um sich vom schwierigen Kochen zu befreien, meint sie „so einfaches Zeug, da habe ich einfach keine Freude am Kochen“ – mich freut’s – Koch- und Fitness-Stunde gleichzeitig und ein IMG_0647_thumb.jpggutes Nachtessen. Gegessen wird immer im Cockpit an der frischen Luft aus dem Körbchen auf den Knien bei angerichteten Tellerservice. Dabei gilt es schon mal etwas Vorsicht walten zu lassen – da der Wind räumlich (von hinten) herein bläst, kann es sein, dass er die Speise auf dem Weg von Teller zu Mund wegbläst. Jedenfalls zeugt mein T-Shirt davon.

 

Wellen

IMG_461_thumb.jpgEin ganz besonderes Thema sind die Wellen und deren ewiges Spiel – etwas salop betrachtet, könnte man von den unregelmässigen Wellen und den langen, in diesem Fall 2.5 – 3.5 m hohen Windseewellen, welche etwa im 8 Sekunden-Takt daher gleiten (entspricht 100 m Länge dazwischen) sprechen

Allein das Beobachten und die damit einhergehenden Geräusche der heranrollenden Wassermassen sind faszinierend genug um es wieder und wieder auf sich wirken zu lassen.

Versuche immer erneut gute Fotos von Wellenbildern zu machen – stelle aber fest, dass dies eine äusserst schwierige Angelegenheit ist: räumliche Betrachtungsweise, richtiger Moment, Winkel, Licht, schaukelndes Boot, etc – die Dynamik der Wellen  lässt sich mit meinen Möglichkeiten auf einem Foto nicht annähernd so im Bild fest halten, wie ich das möchte, nämlich um dem Betrachter das Gefühl der Schönheit, der Kraft und Faszination zu vermitteln – schliesslich müsste er von den Spritzern mindestens gefühlsmässig nass werden.

 

IMG_0253 a Lifeline-Sicherung _thumb.jpgEs gibt auch immer etwas zu kontrollieren, zu reparieren bzw. zu erledigen. Heute beim Deckcheck vor dem Einnachten: 3 kleine fliegende Fische weggeräumt, Passatsegel getrimmt, eine Leine befestigt, Dingifixierung geprüft.  … dann  wurde mir wieder mal bewusst wie wichtig die Lifeline ist, als ich zwar angegurtet hinfiel mich aber noch halten konnte – es darf einfach kein Über Bord gehen geben!.

Am Morgen noch in der Dunkelheit  ein Knall – das Ableuchten des Bootes ergab vorerst nichts – dann das scheppernde Geräusch eines Falls gegen den Mast? – es war die Dirk, welche am Ende des Grossbaumes gerissen war (notabene Lizen-Stahldraht) und nun gegen den Mast  schlug und sich dort verwickelte – vorerst  also den Baum der auf dem Bimini auflag, so fixieren, dass er keinen Schaden anrichten konnte – als es hell war, galt es bei ziemlichem Seegang auf Deck und am Mast zu turnen um die Dirk zu befreien – dann abzuklären ob sie mit Bordmitteln zu reparieren sei – war es – schliesslich wieder montieren, ok!

 

Wind!? – versprochen ist versprochen (;-I)

IMG_0474 a_thumb.jpgTag 19: entgegen Windprognosen bläst der Wind statt mit 14 Kn Wind nur mit 10 und etwas später nur noch mit 6 – 8 Kn – nicht gerade das Gelbe vom Ei! Diese Wetterfritzen… Zwar haben wir im Gegenzug dafür praktisch wolkenfreies Wetter.  Gemessen an den guten Etmalen dieser Reise – steht ein Steinzeit-Etmal in Aussicht. Hadere etwas… (mit den Wetterfritzen) – warten auf mehr Wind ist angesagt.

 


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IMG_0502_thumb.jpg  IMG_0509 a_thumb.jpg
Es gibt einen weiteren Prachtstag – leider wieder entgegen den Prognosen nur mit Leichtwind – interessant dabei, dass praktisch gleichzeitig E-mails von Franz aus Oesterreich, von Pedro auf Lanzarote und Hans aus der Schweiz eintreffen – alle haben sie den gleichen Tenor – „ ja ihr habt ja „schnelle Winde“ wie wir auf unseren Wetterdaten sehen können“ – danke jedenfalls für die begleitende Unterstützung!

Die neusten Gribfiles zeigen (erst jetzt) die windärmere Zone an, mit Besserung für die Nacht auf Freitag 13. (wieder mal Freitag und erst noch der 13.!) Immerhin können wir einen weiteren schönen gemächlichen Segeltag mit ein paar Schönwetterwolken geniessen.

IMG_0548_thumb.jpgDie Sailmail-Organisation meldet uns, dass wir (ich) zu viel „Sailmail-Stationszeit“ verbraucht hätte – kein Wunder bei den mässigen Verbindungen der letzten Tage und den langsamen Übertragungsraten! – dass sie eine Meldung momentan von uns refusieren, ärgert uns dann aber schon und gibt zu denken, denn schliesslich ist die E-Mail-Verbindung  auch Bestandteil der Sicherheit auf  See! – die lernen mich noch kennen (;-) …

 

Nicht sehr oft aber immer öfters

IMG_0563 Registrierungs-Flagge in 3 Monaten wieder kürzer geworden_thumb.jpg Unsere Registrierungsflagge verkürzte sich auf dieser Reisesehr stark…niemand sieht’s ausser uns. Im Laufe des Donnerstags (21.Tag unterwegs) zeigt das Speedometer an Stelle der 4.3 bis 4.6 Kn jetzt ab und zu deren 4.9 bis 5.2 Kn SOG (speed over ground) – nicht sehr oft aber immer öfters – Anzeichen von etwas mehr Wind? Abwarten, und Kaffee trinken – in diesem Fall mit 2-3 Guetzli dazu und erstmals auf dieser Reise einer genüsslichen „Krummen Villiger“.  Denken dabei an unsere Leute zu Hause und dass wir hier schon etwas  Besonderes erleben – es ist auch ohne esoterische Betrachtungsweise, eine wohltuende innere Einkehr. Da spielen ein paar Zehntel mehr oder weniger Speed keine besondere Rolle.

IMG_0607_thumb.jpg  IMG_0612_thumb.jpg
Nun der Tag nahm  einen ruhigen Lauf, bezüglich Wind allzu ruhig – weiterer (sinnloser) Versuch fliegende Fische bei ihrem schnellen Glitzerflug zu fotografieren – Wetter – E-Mails, Bericht, Logbuch… und vorschlafen, um Nachtwach-tauglich zu sein.

Fragen uns auch, wo die „Elbe“ steckt, welche mit uns die Galapagos verlassen hat – sie verfügt über keinen HF-Seefunk – kann also mit niemandem kommunizieren, es sei denn mit einem Schiff im unmittelbaren Umkreis von 30 – 40 Seemeilen (muss man erst herausfinden). In diesem Fall ist es kein Problem über den UKW-Funk,  über welchen jede seegehende Yacht  und die Berufsschiffahrt sowieso verfügt (genügend Bordstrom vorausgesetzt). Ob sie über ein Satelliten-Telefon verfügen haben wir vergessen zu fragen. Ebenfalls sind, wie im Funknetz zu hören, z,wei kleine SY – eine holländische und eine schweizerische, Single Hand unterwegs zu den Marquesas – beide sind mit HF-Seefunk ausgerüstet. Alleine über diese Distanz ist schon bewundernswert – gesund sein und bleiben steht an oberster Position – hätte ich selber navigatorisch und mit dem Alleinsein kein grösseres Problem, so doch mit dem Schlafmanko über lange Zeit und möglicherweise mit dem Kochen  – immer Ravioli und andere Büchsenfood ist nicht gerade meines Magens Lieblingsinhalt. Nun was ist mit Leena  – sie liebt es wie ich unterwegs zu sein – ist in Bezug auf Bootsführung froh über mich – ich im Gegensatz über das was sie kann und macht – ideale Ergänzung? Nicht sehr oft, aber immer öfters und langjährig geübt (;- )!

 

Freitag 13.

…. ein Schreckgespenst vieler Seefahrer.

IMG_0654_thumb.jpg  IMG_0656_thumb.jpg
– also vorsichtig angehen wie der Wind – um Mitternacht können wir dann feststellen, dass wir mit relativ stabilem „Mehrwind“ besser als erwartet vorangekommen sind und rechnen, dass dies für die noch verbleibenden 190 sm so bleiben wird. … aber in der Nacht zum Samstag, 5 Stunden später lässt der Wind plötzlich nach.  – na ja, der kommt schon wieder – denkste – statt dessen zieht eine Schlechtwetterfront durch – der Wind dreht auf nie gehabte ENE-Richtung und verabschiedet sich dann endgültig. Im Funknetz ist von Henk dem holländischen Singlehand-Segler zu hören dass er – ein paar Tagesreisen nach Galapagos gute Winde und mit seiner kleinen 8 m- SY stolze 120 sm Etmal hinter sich hat. Nicht schlecht für solch ein kleines Boot! Wir haben diesbezüglich zum Schluss unserer Reise noch einen Wermuthstropfen – erst jetzt sagen die Gribfiles was in unserem Gebiet Sache ist  – nützt viel! – vorher aber Passatsegel runter – Segel schiften – Kurs neu, wegen besserem Winkel auf N- statt S-Anfahrt der Insel Fatu Hiva angelegt, falls doch noch Wind aufkommen sollte – der kam aber nicht … und lässt wohl noch einige Zeit auf sich warten. Das Ziel in Griffweite wollen wir aber nicht weiter herumgurken und planen den Landfall für Morgen… halt mit Motor.

IMG_0727_thumb.jpg  IMG_0696_thumb.jpg

Landfall am Sonntag 15. Mai

05:00 Wachablösung – Leena taucht ab, ich auf – kümmere mich um den Motor – der arme Kerl läuft seit 16 Stunden und natürlich wären wir unter Segel schneller, wenn… Die See ist still, beinahe Vollmond hinter milchigen Wolken.

IMG_0697 Tag 23 _thumb.jpg
Heute also Landfall ohne Wind… oder…

08:30 letzter Wachwechsel dieser Reise – ein leiser Windhauch aus ungewohnter NNW-Richtung – bevor ich noch eine Mütze Schlaf nehme, setzen wir die Genua zur Unterstützung des Motors.

IMG_0725 nach 23 Tagen Land d.h. Insel Fatu Hiva in Sicht_thumb.jpg
09:20 Leena weckt mich – Land in Sicht – die Insel Fatu Hiva zeichnet sich mit ihren markanten Bergzügen Backbord voraus am Horizont ab… so müssen es wohl  Captain Cook und seine Leute erlebt haben als für sie Neuland auftauchte.

10:00 Neue Gastlandflagge – die „Tres-Colores Equador“ wird ein-, die „Trois Couleur France“ aufgezogen.

IMG_0766 Anfahrt Jungfrauen Bucht_thumb.jpg
Was erwartet uns wohl auf der bekannt schönen Insel? Welche SY sind in der Ankerbucht mit der einmaligen Kulisse?

 

 

Zusammenfassung Seereise SY NICONE Galapagos – Marquesas 2011

IMG_0785 a angekommen_thumb.jpg

Angekommen. Wir haben die Seereise zu zweit gesund und ohne grössere Schwierigkeiten zurückgelegt und dabei:

 

3132 sm hinter uns gebracht – etwas mehr als üblich – mussten wir doch anfänglich bei den dann vorherrschenden Wetterbedingungen ziemlich südlich segeln (ca. plus 150 sm) um den SE-Passat zu erreichen.

Dauer: 23 Tage 7 Std 25 Min – eine durchschnittlich gute Zeit für die Nicone, unter  Berücksichtigung von 4 Schwachwind- und 1 Flauten-Tag.

 

Etmale (von Mittag zu Mittag): 5 x 150 sm > / 5 x 140 sm > / 6 x 130 sm > / 3 x 120 sm > / 4 x weniger als 120 sm

 

IMG_0575_thumb.jpgBesegelung:
Tag   1 – 10   Genua, Gross, Besan

Tag 11 – 15   Genua, Passat, Gross mit 2 Reff, Besan

Tag 16 – 23   Genua, Passat, Besan

Motor: täglich ca 2 h mitgelaufen um genügend Energie zu haben bes. für Funk, Kühlbox, autom. Pilot (Leichtwind), Computer (Wetter), Watermaker.

 

Unterhalt und Defekte:

Gerissene Dirk rep., geborstene Umlenkrolle von Bullentalje ersetzt, Ventil Handpumpe Toilette rep.,  – noch offen: falsche  Windmesseranzeige, 30 cm offene Naht an Genua, Führungsleinen Flake-System von Grossegel müssen ersetzt werden. Daneben Alltägliches wie Ersatz eines Mastreiters, Auswechseln einer Leine, Motor- und Geräteservice, Instandhaltung Werkzeuge (Korrosion) etc.

Diverses:

IMG_0804_thumb.jpg

Die Nachtwachen teilten wir in plus/minus 3 Std -Segmente, wobei auf dieser Route selten andere Schiffe zu erwarten sind…

Es gab gute und abwechslungsreiche Verpflegung – getrunken haben wir meist Wasser oder eine Mischung mit Fruchtsaft … und nur 1 Dose Bier, die wir erst noch unter uns aufteilten – eigentlich hatten wir gar nicht grosse Lust auf alkoholisches und dann ist da auch immer noch die Verantwortung für Boot, Crew, Sicherheit, was sicher auch eine Rolle spielte.

IMG_0805_thumb.jpgFür uns zählten die Tage und Nächte auf See zu einer Zeit die wir nicht missen möchten. Es mögen viele Gründe dafür sprechen: wir hatten das Glück keine negativen Erlebnisse zu haben – dann war es wohl auch die mentale Einstellung auf Langzeit-Land-Abwesenheit. Nicht zuletzt auch, dass wir fein und gut gegessen haben und den Rhythmus im Einklang mit Wind, See und Bordleben geniessen konnten.

Im SW der Insel San Cristobal vor Anker – Ausflüge auf Galapagos

April 2012

Ankunft und Überblick:

Wie immer gilt es sich bei Ankunft an einem neuen Ort zu orientieren. Meist hat man bereits Informationen aus Seehandbüchern, von andern Seglern  via E-mail oder Seefunk, was sehr hilfreich ist. Vor Ort gibt es einen Trans-Ocean-Stützpunkt. Es handelt sich um einen Club der die Interessen der Segler vertritt und sie unterstützt. Wir sind seit 4 Jahren Mitglied und machen einen Besuch bei Tina (Schweizerin) und ihrem Mann Manolo, die den Stützpunkt leiten und eine Reisevermittlung führen. Bekommen daselbst gute Tips und machten uns schlau über Alltägliches und die neue andere Welt.
Memo
IMG_2696 a.jpgGalapagos-Inseln d.h. urtümliche Vulkanlandschaften  mit einer grandiosen Tier – und Pflanzenwelt umgeben von Pazifikwasser. Auch dieser maritime Bereich mit seinen Meeresbewohnern ist geschützt. Die geografische Isolation, sowie die biologische Welt und evolutionären Prozesse in Fauna und Flora sind einzigartig.
1535: der Seefahrer Berlanga,  der im IMG_2755_thumb.jpgAuftrag des spanischen Königs an der heutigen Küste Kolumbiens unterwegs war, entdeckte die Galapagos-Inseln, nachdem das Schiff wegen Windstille mit dem Strom auf die Inseln driftete.

IMG_2574 Galapagos und Darwins Evolutionslehre sind eng verbunden.jpg1835: an Bord der „H:M:S Beagle“ erreichte der damals junge Naturwissenschafter Charles Darwin  Galapagos und begründete auf Grund seiner Beobachtungen die revolutionäre „Theory of the Evolution of Specis“, die 1859 veröffentlicht wurde.
1979 erklärt die UNESCO die Galapagos als Natur-Kultur-Erbe und bis dato erfolgten weitere Erlasse zum Schutze der Inseln.
Umgebung:

IMG_2543a noch eine Seemeile bis zum Segelboot.jpgSegler müssen zum Einklarieren entweder die Insel San Cristobal oder Santa Cruz anlaufen – die Aufenthaltsbewilligung wird nur für 20 Tage Aufenthalt auf den Galapagos erteilt .
Auf San Cristobal, fährt man die Wrack-Bucht  mit  der Ortschaft Puerto Baquerizo Moreno an. Es ist, obwohl nicht der grösste Ort, zugleich der Hauptort der Galapagosinseln.
In der relativ gut geschützten Ankerbucht IMG_2486 Platz an der Sonne_thumb.jpglagen während unseres Aufenthaltes immer etwa 30 SY – die meisten machen hier einen Zwischenhalt auf dem Weg zu den Marquesas. Wir treffen denn auch einige bereits bekannte Boote und lernen neue Bootsleute kennen –  interessant: Neuankömmlinge ankern oft neben Booten gleicher Herkunft oder Sprache – in unserem Falle Schweden, Norweger weil wir unter finnischer Flagge fahren – das ergibt IMG_2457 Besuch auf der schwedischen Blue Dame_thumb.jpgoft äusserst  spannende Bekanntschaften wie mit  der SY Blue Dame Swe – Monika 66 und Jan 75 sind durch den Beagle-Kanal an der Ostküste Südamerikas mit dem Humboltstrom nordwärts bis Panama gesegelt, dann wieder südwestwärts zu den Galapagos.
In der Bucht herrscht ein reges Kommen und Gehen von Tourist-Booten (Motor-Katamarane für ca 20 Personen), welche die eingeflogenen Touristen zu den verschiedenen Inseln fahren, sowie von Versorgungsschiffen. Diese ankern in der Bucht, dort  wird auf flache Lastkähne umgeladen, welche dann ihrerseits die Ware zum untiefen Ufer bringen. Von dort per Lastwagen zu den Bestimmungsorten.
Die Bucht und Umgebung wird beherrscht von den vielen Seelöwen – sie tollen um die Boote, liegen auf denselben, wenn sie hinauf können  – Dingis sind beliebte Aufenthaltsorte, weshalb die meisten Segler die billigen Wassertaxis für ½ $/Person und Fahrt benützen und das Dingi auf dem Deck Ihres Bootes belassen.
Dies und das

Wir unternehmen Landgänge, sehen am Internet via Skype unser Grosskind, Familie und Freunde, besuchen Infozentren, Treffen andere Segler zum Infoaustausch und erledigen Alltägliches:
Loser Stiftzahn wird im allg. Hospital wieder eingesetzt  – Überraschung total: gratis! – Bezahlung ausgeschlossen! – bringen anderntags „Znüni“, um mind. das Gewissen zu beruhigen.
An einem Abend als wir zum Boot zurück kehren teilt uns der Bootsnachbar mit, dass das Touristboot
auf  die Nicone gedriftet sei – die Crew sei mit grossem Dingi dazwischen gefahren – es sei offenbar nichts passiert
möchte gerne Auskunft  vom Kapitän des Bootes – keine Antwort am Funk – gehe mit Wassertaxi vorbei – Kapitän nicht da – in der Nacht legte das Boot ab – na ja
habe jedoch nichts
nachteiliges festgestellt.
Wir bunkern teuren Diesel (ca 4 x teurer für Touristen / Segler) , was erst noch behördlich bewilligt werden muss. Da wir im Funk hören dass  „Schlaumeiereien“ im Spiel sein können, filtern wir vor dem Einfüllen den Diesel – alles i.O.,  was wohl auch mit der zuverlässigen Leiterin des Trans-Ocean-Club zu tun hat, wo wir den Diesel bestellten.
Lag es am verflixten 13. des Monats oder woran – wir schalteten einen intensiven
Arbeitstag ein – Leena mit Haushalt und Wäsche – ich mit Check des Riggs, Bolzenwechsel, Stahlsicherungen abkleben, Kielstreifen am Dingi neu befestigen,
Check Motor, Bilge div. Niveaus etc. –  als der Motor läuft: plötzlich rote Lampe an der Anzeige – stelle deshalb ab – Suche beginnt – Sicherung? – Elktroschaltgehäuse?
– Hauptschalter? (ersetzt) – nichts tut sich – Motor kann nicht mehr gestartet werden – nochmals Sicherungs-Check – und siehe da
die Spezialsicherung hat einen unsichtbaren Wackelkontakt (unter Lötstelle) – perfider geht kaum – sind aber happy, dass es nichts Gröberes ist.
Etwas gröber sah es bei der SY „Elbe“ aus: sie wollten ursprünglich von Panama aus direkt die Marquesas ansteuern – Ausfall autom Windpilot – somit doch Galapagos angelaufen – warten seit 4 Wochen auf Ersatzteil – ist schon längst
beim Zoll – dort aber wurde es kompliziert.

Inselausflüge:

Auf einem Inselausflug auf San Cristobal geht’s mit einem Auto/Guide zum Fusse des Vulkan El Junco – kurzer Aufstieg auf noch wackeligen Seebeinen zum kleinen Vulkansee – es ist absolut ruhig hier – viele Vögel kreisen über dem Krater, ausserdem Aussicht über Insel – dann zu einer Aufzucht von Landschildkröten – Arterhaltung wegen Dezimierung durch Mensch und Tier – bes. durch Wilderer (Schildkrötenfleisch) und artfremde Katzen und Ratten, welche die Schildkröteneier fressen. Später an schönen Küstenstrich mit Leguanen noch Schnorcheln in brandungsgeschützem Naturpool umgeben von Lavabrocken.

Um die Galapagosinseln in der Gesamtheit etwas zu erfassen leisten wir uns  einen geführten 4-tägigen Ausflug mit einem Motorboot zu den Inseln Floriana, Isabela, Santa Cruz. Die Nicone bleibt die in der  Zeit unserer Abwesenheit
am Anker in der Ankerbucht von San Cristobal. Das ist am einfachsten so – Bootsnachbarn und ein Wassertaxidriver haben ein Auge darauf.
Es ist eine illustere Gruppe von 16 Personen plus Guide, Kapitän und Assistent, welche gut harmoniert. Neben 3 Segel-Paaren (US, NZ, CH) viele junge Frauen, meist Volontärinnen (Europa), die hier für ein paar Wochen arbeiten und Ausflüge machen.
IMG_2649_thumb.jpgDas Programm lässt sich sehen; es ist gedrängt und von einem ausgezeichnetem Guide geleitet. Die Ortsverschiebungen auf dem Wasser erfolgen mit einem Motorboot, das 3 Aussenbordmotoren à je 200 PS aufweist. Gegessen wird in verschiedenen Restaurants – überall ausgezeichnete Küche – geschlafen in Hotels, wo es kaum etwas zu bemängeln gab.

1. Tag: mit  Motorboot 2 ½ Std zur Insel Floreana – weil etwas Welle werden einige seekrank – vor Ankunft Vogelbeobachtung bei vorgelagerter kleiner Insel und etwas später Schnorcheln mit grossen bunten Fischen. 2 Seelöwen wollen offenbar mit mir spielen und dann kann ich einer grossen Wasserschildkröte folgen – grosse Momente – Roy der NZländer gab später zu, er hätte gar keine Zeit gehabt für die Tiere, denn all die anmutigen Frauen in nächster Nähe im Wasser hätten ihn abgelenkt

Highlandtour auf Insel mit interessanter Geschichte aus jüngerer Zeit – die Darsteller: Zivilisationsflüchtlinge aus Deutschland – eine oesterr. Baronesse mit 3 Lovern – ein ausgesetzter Seemann – Vergiftungen – ungeklärte Morde

IMG_2639 Vulkan Negra mit 10 Km Durchmesser_thumb.jpg
Weiterfahrt nach Villamilla grösster Ort der Galapagos auf der Insel Isabela.
2. Tag: Fahrt zum Fusse des Vulkans Negro auf holpriger Strasse – 5 Std-Wanderung – es wurden 6 – Roy verlor eine Schuhsohle, nahm einen andern Weg jetzt mit Sandalen – fanden ihn wieder nach Umweg – wandern entlang des Kraters von 10 Km Durchmesser! – Fotoapparat steigt aus (;-(  – kann vorderhand nicht rep. werden – gegen Abend: Fahrt mit kleinen Booten an Küste und Spaziergang: Pinguine, Wasserschildkröten, Seelöwen, Leguane und vielen interessanten Infos dazu – anschliessend feines Nachtessen und Kuchen: Ann-Sophie (Teilnehmerin), hat Geburtstag.
IMG_2635a Zwischenhalt bei Vulkanlanwanderung.jpg
IMG_2729 Mauer der Traenen Ex US Strafkolonie 1946 bis 1959_thumb.jpg 3.Tag: Fahrt mit offenem Bus zur „Mauer der Tränen“. 1946 landeten 300 gefangene und 30 Polizisten hier und bezogen vom Festland weit entfernt die von Amerikanern hinterlassene Infrastruktur –  diese betrieben damals auf der Insel 3 Radarstationen –  unter unmenschlichen Bedingungen und als Arbeitstherapie bauten die Sträflinge eine Mauer. Das Straflager bestand bis 1959 und es gibt vor Ort noch beteiligte Personen.

Weiterfahrt zu Flamingo-Lagune Mit dem Motorboot 2 Std zur Insel Santa Cruz – Hochlandtour mit BBQ – wild lebende Riesenlandschildkröten – Besuch eines Lavatunnels – sieht aus wie ein Eisenbahntunnel – er entsand dadurch, dass die Oberfläche abkühlte, darunter aber weiter Lava floss – Besuch der Charles Darwin Station

IMG_2742_thumb.jpg  IMG_2751a gewichtige Paarung .JPG  IMG_2787 Pelikane auf dem Fischmarkt_thumb.jpg

4.Tag: Zeit für Spaziergang am Strand – obwohl schön, verzichten die Segler  darauf (sehen viele Strände) – machen dafür Einkaufsbummel, der für uns teuer wird: neue Kamera!
Fahrt zurück nach San Cristobal – an Küste nochmals Schnorcheln – versch Riff-Fische – dann heisst es Abschied nehmen – man ist sich einig: das war eine Reise in die Geschichte, an welcher es nichts zu bemängeln gab – die Segler wollen in Kontakt bleiben.

Zurück auf dem Boot hören wir in der Funkrunde von vielen Booten die immer noch bei mässigen Windbedingungen von den Perlasinseln nach Galapagos unterwegs sind – darunter auch die  Aroha welche ursprünglich mit uns starten wollte – die Mabuhay, unsere CH-Kollegen, werden demnächst starten.

In der Folge noch ein Kunterbunt von Tätigkeiten, Kontakten, Treffs, letzte Einkäufe, Wäsche,  Vorbereitungen am und im Boot, Wetterdaten, Check-out für die längste Fahrt von ca. 3000 sm in unserem Seglerdasein.

Es ist Donnerstagabend 21.4.2011 – die Seelöwen gebärden sich wie verrückt beim Spiel ums, neben und unter dem Boot – bald schöne Erinnerung – morgen Karfreitag
wollen wir ablegen.

Alle Fotos „Im SW der Insel San Cristobal vor Anker – Ausflüge auf Galapagos“

Galapagos (Equador)

Galapagos (Equador)

März – April 2011


Verlassen Festland Panama nach den Las Perlas Inseln und Galapagos

Tage vor dem Ablegen

Der Carneval ist vorbei und mit ihm die allnächtlichen Feuerwerke.

Müssen noch unsere Europagasflaschen füllen und fahren mit dem Taxi zur offenbar einzigen Gasstation diesseitig von Panama, welche dies auch kann. Leider vergebens – wird erst später (wegen Nachwehen des Carnevals) geöffnet wie uns der bewaffnete Pförtner sagt.

Am nächsten Tag dann Gas zum zweiten – es ist zwar offen – es wird wieder gearbeitet, aber sie haben keinen Anschluss um unsere Flaschen zu füllen – das ist wohl das Ende unserer Gasgeschichte. Haben vorsorglich eine hiesige Gasflasche gekauft. Bedeutet System umbauen, wenn dann unser restliches Gas zur Neige geht.

Dafür ist endlich unsere Ware aus den USA angekommen, auf welche wir seit 3 Wochen statt der angekündigten 3-5 Tage gewartet haben. Aber zwei Artikel wurden falsch, obwohl richtig bestellt, geliefert, darunter eine Gastlandflagge, die in der richtigen Verpackung war mit der Bezeichnung Australia, aber drinnen war die Oesterreich-Flagge (Austria)… da wird / wurde in Amerika etwas verwechselt, wie die zwei amerikanischen Rocker, zu denen ich mich hinsetzte um ins Internet zu gehen; zu spät merkte ich, dass sie etwas beduselt waren und mich in ein Gelaber verwickelten. Sie meinten die Schweiz sei irgendwo im Norden (Sweden) und wir hätten doch den Everest und…

 

Wir haben etwas die Nase voll von Behörden und deren Willkür wie andere auch und gehen deshalb noch gleichen Tags zur unscheinbaren aber wichtigen und versteckten Capitaneria im Containerhafen, um auszuchecken und dann sogleich zur Immigration bei der Flamenco-Marina. Wir dürfen das Land via Perlas-Inseln verlassen um zu den Galapagos-Islands (Equador) auszureisen.

 

IMG_1977 a Vorhersage fuer die Ausbreitung des Tsunami .jpgErdbeben Japan – Tsunami

Am Freitag 11.3. (natürlich wieder mal ein unseliger Freitag) ein SMS von Tobias aus der Schweiz, gefolgt von mehreren Telefonaten und Mails, ob bei uns wegen des Erdbebens in Japan das einen Tsunami auslöste, alles ok sei.

Gehen gleich an Land und aufs Internet um uns zu informieren. Die Tsunamiwelle werde im Golf von Panama abends zur Hochwasserzeit mit ca 20cm Höhe eintreffen – dies war somit absolut vernachlässigbar – gespürt hat hier niemand etwas. Es ist ja auch so, dass mit etwas Distanz von der Küste auch eine hohe Tsunamiwelle (über grösserer Tiefe nicht überschlagend) auch für kleine Boote allgemein ungefährlich ist.

Wir besprachen die Angelegenheit auch mit zwei Seglern die über Erfahrung mit Tsunamis vor Acee / Indonesien und vor Chile hatten – in beiden Fällen waren die Boote im Küstenbereich – im einen Fall war die ankommende Welle im nahen Küstenbereich (Boot vor Anker) spürbar im andern Fall entfernte sich der Skipper bei der angesagten 3 m-Welle vor der chilenischen Küste aufs offene Meer hinaus und merkte dort nichts.

Jedenfalls allen besten Dank für die fürsorgliche Anteilnahme – wir konnten dann unsererseits melden, dass bei uns alles ok sei – leider aber ist die (Atom-) Geschichte besonders für die Menschen in Japan und evtl. den Pazifikraum noch nicht ausgestanden.

 

Die Aroha, unsere Bootsnachbarn, auch sie „Behörden-geschädigt“, legt heute ab nach den Las Perlas-Inseln. Wir erledigen noch letzte To-dos und folgen dann morgen. Decken uns auf dem riesigen Gemüse- und Früchtemarkt mit Frischware für die kommenden Wochen auf See ein. Leena verstaut alles und bereitet Eingemachtes mit „Spatz“ vor für lange Tage und Nächte auf See.

IMG_1978 Kontrolle des Eingemachten für Langstreckenfahrt_thumb.jpgGehe mit Ali (Alfred Bauhaus – sein Sohn ist der Autor des famosen Panama.Guide für Segler) nochmals in die Stadt – er um Nirosta-Material zu besorgen, ich um einen günstigen Inverter, 12 Volt / 110 Volt, (amerik. Standard) für meine 110 Volt-Geräte zu kaufen. Ali lebt von Aufträgen für Schweissarbeiten die er von Seglern erhält – von uns gab’s nur einen kleinen solchen: am Gasherd-Rechaud war ein Pfannenträger abgebrochen. Diese Arbeiten macht er auf seiner eher kleinen roten und auffälligen SY Genesis, deren Achterdeck er als Werkplatz mit einer Schweissanlage ausgerüstet hat. Er ist seit jungen Jahren auf See und weiss von vielen Erlebnissen zu berichten. Immer noch in schmerzlicher Erinnerung bei ihm, dass sie vor langer Zeit quasi mittellos aus einem griechischen Hafen ausgewiesen wurden und dies nachdem seine Frau nur drei Tagen vorher einen Sohn gebar – er als Geburtshelfer auf dem Boot, weil das Geld für das Krankenhaus nicht reichte.

 

Panama-City liegt achteraus – weiter zu den Las Perlas-Inseln

Am Samstag 12.3. verlassen wir das Festland Panama mit der gut ausgerüsteten Nicone und segeln zu den 35 Seemeilen offshore von Panama-City gelegenen Las Perlas Inseln. Ein schöner Seetag – wir ankern neben der Aroha in der Ankerbucht der touristischen Insel Contadora.

 

IMG_1992 am Strand von Contadora Islas Las Perlas.JPG
Die Las Perlas-Inselgruppe besteht aus einer grösseren und sehr vielen kleinen Inseln und Inselchen – viele unbewohnt – ein Paradies für Vögel. Für die Segler sind sie Ausgangspunkt für lange Pazifikreisen.
IMG_1993 a eine Staffel Pelikane zum Empfang.jpg
Auf Contadora gibt es einen Kleinflugplatz und ist besonderes Ausflugsziel für Leute aus Panama-City, von denen einige am Weekend mit ihren
Hochsee-Sportfischerbooten hierher kommen um in den fischreichen Gewässern ihre Angeln auszuwerfen.
Hier ist auch Günter zu Hause, der ein Funknetz (Deutsch) für Segler betreibt. Ihn sollen / wollen wir besuchen – er will mich beraten, da meine Funkaussendungen „zerstört“ seien, wie er sagt. Die rel. schlechte Aussendung (Empfang ok) unseres Funkgerätes ist uns seit Brasilien (Kurzschluss) erhalten geblieben und nun ist es Zeit, dies vor „grosser Reise“ zu beheben, da das gute Funktionieren nicht zuletzt auch ein Sicherheitsaspekt für uns selbst und andere ist.

Günter ist vor allem den deutsch sprechenden Seglern, die sich in der Gegend aufhalten ein Begriff, weshalb auch viele Deutsche, Oesterreicher und Schweizer vor Contadora den Anker werfen. Er betreibt das Pacific Island Net täglich ausser Sonntag ab 00:.00 UTC (ab Anfang April 01:00 UTC) auf Frequenz 14’135 kHz und betreut vor allem Segler, welche in den Südpazifik segeln.

IMG_2000 a Besuch bei Guenter betreut das Pacific Island Funknet auf Deutsch.jpgMitt Erik besuchen wir Günter in seinem schönen Haus über dem Meer. Nach der blossen Beschreibung der Funkanlage weiss er was alles schlecht ist – ein paar Aussagen kommen mir, der sich einigermassen in die Fachbücher und Manuels eingelesen hat, etwas spanisch vor – bleibe aber höflich und mache nur andeutungsweise Einwände… seine Reaktion: „aber die verstehen doch alle nichts und die Amis sind sowieso…“ Er gibt mir und Erik Infos über die seiner Meinung nach klaren Schwachpunkte und erklärt mit Vehemenz, dass es diese sein müssen und wie sie zu beheben sind.

Nehme darauf hin mit Peter Marxen dem Funktechniker von Panama (siehe Feb/März-Bericht). Kontakt auf – er kennt Günter gut (;-) – dann geht es Schlag auf Schlag – ich gebe das Funkgerät samt Pactor der Frau von Günter mit, die sowieso nach Panama fliegt, und die es Peter M. zu Test- und Reparaturzwecken übergibt.

Zwei Tage darauf ist Peter M., „den wir einfliegen lassen“ (100 $), mit den rep. und kalibrierten Geräten bei uns auf dem Boot – freudiges Wiedersehen – Check aller Kabel und Verbindungsleitungen – gemeinsames Erneuern und löten von Steckern und Einbau. Mit Erik von der Aroha, der an der Sache interessiert ist, staunen wir dann aber nicht schlecht, dass er so ziemlich alles das Gegenteil macht, als es von Kollege Günter empfohlen wurde – meine Skepsis war also begründet, aber wie erkläre ich dies später Günter am Funknetz? Merken sofort, dass Peter M. weiss wo der Hase im Pfeffer liegt. Nach einem knappen Tag ist alles „in Butter“ von der Antenne über Verbindung zum Tuner und Leitungen zum Funkgerät und Paktor, inklusive Erdung. Peter M. will es genau wissen, macht viele Checks und testet Einstellungen und versendet und empfängt Sailmails, nimmt sogleich Funkkontakte auf mit einem Costaricaner, einem Brasilianer und einem Schweizer. Dann meint er ziemlich trocken „ na mein Freund das war’s“ – Super Service – er nimmt nur minimale Bezahlung an – bedanke mich mit einem Präsent aus der Schweiz – eine Einladung uns ein Stück Seeweg zu begleiten liegt für ihn aber nicht drin. Wir bringen Peter wieder an Land und verabschieden uns von einem guten Freund.

Schnell ist wieder eine Woche verflogen. Habe mit Erik zusammen vertiefte Einblicke in die Welt des Funkes mit interessanten diesbezüglichen technischen Details erhalten und dabei für die eigene Funktätigkeit viel gelernt. Daneben reinigten wir tauchend das Unterwasser der SY Aroha, welches einem Pflanzplätz glich – merke: das Pazifikwasser ist hier nur 21°C und damit um einiges kühler als das 27° C warme Wasser der Karibik. Erik der Computerspezialist bringt Verbesserungen an unseren zwei Computern an – einer gehört der Bordfrau und dient als Navigationsreserve. Selber bastelte ich an einer 2. neuen Antenne und verbrachte mehrmals Zeit auf dem Besanmast.

Bei einer Fahrt zum Strand verpassten wir den entscheidenden Moment beim Anlanden was je nach Ort und Tidenstand z.T. eine verzwickte Sache sein kann. Eine Welle erfasste das Dingi und brachte uns in Schieflage, eine zweite Welle füllte das schon fast am Strand angekommene Dingi mit Wasser und Sand und erwischte Monika und Leena (bereits knietief im Wasser stehend) bis zu den Hüften und mich halbwegs aussteigend mit voller Breitseite – anwesende Einheimische fanden unsere Landung offenbar als etwas Normales – lachend und triffend machten wir uns auf den Weg zum Einkaufen.

Da Heinz, der Oesterreicher mit dem Cat Mambo eintrifft, verbleiben wir noch einen Tag – sind mit einem weiteren Paar aus Oesterreich auf der Aroha zum Sundowner eingeladen und laden Heinz unsererseits – er ist alleine; seine Frau kommt bald aus Oesterreich zurück – zum Nachtessen ein.

Am Morgen waren plötzlich viele Sportfischerboote, die früh von Panama herüber brausten, in der Bucht vor Anker, derweil Heinz seinen Cat Mambo verlegen musste, weil er bei fallender Tide auf einem Gesteins-Spot leicht aufbrummte! – nichts geschehen! Kann später eine englische SY warnen, welche just am gleichen Platz, nun bei hohem Wasserstand ankern wollte.

Am Sonntag, 20.März – wir treffen Vorbereitungen zum Ablegen – erreicht uns die halbwegs erwartete (Leena verweist auf Vollmond) SMS-Nachricht, dass wir erstmals Grosseltern einer gesunden Sanna-Liisa geworden sind. Wow – dies veranlasst uns mit Freunden auf das neue Leben anzustossen – Leena hatte für diesen Zweck mit Gespür (woher – Termin wäre etwas später) und weiser Voraussicht eine Flasche Sekt kalt gestellt.

IMG_2031 Espiritu Santo Hochwasser.jpgZwei Stunden später segeln wir zur 17 sm entfernten Insel Espiritu Santo. Als die Segel gesetzt waren, flog wohl zum Abschied eine Staffel Pelikane vor dem Bug vorbei. Zusammen mit der Aroha, welche mit uns hierher segelte, ankern wir in einer herrlichen, ruhigen Ankerbucht, welche wir zur Hochwasserzeit anfahren und die unter
Seglern sehr beliebt ist – es sind noch fünf andere SY hier. Fast alle ankern sie in einer Linie, nämlich der schmalen Tiefenrinne zwischen Insel und Festland entlang. Der Grund: es ist Springzeit (Vollmond) mit entsprechend hoher Tide bzw. tiefem Springniedrigwasser. Geniessen den Abend in der ruhigen Natur pur.
IMG_2046a Nicone.jpg  IMG_2031b eine selten gewordene Collin Archer_thumb.jpg  IMG_2032 mehr als nur Strandgut .jpg
Nächsten Vormittag machen wir mit Monika und Erik einen Landgang bei Ebbe. Bei 5.5 m weniger Wasser zeigt sich uns ein interessantes verändertes Landschaftsbild.
IMG_2031a Espiritu Santo Niedrigwasser.jpg

Dort wo wir gestern bei Ankunft freien Wasserweg hatten, ist jetzt ein GesteinsbergSpäter gehe ich am Ankerplatz nochinsWasser um die Wasserlinie zu reinigen – das Wasser ist trüb – auch eine Qualle zieht vorbei – die Strömung ist ausser ordentlich stark, so dass ich selbst mit den Flossen dagegen ankämpfen muss.
IMG_2049 a von fallender Tide ueberrascht   gerettet.jpg
Am Abend dann Funknetz – unsere Anlage funktioniert bestens – u.a. haben wir Kontakt mit der SY 42 – Altbekannte – welche zu den Gambier-Islands unterwegs sind.

IMG_2051 sucht nach Perlen_thumb.jpg
Am folgenden Morgen bietet sich uns ein unerhörtes Schauspiel – hunderte von Pelikanen und Kormoranen geben sich ein Stelldichein.

IMG_2059 a Paradies für Pelikane und Kormorane.jpg

IMG_2076a Pelikane, Pelikane.jpg  IMG_2087 meisterhafte Flugtechnik.jpg

IMG_2092 a Fregattvoegel.jpg  IMG_2096 a.jpg

In den nächsten Tagen wollen wir nach den Galapagos starten – die 7-Tage Langfristprognosen (via Sailmail / Pactor) sind nicht gerade berauschend. Wir machen einen Inselhupf weiter – die Aroha bleibt noch da – wollen über Funk in Kontakt bleiben.

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Am Abend nach etwas heikler Anfahrt durch ein Riffgebiet mit langen, hohen Brandungswellen, ankern wir auf der Südseite der Isla Canas – Ankunft bei Hochwasser – also Ankern „weit draussen“, heisst auf 40 Fuss über Grund, um bei Niedrigwasser und Welle noch über genügender Tiefe zu sein.
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Kurz vor Sonnenuntergang kommen noch zwei weitere SY in die Bucht, sowie Fischer denen wir 3 kleinere Fische abkaufen.In der Nacht gab’s ziemlich Schwell. Auch diese Bucht weist trübes Wasser mit Quallen auf. – Morgenfunk mit Aroha – Sailmails – dann relativ anspruchsvolle Dingitour zum Fischerdorf Ensenada – wollen Früchte kaufen – gab es nicht – dafür nette Leute, wildromantische Inselwelt mit Riffs, Untiefen, hohen Brandungswellen, viele Vögel.

IMG_2141 Ausflug im Dingi.jpg  IMG_2142 Foto vom Dingi aus.jpg  IMG_2156a.jpg

IMG_2159 abgelegenes Fischerdorf Ensenada.jpg  IMG_2165 einer von vielen_thumb.jpg  IMG_2167a .jpg

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Erst im Laufe des Nachmittags kommt Wind auf – wir heben den Anker und segeln 9.5 sm zur Ankerbucht San Telmo der Hauptinsel Del Rey – entgegen unserer ersten Absicht nehmen wir vorsichtig eine Abkürzung, wohl wissend, dass wir wegen Strömung, Riffen und Brechern aufpassen müssen. Dann zur Sicherheit doch mit einer Zusatzschlaufe laufen wir in die letzte Bucht? vor dem Start nach Galapagos ein – Leena macht eine feine Fischsuppe und zufrieden mit Erlebtem und Aussichten gehen wir in die Koje.

 

Start Galapagos 

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24.03.11 Tag 1:

Am Morgen wissen wir noch nicht ob wir heute zur ca. 900 sm langen Reise zu den Galapagos starten wollen. Die Nacht war wegen Schwell unruhig.

Von weit her kommt ein kleines Kanu mit einigen Früchten vorbei, die wir kaufen. Wir sollen Abfälle mitgeben und falls es geht etwas für seine 4 kleinen Kinder (geben Guetzli und Fruchtsaft).

Die 7-Tage Langfristprognosen sagen für die ersten 2 Tage gute N – und SE-Wind voraus – somit gut für unsern Kurs SW-wärts – dann aber Schwachwinde kreuz und quer und Gegenwind aus SW. Weiter warten auf bessere Windverhältnisse? Was ist nach den 7 Tagen? Warten ist nicht gerade unsere Stärke, lieben wir doch eher das Unterwegs sein auf See, auch wenn dies nicht ganz einfach sein sollte.

Mit momentanem Südwind kreuzen wir mal einfach so in der Bucht auf um evtl am südlichsten Ankerplatz der Perlas Inseln oder einer Insel auf der Westseite des Kaps zu ankern.  Als wir das schöne wilde Südkap Punta Cocos auf Pos. 08°13.1’N – 078°53.3^W zur Mittagszeit passieren, beschliessen wir gleich durchzustarten im Sinne: „das Wetter findet statt“ – der Wind wird unterschiedlich mässig sein – stürmisches Wetter kann ausgeschlossen werden – wir stellen uns auf langsames Vorwärtskommen ein.

 

Kurz nach unserem Beschluss werden wir über Funk von der SY New Morning angerufen – es handelte sich um eine amerikanische SY vom vorletzten Ankerplatz, welche uns via AIS (Alarm Iidentifikations System) identifiziert und unsere Fahrt mitverfolgt hatte. Sie wollten wissen, ob der südlichste Ankerplatz an welchem wir soeben vorbeisegelten für Ankern und Warten (Galapagos-Start) geeignet sei, was wir wegen des dortigen Schwells verneinten – im weiteren Gespräch stellte sich heraus, dass die New Morning bei der Panamakanal-Passage im hinter uns liegenden Paket lag und Fotos von uns machte, wie auch wir von ihnen, ohne bisher in Kontakt zu kommen – nun vereinbarten wir, uns auf Galapagos zu treffen!

 

Kurze Zeit danach tauchten um uns Wahle auf – zuerst glaubten wir an grosse Delphine – sahen dann, dass es sich – nach Konsultation von speziellen Fischkarten, um Killerwahle handelte. Dies wurde deutlich als ein paar von ihnen direkt neben dem Boot auftauchten – sie hatten fast halbe Bootslänge, bzw,. 5 – 6 m – nach einiger Zeit verschwanden alle wieder.

Ab 16:00 hatten wir schönen Speed – konnten aber den Windpiloten nicht benützen, weil das Dingi noch an den Davits hing und damit war er nicht einsetzbar. Wir waren uns dessen bewusst und wollen das Dingi bei einer der angesagten Flauten an Deck nehmen und bis dahin mit dem automatischen Piloten fahren, der aber nicht zu sehr belastet werden sollte. Dann um 19:00 Hektik: Funknetz-Runde – fast gleichzeitig muss wegen starker Windzunahme gerefft werden – Speed bis 8.6 Knoten – der automatische Pilot fällt aus – merken nicht sofort, dass nur die Sicherung neu gedrückt werden musste – wir dachten schon an Schlimmeres – dann wegen Tanker Ausweichkurs segeln – um Mitternacht nochmals einem Frachter ausweichen – ein ereignisreicher Start.

25.03.11 Tag 2:

IMG_2286a mal Ananas.jpgDie erste Nacht von Hand gesteuert um den automatischen Piloten wegen rel. hohem Energieverbrauch unter Segel nicht zu benützen (spielt keine Rolle wenn Motor in Betrieb). Erinnerte uns an die Atlantiküberfahrt, als der neue Windpilot nicht funktionierte… hinterher sind wir stolz sagen zu können, dass wir den Atlantik – vor 2 Jahren – damals mit Hans Howald zu dritt – von Hand gesteuert haben.

Als der Wind am Mittag nachlässt, bergen wir die Genua und das Grosstuch, lassen den Besan stehen um leichter Kurs zu halten, nehmen das zu Wasser gelassene Dingi längsseits und nehmen zuerst den Aussenborder an Deck, dann das Dingi aufs Vordeck – was sonst am Ankerplatz Routine ist, erweist sich selbst unter äusserst langsamer Fahrt als anspruchsvolle Übung – aber geschafft – wir können den Windpilot in Betrieb nehmen der das Bordleben doch so viel angenehmer macht.

Um 20:00 Funknetzrunde: neben Positions- Kurs- Wind- etc Angaben von rund 10 Booten auch folgende Meldung: die SY Amigo kaufte in San Cristobal auf den Galapagos via Überbringer zum Ankerplatz Diesel in Bidons – als Beweis für guten Diesel erhielten sie eine mit Diesel gefüllte Petflasche mit sichtbar guter Dieselqualität – in den undurchsichtigen Bidons befand sich allerdings verdreckter mit Altöl und Wasser durchsetzter Diesel!!! Die Galone (3.8 Lt) à 5.- $… auch werden Probleme und Warnungen betreffend Abriss durch Agenten ausgesprochen – wir sind gewarnt.

26.03.11 Tag 3:

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Nicht immer Stiller Ozean warum bist Du so still? Nachdem das erste Etmal (12:00 Mittag bis 12:00 Mittag des nächsten Tages) noch 122 sm betrug, werden es in Zukunft, wie beim letzten, bei eintreffenden Windprognosen noch um 80 -90 sm sein.

Am Nachmittag nach 3 Std dümpeln (Lunch, Kaffee, Lesen), fahren wir mit langsamer Motorfahrt weiter.

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Leena beobachtet 3 Delphine während ich schlafe, später umkreisen zwei besonders schöne Möven?  mit orangen Schnäbeln und langen Schwänzen unser Boot und kurz darauf hechtet ein grosser ca 2 m langer Sailfisch (wird bis 100 Kg schwer ) mehrmals senkrecht in die Luft – er hat unsern ausgelegten Fischköder erwischt und dann abgerissen -den Fotoapparat hatte ich aber zur Hand! Wir sind froh -wie hätten wir ihn an Bord nehmen sollen, wie umbringen, zubereiten und ständig Fisch essen…
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Es ist der Tag der Tiere: Selten, doch ab und zu zeigt sich wie heute Abend im Cockpit ein kleiner Geko – dies seit 3 Wochen – wir wissen nicht wie er an Bord kam, wo er sich versteckt hält und von was er sich ernährt – fühlt sich offenbar wohl bei uns und stört nicht.
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27.03.11 Tag 4:

Mässig Wind mit 5 – 7 Kn pendelnd zwischen SW und SE

Telefon via Satellit von unsere Tochter Petra und von Per: „ob wir gut sitzen?“… also: „ falls alles gut gehe erwarten sie Anfang Oktober ein Baby“ – wunderbar – freut uns sehr in kurzer Zeit zum zweiten Mal Grosseltern werden zu können! Darauf stossen wir an – schon wieder Sekt – wenn das so weiter geht haben wir nicht mal einen guten Tropfen für geplante Ereignisse wie Äquator-Überquerung etc.(;-).

Ab 16:00 kreuzen wir erstmals bei Schwachwind aus SSW auf. Interessant: dank Tidenstrom gelangen wir 178° südwärts statt der Am-Wind-Ausrichtung des Bootes von 138°.
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28.03.11 Tag 5:

IMG_2312a hoechste Zeit fuer den Sundowner.jpgDer Wind ändert sich nicht – da können wir noch so viele Wetterdaten herein holen wie wir wollen… mit guter Windstärke von 12 – 17 Kn, leider genau auf die Nase, gilt es weiterhin aufzukreuzen – stört uns eigentlich nicht, wenn da nur nicht die relativ kurzen steilen Windwellen wären, die dadurch entstehen, dass sie auf die entgegen laufende Strömung treffen und das Boot abbremsen, weil es zu stampfen beginnt. Ansonsten schöner Segeltag ohne Motoreinsatz.

Wir haben uns nun an den Seerhythmus mit den Nachtwachen gewöhnt, trotzdem bin ich nicht so zuverlässig wie die Bordfrau und verschlafe…


29.03.11 Tag 6:

IMG_2287 a mal Papaya, Mango, Bananen.jpgWeiterhin Aufkreuzen bei S bis SSW-Wind von 10 – 18 Kn (kurz) – 3 Wenden – Luvgewinn heute 60 sm bei 90 sm über Grund – resultatmässig miserabel – aber nicht zu ändern… wie sagte doch „der andere“: Aufkreuzen ist Sch…, die Distanz ist 2 x grösser, die Zeit dafür 3 x länger und der Ärger 4 x höher. Wir nehmen’s gelassen. Nach genauer Analyse der Gribfils sollten wir in ca. 6 Std einen Anliegerkurs auf Galapagos halten können. Ja – nach 5 1/2 Std haben wir den ersehnten Kurs.

Über Funk erörtern wir mit der Aroha, die noch auf den Perlas ist und zögert ob sie starten soll, die weitere Wetterentwicklung. Unabhängig voneinander stellen wir fest, dass für weitere 7 Tage die gleichen Bedingungen sein werden wie bei unserem Start. Sie beschliessen deshalb kurzentschlossen nach Panama zurück zu seglen, um ein paar Dinge zu erledigen und dann mit eventuell besseren Bedingungen zu starten.

30.03.11 Tag 7:

Um 01:00 hatten wir einen Tanker (AIS) Backbord voraus – um 03:10 passieren wir den offenbar treibenden Tanker (Panne?) unter Motor in 2 sm Abstand ohne auf uns aufmerksam zu machen.

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Heute gibt es Pendelwind zwischen SW – SSE. Kürzere Phasen unter Motor bei unkonstanten Winden – bleiben auf Anliegerkurs 241° – noch 340 sm bis Galapagos.

Die mit unserem Boot vergleichbare SY Amigo benötigte vor ca 1 Monat bei submaximalen Windbedingungen aus NE nur gerade 5 ½ Tage für die Strecke Perlas – Galapagos – d.h. mit durchschnittlichen Etmalen um 160 sm – super – wir werden dagegen mit den derzeitigen Windverhältnissen voraussichtlich etwa 11-12 Tage benötigen mit Etmalen um 85 sm und Umwegen durch Aufkreuzen. Unterdessen sind, wie wir hören, 2 schwedische SY mit gleichen Wettervoraussetzungen wie wir nach den Galapagos gestartet – die müssen verrückt sein… (;-)

31.03.11 Tag 8:

Wieder ruhige Nacht mit Sternenhimmel und kleiner abnehmender Mondsichel.

IMG_2308 a .jpgEin weiterer schöner Tag wartet uns – die Nacht war relativ kühl mit viel Tau am Morgen. Mit Unterbrüchen die meiste Zeit SSE – der Stärke 7 – 12 Knoten, was bei gekräuselter See auf dem Am Wind-Kurs <4> Kn Speed zulässt. Angenehme langgezogene Wellen (z.Z. 1.5 – 1.8m hoch), welche im Rhythmus von 10 – 12 Sek. das Boot sanft ansteigen und wieder genauso abwärts gleiten lassen.

Die Gribfiles mit Angaben über Windstärke, Richtung, Wellenhöhe und Hoch-Tiefdruckgebiete, waren auf dieser bisherigen Reise recht genau – sie treffen jedoch nicht immer zu – was diesmal eher zu unserem Vorteil gewesen wäre (fast jede Windrichtung wäre besser).

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Wie fast täglich am Abend kommen bei Sonnenuntergang 2 oder 3 Möven vorbei – bleiben kurz in der Nähe und verschwinden dann wieder – ob es immer dieselben sind? Als wir bereits an Motorfahrt dachten, kam etwas Wind auf – wir gleiten in die Nacht.

01.04.11 Tag 9:

Kurzgeschichte: der Wind ist mit Sonnenaufgang zusammengefallen – ganzer Tag diesbezügliche tote Hose – Refrain: nicht immer Stiller Ozean, wie kannst Du nur so still sein? 

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In der Folge schliesslich während 16 Std langsame Motorfahrt um den Motor zu schonen und Diesel zu sparen – natürlich ist wieder mal Freitag – man wird etwas abergläubisch (;-) – In den Tanks ist noch absolut genügend Diesel bis Galapagos – werden aber je nach Situation diesen mit Bidons ergänzen müssen – heisst 20 Lt-Bidons schleppen, an Bord bringen, einfüllen.

Machen heute vorwiegend Schreibarbeiten, Studieren Segelberichte über die Pazifikinseln und überprüfen unsere Mittel- und Langfristpläne – es könnten auch die weniger touristischen Gambier-Islands sein statt die Marquesas – mit knapp 3000 sm etwa gleiche Distanz, etwas südlicher gelegen.

02.04.11 Tag 10:

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Äquatorüberquerung zum Dritten – erstmals 2009 südwärts nach Brasilien – im gleichen Jahr nordwärts nach Trinidad – es wird schon bald Routine…

Ab 00:00 bis 13:00 mit Schleichfahrt, immerhin unter Segel und Halbwind (SE aus ca. 90° zum Boot) unterwegs – dass wir überhaupt segeln können ist schon bemerkenswert – dann stellt der Wind aber ab und wir den Motor an, um kurz darauf festzustellen, dass wir einen NE-Kurs (180° Gegenrichtung) hatten – will die Nicone etwa nicht über den Äquator? – hatte vergessen den Windpiloten aus- und den automatischen Pilot einzuschalten.

Um 13:50 Äquatorüberquerung von Nord nach Süd auf 00°00,000’ – 087°30.438’W – für den spez. Moment hat Leena feines Brot gebacken und hält nach nord. Tradition Butter und Salz und natürlich einen feinen Drink bereit – hmmm

Bei Sonnenuntergang sind die? 3 Möven wieder da!

Müssen Berechnungen anstellen um bei Tag anzukommen – müssten sofort mit 6 Kn (Motor) losfahren um morgen knapp vor dem Eindunkeln anzukommen – beschliessen jedoch nicht zu „murksen“ und die Ankunft, soweit beim Schwachwind berechenbar, auf Montag früh zu verlegen.

03.04.11 Tag 11

IMG_2349a  Anfahrt San Cristobal Galapagos bei Sonnenaufgang.jpgDen ganzen Tag bleiben uns schwache und unkonstante Winde erhalten. Nehmen noch eine Kursänderung vor und fahren die Insel San Cristobal von der Westseite an. Diese ist zwar bis zum Eindunkeln nicht zu sehen und auch in der kommenden Nacht nur zu erahnen – zudem unbefeuert. Beim Norkap der Insel – das wir in 5 sm Distanz umfahren, sind starke Strömungen, welche dauernd die Richtung wechseln, spürbar.


04.04.11 Tag 12

Auf der Westseite der Insel können wir Mitstrom von 2 Kn plus verzeichnen. Um 06:00 höre ich das typische Prusten von Delfinen neben dem Boot, ohne sie in der Dunkelheit zu sehen. 07:10 kurz nach Sonnenaufgang prächtiges Panorama mit bizarren Felsen (Rocas Pateadora) und der sanften Bergkette von San Cristobal.

IMG_2364a gruene Vulkanlandschaft.jpg
Höchste Zeit für Wechsel der Gastlandflagge – Panamaflagge nach langer Zeit ab und Equadorflagge aufziehen. Geniessen die Anfahrt und haben es so gar nicht eilig um anzukommen.Dann eine Hai- Fischflosse – schwimmt in etwas Distanz am Heck vorbei – kurz darauf springt ein Manta hoch aus dem Wasser und vollzieht einen Doppelsalto – seltener und faszinierender Anblick!

IMG_2355a vorbeiziehender Hai.jpg  IMG_2362 markanter Anfahhrtsfelsen der Naufragio Bay_thumb.jpg
09:00 Anfahrt Naufragio-Bay / San Cristobal – Vorbereitungen – Boot klarieren

09:20 vor Anker fest, wo das Boot nun wohl 2 – 3 Wochen bleiben wird. Einmal mehr liegen wir wie in Panama neben der Sail away .

Sofort kommt ein Wassertaxi – Agent Pablo kommt kurz danach mit dem Portcaptain (Militär) einer Agraragentin und einem Nationalparkwächter für das Einklarieren an Bord. Bootscheck bezüglich Hygiene, Einfuhrprodukte etc – ansonsten Administration – ist nach 30 Min erledigt und kostet:

Capitania (Militärverwaltung) 150$, Agraragentin 30$, Nationalparkgebühr obligat. Je 100$/Person, Agent Pablo 120$ – somit für uns 500$.

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Gleich anschliessend mit Wassertaxi an Land – überall Seehunde im Wasser, auf Booten und Parkbänken etc. – imposant – wir sind im Lande Darwins angekommen.

Zusammenfassung der Reise von Islas Perlas / Panama nach Isla San Cristobal / 

Eine Traumdestination ist erreicht.

Wetter und Reise:

Die Langfristprognosen waren vor der Abfahrt (und sind es nooch) sehr mässig – da kein Schwerwetter in Sicht war, wollten wir lieber auf See sein statt „ zu warten“

Windprognosen waren (diesmal) recht genau: 11/2 Tg raum, 6 1/2 Tg Schwachwind, ganze Zeit am Wind, davon 3 Tg aufgekreuzt (plus 150 sm), 1 Tag Motor, 1 Tg Halbwind. Ab Tag 7 Anliegerkurs <240°> auf Galapagos / San Cristobal

Boot:

Haben diese „ruhigen“ Tage genossen – Ausnahme 1 Tg „Stampfen“ des Bootes wegen rel. kurzen Windwellen die sich gegen starke Strömung aufbauten.

Total 1021 Seemeilen – inkl ca. 150 sm für Aufkreuzen.

Etmale 75, meist 80 – 90 und 100 – 120 Seemeilen – bescheiden – angesichts der Verhältnisse ok.

Motor war, wenn in Betrieb, niedertourig mitgelaufen,: 77 Std. / Dieselverbrauch 140 Lt

Besonderes:

Faszinierende Geräusche (Wellen, Boot, Tiere), phosphorisierende Wellen in der Nacht – in einer Nacht wegen sich leicht überwerfenden Wellen fast blendend!

Tiere allg wenig unterwegs – Wahle – Vögel – Sailfisch etc. – kein Fischerglück.

Richtiger Seerhythmus stellte sich nach 3 – 5 Tagen ein, heisst insbesondere Bordleben mit Wachen, Schlafmangement – kochen, essen kein Problem.

Die Befindlichkeitstabelle bezüglich Geschwindigkeit haben wir für diese Reise fast halbieren müssen: liegt „normal und gut „ allgemein bei 5 Kn Speed, so waren es auf dieser Reise 2.5 – 3 Kn (;-)

Alle Fotos Galapagos (Equador) März – April 2011