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von Trinidad bis Sint Maarten
Von Berichten und von Kennern der Karibik – einige davon sind hier jahrelang hängen geblieben – nicht nur des Segelns wegen – wissen wir in etwa was uns erwartet. In der Nicht-Hurrikan Zeit von Dez. bis Mai ist in der Regel schönes Wetter (2009 war es offenbar allgemein nicht so toll). Dann auch warmes, klares Wasser, schöne Ankerplätze, aber auch überfüllte Häfen und Wassersportbetrieb bei auserlesenen Spots, viel Charterbetrieb und teilweise überrissene Preise… so war es! Das Bild wurde abgerundet durch gute Begegnungen mit Leuten aller Hautfarben und natürlich feinen Segelbedingungen.
15.12.2009
Start in Chaguarama / Trinidad bei guten Amwind-Bedingungen, etwas rauer See und z.T. stark NW setzender Strömung mit entsprechendem Vorhalt mit Kurs Grenada. Wir geniessen die neue Freiheit wieder auf See zu sein.
Holen Neffe Tobias ab und besuchen in den folgenden Tagen, jeweils mit langen Kreuzschlägen auf die See hinaus, die schönen Buchten an der Südostküste Grenadas.
21.12. 2009
Segeln in der Nacht bei angenehmen Bedingungen zurück nach Trinidad, wo wir anderntags in der Funkrunde hören, dass die Segelyacht T, die in der selben Nacht in Gegenrichtung unterwegs war, Opfer eines Piratenüberfalls war – komische Gefühle – war wochenlang Tagesgespräch weit herum, wie wir feststellen.
Miriam und Marc kommen an Bord – leider ist ein Koffer abhanden gekommen.
Feiern Weihnachten mal anders, nämlich bei BQ auf dem Marinagelände bei 28° C
27.12. 2009
Haben noch auf Koffer gewartet, vergeblich – segeln wieder nordwärts nach Grenada. Wegen des Piratenüberfalls vor ein paar Tagen segeln wir im Konvoi mit der Dänischen SY Naveren, nachts ohne Lichterführung und leichtem Umweg, wobei die Naveren mit 9 Personen an Bord, uns wie ein Schatten in knappen 3 – 4 Bootslängen Steuerbord achteraus folgt. Bei der relativ rauen See hätten es Piraten wohl ohnehin nicht so einfach geschafft, an Bord zu gelangen.
Es folgten herrliche Tage beim Segeln mit junger Crew, kleinen Etappen durch die Grenadinen dem schönsten Revier der Windward Islands. Neujahr auf Union Island, dann folgen Tobago Cays (Schnorcheln bei grossen Schildkröten), Canuan, Mustique mit Britania Bay, Bequia mit Admirality Bay. Wir geniessen das Bordleben, die Landgänge, den Sundowner, das Baden und Schnorcheln im klaren warmen Wasser. Nicht zu vergessen die feine Bordküche von Leena und der Crew – alles gute Köche – ich bin der einzige der nicht Kochen kann – im Abwasch bin ich aber Spitze! (jemand muss doch dies erwähnen)… Gehen ab und zu fein Essen in Uferbeiz – damit ich nicht zuviel abwaschen muss (;-).
Es folgt die letzte Etappe für unseren Besuch: wir starten am Mittag 4.1.2010 in der Admirality Bay auf Bequia, bekommen bei stark gerefften Segeln um Mitternacht die Winddüse im St Vincent-Channel zu spüren – „wir fliegen dahin“ – super – bergen aber das Grossegel komplett und schlüpfen bei Tagesanbruch in die traumhafte Marigot Bay auf St Lucia. Geniessen den letzten gemeinsamen Tag und Abend.
Miriam und Marc verlassen uns anderntags und 1 Tag später auch Tobias – es war eine selten schöne Zeit, die natürlich zu schnell vorüber war, mit unseren jungen Leuten.
Sind für kurze Zeit wieder zu zweit und segeln zur Rodney Bay und weiter nach Martinique. Im dazwischen liegende St-Lucia-Channel lieferten wir uns ein “Bord an Bord Race „ mit einer Canadischen Yacht. Dies während langer Zeit bei 25-30 Knoten Wind, einem hart am Wind Kurs, choppy Sea, Böen und Spritzern (Douchen) auf den 26 Seemeilen bis Martinique, wo die etwas kleinere „Herausforderer-Yacht“ mit 1 Stunde Rückstand eintrifft nachdem wir uns auf dem letzten Drittel der Strecke absetzten (;-).
Eher zum Missfallen der Bordfrau, dringt manchmal meine Lust am Wettkampf bei mir durch…
In Forte de France auf Martinique kommt Pedro von Lanzarote als neues Crew-Mitglied an Bord – er wollte ursprünglich mit uns den Atlantik überqueren und ist jetzt auf den Spuren seiner Jugend, als er als Funker auf einem Frachter in der Karibik unterwegs war.
19.01.2010
Nach kurzer Angewöhnung für Pedro segeln wir weiter zu den Leeward Islands, vorerst nach Dominica, wo wir der Küste entlang bis zum wenig touristischen Portsmouths segeln und das bisher wohl kürzeste Einklarierungsverfahren erleben. Mit Eric Spagetti, so sein Firmenname unternehmen wir mit seinem Ruder- und Motorboot eine eindrückliche Rivertour ins nahe Sumpfgebiet. Am nächsten Tag machen wir mit einem Kleinbus eine Inseltour auf die östliche Inselseite u.a. zu einem Indianerreservat, bei dem es ausser schönen Häusern (weil von Regierung subventioniert) nichts Besonderes gibt.
Nach 3 Tagen segeln wir zu den Iles du Saint auf Guadeloupe und etwas später nach Pointe à Pitre zur Marina im Zentrum des schmetterlingförmigen Guadeloups.
Wollen hier sofern möglich einiges erledigen und uns dann Richtung Kuba absetzen.
Die Ankerwinsch macht Sorge und es fehlen uns Karten bzw. Seehandbücher. Erledigen viele Internetanliegen, können aber mehrere To-dos nicht abhaken und planen statt direkt nach Dominikanischer Republik und Kuba abzulegen, weiter nordwärts nach Antigua – Sint Maarten evtl bis zu den Virgin Islands zu segeln und versuchen, fehlendes zu ergänzen – nachher dürfte es schwierig werden…
Lernen Rolf kennen der unter CH-Flagge eine Amel Santorin fährt – man staune er ist vom Nachbardorf Scheuren!…
Für die Weiterfahrt nordwärts wäre die naheste Verbindung die durch die Mitte von Guadeloupe führende Seestrasse mit vielen Untiefen und der Zugang ist mit einer Brücke gesperrt, die nur um 04.00 öffnet . Segler berichten von heikler Durchfahrt und schwieriger Beleuchtung der Bojen. Also umsegeln wir den westlichen Schmetterlingsflügel und gehen nachts in der Anse Deshaies am NW-Zipfel vor Anker.
29.01.2010
Segeln am Wind mit 24 – 31 Kn NE-Wind und starkem Seegang nach Antigua – für Pedro war’s speziell, erlebte er doch erstmals etwas rauere Verhältnisse mit denen er in der Karibik nicht rechnete. Dann Einfahrt in den geschichtsträchtigen English Harbor von Antigua. Der Hafen ist voller Segelyachten und wir müssen mehrmals neu Ankern, weil dieser nicht hält – es geht andern ebenso. Treffen auf Travor den Südafrikaner – haben ihn in Salvador und Trinidad auf der SY Gazelle gesehen – er hat jetzt auf Deutscher Super-Racingyacht angeheuert. In der Folge ist es relativ kühl und es gibt Böen und Regenschauer. Besuchen noch die Hauptstadt St. John, bekommen auch hier nicht was wir benötigen. Nach Rückkehr sind wieder mehrere Yachten auf Drift gegangen – also aufpassen und Ankerwache. Dann am nächsten Tag kurzer Landgang: Ausklarieren, Nelson-Museum, Internet (Wetter)
01.02.2010
Legen ab und segeln über Nacht bei hervorragenden Bedingungen mit raumem Wind von Steuerbord und schiebender Welle nach Sint Maarten, wo wir nach 99 sm in den Morgenstunden in der Südbucht ankern – hierher kommen auch alle Kreuzfahrtschiffe – zur Zeit gleich 6, welche mit ihren Touristen Phillipsburg „überschwemmen“.
Wir wechseln anderntags in die Simpson Bay – gehen auf Erkundungstour und erhalten hier was das Seglerherz begehrt – wir werden hier eine neue Ankerwinsch einbauen, eine Wante ersetzen (erst 1 Jahr alt mit Riss einer Litze), können die lang gesuchten sog. Monellnieten für Maststufen sowie Seeliteratur und diverses kaufen, das seit längerer Zeit auf der Einkaufsliste steht. Fahren am nächsten Tag bei Brückenöffnung in die Lagune zum Workpier, baue die alte Ankerwinsch aus – nach dem Weekend wird die neue eingebaut , was einige Anpassungen bedingt. Dazwischen feiern wir Geburtstag – bin jetzt Pensionär… hm (;-) – gehen zum Internet Leena und Pedro unternehmen eine Inseltour, während ich mir einen neuen Zahn einsetzen lasse; machen Einkäufe, etc. Es ist eine interessante Busy-Zeit und die Tage verfliegen nur so. Trotzdem bleibt jeweils Zeit für die abendliche Happyhour in der Strandbeiz, wo sich viele Segler und interessante Leute treffen und viele Schicksale von Segler/innen aus aller Welt erörtert werden.
Wir wollen Morgen 10.02.2010 nach Kuba ablegen.
Impressionen – Karibik – Kleine Antillen:
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