Vom Mar Menor nach Almeriea (252 sm) / es wartet Arbeit mit Windpilot
Wie fast immer in letzter Zeit habe wegen der Hitze (auch Nachts nicht unter 25°C und rel. hohe Luftfeuchtigkeit) im Cockpit geschlafen – beim Erwachen geht soeben die Sonne auf und ich staune nicht schlecht, dass wir das einzige Boot vor Anker sind. Gestern Abend waren es noch etwa 20 Boote.
Nach Verlassen des Mar Menor heisst es Aufkreuzen. Nach 35 von 45 sm hart am Wind erreichten wir Cartagena – Eva freut sich und wir mit ihr. Sie konnte sich vorher das Leben auf dem Boot nicht so recht vorstellen… übrigens die Windansage war Schwachwind aus Nord und Ost – effektiv kam er entgegengesetzt aus Südwest mit 4 und 5 Beaufort – uns war’s recht (;-)
Wir bleiben noch einen Tag hier und machen allerhand Besorgungen. Cartagena ist für Eva und Julian auch Rückreiseort – sie verlassen uns morgen.
Hier treffen wir einen Altbekannten: Craig den alleine segelnde Amerikaner trafen wir letztes Jahr in Brindisi – er unterwegs nach Croatien – wir nach der Türkei – jetzt beide Richtung Atlantik.
Mit dem Abmustern von Eva und Julian geht eine lebendige und interessante Zeit zu Ende – wieder mal Abschied… Für beide ging der Törn wegen offenen gesundheitlichen Fragen über Erwarten gut.
Wir segeln los und erreichen unser Tagesziel nach flotter Fahrt schneller als erwartet. Am Ankerplatz in der schönen Cala Bardina, 3 sm vor Aguiles, gibt es jede Menge Wind und Böen – ob sich dies mit dem Sunset legt? Während wir mit Martin, einem Finnen und dem Amerikaner Craig beim Ankertrunk sind, macht ein Holländer 5 Ankerversuche und wechselt den Anker. Selber mache ich mit dem Schnorchel noch Ankerkontrolle bei 4 SY und fahre danach unseren Anker noch etwas ein – obwohl sandiger Grund, handelt es sich wohl nur um eine rel. dünne Schicht über Steinen.
In der Nacht hat der Wind nachgelassen, dafür gab es Schwell in die Bucht und damit eher unruhigen Schlaf.
Am Freitag nimmt der Finne Martin mit seiner SY HR von 1976 und Craig Kurs nach Marokko. Wir fahren beim Cabo de Gata – also um die Ecke beim Katzenkap – in das Alboran-Meer. Dies ist der „Schlauch“ in der Ost-West-Achse, der sich bis Gibraltar erstreckt. Mit rassiger Fahrt erreichen wir auf Vorwindkreuz Almeria. Hier sollten wir dann morgen unsere Windpilotanlage erhalten und danach montieren – entsprechend gespannt sind wir, ob es klappen wird. Der Windpilot wird das Bordleben erleichtern, weil das Steuern auf langen Strecken entfällt, wozu unser automatischer Pilot – mit elektrischer Energie – zwar ebenfalls dienen könnte, aber bei stärkeren Winden allenfalls an seine Grenzen käme. Kommt dazu, dass wir die elektr. Energie – immer ein Thema auf SY – anderweitig brauchen können.
Am Samstag dann mit Bus zum Flughafen – die Anlage – 65 kg in 2 Paketen – kommt pünktlich aus Hamburg an. Mit unserer Beute und Taxi zurück zum Hafen – auspacken – Studium des Zusammensetzspiels und der Montage – die Anleitung ist eigentlich deutsch-gründlich, aber nicht ganz einfach – also noch schnell eine Rückfrage beim Konstrukteur bzw. Lieferanten – E-mail sei Dank – dann ist Bett-Time, wären da nicht noch einige Fotos und … zu bearbeiten – ja, ja, selber schuld…
Sonntag ist’s – von wegen Entspannen – beim Aufstehen muss ich nicht lange auf die Antwort aus Hamburg warten, womit das Abenteuer der Montage beginnen kann. Messen, Markieren, Nachmessen, evtl. doch anders… Ob ich mir da nicht zuviel zutraue? Nun vorerst muss die Heckleiter entfernt werden… dazu und für die Montage des Windpiloten benötig man Zugang zur Heckwand von innen… das wiederum bedeutet die Rückwand des Stauraumes im „Schlafzimmer“ entfernen… dies wiederum alles dortige entfernen… usw. – es wird sicher spannend… gemäss Herstellerangaben muss für ein Zweimannteam etwa 5 Std (sicher sind das Profis) gerechnet werden, sofern alles vorbereitet ist… mit der Hilfe der Bordfrau könnten wir es in ca. 2 Tagen schaffen. Dies im Bewusstsein, dass diese Geschichte eine Fortsetzung haben wird. Als Folge müssen andere zwar „vorgedachte“ Punkte, wie wohin mit dem Dingi, dem Aussenbordmotor, evtl. neue Heckleiter etc. gelöst werden.
Aber am Abend ist der erste Support montiert, die Teile vorbereitet, wir wieder sauber gedoucht und fein gegessen – ein spezieller Beitrag der Bordfrau zum Gelingen.
- Impressionen – Woche 33 / 11. – 17. August 2008: