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Der befahrbare Teil des Rio Chagres liegt nur unweit südwestlich der Shelterbay (Marina). Der längste Fluss Panamas ist eng verbunden mit der Geschichte von Pionieren bevor die Panama Railroad gebaut wurde, sowie im Zusammenhang mit dem Bau des Panamakanals.
„Der Rio Chagres hat mehr Gold gesehen als alle Flüsse der Welt zusammen“…
1910 wurde der Fluss eingedämmt und bildet seither den Gatunsee, dessen Wasser zum Betrieb der Schleusen des Panamakanals verwendet wird. 6 Seemeilen sind von See her kommend bis knapp unterhalb des Gatun-Staudamms navigierbar.
Am 28. April fahren wir mit dem Frühbus von der Shelterbay-Marina nach Colon und klarieren aus. Dort man nimmt sich Zeit – im Büro sind 7 Angestellte – alle tratschen kreuz und quer, lesen Zeitung etc. – eine Person bedient uns als wäre dies das erste mal… – dann zurück und wir verabschieden uns von verschiedenen Bekannten.
Ablegen und Ausfahrt durch die Wellenbrecher, sodann „scharf links“ – wegen Schwachwind fahren wir mit Motor und teilweiser Unterstützung durch die Genua und erreichen nach ca 10 Seemeilen am frühen Nachmittag die wegen Riffen, Brandung und Untiefen heikle Einfahrt in die Flussmündung. Über dieser trohnt die Ruine von Fort San Lorenzo. Die relativ ruhige See und die exakten Waypoints erlauben eine aufregende aber schliesslich problemlose Einfahrt in den Rio Chagres, der alsdann bis hinauf zum Gatunstaudamm und zu den Ufern hin eine Tiefe von 6 – 10 m aufweist.
Es ist ein mystischer Ort im Dschungel. Die Stille wird ab und zu von Tierlauten, besonders dem Gebrüll von Brüllaffen, die man aber nicht zu Gesicht bekommt, unterbrochen. Wir fahren flussaufwärts – treffen unterwegs einen vor Anker liegenden Catamaran und sehen kurz darauf erstmals ein frei lebendes Krokodil, das aber bevor ich den Fotoapparat bereit habe, in ca 30 m Distanz vor uns abtaucht. Beim Staudamm treten wir die Rückfahrt an und ankern am Abend in der Nähe des Cats und lassen dort das etwas mystische Ambiente auf uns einwirken.
Beim Eindunkeln sind die Grillen zu hören, nachher ist es absolut still…stiller geht nicht! Wir schlafen ausgezeichnet und ohne Mückenplage, die wir befürchtet hatten.
Am nächsten Vormittag regnet es eine knappe Stunde wie aus Kübeln – wir sammeln 20 Lt „kühles“ Regenwasser ein und verlassen am Mittag den absolut ruhigen Ankerplatz und fahren bis zum Mündungsbecken zurück, wo wir in 500 m Distanz zum Fort Lorenzo erneut vor Anker gehen. Dort probieren wir unser neues Dingi aus, gehen an Land und besuchen nach einem kurzen Umweg und Fussmarsch das Fort San Lorenzo.
Zu dessen Geschichte: Es wurde im Auftrag vom spanischen König Phillip II zur Befestigung bzw zum Schutz gegen Piraten erbaut. Aber knapp 50 Jahre später begegnet man hier wiederum dem Seeräüber Henry Morgan. Ein Plakat weiss folgendes zu berichten: Er eroberte 1670 das Fort als ersten Schritt auf dem Weg nach Panama City – nur 30 von über 300 Spaniern überlebten – er liess 500 Mann zur Bewachung, sowie 150 Mann in Schiffen im Rio Chagres zurück und machte sich mit 1200 Mann ! auf die schwierige Reise durch den Rio Chagres dann durch den Camino del Cruces – attakierte und zerstörte Panama City – kehrte zum Fort San Lorenzo zurück – verteilte die Beute und zerstörte das Fort.
Wir bleiben noch eine Nacht im Rio Chagres bevor wir unsere Reise ein Stück zurück in nordöstlicher Richtung mit späterem Ziel San-Blas-Inseln fortsetzen.
Ipmpressionen – Im Rio Chagres:
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