Woche 25 und 26 15. – 28.06 2009

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geniessen diese Bergwelt

Projekt Dieseltanköffnungen – Autoausflug Chapada Diamantina – interessanter Rückweg

Wir wollen gegen Ende dieser Woche mit Freunden einen mehrtägigen Landausflug mit dem Auto unternehmen und vorher noch Visa und Zollpapiere für weitere 3 Monate Brasilienaufenthalt verlängern. Weil Festtage bevorstehen kehren wir mit dem Boot frühzeitig  nach Salvador zurück.

Dien Rückfahrt von der Insel Itaparica nach Salvador wollten wir eigentlich wegen Wind auf die Nase und Schlechtwetter unter Motor zurücklegen – daraus wurde nichts – der Motor spinnt wieder mal, d.h. offenbar reagiert er immer noch auf verschmutzten Diesel  – also Segel gesetzt und bei stark zunehmendem Wind und Wellen aufgekreuzt – die Heiligen der Bucht aller Heiligen sind uns wahrlich nicht gut gesinnt.

Ein Check der wiederholten Motorprobleme ergibt wie erwartet noch immer verschmutzten Diesel – jetzt ist aber „genug Heu drunten“ – die beiden Dieseltanks müssen komplett gereinigt werden – dazu müssen Öffnungen in die Tanks aus Nirosta gemacht werden – keine einfache Sache; sie müssen ja auch wieder absolut dicht verschlossen werden können – die Arbeiten wollen wir gemäss ausgearbeitetem Projekt nach unserem Landausflug mit „Marcelo und Assistenten“ anpacken.

Für die Verlängerung der Papiere benötigen wir einen Tag: 1. Marinabüro  – 2. Zollbüro – 3. Police Federal – 4. Emigrantenpolizei beim weit aussen liegenden Flughafen – 5. wieder zurück zum Zoll: dort haben und machen sie Probleme, dann ist plötzlich alles ok.

Unseren Landausflug starten wir mit 2 Autos – im einen mit Silvana (Brasilianerin fährt liebend gern) am Steuer, sowie Manfred und wir beide – im anderen die beiden Südafrikaner Roland und Miki.

Chapada Diamantina ist ein Nationalpark im Hinterland von Bahia mit Hochplateaus, grünen Tälern, Wasserfällen und Flüssen, ehemaligen Diamantenminenstädten, aber auch ausgedörrten Landstrichen. Die sehr armen Bewohner dieser Steppengebiete packen nach Dürren jeweils ihre Habseligkeiten und suchen Arbeit im Süden, um danach wieder hierher zurück zu kehren.

Nach 350 Km machen wir Halt in Lençois dem eigentlichen Ausgangspunkt von Chapada Diamantina und beziehen eine angenehme Pousada (Pension). Das Städtchen ist bereits für den Sao Joao (St. Johannes-Tag) aufs Feinste geschmückt. Hier wurden um 1820 die ersten Diamanten gefunden, was viele Glücksritter aus ganz Brasilien herlockte.
Eine eintägige Autotour führt uns durch die wilde prächtige Berglandschaft mit Naturstrassen, Flüssen und Wasserfällen – machen immer wieder Fotohalte.
Tags darauf geht’s zu einer kurzen Wanderung zu einem Fluss hinunter und diesem entlang über Stock und Stein zu einem gewaltig schönen und hohen Wasserfall, mit Sportangeboten wie Klettern, Seilrutsche, oder auch nur Baden in den Felsbecken – auf dem Rückweg, es ist heiss, geniesse ich ein „kühlendes Bad“ (ca 25° C), danach noch Fotos von den kleinen hier lebenden Affen und der üppigen Vegetation. Dabei huscht eine nicht zu übersehende ca. 2m lange Schlange über den Weg. Auf der Rückfahrt machen wir am Fusse eines zylinderförmigen Berges Halt und besteigen diesen unter Aufsicht eines Guides im oberen Teil – Die Aussicht ist phänomenal, ebenso die Vegetation. Beim Abstieg sehen wir zum zweiten Mal heute eine Schlange mit etwas weniger Umfang aber ebenso lang wie die erste.
Am 4. Tag fahren wir wieder ostwärts zur Küste. Da Richtung und Wegweiser nicht immer klar sind, fragen wir in den Ortschaften ab und zu nach dem Weg. In Jaçu erklären uns 2 Lastwagenmechaniker, dass es ab hier bis Melagres viele Überfälle gebe… es handelt sich um ein einsames Steppengebiet (Sertao), wo viele arme Leute leben. Am Ortsausgang treffen wir auf ein Polizeiauto und fragen nochmals bezüglich Sicherheit. Die freundliche Antwort ist ja, es gebe häufige Überfälle, aber da wir ja 2 Autos wären, sei die Gefahr weniger gross… die Polizisten geben noch ein paar Tipps, dann fahren wir los ins „Niemandsland“ – es hätte uns überhaupt nicht gewundert, wäre dort plötzlich ein bewaffneter Cowboy vom Kaliber eines Westernheldes wie Jon Wayne aufgetaucht. Die 40 Km durch die einsame Gegend mit schlechter Strasse waren wirklich abenteuerlich – alles gut gegangen, was wir am andern Ende der Strasse bei Km 0, bei der Strassenbeiz mit Saft direkt aus der Kokosnuss begiessen. Zur Küste hin gab’s Regenwetter und nach Bezug einer netten Pousada, einen Strandspaziergang – in der Nichtsaison wie jetzt ist es fast menschenleer. Geniessen am Abend bei ernsthafter und auch lustiger Unterhaltung feine Fische und spezielle Getränke.
Der folgende Tag ist Silvanas Tag – sie ist in der Gegend von Nazaré aufgewachsen und kennt hier Land und Leute. Wir besichtigen viele Töpfereien – alle am selben Ort und meistens Familienbetriebe in einfachen Hütten. Danach Besuch einer Schnappsbrennerei, wo nach alter Sitte Rum gebrannt wird – der Liter von hervorragender Qualität kostet direkt ab Brennerei 3.60 R$ (knappe 2 CHF). Wir beladen die Autos mit 5 Kisten – eine davon für uns (beliebter Geschenkartikel (;-). In Nazaré Besichtigung des Zentrums, darunter das  älteste  Kino von 1927, das in Brasilien noch in Betrieb ist, sowie die Kirche oberhalb der Stadt mit prächtige Aussicht. Am Abend wiederum feines Essen vis à vis Pousada – die Getränkeliste ist für einmal etwas länger als die der Speisen.
Dann geht unser toller Landausflug zu Ende – Fahrt via Insel Itaparica und Fähre zurück nach Salvador – wieder einrichten auf dem Boot und Kontaktpflege mit unseren Lieben zu Hause.
Der Rest der Woche ist zur Hauptsache den Diesel-Tanköffnungen gewidmet. Diese Arbeit stellt sich als hartnäckig und mühsam heraus, ist aber nötig damit die beiden Dieseltanks vollständig gereinigt werden können. Es stellte sich heraus, dass besonders der eine der beiden Tanks stark mit gallertartigen schwarzen Klumpen (sog. Diesel-Bakterien) verschmutzt war, welche zur Verstopfung der Filter und damit zu Motorproblemen führte. Nun schnurrt der Motor wieder wie eine Katze.

Impressionen – Woche 25 und 26   15. –  28.06 2009:

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