Von Suriname nach Trinidad

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Die Zeit drängte wieder mal und bereits nach 10 Tagen schönem Flussleben verliessen wir am 28. Oktober nur ungern liebgewonnene Menschen und ihre Umgebung.

Aus Sicherheitsgründen beabsichtigen wir die 500 Seemeilen bis Trinidad mit relativ grossem Küstenabstand von 30 bis 100 sm, je nach Küstenverlauf, zu segeln.

Die, wegen langer Flussausfahrt , nicht ganz einfache Tidenberechnung ergab, dass wir gegen Abend die offene See erreichten.

Zunächst erwartete uns ein unbeschreibliches Farbenspiel am Himmel, hervorgezaubert durch die hinter Wolken untergehende Sonne.

Mit NE-Wind und gutem Speed ging’s in die erste Nacht, wobei wir besonders auf 3 Fischerboote achten mussten – wir hatten noch nicht den beabsichtigten Küstenabstand erreicht.

Von Freund Dorival erhalten wir via Funk die Wetterprognosen für unser Seegebiet und geben ihm unsere Position durch. Später gibt’s Halbmond und weitere Fischerboote. Am folgenden Vormittag flaute der Wind ab und drehte auf SE – zeitweise will nicht mal der Spinnaker richtig stehen. Immerhin brauchte es fast 1 Stunde Einsatz um diesen, bei rollender See mit 2 m Wellen (Fetch) aus N und Windwellen aus SE, zu setzen. Es gab mehrere Frachter und um 14.00 ein Fischerboot, 2 sm an Backbord achteraus und in einem Abstand von 75 sm zur Küste, was doch etwas erstaunlich ist… vorerst gleicher Kurs wie wir… verschwand aber später…

Die folgenden Tage fordern uns, ohne dass wir gut voran kommen. Ein paar Bemerkungen aus dem Logbuch: – plötzlicher Winddreher – schifften – neu trimmen – Regen – auffrischend – super – Speed 6.2 – 8.0 Kn – fällt zusammen – was kommt jetzt? – natürlich Winddreher – wieder schifften, trimmen – mühsam ist ein Kosewort. Dann plötzliches Rauschen hörbar und starke Beschleunigung spürbar – Boot luvt stark an – wir sind eben in einen stärkeren Squoll (Gewitterregen mit starken Böen) gesegelt – nach 10 Minuten ist’s vorbei, sowohl Regen als auch Wind…

Das Ganze ist mit ständigem Überwachen und mit Korrekturen am Windpilot verbunden, der ansonsten hervorragend steuert, aber bei den ständig auffrischenden und abflauenden bzw schwachen Winden aus verschiedener Richtung „leicht überfordert“ ist – wegen dem daraus resultierenden Schlafmanko zerrt es aber auch an uns selbst.

Nach Mitternacht des vierten Tages sind wir in 50 sm von der Ostküste von Trinidad unterwegs und runden später den NE-Zipfel. In dieser Region sind sehr starke Strömungen spürbar, wovor auch die Seekarten warnen. Sie können drastisch und kurz auftreten oder über mehrere Stunden anhalten. Wir werden bei Bohrinseln regelrecht darauf hin versetzt – das Überwachungsboot setzte sich bereits in Bewegung – drehte aber wieder ab als es offenbar sah, dass wir uns – mit Motorunterstützung – auf Distanz halten konnten. Die Stromversetzung brachte mich dazu, mich wieder ein Mal mit dem Stromdreieck auseinander zu setzen – Denksport!

Wie beabsichtigt erreichen wir bei Tageslicht den Entradapoint, eine schluchtartige Durchfahrt. Delfine zur Begrüssung und etwas Wildwasser bei der Einfahrt, hervorgerufen durch Tidenwechsel und N setzende Gegenströmung. Etwas später erreichen wir die Chaguarama-Bay, und legen gleich am Custom-Steg an. Als ich dem freundlichen Immigrationsoffizier erkläre dass wir soeben um 09.00 angekommen seien, meint er verblüfft wie das möglich wäre, es sei jetzt erst 08.20

(merke: Trinidad ist eine Stunde zurück). Auf der Suche nach einem Ankerplatz treffen wir auf die SY Anne X und ankern gleich daneben mit Landleinen – Wiedersehen – Ankertrunk – Neuigkeiten.

Impressionen – Von Suriname nach Trinidad:

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