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zwischen Kanarischen und Kap Verden
Kanaren adee – mit Schwachwind zu den knapp 750 sm entfernten Kap Verden
Vorerst war an Ablegen nicht zu denken. Weiterhin mässiges Wetter mit flächendeckendem Starkwind auf dem Atlantik liessen uns noch zuwarten. In La Gomera selbst gab es starke Böen, welche von Sand und Staub begleitet waren, so dass sich die Leute auf der Strasse z.T. hinter die parkierten Autos duckten.
Am 5.März ist es soweit. Die Windprognosen sehen noch heftig aus, aber danach soll es besser werden.
Start unter gereffter Genua – bereits kurz danach sehen wir mehrere Wale, welche an der Wasseroberfläche ausruhen, wobei wir einen davon fast anfahren!… etwas später hatten wir noch Delphine-Begleitung, abnehmenden Wind, dafür zunehmende Schaukel, wegen Dünung.
Nach 24 Std hat sich die Startnervosität – bes. wegen der Wetterentwicklung – gelegt. Das Bordleben für Langfahrt begann sich einzuspielen. Das Schlafmanage-ment bot hier keine grösseren Probleme – wegen meiner rel. starken Schlafbe-dürfnisse habe ich natürlich etwas Respekt, wenn wir bei schwererem Wetter unterwegs sind. Leena ist sich vom früheren Job her eher gewohnt Wache zu halten. Diesbezüglich war es „Easy-going“. In den folgenden Tagen gab es nur noch Schwachwind. Als Tagesetmale schafften wir gerade mal 85 – 100 Seemeilen, z.T. während einigen Stunden unter Motor.
Es war schon bald klar, dass Hans, der in Mindelo zu uns stossen wird, dort noch etwas warten muss.
Aus den Zusammenfassungen im Logbuch geht chronolog. Folgendes hervor:
– gut und schnell unterwegs – Schlafmanagement ok dank autom. Pilot und Warnsystem – Leena nicht ganz „auf Damm“ aber zuversichtlich – Schwachwind, mech. Windpilot und gewisse Energieprobleme nerven: ist Gelassenheit lernbar? – unerwartet schönes Amwindsegeln statt befürchteter Flaute – Pactor (Wetter und E-mails auf See) scheint sich zu bewähren – Spinaker (Ballon-) Segel gibt Arbeit – Versuche mit versch. Segeltrimm und Passatbesegelung – langsam, langsam… geht’s voran – eines Morgens zieht eine Riesenherde Delfine an uns vorüber: es sind wohl hunderte von Tieren und es wimmelt nur so von auf- und abtauchenden Rückenflossen: unbeschreibliches Schauspiel! – vermissen, obwohl Schönwetter die Sonnentuntergänge, da der Himmel am Horizont die hier typische Bewölkung zeigt. – die ruhige Fahrt erlaubt es sogar Filterkaffee zu machen, der dann aber doch prompt kippt – Planung des Landfalls so, dass wir bei Tageslicht auf Kap Verden eintreffen – in der letzten Nacht gab es zunehmend Wind (Düsenwirkung zwischen den Inseln San Vicente und San Antao) und dies nicht zu knapp.
Am Freitag 13. 03. 09 legen wir in Mindelo auf San Vicente an und haben 746.5 Seemeilen meist bei Schwachwind in 7 Tagen, 21h, 50 Min zurückgelegt. Ein Etappenziel ist erreicht und wird beim Wiedersehen mit Hans, der am Steg mit frischen Brötchen zum Frühstück wartet, gefeiert.
- Impressionen – Woche 10 und 11 02. – 15. März 2009: