Woche 22 / 26. Mai – 1. Juni 2008

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Strand von Monastier

Monastier Tunesien – Ausflug in die Wüste

Wetter diese Woche:
Ganze Zeit schön bei 24 – 28°C; der starke SE-Wind hält, seit wir Malta verlassen haben weiterhin an und bringt Sand mit sich. Die Boote im Hafen zeigen alle Spuren des Sandes, was aber neben des Schönheitsfehlers nicht weiter von besonderer Bedeutung ist.

Montag –Mittwoch:
„Akklimatisieren“ an Land und Leute sowie Gepflogenheiten kennen lernen und orientieren über: Marina als geschützter und bewachter Bereich, dann Stadt Monastir und das Land selbst mit seiner vielfältigen Geschichte und Entwicklung.

Donnerstag / Freitag:
Touristenrundfahrt mit Bus – über 1000 Km – bis in den Süden an den Rand der Sahara. Wir dürfen feststellen, dass uns dies als Start mit den anschaulichen und interessanten Informationen einen guten Überblick über die Entwicklung Tunesiens erlaubte.
Die Reise:
Hier die Kurzinfos bzw. ein kurzer chronologischer Abriss unserer Reise:
– Start um 0630 – statt des erwarteten Landcruisers (4-6 Personen) fährt ein Car mit 40 Personen vor – vielleicht besser so!? – oder doch nicht: ein geschlossener Bahnübergang mit Halbbarrieren wird kurzerhand umfahren – ein Zug ist weit und breit nicht zu sehen.
– Fahrt südwärts mit riesigen Olivenplantagen: zu 80% privat – Hauptexportartikel vor allem nach Italien und Frankreich – Ernte von Hand dauert länger, dafür bessere (beste (;-) )Qualität – Grosser Abstand der Bäume wegen langer Wurzeln – oft Kaktuszäune gegen Eindringlinge. Aus den Kaktusfrüchten wird die Konfitüre „Hindi“ gemacht.
– Besichtigung des Kolosseums von El Djem: sechstgrösstes und eines der prächtig-sten und best erhaltenen Amphitheaters, 30’000 Personen fassend.
– Infos auf der Weiterfahrt: 10 Mill. Einwohner in Tunesien, 98,7 % sind Muslime, 1% Juden und 0,3 % Christen  – 50 %  der Einwohner sind unter 20 Jahre alt. 6 Mill. Touristen pro Jahr – 1/3 des Landes ist Wüste: Stein-, Salz- oder Sandwüste – Niederschläge pro Jahr: im N 1000 – 1200 mm; in der Mitte 400 – 700 mm und im S 25 – 200 mm. Gleiche Jahreszeiten wie Europa, Sommerbeginn ab 1. Juni. –  die Sahelzone (Küstengebiet) bildet die Abgrenzung zum Innenland und die Salzseen (Schott) bilden den Übergang zur Sahara im Süden.
– Stadt Sfax: mit 300’000 Einw. zweitgrösste Stadt – starke Zerstörung nach heftigem Bombardement im Zweiten Weltkrieg.
– Ort Skhira: Benzinproduktion bes. für Italien – für Tunesier ist das Benzin mit 0.7 Euro pro Liter sehr teuer (Vergleich Europa um 1.5 Euro). Im Gegensatz dazu kosten in Lybien 60 – 70 Liter Benzin ganze 4 Euro. Das hat zur Folge, dass Strassenverkäufer Lybisches Benzin zu 0.3 Euro / Liter anbieten, was von der Regierung geduldet wird, da es sich um arme Leute in dieser Gegend handelt.
– von Skhira weiter nach Gabes: unterwegs sind mehrere Strassenrestaurants zu sehen, bei denen Schafe neben den Tischen geschlachtet, dann gegrillt und serviert  werden. Gabes hat die einzige und ganz besonders schöne Küstenoase Nordafrikas (neben Küstenoasen gibt es noch Wüsten- und Bergoasen).
– nach Gabes führt die Strasse landeinwärts ins Bergland von Matmata – hier herrscht vor allem eine Kraterlandschaft vor in welche die Berber Höhlenwohnungen gegraben haben um sich vor der Hitze zu schützen – wir besichtigen eine solche noch bewohnte Höhle mit Hof , Stall und versch. Zimmern. Der Unterschied der Aussen- zur Innentemperatur beträgt 12°C  – im Sommer beträgt die Aussentemp. hier um 45°C und im Winter bis – 4°C – zwischen Arabischen und Tunesischen Berbern gibt’s praktisch keine Unterschiede: Bewohner der Steinwüste, gleiche Sprache, leben von Ziegen, Hühnern, Schafen, Flechtwaren etc. und heute zu 70% vom Tourismus.
– hier stieg meine Kamera aus !!! L
– 800’000 Südtunesier leben in Europa, spez. in Italien und Frankreich.
– Seit der Unabhängikeit 1956 ist  die Schule im ganzen Land nach europ. Muster Pflicht.
– In Douz gibt’s am Nordrand der Sahara eine kurze Wüstentour mit Dromedar bzw. per Kutsche – das Erlebnis ist eindrücklich – wir begreifen die Faszination der Wüste (abgesehen vom Rummel der vielen Touristen, welche hier sind).
– In Kibili fand bis zum 19. Jh. der grösste Sklavenmarkt statt. Es handelte sich um Sklaven aus dem Sudan. Hier gibt’s thermische Quellen und bis vor 30 Jahren fand hier ein grosser Dromedarmarkt statt.
– Tombar und Umgebung fallen durch grosse Dattelplantagen (Wald) auf.
– Durchquerung des riesigen Salzsees „Chott el Jerid“, der jetzt trocken ist (Ausnahme ein Rinnsal) und nur im Winter wenig Wasser hat.
-In Touzeur gibt’s Nachtessen und Unterkunft in einem prächtigen Hotel.
– Aufstehen um 0430 Uhr! – Frühstück – Fahrt mit Landcruisern durch Steinwüste zum Atlasgebirge der Grenze zu Algerien. – Aufstieg zur Quelle einer prächtigen Oase – beim Abstieg passieren wir ein Dorf, das vor ein paar Jahren durch 3 Wochen anhaltenden Regen (Auflösung des Lehms) zerstört wurde.
– dann Weiterfahrt zu einem Mini Grand Canjon, natürlich mit dem zu erwartenden Touristenrummel und vielen Verkaufsständen.
– Es folgte die Fahrt retour nach Touzeur – dabei sehen wir ganze Karawanen von Landcruisern welche denselben Ausflug machen – Anmerkung: die Strasse ist hervorragend, weshalb Landcruiser ist unklar (moderne Kamele?).
Wieder zurück wartet bereits eine stattliche Anzahl Kutschen, welche uns zu einer Dattel- und Bananenplantage bringt. Hier erfahren wir Interessantes zur Pflege jedes Baumes und zur Ernte.
Die Busfahrt zurück erfolgt über Gafsa, Jelma nach Kairouan (heilige Stadt), wo es die älteste Moschee in Afrika (7.-9.Jh) zu sehen gibt. Sie besteht u.a. aus verschiedenen Säulen „die Araber haben röm. Stätten wie Steinbrüche benützt und für ihre Bauten von überall her Teile hergeschafft.“
Müde aber zufrieden kehren wir abends aufs Boot zurück

Samstag:
Boot auf Vordermann bringen – Besuch Mausoleum Bourgiba (1. Präsident Tunesiens nach Unabhängigkeit 1956) – Einkäufe – feines Nachtessen auf Boot –
unerwarteter Internetzugang: Kontakte pflegen.
Sonntag:
Nach 1 Woche Hafen- und Landleben und Abmeldung bei Polizei und Zoll – muss bei jeder Bootsbewegung erfolgen – durchqueren wir mit gutem räumlichem Wind den Golf von Hammamet und wundern uns, dass wir nur 2 Fischerbooten begegnen.
Dann Einfahrt in die luxuriöse Yasmin-Marina ca. 4 sm südlich ausserhalb von Hammamet. Polizei- und Zollformalitäten werden von der Capitanerie erledigt (;-).

Impressionen – Woche 22 /  26. Mai – 1. Juni 2008

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