Australien – der Ostküste entlang nach Tasmanien

Noch im letzten Jahr

Der letzte Bericht endete am 14. Dezember in New Castle wo wir für 3 Tage in der Marina bzw. beim Yacht-Club anlegten:

Vernehmen daselbst, dass SY Dreamtime CH vor ein paar Tagen hier ablegte – unsere Bekannten seit Neuseeland sind wie wir ebenfalls südwärts unterwegs.

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New Castle ist zweitgrösste „alte“ Stadt in Queensland mit bodenständigem Charme und „easygoing – no worries – attidude“ (lonely planet).

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Einerseits grosser Industriehafen – wir ankerten bei Ankunft eine Nacht in gottverlassener Gegend dort. – andererseits alte Gebäude – wie man weiss heisst „alt“ auf australisch wohl älter als ca 100 Jahre – und modernste Stahl-Glas-Bauten entlang des stadtseitigen Flussufers.

Wir benützen die Tage in der Marina für Wäsche, Einkäufe, Besichtigungen – haben auch etwas zu feiern dort (;-) – freuen uns an den abendlichen Christmas-Parties: alle fein gekleidet, die Frauen meist in Minis und Stöckelschuhen, bzw. leichten Röcken, die zu Hause eher als Nachthemden durchgehen mögen… andere Länder andere Sitten und Gebräuche.

Es zieht uns weiter zu neuen Ankerplätzen in der 50 Seemeilen entfernten Brocken Bay – unterwegs gab es Wind von SW über S bis NE sowie viele Frachtschiffe die an der Küste vor Anker lagen oder welche wir in Fahrt passierten.

04 hunderte von SY an Bojen in Pittwater jedoch keine Boje frei fuer uns.jpg

Erkunden Pittwater, eine grosse lange Bucht mit hunderten von Segel-Yachten an Bojen – haben nie so viele Boote an einem „Haufen“ gesehen – es soll sich zur Hauptsache um Eigner von Sydney handeln – als wir nach Erkundigung das Ok hatten, um an einer freien Boje fest zu machen, raste nach 1 Std ein Motorboot herbei – der Mann schrie „this is my boje“ – na ja tausende von Bojen – viele unbesetzte – alle privat – ankern verboten… also am Rande einer Regatta zurück zum alten Ankerplatz am Palm Beach, wo eine andere ausländische SY ebenfalls zurück kam mit gleicher Erfahrung wie wir.

05 SY Rutea US ebenfalls eine Contest mit Neal am Bug bei der Anfahrt zum Ankerplatz.jpg

Am Abend kommen unsere Bekannten mit der SY Ruthea US in die Bucht – sie haben uns via e-mail gesucht und gefunden – seit Fraser Island begegneten wir sonst keiner bekannten SY mehr mit Ausnahme SY Freebird die wir in Stephens Bay gekreuzt haben.

06 unterwegs zum Cowan Creek in der Brocken Bay (Foto Neal SY Rutea).jpg

Wir segelten dann beide Boote weiter in die Bucht hinein zum Cowan-Creek zum (gem. Cruising Guide) „schönsten Ankerplatz der Welt“ – nicht übel, bietet guten Schutz, gilt aber offenbar nur wenn man noch nicht allzu viele Ankerplätze gesehen hat – es gibt 80 Bojen, auch Quallen – unterwegs an einem Kapp näherte sich bei starken Böen eine kleine SY unter Volltuch (für die kurze Strecke setzten wir nur die Genua) – bei starker Böe musst sie anluven, anluven… und zerriss dabei das Segel… aus der Traum uns mit einem kleinen Boot zu überholen was wir dem Singlehander gerne gegönnt hätten.

Geniessen einen sehr schönen Abend auf der SY Ruthea mit Dinner und guten Gesprächen – sie haben ebenfalls eine Contest Ketch 1984, 45 Fuss und ebenso auf dem Weg nach Sydney.

Am Tag darauf kommt Andy ein Australier (Ex Pole) zum Boot „just to say hello“ und woher und wohin – er selbst ist seit 15 Jahren von einer Weltumsegelung mit einem 30-Fuss-Boot zurück und hat inzwischen selber einen Alu-Katamaran „Two to Tango“ gebaut – er segelt mit Frau und Sohn südwärts nach Melburne.

Er sagt dass er uns beneide so unterwegs zu sein und es ist ihm anzumerken dass es seine schönste Zeit war, wenn er an seine Erlebnisse zurückdenkt – er, seine Frau Irina und Sohn Simon sollten gute Freunde werden.

 

Hochsommer und Weihnachten in Sydney

Am Samstag 22. Dez. legen wir nach 25 sm Motorsegeln in Sydney, vorerst hinter dem Nordkopf der Buchteinfahrt am Store Beach an – noch haben wir kein spezielles Hochgefühl dieses wichtige Zwischenziel, auf das wir uns so freuten, erreicht zu haben – es war ein trüber Tag und da offenbar jetzt Schul- und Weihnachtsferien sind gibt es Ramba-Zamba auf den vielen (Motor-) Booten am Ankerplatz.

Aber von wegen Hochgefühlen – es warten ja noch einige Leckerbissen die da u.a. sind: Start der berühmten Sydney-Hobart Regatta – ganz Sydney wird auf den Beinen oder auf dem Wasser sein – dann die Fahrt mit der NICONE an der Opera und unter der Harbour Bridge vorbei und das grosse Feuerwerk zum neuen Jahr.

07 intensives Training mit dem 20plaetzigen Drachenboot.jpg  08 auf Entdeckung.jpg  09 Summertime.jpg

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Es ist schon ein ungewohntes Gefühl: 27° C und Weihnachtszeit – die Senioren trainieren intensiv im Drachenboot – Kinder spielen mit Wasser – andere schlendern zum Strand – einige Autos sind vorweihnachtlich ausgerüstet mit Hörnern des Elches „Rudolf“ der den Weihnachtsmann begleitet (den Schlitten über den Sand am Strand zieht?)

 

Sonntag 23.12. sehr schöner Tag:

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Mit Dingi zur Davis-Marina – unsere Bekannten von der Flussfahrt auf dem Clarence River sind nicht da, treffen sie aber dann unterwegs auf dem Wasser, als sie uns mit ihrem Segelboot das mit Weihnachtsmännern besetzt ist, kreuzten. Bei der nicht weit entfernten Ferry Station von Manly gehen wir an Land, geniessen das sommerliche Ambiente, besorgen Einkäufe, u.a. dunkles feines Brot von deutscher Bäckerei, Strandbesuch, später bei Kuchen und Kaffee auf der „Two to Tango“, wo wir auch John von der „Amber“ mit Familie kennen lernen – John wird mich später von Eden über die Bass-Strait nach Hobart Tasmanien begleiten, wenn Leena nach Hause fliegt…

 

Montag 24.12.

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Von Manly nach Middle Harbour „gehüpft“ – an Gäste-Mooring fest – Kaffee und Kuchen bei uns mit „Two to Tango“ – dann Privat-Heiligabend

 

Weihnachten 25.12. ganzer Tag sehr trüb und starker Regen, 20°C

Skype mit Finnland und Schweiz – mit Dingi an Land – unsere Freunde nehmen uns mit zu einem lockeren Gottesdienst mit anschliessend offeriertem Essen

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fühlten uns vorerst etwas fehl am Platz – irgendwie war es ein Anlass wie Sankt Nikolaus, Weihnachten, Neujahr und Fastnacht gleichzeitig – schliesslich aber war es eine fröhliche angenehme Angelegenheit!

Am Nachmittag war Treff dreier Crews zum Weihnachts-Lunch auf der SY „Amber“ – mit Dingi bei Sturzbachregen hin gefahren – alle bringen etwas mit – John mit Frau Jutta, Tochter und Sohn sind seit 14 Monaten Boaties auf ihrer Spitzgatt-Yacht von 1978 – sympatische Begegnung unter Cruisern.

 

Mittwoch 26.12. (Boxing Day)

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Verlegen das Boot an den gut geschützten Store Beach – wandern von dort aus auf die Küstenfelsen, um mit hunderten von Leuten den Start und die Buchtausfahrt der grandiosen Sydney-Hobart-Regatta zu verfolgen.

 

Donnerstag 27.12.

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Starten früh zu einer Fahrt mit dem speziellen Moment als wir vor unvergesslicher Kulisse die Sydney-Opera und die Harbour Bridge passieren – haben vor 12 Jahren, als wir für einen Tag in Sydney waren, davon geträumt, welch ein feines Gefühl es sein müsste auf eigenem Kiel … und nun geht ein weiterer Traum in Erfüllung.

 

Die nächsten Tage sind busy days:

21 Fischmarkt.jpg  22beliebter Imbissplatz am Fischmarkt.jpg

Besuch des bekannten und grossen Fischmarktes unweit unseres Ankerplatzes in der Blackwattle Bay, einem gut geschützten Ort, wo ein paar internationale Segel-Cruiser liegen.

 

23 eine der vielen Verbotstafeln.jpg  24 National Maritime Museum.jpg  24a.jpg

25 Schnee-Erlebnis in den teuren Einkaufsgallerien.jpg  26.jpg  27.jpg

Auf dem Weg in die Stadt, vorbei an vielen zum Teil seltsam anmutenden Verbotstafeln, gelangt man zum Darling Harbour mit dem National- Maritim Museum, Parks, Strassen-Artisten, Einkaufspalästen, Hochbahn, Restaurants… – eine gewaltige und zugleich faszinierende Kulisse, dies besonders wenn man bedenkt dass erst knappe 250 Jahre vergangen sind, seit „Terra nullius“ von Weissen besiedelt wurde und bis anhin Aboriginal-Land war.

 

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30 Chinesisches Wunderkind.jpg  31 Lifestyle.jpg  33.jpg

Jetzt zur Hochsommerzeit mit Weihnachten und Neujahr ist die Stadt zum Bersten voll mit Touristen; auffallend viele aus Asien. In den Strassen, Läden und Kaffees der nahen Innenstadt herrscht zum Teil ein grosses Gedränge – nur ein paar Strassen weiter gelangt man in grosszügig angelegte Parks – wir unternehmen lange Spaziergänge durch die Stadt und zu interessanten Plätzen – besorgen Bücher für die Weiterfahrt nach Tasmanien.

 

34 Besuch von Paolo aus Florenz.jpg  35 unser bisher zuverlaessiger Aussenbordmotor fuers Dingi ist in die Jahre gekommen und laesst uns ausgerechnet jetzt wo wir ihn haeufig benoetigen im Stich.jpg

Erhalten Besuch von Paolo aus Florenz – er ist der Schwager eines Segler-Freundes aus unserer Brasilien-Zeit – wir segeln mit ihm „durch die Stadt“ bzw. die Bucht, als viel und böiger Wind aufkommt und einige Boote in arge Bedrängnis gelangen – bei uns alles i.O. – d.h. erst nach dem Ankern als ich Paolo mit dem Dingi an Land bringen will, streikt der bis anhin zuverlässige Aussenbordmotor – das Anlanden und die Rückfahrt sind etwas ungemütlich nass und anstrengend.

 

Es folgt der Jahreswechsel

mit einem Riesenspektakel, besonders wegen des berühmten Feuerwerkes über Sydney – Wiedersehen mit Oliver und Daniel (SY Ex-Yellow-Dog, CH), welche für die Neujahrsnacht zu Besuch kommen.

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Am Ankerplatz herrscht bereits früh ein Kampf um gute Plätze – es kommt dabei teilweise zu chaotischen Szenen – alles scheint auf dem Wasser zu sein – erfahrene wie auch völlig unerfahrene Boaties, dazu Schwell und wechselnde Windrichtung bei 15-20 Kn plus Ramba Zamba auf einigen Ausflugbooten – wir selber müssen wegen einer alten teuren Prestige– Ketch (steht zum Verkauf für 4 Mil Au$ wie aus Yachtzeitung ersichtlich) umankern – der Eigner ein arroganter Typ qualifizierte und blamierte sich beim Manövrieren unglaublich vor aller Augen – gebe zu, dass auch wir etwas Schadenfreude empfanden.

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Dann folgte um Mitternacht das grossartige an sechs verschiedenen Orten über Sydney synchron abgehaltene Feuerwerkspektakel mit separaten Einlagen über der Harbour Bridge.

Alles in allem ein unvergesslicher Jahreswechsel!

 

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Am bekannten Bondi Beach, etwas südlich von Sydney gibt es Hai-Alarm – es gibt pro Jahr gemäss Aussagen ca 3–5 Hai-Attacken in Australien, davon 1-2 tödlich verlaufende – beängstigend, aber verglichen mit der Anzahl Verkehrsunfällen, die einfach hingenommen werden, ist es eine paranoide Angelegenheit.

41 alte Drehbruecke und neue Haengebruecke auf dem Weg zur Battle.jpg  42.jpg  43.jpg

44 Oliver.jpg  45 Daniel.jpg  46 Sydney adee.jpg

Wechseln noch zwei Mal den Ankerplatz bevor wir Sydney verlassen – haben unterdessen die Harbour Bridge und Opera bereits mehrmals passiert – immer wieder speziell, auch in Bezug auf Wellen und intensiven Bootsverkehr.

 

Weiter südwärts nach Tasmanien

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Am 2.Januar lichten wir den Anker in der Quarantine Bay – Fahrt zur 25 nm entfernten Botany Bay – bei der Einfahrt herrscht steuerbordseitig starke Brandung – ein Helikopter befindet sich gefährlich nahe auf den mit Personen besetzten Riff-Felsen – es ist nicht auszumachen was dort abläuft.

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Industriegebiet säumt die grosse untiefe Bucht – fast im Minutentakt überfliegen uns Flugzeuge von und nach Sydney- wir ankern zuhinterst in der Bucht – dann letzte Dingifahrt mit altem Motor – ein Händler bringt uns den neuen Aussenbord-Motor zum Landesteg – guter Service – zurück zur Nicone – legen sofort ab – Fahrt zur Frenchmans Bay, einer kleinen Bucht nahe Ausfahrt der Botany Bay, wo wir uns über Funk mit „Two to Tango“ verabredeten.

 

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Legen früh am nächsten Tag ab zur 80 nm entfernten Jervis Bay – während die „Two to Tango“ unter der Küste segelt, ziehen wir 12-15 nm draussen parallel südwärts um die Strömung auszunützen – Plan geht auf – gleichzeitig mit unsern Freunden (Katamaran) treffen wir unter Volltuch bei 23Kn raumem Wind bei der Einfahrt zur Jervis Bay ein – dann um die Ecke der hohen Felsen… wir erwarteten ruhige Verhältnisse… statt dessen aber ein „Hammer“ mit Windböen, vorerst 30 -34 Kn, kurz darauf 34 – 38 Kn – reffen, reffen – wackere Bordfrau – „Two to Tango“ hat Mühe (schwache Motor-Power) gegen die Wellen die kleine Target-Bucht in der Jervis Bucht zu erreichen. Später als wir sicher vor Anker liegen meint Andy von der „Two to Tango“, wir hätten einen schönen blauen Kiel – gemeint war wegen der Schräglage vor dem Reffen gut sichtbar (;-)

 

Wir analysieren die Wetterprognosen und stellen wieder mal fest, dass die offiz. Meteo-Angaben, notabene der Regierung, weit daneben sind und dies trotz der ständig erwähnten Mitteilung, dass die Windstärke u.U. bis zu 40% und der Schwell bis 100% Höhe überstiegen werden können! – Fazit: glaube keiner Prognose – bzw. noch mehr Vorsicht, Alternativen bereit halten je südlicher wir gelangen.

 

In der folgenden unruhigen Nacht am Anker, werde ich von der Marine Resque auf Grund eines Gespräches zwischen Two to Tango und uns (haben Namen über Funk gehört) angefragt, ob wir eine Notrakete gesehen hätten… nein… es sei bei ihnen eine unklare Meldung eines Bootes in Not eingegangen…

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Verlegen das Boot wegen auflandigem Wind 4.5 sm auf die andere Buchtseite an sehr schönen Strand, wo sich am Abend viele Delfine zeigen.

 

Es folgte genussreiches Weitersegeln zur Batemans Bay, von der bereits Captain Cook sagte, dass sie wegen der trichterförmigen Öffnung nach Ost und Südost keinen guten Schutz biete. Selber wollten wir eigentlich mit einer Nachtfahrt durchstarten, verbleiben aber mit Two to Tango (Irina und Sohn Simon haben etwas Gesundheitsprobleme) in der Bucht.

Am nächsten Tag erfolgt eine Sturmwarnung – der Wind nimmt stark zu – die neben uns liegende SY, die sich auf dem Rückweg des Sydney-Hobart-Race befindet, beginnt zu driften und wechselt den Standort – wir verlegen nachmittags wegen Winddrehung ebenfalls – es ist mit 41° C „der heisse Tag“ an der Ostküste von Australien mit Bränden und Dramen vieler Orts – ausser nie so gefühltem heissem Starkwind und riesigem Durst, sowie versandetem Boot und Zerren an der Ankerkette, haben wir keine Auswirkungen – vor Einbruch der Dunkelheit wechseln wir nochmals an einen andern Platz wegen einer laufend angesagten und diesmal fast Minutengenau eintreffenden Front aus SE.

52 goldenes Abendlicht in Batemans Bay.jpg  53 zu Besuch auf der Lindenne.jpg

Bleiben weiteren Tag in der Bucht – 25°C Temperatursturz von gestern 41°C auf heute 16°C!

Wassern Dingi – Kurzausflug zur Snapper Island, welche uns Leeschutz gibt – Einladung bei der Crew von MV „Lindenne“ Au, zum Sundowner – sind ebenfalls nach Tasmanien / Hobart unterwegs – zeigen uns das Boot: ein ehemaliger Fischkutter, Ketch geriggt, Raum statt Kiel mit schwerem grossem Motor – erfahren viel über Land und Leute sowie über schönste Ankerplätze in Tasmanien.

Am 10.1. starten wir nach Eden – letzter Hafen an der SE-Ecke des Festlandes und Ausgangspunkt für Querung der Bass Strait nach Tasmanien. Mit leichten Winden kommen wir weniger voran als geplant – die Ankermöglichkeit im einzig eventuell möglichen Zwischenstopp in Bermagui ist unrealistisch (eng, Strömung, Windrichtung) – deshalb erreichen wir den Ankerplatz in Eden erst in der darauf folgenden Nacht um 03.10 Uhr früh, somit eine Nacht-Anfahrt in einen fremden Hafen wie wir es nicht lieben – „Two to Tango“ kennt die Situation vor Ort und gibt über Funk Ratschläge, die da lauten wenn von NE kommend: Leuchtturm – gelbe – rote – dann weisse Licht-Zone passieren– sodann weisses Flashlight von Jetty sichtbar – nach Passieren desselben hart Steuerbord, dann sind die Boote am Ankerplatz „zu sehen“ – alles klar und gut angekommen – heisse Schokkolade –schlafen – am Morgen Douche – Umgebung Hafen besichtigen – Fish and Chips – Einkäufe im Städtchen auf dem Hügel – Anmeldung Coiffeur für nächsten Tag – wunderschöner Sommerabend mit BBQ am Strand – kleiner Haken: beim Anlanden mit dem Dingi zu wenig aufgepasst – eine Welle hat uns unerwartet erwischt und quer geschlagen – eine Beinahe-Kenterung war die Folge – jedenfalls sind wir beide ins Wasser gefallen… jedoch kein Problem.

54 Fishermans Warf Eden.jpg  55 TTT-Crew im Regen.jpg  56 Killerwal-Museum in Eden.jpg

Eden hat eine Walfänger-Vergangenheit und in neuerer Zeit eine blühende Fischereiflotte von 36 Fischerbooten – heute seien es nur noch gerade sechs professionelle Fischfangboote, wie uns ein Fischer wehmütig erklärt. Schuld daran seien die “ausgefischte“ See, neue Verbote, aber auch zunehmende Sportfischerei mit zu weichen Vorschriften, so dass die Menge der gefangenen Fische praktisch die gleiche sei wie vorher.

Wegen zunehmendem Wind in Richtung Ankerplatz und Windwarnung, wechseln alle SY (ohne Einheimische an Moorings) auf die andere windgeschütztere Buchtseite.

 

Die Bordfrau fliegt nach Hause…

…um da zu sein, wenn unser zweites Enkelkind zur Welt kommt… nun auch da gab’s eine Wende – Ari Samuel wollte nicht erst auf die Grossmutter warten und erblickte zwei Wochen früher als geplant das Licht der Welt – alles ok und gut so.

Die Planänderung, dass Leena doch nach Hause fliegen würde, erfolgte erst vor knapp zwei Wochen, besonders zur Freude der wachsenden Familie und ihr selbst.

Leena bereitet vor ihrem Flug nach Hause alles Erdenkliche vor für die Zeit wenn ich 2 Monate alleine bin bzw. wenn John aufs Boot kommt um mich von hier nach Hobart / Tasmanien zu begleiten.

Dann geht es Schlag auf Schlag – Abreise der Bordfrau – bereits am nächsten Tag hole ich John in Eden ab – muss bei etwas groben Bedingungen mit dem Dingi die 2 Seemeilen breite Bucht überqueren – kein besonders gutes Gefühl – bei der Rückfahrt 3 Stunden später ist es ruhiger geworden.

Wegen des guten Wetterfensters, das schon bald wieder ändern wird, möchte ich morgen zur Überquerung der Bass Strait ablegen – ob John vorbereitet ist für diese Unternehmung gemäss Vorgesprächen? – immerhin begeben wir uns in diesem Seegebiet in Teufels Wetter-Küche.

 

Bass – Strait

Früh am 15.1 starten wir in Eden zusammen mit „Two to Tango“ und „Night Fly“ – erstere wird dann an der Südkküste entlang nach Melbourne segeln – wir andern beide Boote die Bass-Strait queren mit Ziel Flinders Island / Tasmanien, einer vorgelagerten Inselgruppe – bis dort sind es 230 sm und wir wollen bis Donnerstag ankommen, denn ab Freitag ist Sturm aus NE angesagt – wir vereinbaren Funkkontakte um 07:00, 12:00 und 17:00.

Um 15:30 treffen wir an der SE-Ecke Australien auf etwas stürmische Verhältnisse mit 24-31Kn Wind aus NE, ansonsten ganze Zeit eher unkonstante und mühsame Winde und Kurse – ab Mitternacht dann bis zum Mittag normales schönes am Wind segeln mit nachfolgenden drehenden Winden – Schwell nimmt zu – in der zweiten Nacht wird es sehr ruhig – bei Sonnenaufgang und letztem Wachwechsel begleitet uns eine grosse Herde Delphine – immer wieder ein Schauspiel erster Güte – dann Anfahrt auf Leitlinie nach Lady Barron – gemäss Tiefenmesser haben sich hier gewaltige Massen von Sandbänken verschoben – also vorsichtig weiter – an einer Stelle mit 12m Tiefenangabe hatten wir gerade noch 0.4m unter dem Kiel.

57 nach Querung der Bass Strait Anfahrt Ankerplatz in schoener Umgebung.jpg

Um 11:00, nach 236 sm über die Bass Strait, machen wir in schöner Umgebung an einer Mooring fest – 2 Stunden später trifft „Night Fly“ ein

58 Abend am Anker beim Ort Lady Barron auf Flinders Island.jpg

Wunderschöner Abend mit Delfinen in der Bucht – Einladung zum holländischen Wurst- und Sauerkrautessen auf der „Night Fly“ mit etwas Wein und Austausch „Erlebnis Bass Strait“.

59 in der Bucht von Flinders Island blaest es mit 35 - 42 Knoten (8 - 9 Bf).jpg  60 wegen Starkwind konnte die Nightfly laengs am Fischtrawler festmachen.jpg  61 gestreckte Mooringkette.jpg

Am Freitag in der Früh trifft die erwartete Westwindfront ein und baut sich auf – um 08:00 15-24Kn/ Baro 993 bei klarstem Schönwetter – 10:00 25-35Kn – die Night Fly-Crew ist früh ans Ufer gegangen – kommt jetzt zurück und erreicht mit dem Dingi mühsam ihr Boot – sie haben mit einem Fischer gesprochen, der ihnen mitteilte, dass unsere Mooring ok sei, nicht aber ihre – sie können ihr Boot an der Seite des Fischtrawlers andocken – inzwischen gibt es 35-42Kn Wind die mächtig an der Nicone zerren und die Muringkette strecken – abwarten überwachen – nehmen weitere Planung vor – übermorgen wollen wir in einer Tag-Nacht-Fahrt die 130 sm zum nächst möglichen Ankerplatz, genannt Wineglass Bay, am Festland Tasmanien anpacken.

62 John und Nightfly-Crew.jpg  63 SY Nightfly.jpg

Vorerst aber fragen wir uns wo das Drachenboot, welches unweit von uns an einer Muring hing, geblieben ist? losgerissen? – bis am Abend gibt es „nur“ noch plus/minus 20Kn Wind, weshalb wir an Land und in die Taverne zu Fish and Chips gehen – hier trifft sich offenbar jeden Freitagabend ein Teil der Dorfbevölkerung beim Bier – sofort entstehen Gespräche.

In der Nacht wieder Windzunahme – erledigen am nächsten Tag Haushaltarbeiten – die Bordfrau würde es freuen – testen Benzingenerator und anderes.

65 John im Gespraech mit dem Eigner des gestrandeten Drachenbootes.jpg  64 gestrandetes und gluecklicherweise an Sandstrand geschwemmtes Drachenboot..jpg

Gehen auf langen Spaziergang der kleinen Buchten entlang und entdecken dabei das Drachenboot, das losgerissen war und beinahe unversehrt in eine sandige Bucht geschwemmt wurde – treffen den Eigner der uns sagt, dass er morgen wenn es ruhig sei, das Boot wieder flott machen wolle – es sei 1955 für die Olympischen Spiele 1956 in Melbourne gebaut worden, hätte aber die Medaillen verpasst.

 

Sanfte Roaring Forties (brüllende Vierziger Breitengrade)

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Weiterfahrt – Querung der Bank Strait, die gem. Locals „sehr strub“ sein kann – damit hatten wir nicht gerechnet: nämlich mit 18 Stunden Motorfahrt am Stück, wegen Null bis Schwachwind – und dies in den brüllenden Vierzigern bzw. jetzt leise murmelnden Roaring Forties.

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Immerhin schönes Wetter, dazu fast den ganzen Tag Delfinbegleitung – wow – grosse Vogelschwärme – Albatrosse und Robben – Silberwellen, verursacht durch sehr kleine Fische an der Wasseroberfläche, die von einem nicht sichtbaren Räuberfisch gejagt werden- Kino live – Abendessen. Ravioli, Salat, Kaffee, Litschis, Guetzli – Nachtwache – um 22:00 kommt endlich Wind auf – Segel setzen

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mit Wind genau von achtern (hinten) steuern wir die Wineglass Bay an, eine Perle unter den Ankerplätzen – wieder Delfine – am Ankerplatz treffen wir 3 SY an – auffallend wie bereits in Eden: alle Ketsch geriggt wie wir – am Abend kommen weitere SY in die Bucht, welche auf dem Weg nach Hobart zum Woodenboat-Festival sind, darunter eine mit Jahrgang 1937 hervorragend gepflegte Yacht, welche im Ankerfeld zwischen den andern Booten unter Segel vor Anker geht – well done!

 

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Es folgte ein trüber Tag von A-Z – die 40 sm zur Spring Bay waren geprägt von Wind aus verschiedenen Richtungen, ebenso Schwell und Wellen aus verschiedenen Richtungen, Regen und „rockige“ Fahrt – ungefähr alles was das Segeln erschwert – der Ankerplatz in trister Gegend passte da geradezu ins Bild – mindestens war es sehr ruhig und wir schliefen gut.

 

Den nächsten Ankerplatz Port Arthur – berühmt wegen der verbannten Sträflinge – 60 sm entfernt, müssen wir entweder morgen erreichen oder wegen danach angesagter Schlechtwetterfront einige Tage abwarten – der Entscheid Ist schnell gefällt – früh ins Bett – sind sowieso hundemüde – und früh auf.

 

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Es sollte ein guter Segeltag werden und dies obwohl der Wind während des Tages in Phasen von West über Süd nach Oste drehte – Start um 05:00 mit auslaufender Tide – am Wind – mehrere Stunden aufkreuzen – wieder begleiten uns fast die ganze Zeit Delfine. Die Felsenküste ist unerhört eindrücklich und abwechslungsreich – am späteren Nachmittag erfolgt eine spektakuläre Passage zwischen hohen Felsen.

 

In der kleinen Stewart Bay in Port Arthur gehen wir gleich neben einem der berühmtesten Straflager in der neueren Geschichte vor Anker. Wir wollen die nächsten zwei angekündigten Schlechtwettertage diesem Kapitel vor Ort widmen.

74 Straflager Port Arthur Tasmanien.jpg  75 Besucher Rain-Gang auf den Pfaden der Straeflings-Chain-Gang.jpg

Port Arthur’s Vergangenheit ist die Geschichte der Besiedelung durch Strafgefangene, Militär und einigen freien Siedlern. Auf dem Gelände mit den Ruinen, die teilw. wieder aufgebaut und erhalten werden, gibt es ein sehr informatives und interessantes Besucher-Zentrum – man fühlt sich in jene Zeit versetzt.

Von 1830 – 1877 beherbergte Port Arthur 12‘500 Sträflinge, die meisten aus England, welche in mehrmonatiger Seereise möglichst weit weg hierher ans andere Ende der Welt verfrachtet wurden.

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Nach überstandener Seereise erfolgte harte Arbeit unter einem harschen Regime, um aus Gaunern und Verbrecher ehrenhafte Männer (auch Frauen) zu machen. Dies beinhaltete Arbeit, Disziplin, Strafe, Religion, Moralerziehung, unterschiedliche Gefängnishaft, Arbeit in Ketten für Schwerstbestrafte (Chain-Gang). Auch Jugendliche wurden wegen nichtiger Vergehen – z.B. Diebstahl eines Brotes (wegen Hunger) zu 7 Jahren Arbeit – nach Van Diemen‘s Land, heute Tasmanien, verbannt. Viele versuchten z.T. mehrmals den tristen Bedingungen zu entfliehen, wurden wieder gefangen und noch härter bestraft. Gearbeitet wurde im Wald, Schiffsbau, Herstellung von Bausteinen, Schuhmacherei, Zimmerei, Schmiedehandwerk, Küche etc. Einige Sträflinge zerbrachen, andere kamen frei – jede/r Gefangene hat eine persönliche Geschichte die betroffen macht, die festgehalten und nachlesbar ist.

 

Hobart unser Etappenziel in Tasmanien

Bevor wir Kurs nach Hobart nehmen, legen wir am 26.1. ab, um nach Kettering zu segeln, wo ich die von Freunden empfohlene Werft besuchen und begutachten will – eine Woche später möchte ich das Boot ausheben und mit Überholarbeiten beginnen – es wird ein 40sm langer langweiliger Törn mit und ohne Wind aus verschiedenen Richtungen sowie mit und ohne Motorunterstützung.

Legen für eine Nacht am Gästesteg an – haben bei Ankunft Niedrigwasser und 0 cm unter dem Kiel – die Werft hat vernünftige Preise, gute Auskranmöglichkeit, effiziente Fachleute und wie uns andere Boaties sagen, freundliches hilfsbereites Personal – alles ok.

Also ab nach Hobart – anvisiertes Etappenziel in Tasmanien.

 

Hobart – Etappenziel und Hauptstadt Tasmaniens

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Am 27.1.13. segeln Jon und ich mit Wind von achtern bei schönen Verhältnissen die 20 sm nach Hobart – Tricky-Winkeleinfahrt in den Vorhafen, wo wir am Steg auf die Brückenöffnung in den Innenhafen warten – wir haben uns bei der Port Controll angemeldet, um für ein paar Tage am Constitution-Dock anzulegen. Nach Ausfüllen der Anmeldepapiere die der Brückenwärter bringt und Bezahlung von 130 Au$ wird die Brücke geöffnet – wir schlüpfen durch den Engpass und sind damit an der Waterfront und beim Zentrum von Hobart mit seiner grossen Seefahrtsgeschichte

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Wir können zufrieden zurücklehnen und auf das Etappenziel anstossen – viele Erlebnisse und Wetterkapriolen, sowie 750 Seemeilen liegen seit Sydney hinter uns – mit der Bordfrau bis Eden und von dort mit John über die Bass Strait nach Tasmanien bis Hobart.

 

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Vorschau

Schon bald ist Auswassern und Überholungsarbeiten angesagt

John kehrt zu seiner Familie und seinem Boot zurück

Das Wooden Boat Festival – Australiens grösste Bootshow findet bald in Hobart statt

Die Bordfrau kehrt Anfang März zurück

 

Dann geht’s voraussichtlich an der Ostküste entlang wieder Richtung Norden

 

Allen die uns /mir extra geschrieben haben herzlichen Dank – wegen der gedrängten Ereignisse konnte ich noch nicht alle beantworten – folgt aber…

 

Wünsche euch allen eine gut ausklingende Winterzeit

Australien – an der Ostküste südwärts – von der Coral Sea zur Tasman Sea

Nun sind wir also seit 5. November 2012 bei den Aussies in Down-Under

Eine Woche nach uns ankommende Boote hatten in den letzten zwei Tagen vor ihrer Ankunft in Bundaberg noch Starkwindwetter mit Böen bis zu 40 Kn zu bewältigen – waren aber dennoch zufrieden, weil es andere Boote, die zur gleichen Zeit auf dem Weg nach Neuseeland waren, mit 40 – 60 Kn Wind arg erwischte – mit etlichen Schäden, wie zu hören ist – eine Crew sei per Helikopter ab geborgen worden…

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Hier in der etwas abgelegenen Marina am Burnett River herrscht eine aufgestellte Stimmung unter den Seglern – viele kennen sich von früheren Häfen und Begegnungen – es findet ein reger Erfahrungsaustausch statt und man hilft sich gegenseitig mit kleineren und grösseren Dienstleistungen – die Organisatoren von „Port to Port“ (Weltumsegler des Bundaberg Yacht-Clubs) tragen das ihre bei und organisieren Seminare, Fahrten in die Stadt zum Einkaufen, Happy hours, Grillparty, Flohmarkt „ sales from the bilge“, wo wir ein super Marine-Fernglas und sogar eine Nähmaschine erstehen

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wir sind ständig auf Trab oder auch mal auf Velotour.

Die Bordfrau macht täglich um 06:00 Walking mit einer Freundin, derweil ich schon eine Douche nehme und dann Kaffee zubereite – das kann ich – was ich weniger kann sind Bewegungen, welche meine operierte Schulter beanspruchen (es sind viele!), was mir seit längerer Zeit Schmerzen bereitet – ja, ja, alte Sportverletzung eben – nach verschiedenen Selbsthilfe-Übungen mit Unterstützung der Bordkrankenschwester, folgt Arztbesuch, Ultraschall und Röntgen (juhui nur Entzündung, und etwas und und und…) – gezielt gesetzte Spritze, Medis – wollte eigentlich wieder lossegeln – was mir die Liebste, sowie Arzt und der befreundete schwedische Veterinär von der SY Marieke III (er bemühte sich sehr um mich „Rindvieh“) „verboten“ –– ja also vernünftig sein, ein paar Tage noch schonen und dafür das für die Segler offerierte feine Abschluss-Dinner geniessen – „feine Kleidung war gefragt“ – was bei Seglern oft nicht viel braucht, um „eine bessere Falle zu machen“ (;-)

Vorderhand bewegt sich der Seglertross noch etwas südwärts aus der Hurrikan-Zone heraus – dann trennen sich für die meisten die Wege wieder – Weihnachten, Neujahr zu Hause, Boot verkaufen, zurück zum Landleben oder an die Arbeit, Reisen ins Landesinnere, Boot vor der Weiterfahrt überholen, sind Gründe für die meisten.

Wir selbst hatten unsererseits schon vor 12 Jahren das Vergnügen, Australien vom Lande her etwas kennen zu lernen – wir planen deshalb weiter südwärts zu segeln mit Zwischenziel Weihnachten und Neujahr in Sydney zu verbringen.

 

Fraser Island

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Bei einem eintägig prachtvollen Wetterfenster nehmen wir Kurs auf Fraser Island – vor- und nachher gab’s Starkwind und Welle auf die Nase – ein befreundetes Boot versuchte es am nächsten Tag, musste aber umkehren

Nach Durchquerung der untiefen Hervey Bay steuern wir die Great Sandy Strait zwischen Festland und Insel an und ankern kurz vor Einnachten beim sogenannten Sandy Point – in der Nacht wird es ungemütlich.

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verlegen das Boot am Morgen, nach vorsichtiger Fahrt über und vorbei an Sandbänken, an einen geschützten, prächtigen und einsamen Strand

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bei der Anfahrt zum Ankerort sehen wir viele Quallen – es gelingt mir eine besonders schöne Aufnahme einer Einzelnen

10 Yellow Dog unter Schweizer Flagge mit Oliver und Daniel legen zum Ankermanoever unter Segel an.jpg

Oliver und Daniel mit Ihrer Yellow Dog CH, haben uns im autom. Identifikations System ausfindig gemacht – funken – und ankern neben uns – geniessen zusammen ein Schweizer Znacht mit Gschwellti und Chäs (und etwas Roten) – auf gut Deutsch für unsere Freunde aus Deutschland und Oesterreich: „Pell-Kartoffeln und Käse“, (dazu etwas Rotwein).

Wir erleben hier Natur pur – Strand soweit das Auge reicht, hinter dem schmalen fast undurchdringlichen Mangrovengürtel ein Wasserarm mit „goldenem“ Wasser – unberührte Natur.

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19 viele Quallen am Strand, die es nicht mehr schafften mit der abfliessenden Tide tieferes Wasser zu erreichen.jpg

 

Fraser Island – grösste Sandinsel der Welt

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– mit Sanddünen und Süsswasserseen – ein beliebter Ausflug- und Ferienort mit dem in Australien bekannten Kingfisher-Ökotourismus-Resort mit luxuriösem Ambiente, wie wir 2 Tage später sehen – Am Ankerplatz treffen wir von 12 hier liegenden Yachten gleich auf 5 uns bekannte und befreundete Crews – Geniessen am Pool Eis – die angebotenen Erlebnis-Safaris haben ihren Preis – man kann z.B.eine Bustour für 150.- Au$ buchen oder auch selber ein hochbeiniges Allrad-Strandauto für 450.- Au$ /Tag mieten.

Am nächsten Ankerplatz vor der Wasserscheide gibt’s eine gelungene Geburtstagsparty mit 3 Crews von Schweiz, Ungarn, USA und mit uns Finnen (;-) (Memo: wir haben ein in Finnland registriertes Boot)

Die Fahrt unter Motor am folgenden Tag um 05:00 durch die Great Sandy Strait zwischen Festland und Insel kann über eine bestimmte Strecke wegen den Untiefen nur bei Hochwasserstand erfolgen – erfordert trotz relativ guter Markierung entsprechende Konzentration – bei auslaufender Tide auf eine Sandbank aufzufahren wäre nicht gerade das Gelbe vom Ei… – nach 22 spannenden Seemeilen und einem Zwischenhalt in der Pelican Bay, entschliessen wir uns mit einlaufender Tide noch zur Thin Can Bay zu segeln.

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dabei fahren wir durch tausende Quallen die das Boot auch am Ankerplatz umgeben – von Locals ist zu hören, dass auch gefährliche Haie durch den Inlet in die Bucht finden – ausserdem könnten Krokodile vorhanden sein.

Nach schönem Abend dann andern morgens Delfincenter-Besuch – die 4 mit Namen und Geschichte bekannten Delfine kommen jeden Morgen zum Zentrum.

Unternehmen einen weiten Fussmarsch für Fitness und um Brot zu kaufen – merke: wenn Einheimische von 10 Min bis zum Geschäft reden, dann ist damit nicht Fussmarsch sondern Autofahrt gemeint – haben schliesslich im Restaurant direkt neben dem Dingi-Steg Brot erhalten.

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Zurück in der Pelican Bay – Ausgangsort für die Route auf offener See südwärts – werden wir noch zum Sundowner auf den Cat Aquavista Au eingeladen – Pat & Phil sind seit 8 Jahren jeweils 8 Monate auf dem Boot, die andere Zeit zu Hause in Brisbane – bescheiden bezeichnen sie sich trotzdem nicht als Segler, weil sie „nur Schönwettertörns bei 15 – 20 Knoten (4 – 5 Beaufort) machen würden. Von ihnen bekommen wir gute Tipps – da der Wind für die nächsten Tage angenehm sein sollte, wollen sie wie wir morgen ablegen und nach Brisbane segeln – wir werden Brisbane nicht oder nur als Variante bei unvorhergesehener Wetteränderung ansteuern.

 

Wieder auf offener See vorbei an Brisbane nach Southport

Bei der Ausfahrt auf die offene See gilt es auch hier Sandbänke zu berücksichtigen – an der ganzen Ostküste liegen die Ankerplätze und Marinas in Flüssen oder in der Nähe des Mündungsgebietes bzw. grossen Buchten die wiederum Zuflüsse haben. Praktisch allen Ortes weisen die Ein- Ausfahrten eine oder mehrere Sandbänke auf, die es mit der Tide zu berücksichtigen gilt.

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Bei überzogenem Himmel verlassen wir in früher Morgenstunde, den Wegpunkten folgend, den Ankerplatz – bis 4 sm vor der Küste gibt es sich über den Sandbänken aufbauende Wellen. Wir haben ein Boot vor uns und 6 weitere, die hinter uns folgen – alle mit Ziel Brisbane, wie wir wissen oder am Funk zu hören ist – die meisten wollen dort bleiben.

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da Wind und Richtung angenehm sind und wir gut vorankommen, segeln wir über Nacht weiter nach dem mondänen Southport an der Gold Coast.

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Die Einfahrt in die grosse Fahrrinne ist problemlos – Ankern – etwas später viel Lärm rasender Motorboote und eines Helikopters, der à la James Bond ständig auf eines der Motorboote hinunter sticht – eine Verfolgungsjagd die sich sehen lässt und sich bei der Rückfahrt der Boote offenbar als Polizei-Übung herausstellt – freundlich winkende Beamte – fahren mit dem Dingi durch eine Kanal-Siedlung mit Privatbooten vor dem Haus direkt zum Supermarkt, wo wir an einem Steg anlegen können – am Abend findet bei böigem Regenwetter in der rieseigen Fahrrinne eine höchst interessante Regatta statt, wobei uns die Boote mehrmals passieren.

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Einen Tag später nehmen wir Kurs nach Yamba

schöner gemächlicher Segeltag – nachts fällt der Wind zusammen und hält nicht was die Vorhersagen versprachen – also viel Motorsegeln, um bei Hochwasser um am nächsten Morgen in Yamba einlaufen zu können – dort gleich „um die Ecke“ eine Sandbank überquert – das Echolot macht in letzter Zeit Überstunden – und geankert.

Auf dieser Fahrt haben wir Qeensland nahe Point Danger verlassen, sowie den östlichsten Punkt von Australien bei Cape Byron passiert und befinden uns nun in New South Wales-Gewässern mit eigenen Gesetzen und wieder 1 Stunde Zeitverschiebung zurück (UTC plus 11) – Ebenso wechselten wir die unsichtbare Grenze von der Coral- zur Tasman-Sea.

 

In Yamba – Mündungsgebiet des Clarence-Rivers – gefällt es uns sehr gut – weil wir noch genügend Zeit haben, um bis Weihnachten einige Ankerplätze anzulaufen bevor wir Sydney erreichen, und weil in den nächsten Tagen für die offene See eine Windwarnung mit 30 – 40 Knoten vorliegt, landeinwärts „nur“ 15 – 20 Knoten Wind zu erwarten sind, wollen wir wenn möglich unsere Idee bzw. das „Projekt Flussfahrt 35 Seemeilen nach Grafton“ umsetzen.

 

Auf dem Clarence-River nach Grafton und zurück

Via Funk Informationen bei „Voluntier Marine Rescue“ nachgefragt, einer Dienstleistungs-Organisation, welche die gesamte Ostküste Australiens abdeckt und der Sicherheit der Seefahrt dient – er werde dies für uns abklären und rufe dann zurück – nach knapp 20 Minuten der Rückruf: gemäss drei Informanten vor Ort sollte es für unser Boot machbar sein (Tiefgang und Masthöhe), falls wir über gute Karten verfügen – Super-Service – vielen Dank – bei der Marina erhalten wir noch eine Flussbeschreibung – wunderbar

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wie geheissen, telefonieren wir dem Brückenwart der 9 Seemeilen flussaufwärts liegenden Harwoodbridge, die dieser extra für uns am Sonntag (sonst an Weekends nicht möglich) öffnen lässt – immerhin wird dadurch der gesamte flüssige Verkehr des Pacific-Highway für ca 20 Minuten unterbrochen – wow!

Grafton, wollen wir auch deshalb besuchen, weil damit Erinnerungen an einen inzwischen verstorbenen Freund (Schweizer Segler mit australischem Pass) verbunden sind, den wir auf unsere Australienreise vor 12 Jahren dort auf dem Landweg besuchten.

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Das besondere Erlebnis Flussfahrt beginnt mit Verlassen des Ankerplatzes als wir den Anker lichten und ein grosser Schwarm kleiner Rochen und kurz danach noch ein Delfin zum Boot kommen – mit einfliessender Tide bis vor die Harwood Bridge, wo wir für die Nacht ankern und uns an Land umsehen.

 

3 Hauptereignisse prägen den folgenden Sonntag 2. Dez 2012:

37 Extra-Brueckenoeffnung fuer uns mit Anhalten des Pcific Highway Verkehrs.jpgum 10:00 wird der Verkehr des Pacific Highway angehalten und die alte Liftbrücke geht im Mittelteil in die Höhe – wir passieren – wir tel. Graig dem Brückenwart und bedanken uns – da er nicht persönlich anwesend war als wir passierten, fragt er noch ob der Brückenlift auch wieder nach unten gegangen sei, weil der Lift vor kurzem stecken blieb und damit natürlich ebenso der Verkehr – wir hoffen unsererseits, dass sie sich öffnen lässt wenn wir zurück kommen. 

38 auf dem Clarence River.jpg  39 auf dem Clarence River.jpg

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Um 12:10 sind wir langsam, bei stetig weniger Wasser unter dem Kiel auf eine Sandbank aufgefahren, konnten drehen und uns mit voller Motorkraft befreien – muss mein Wissen über Strömungslehre ergänzen – ein Fluss mit ein- und auslaufender Tide mäandert nicht auf dieselbe Weise wie normale Flüsse und Sandbänke können sich unberechenbar verschieben – aber etwas Abenteuer muss sein…

41 koennen wir unter der Hochspannungsleitung durchfahren.jpg

… ein weiteres folgte kurz vor Grafton – dort gibt es eine Hochspannungsleitung – eine Warntafel weist auf 17 Meter freie Höhe hin – wir haben 18 Meter – Phil vom Cat Aquavista erzählte uns, dass er mit seiner Masthöhe von 19 Meter dort durchgefahren sei – trotzdem komische Gefühle – wir gehen davon aus, dass diese Höhe an niedrigster Stelle und bei Flut gilt – wir passieren so viel seitlich wie möglich, dort wo die Leitung schon etwas weniger durch hängt und können aufatmen.

Nach dem Ankern vor Graftons Brücke gehen wir in die Stadt, finden ein Take away, das noch offen hat und besiegeln diese Fahrt am Abend mit Fish and Chips und einem Bundaberger Ginger Bier – das Ganze geniessen wir bei feinem Regen unter dem Blätterdach eines Baumes in einem Park.

41a maechtige Alleebaeume in Grafton.jpg  41b abseits des Zentrums von Grafton.jpg  41c bei der Grafton Bridge.jpg

Bevor wir die Rückfahrt antreten, gehen wir am Vormittag nochmals in die Stadt – sie ist fast menschenleer, hingegen ist der riesige Autoparkplatz unter dem gigantischen Einkaufscenter praktisch voll – das Leben findet in den klimatisierten Einkaufspalästen statt…

Die Rückfahrt zeigte sich planerisch etwas schwieriger um im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein – die Tiden sind nicht sehr hoch, haben aber hier pro Tag 2 unterschiedliche Spitzen: heute 1.6m und die kleinere 1.1m – dazu kommt je nach Ort am Fluss eine Zeitverzögerung des ein- und auslaufenden Wassers von 2 ¼ – 5 ¼ Std.

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Bei trübem Wetter teilweise flottes Segeln – wir legen 12 sm zurück und ankern – es regnet in Strömen – sammeln Wasser für spätere Douche und Wäsche.

43 Fruehnebel auf dem Clarence River.jpg  44 Fruehnebel auf dem Clarence River.jpg

am folgenden Tag liegt vorerst dicker Nebel über der Flusslandschaft, dann ein prächtiger Tag – warten das Hochwasser ab um über „die Sandbank“ zu fahren – queren diesmal mehr auf der Fluss-Innenseite und haben grosszügige 0.9 m unter dem Kiel – dafür an einer anderen Stelle nur 20 cm (für Interessierte: Karte zeigt 2 m / HW = 1.1m = 3.1m minus Tiefgang 1.8m / somit müssten wir an besagter Stelle 1,3m unter dem Kiel haben statt nur 20 cm) – genügt allerdings!

Machen inzwischen etwas Planungsarbeit für die spätere Route bis Sydney (ca. 300 sm) mit möglichen Ankerplätzen, Distanzen, Zeitberechnungen)

Gehen noch an Land – in nächster Nähe sind 4 verschiedene Kirchen und ein schöner Park – im Landhotel sind bereits mehrere ältere Männer beim Frühschoppen (Bier) – die Vitrinen erzählen von der Geschichte der hiesigen Clubs, vorab Fischer-, Cricket- und Social-Club mit Fotos, Namen und Leistungen.

Am Nachmittag unterwegs Fluss abwärts noch Telefon mit der Frau des Brückenwarts – wir rechneten mit einer Brückenöffnung am nächsten Tag, als sie uns mitteilt, dass die Brücke für ein anderes Boot noch heute Abend um 19:00 geöffnet werde – passt tipp topp – dann schöne Fahrt bis zur Harwood Bridge, wo wir von Weitem ein Segelboot sehen, das ebenfalls in Grafton war – Pam & Bruce von der SY „X Pensive“ Au helfen beim Anlegen am Steg – kommen zum Sundowner – bringen allerdings wie hier üblich ihre eigenen Drinks mit – reger Austausch wie unter Cruisern üblich – unsererseits erhalten wir Insider-Infos über sehenswerte Orte und Ankerplätze südwärts – als Eigner einer Marina in Sydney und jeweils abwechslungsweise ab Juni ein halbes Jahr an der Küste unterwegs dann zur Weihnachtszeit zurück in Sydney, wissen sie von was sie reden – wir vereinbaren weitere Kontakte und wir sollen sie in Sydney besuchen.

45 nochmals Brueckenoeffnung nach Rueckfahrt von Grafton.jpg  46 nach Rueckkehr von Grafton auf dem Clarence River.jpg

– dann Brückendurchfahrt und weil es bald dunkel wird ankern wir etwas weiter unten beim Sailing-Club (Fluss-Segeln mit kleinen Jollen – es ist auch Bestandteil des normalen Schulsportbetriebes).

Am Morgen segeln wir mit auslaufender Tide zur Iluka Bay nahe Yamba zurück – wahrscheinlich der beste und sicherste Ankerplatz an der Ostküste Australiens, wie uns ein Segler und Schotte jetzt mit australischem Pass auf Grund von Vorfällen und eigenen Erlebnissen erklärt – jetzt zur Zeit ist es hier ruhig wie im Ententeich – Spaziergang und Bad am Strand – dann schläft der Skipper 2 volle Stunden – Frühlingsmüdigkeit? – wahrscheinlich schon – hier ist schliesslich Frühling!

Der nächste Tag bringt schönes Wetter und 63 Seemeilen Segeln hart am Wind nach Coffs Harbour.

47 fruehe Begegnung Traweler bringt Fang nach Hause nach einer Nacht auf See.jpg

Kurz vor Niedrigwasser verlassen wir Yamba um 05:20 – noch in der Hafenausfahrt kommen Trawler entgegen, die ihren Fang, nach der Nacht vor der Küste nach Hause bringen. Draussen ist es jetzt bei Niedrigwasser und 3 m Schwell kabbelig. Über den Sandbänken gibt es sich überwerfende Wellen – bei 18 – 21 Kn Wind und Kreuzseen ist es eine harte Tour – einzelne Brecher kommen über den Bug.

48 Coffs Harbour mit Innenhafen links und Marina.jpg  49 Regattastart hinter dem alten Pier von Coffs Harbour.jpg

etwas müde erreichen wir die zu diesem Zeitpunkt recht turbulente äussere Hafeneinfahrt von Coffs Harbour, wo sich im Vorbecken mehrere Segelboote für eine Regatta vorbereiten. Kurz nach uns treffen auch die neuen Bekannten der „X Pensive“ Au ein.

Wir legen uns für die Nacht mit 2 andern Booten im Innenhafen zwischen Pier und Hafenmole vor Anker.

Beim Aufstehen sind um 06:00 bereits Badende und Surfer im Wasser – nach Landgang, nehmen wir das Dingi auf Deck und legen ab.

In einer Tag–Nacht–Fahrt nehmen wir Kurs auf die grosse Bucht von Port Stephens.

Vorerst beschauliches Segeln – kommen bei 12 Kn Ostwind gut voran – wie beobachtet nimmt der Wind nachmittags regelmässig zu – ab 16:00 zunehmend Speed und mit dem hier intensiven Ostaustralischen Küsten-Strom, der mit 2-4 Kn südwärts setzt, erreichen wir über Stunden fast 10 Kn Spitzengeschwindigkeit – so sehr wir uns darüber freuen, so machen wir uns auch Gedanken, wie sich die Situation verhalten wird, wenn wir im nächsten Jahr wieder nordwärts segeln sollten – wir passieren die Trial Bay und in der Nacht Port Macquarie, beides Orte die wir als alternative Zwischenhalte vorsahen – die Nacht und der folgende Vormittag verlaufen unter Volltuch und räumlichem Wind recht angenehm

50 zunehmend grobe See bei der Anfahrt auf Port Stephens.jpg

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dann werden wir auf den letzten 12 sm vor der Einfahrt nach Port Stephens noch gefordert – innert kurzer Zeit und bei schönstem Wetter steigerte sich die Windgeschwindigkeit von bisher 15 auf 28 – 35 Kn – Genua und Besan geborgen – im Gross 3 Reffs eingebunden – werden gut geschüttelt bei den hier vorherrschenden Wellen und der Brandung nahe der Inseln vor der Einfahrt – dabei reissen die beiden Bullentaljen und die Travellerleine, sowie ein Mastschlittenhalter des Gross-Segels – kein Problem für die seetüchtige Nicone (;-) – verdrücken uns nach der Einfahrt ins Lee hinter den Nordkopf – sind soweit froh in etwas ruhigerem Gewässer zu sein und wollen uns Morgen weiter in die Bucht hinein verziehen, da böiges Regenwetter mit Windwarnung angesagt ist.

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Beim Erwachen nach gutem Schlaf herrscht schönstes Wetter – unvorstellbar dass es bald mies sein soll – am Buchteingang sind viele Delfine zu sehen – fahren tiefer in die Bucht, vorbei an Nelson Bay und Dutchman Bay und kreuzen die „Freebird“, welche wir auch schon in Fiji gesehen hatten.

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In der Salamander Bay gehen wir an die einzige Gästeboje – die staatlichen Gästebojen sind pinkfarbig, welche 24 Std benützt werden dürfen, auf eigenes Risiko und Androhung von Busse bei längerem Verbleib – es gibt 40 Boote an privaten (gelben) Bojen.

Am Nachmittag Donnergrollen, es wird grau und der Wind dreht plötzlich von NE auf SE – alle Boote drehen sich gleichzeitig wie bei einem Reigen mit und dann fallen heftige Böen über Bucht und Boote her – das für drei Tage angesagte stürmische Schlechtwetter ist da – in der Nacht reisst es ganz schön an Boot und Mooring – um 04:00 Ankeralarm – aufgeschossen um nach zu sehen – falls die Mooring Leine reissen würde, wäre je nach Drift nur kurze Zeit zur Verfügung um den Motor zu starten und weg zu kommen – aber alles ok – falscher Alarm – die kurz gewählte Einstellung löste den Alarm aus weil sich das Boot bei nachlassendem Wind und Tidenwechsel um 180 Grad drehte.

Gingen am nächsten Tag zur falschen Zeit am falschen Ort mit dem Beiboot an Land – mussten es wegen zu niedrigem Wasserstand über eine weite Strecke im Wasser watend ziehen und marschierten dann auch noch in die falsche Richtung um eine Einkaufsmöglichkeit zu finden – alles bei Regen und leicht schlechter Laune… – wir kehren zurück und bleiben weitere 24 Std an besagter Gästeboje ohne dass wir behelligt werden.

Dann in der Nacht zunehmend Regen, Wind etwas nachlassend.

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fahren gegen Mittag des folgenden Tages – der Regen hat aufgehört – es ist nur noch trübe – zur Fame Cove, einer unerhört schönen kleinen Bucht, welche besonders von den Locals aufgesucht wird „to get away from all of it“ bzw. um Alltagssorgen hinter sich zu lassen – bald zeigt sich die Sonne und es gibt einen wunderschönen Abend

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Drei Delfine zeigen sich, am Ufer sind verschiedene Vögel zu hören teils zu sehen und es ist ruhig wie im Ententeich.

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In einer weiteren Bucht , die wir noch erkunden wollten gab es viele Vögel und auf dem Pfad entlang eines kleinen Flussarmes, der sogenannten Zitronenbaum-Passage, suchten wir in den Baumwipfeln vergeblich nach dort lebenden Koalabären.

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Dafür begegnen wir da und dort echten und unechten Weihnachtsmännern die sich auf den Weg machen.

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Wir machen uns ebenfalls auf den Weg: Ausfahrt Port Stephens – vorbei am Leuchtfeuer von Mount Stephens entlang der Küste mit grossen Sanddünen – nach New Castle, wo wir nach einer Ankernacht im Hunter River ein paar Tage in der Marina bzw. im Cruising Yacht Club bleiben werden.

64 der Ausfahrt von Port Stephens entgegen.jpg  65 Leuchtfeuer Mount Stephens Steuerbord quer ab.jpg  66 Grosse Sandduenen auf 20 Seemeilen Kuestenlinie.jpg

67 Anfahrt New Castle.jpg  68 Zwerg Nicone begegnet Gigant in der Seestrasse.jpg  69 Industriehafen.jpg

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Samstag 15. Dez.2012:

Wir wünschen euch allen bereits jetzt wenig Stress in der Vorweihnachtszeit – hier zur beginnenden Sommerzeit ist dies natürlich etwas anders als zu Hause. Es finden viele Xmas-Partys statt, zu welchen sich die Australier/innen in leichter und gestylter Sommerbekleidung und wie letzten Abend bei der Marina zu (guter) Live-Rock-Musik treffen.

Vanuatu – Neukaledonien – Australien

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Von Vanuatu nach Neukaledonien –ca. 300 Seemeilen hart am Wind

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AmVormittag des 29. September backt die Bordfrau noch schnell einenKuchen für unterwegs – freue mich jetzt schon darauf – amNachmittag verlassen wir Port Vila und nehmen Kurs auf Neukaledonien– mit uns fährt auch SY Sternchen – Feri hupt uns zum Abschied –ob, wann und wo wir uns wieder sehen – irgendwann zu Hausevielleicht – er fährt gegen Osten um die Welt.

In der ersten Nacht dreht der Wind vonSE auf SSE, so dass wir den Kurs hoch am Wind nur knapp beibehaltenkönnen. Sternchen bleibt leicht achteraus auf unseren Fersen –gelegentlich sind wir in Funkkontakt. Es ist mit Vollmond, der ab undzu von Wolken bedeckt wird, eine helle Nacht.

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Bereits im Laufe des nächsten Tages zeigt sich, dass wir relativ gutvorankommen und dass wenn es so bleibt, wir bald bremsen müssen, umÜbermorgen früh die Riffpassage – Anfahrt im Süden vonNeukaledonien von E nach W – zum richtigen Zeitpunkt, d.h. beiNiedrigwasser mit einlaufender Tide zu erwischen.

Sehen nach langer Zeit wieder mal 3träge Delfine die knapp hinter dem Boot vorbei schwimmen.

„Sternchen“ hatte die Idee eineseventuellen Zwischenhaltes für eine Nacht auf der Insel Mare, aufder südlichsten der 3 Loyalty-Islands (zu Neukaledonien gehörend),was verlockend wäre, sich aber schnell erübrigte, da wir die Höheam Wind nicht halten konnten und wir sowieso den Tag / Nacht-Rhythmusnicht brechen wollten.

Unterwegs auch Funkkontakt mit SY LardoUS – alles ok.

Um 03:30 in der dritten Nacht steuernwir den Pilot-Punkt der Riffeinfahrt in die „Havannah“-Seestrassean – entgegen „Räubergeschichten“ ist diese unproblematischweil breit und gut befeuert.

03 Seestrasse nach Noumea.jpg  04 Schnellfaehre donnerte mit 38 Knoten (70 Kmh) an uns vorbei.jpg

um05:00 beginnt es zu tagen – von hinten kommt der Cruiser „PacificPearl“ mit 19,3 Kn heran – 2 Stunden später kreuzt uns eineSchnellfähre mit 38 Kn (70 Km/h!) – weitere 3 Stunden späterlegen wir zum Einklarieren in Noumea in der Marina „Port Moselle“an, wo uns Bernd von der SY Elbe die Leinen entgegen nimmt – schön!– er hatte am Funk unser Ankommen gehört und kam von derNachbarsbucht zu Fuss herüber.

 

Kurzrückblick zur Überfahrt vonVanuatu nach Neukaledonien:

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330 sm – 68 Std – 3 Nächte – knapp 5Kn Durchschnittsgeschwindigkeit – hart am Wind auf Steuerbordbug –mühsame Momente bei drehenden, auf- und abflauenden Winden(Korrekturen, Segeltrimm) – altes repariertes und wieder montiertes Windfahnenruder hat sich bewährt. – alles ok und beim Sundownermit Freunden sind wir sowieso zufrieden.

 

Wissenswertes zu Neukaledonien

Neukaledonien ist Übersee-Territoriumvon Frankreich und liegt ca. 1500 Km (800 sm) östlich von Australienund knapp nördlich des Wendekreises des Steinbocks.

Die Hauptinsel ist 400 Km lang und voneinem Riffband bzw. Lagunen umgeben – zugehörig sind die Loyalty-sowie kleinere Inseln.

Bevölkerung: 44% Melanesier, 33%Europäer, 11% Polynesier, 7% Asiaten und 5% andere.

1774 landete James Cook hier und imnächsten Jahrhundert kamen Seeleute und Händler ins Land.

1854 wurde die Haupt- und HafenstadtNoumea gegründet

1863 wurden reiche Nickelvorkommenentdeckt gefolgt vom „Nickel-Rush“.

40‘000 Sträflinge wurden ins Landtransportiert, um unter prekären Verhältnissen für den Bau derStadt Noumea Holz zu fällen, Schienen zu legen und in denNickelminen zu arbeiten.

1942 wurde Neukaledonien eine wichtigeMilitärbasis der Amerikaner im Krieg gegen Japan.

Nickelabbau und heute der Tourismussind die wichtigsten Wirtschaftspfeiler – viele Kreuzfahrtschiffekommen hierher – die relativ kleine Anzahl der Segler dieNeukaledonien anlaufen, spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle,weil sie bedeutend länger bleiben als andere Touristen.

Problempunkte sind militärischeRückstände im Meer, frühere Abholzung und Kontaminierung desBodens durch Nickelabbau – heute werden grosse Anstrengungenunternommen um ein wirtschaftliches und ökologisches Miteinander zugewährleisten – dies ist bei der reichen Flora und Fauna auchnotwendig.

Die Regierung strebt grössereUnabhängigkeit von Frankreich an.

 

In Noumea – Visum für Australien- weitere Absichten

06 Musikpavillon Place des Cocotiers Noumea.jpg  09.jpg  10 der Fluegelschlag eines Schmetterlings kann auf der andern Seite der Erde einen Zyklon ausloesen....jpg

11 Eindrueckliches Aquarium Noumea.jpg  12 See-Aquarium Noumea.jpg  13.jpg

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Nach unserer Ankunft gab’s andern Tags Stegplaudereien mit andernbekannten und bis dato unbekannten Seglern.

Obwohl die Stadt nahe ist, legen wir inden folgenden Tagen lange Fussmärsche zurück – ab- wie auchunabsichtlich um Notwendiges wie Einkäufe zu tätigen, Spezialläden,Immigration, Visastelle der Australischen Botschaft zu finden odereine Ausstellung, ein Museum oder das moderne Aquarium zu besuchen.

Unsere Absicht nach Australien weiterzu segeln erweist sich wegen des Visums vorerst als Stolperstein –wir hatten bereits ein Touristenvisa für 3 Monate, das ursprünglich,wenn wir bereits in diesem Jahr nach Indonesien gesegelt wären,zeitlich genügt hätte. Da wir aber wegen des Schweiz-Aufenthaltesund wegen der Hurrikan-Saison (Dez – Mai) sowie später Fahrt inden Norden (Darwin), ein Jahres-Visum benötigten, setzte dies einigeUmstände und unnötigen Ärger ab – wir dachten, dass es wohl ameinfachsten sei mit allen Papieren direkt bei der Austral-Botschaft.vorbei zu gehen – dazu benötigt man: Antrag, Kopien Pass, Foto,Krankenkasse, Bankauszug, Bootspapiere, Bootsversicherung – nachdem ersten Besuch der Visastelle an einem Freitag, die erst nachStunden und nur mit Insiderhilfe zu finden war, erhielten wirfreundlich Auskunft, mit allen Dokumenten am folgenden Dienstagvorbei zu kommen – also bereiteten wir alles vor – Fehlanzeigevon wegen alles direkt vor Ort erledigen zu wollen – nach längererWartezeit teilte uns die Lady-Offizierin mit, dass seit letztenFreitag das Antragsformular gewechselt hätte – erste Seitenblickeder Bordfrau – dass neben Biodaten und letztem Eintrag (Noumea) derganze Pass zu kopieren sei – weitere Seitenblicke – ausserdem sollich noch einen Brief über unsere Situation schreiben (direkt vorOrt), was ich Zähne knirrschend tat … aber dann schob sie unsnoch ein Formular hin, das Daten über Eltern (Vater gestorben –dies sei egal) Geschwister und deren Kinder verlangte… dieAntragskosten würden 250.- betragen … ob das eine Garantie sei,dass der Antrag bewilligt würde? … nein … wie lange es denndaure bis wir Bescheid erhalten würden? …auch das wusste sienicht, bzw. ca. 10 Tage, es könnten aber auch 3 – 4 Wochen sein -das brachte bei uns das Fass zum Überlaufen – so nicht! – wirkochten innerlich über so viel Schikane – freundlich aber bestimmtfassten wir alle Papiere zusammen –- erklärte der Dame freundlichlächelnd – dazu musste ich mich enorm zusammenreissen – wir würdendieses Theater hier nicht mitmachen – sie möchte doch das ihrenVorgesetzten mitteilen – wir würden voraussichtlich nachNeuseeland statt Australien segeln, weil man dort willkommen sei –thank you and by, by – übrigens mit zustimmendem Nicken vonanderen Anwesenden.

Von andern Seglern hörten wir, dasssie per Internet problemlos und in kurzer Zeit ein Jahresvisumerhalten haben. Dies beabsichtigten wir trotzdem zu tun und falls esnicht klappen sollte, hatten wir uns bereits auf Neuseelandeingestellt, schliesslich machten wir vor einem Jahr guteErfahrungen, würden einige Freunde wiedersehen, dort noch südwärtssegeln und Dinge tun, wozu wir beim vergangenen Besuch keine Zeithatten.

Den Visums-Antrag für Australien habenwir per Internet gestellt – nun müssen wir warten.

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18 Resort auf Ilot Maitre.jpg  19 bei Niedrigwasser noch 0.6 m unter Kiel.jpg

Wir segelten vorerst zur Ilot Maitre, einer nur 3 smausserhalb von Noumea entfernten Insel in einem Naturschutzgebiet mitBojenplätzen in türkisgrünem Wasser – wunderbar! Insel undUmgebung stehen unter Naturschutz – das merken wohl auch die Tiere– täglich sind Schildkröten zu sehen, grosse Fische kommen zu denBooten – als ich den Rumpf unter Wasser kontrollierte, kamen zweigrossflächige Fische von 1.2 bis 1.5 m – einer silbrig der andereschwarz – neugierig heran – bin im ersten Moment erschrocken,empfand es dann aber als ganz sympatisch, dass sie sich für mein Tuninteressierten.

Hier trafen wir auch wieder die „Laika“CH, neben welcher wir in Neuseeland gelegen waren.

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Einfach so im Sand der Insel…

Die Behörden lassen sich etwaseinfallen um der Natur ihren Platz zu erhalten – die Bojenplätzesind gratis – man will damit verhindern dass mit dem AnkernKorallen beeinträchtigt werden können. Am Ufer wurden mehrereGrillplätze für die Segler eingerichtet und das Holz dafür wirdsogar per Boot angeliefert.

Der französische Einfluss istnatürlich überall spürbar – zu Lande wie zu Wasser ist „alles“gut geregelt: für uns wichtig die zuverlässigen Seemarkierungen,Seewetter, guter Funkverkehr, Überwachung Seegebiet und der Bojen(Verankerung, Leinen), etc.

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Tage später treffen wir in der Bay Orphelina Altbekannte –die „Amigo“ und „Sail away“, die schon länger inNeukaledonien sind und hierher kamen um für Australienauszuklarieren – was nur nur in Noumea möglich ist – natürlichAustausch von Neuigkeiten und Übergabe unserer letzten SchweizerSchokolade die ich Amigo „in meinem Leichtsinn“ via E-Mail voreiniger Zeit versprochen hatte.

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Wirsegeln mit „Sternchen“ noch zu empfohlenen Ankerplätzen weitersüdlich – machen Halt in der Anse Bay wo Haie zum Bootkommen – Art nicht bekannt, aber mit ca 1.8m gemäss Aussagen nichtzu befürchten – jedenfalls ist bei mir und Georg nach dem Baden„noch alles dran“ (;-).

26 am Wegrand.jpg  27 wichtiger Leuchtturm am Cap Ndoua.jpg  28 Segler auf dem Berg.jpg

Schöne Wanderung zu einem der wichtigsten LeuchttürmeNeukaledoniens am Cap Ndoua, von wo aus zur richtigen ZeitWalbeobachtung gemacht werden kann – dazu sind wir jedochjahreszeitlich zu spät – die Wale, die in die warmen Gewässer vonTonga, Fiji, Vanuatu und Neukaledonien zum Gebären gekommen sind,befinden sich bereits auf dem Rückweg in die Antarktis, wo sie sichwieder mit Krill voll fressen werden bevor sie im nächsten Jahrwieder kommen.

29 Berglandschaft im Sueden Neukaledoniens.jpg  30 Thermalwasser nur 2 Grad waermer als die See.jpg

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In der hervorragend geschützten Carenage Bay – einemHurrican howle – regnet es einen Tag lang wie aus Kübeln –bleiben 3 Nächte am Anker und besuchen mit dem Dingi trotz Regeneine flussaufwärts schön gefasste Thermalquelle – sie ist zwarnur 2 Grad wärmer als das Seewasser – dafür eigebettet in derschönen Landschaft, die von sattem Grün des Waldes und der rotenErde geprägt ist.

34 unter Genua und Stagsegel.jpg  35 Begegnung.jpg

Beiphantastischem Wetter erleben wir einen flotten Segeltag zurückzur Ilot Maitre – mit räumlichem Wind von 20 – 28 Knotensegeln wir nur mit Genua und Stagsegel 33 sm der feinen Inselentgegen.

36 im Woodin Kanal statt 6 nur 2.7 Kn Speed wegen Gegenstroemung.jpg

Im sog. Woodin Kanal fällt unser Speed wegen Gegenströmung von 6auf 2.7 Kn zurück – bin nach 4 ½ Std am Steuer (aus Lust die meisteZeit von Hand gesteuert) etwas schlapp. Erholen uns bei einem„Schwumm“ am Ankerplatz und einem Drink zu dem wir bei der „Elbe“eingeladen sind.

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Eswurde uns viel von den „Tigerschlangen“ (Laticauda colubrina)erzählt – ca 1.5 m lang / nicht aggressiv / Daumendick / sehrgiftig / lebt tagsüber an Land und geht abends auf die Nahrungssucheins Wasser – weil sie das Dingi nicht aufgezogen hatten, konnte beiFreunden eine Schlange „einsteigen“ – bei einem andern Seglerist eine Schlange via Ankerkette aufs Deck gelangt.

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Später beim Grillieren am Ufer sahen wir gleichzeitig 3Exemplare im Umkreis von nur knapp 20 Meter und eine weitere unterder Grillbodenplatte– kein Problem – sogar interessant – manmusste nur aufpassen um nicht auf sie zu treten.

 

Reinige mittels Freediver den nurleicht grün bedeckten Rumpf unter Wasser.

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dieses Mal sind drei grosse Saugfische unter dem Boot – als ich dieKamera holte waren sie immer noch da – die meisten Segler dieAustralien anlaufen reinigen vorher den Rumpf unter Wasser – essoll bald Regel sein, dass ankommende Boote mit Unterwasserkameraskontrolliert (Bio-Security) und im schlechtesten Fall ausgewassertund auf Kosten der Eigner gereinigt werden – ob dies bei Tankern undFrachtschiffen auch erfolgt, entzieht sich unseren Kenntnissen (;-).

 

PAN-PAN und MAYDAY

Samstag 20.10. – schönstes Wettermit starkem böigem (20-25 Kn) Ostwind – wir sind im Lee einerInsel zusammen mit andern Booten an der Boje – am Nachmittag erfolgteine Pan-Pan–Meldung (Crew und / oder Boot in Gefahr) – einKatamaran ist im Begriff auf der Luvseite der Insel aufs Riff zulaufen – wie am Funk zu hören, sind sofort andere Boote vor Ortfür Hilfeleistung – später ist zu vernehmen, dass für die Crewkeine Gefahr bestand aber das Boot bereits aufs Riff gelaufen war undschwer beschädigt wurde.

Am selben Abend – es ist seit 2 Stddunkel – erfolgte noch eine Mayday-Meldung (Sofort-Hilfe notwendig) –eine Person mit einem kleinen 2.5m langen Boot wird vermisst –treibt evtl. in der Bucht von Noumea – erst zwei Tage spätererfolgt eine Meldung, dass die Person gefunden wurde (ohne weitereAngaben).

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In der Orphelina Bay gehen wir 2 Tage vor Anker – erledigenEinkäufe, Wäsche und besuchen von dort aus – Dingi, Fussmarschund Bus – etwas ausserhalb von Noumea das Kanaken-Kulturzentrummit seiner modernen, beeindruckenden Architektur – Türme die einKanaken-Dorf versinnbildlichen – im Innern können Gegenständebesichtigt und die Geschichte verfolgt werden.

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Gemäss Wettermeldungen erzeugt in den nächsten Tagen eindurchziehendes Tief starke Winde aus westlichen Richtungen – weilwir somit voll ausgesetzt wären, suchen wir die gut geschützteAnkerbucht der hufeisenförmigen Insel Ile Uere auf. DieseIdee hatten auch andere Segler – 5 Boote waren bereits da und 6weitere folgten noch. Nachts um 02:30 laute Stimmen – ein Bootfuhr bei starken Winden und in stockdunkler Nacht durchs Ankerfeldund ankerte neben uns – es stellte sich heraus, dass es denAnkerplatz wechselte (musste?) – bei Tagesanbruch und nachlassendemWind verliess das Boot ebenso laut die Bucht.

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Inzwischen wurde meinem Visumsantrag problemlos statt gegeben undnach weiteren 5 Tagen ebenso jenem der Bordfrau – wir dürfen bisOkt 2013 in Australien bleiben – tipp-topp – also fassen wir mitetwas gemischten Gefühlen Australien ins Auge, hören wir doch immerwieder von Überregulierung, Warnungen, hohen Bussen und Schikanen,wobei selbst australische Segler das nach Hause kommen fürchtensollen. Eine Broschüre, wenn auch sehr freundlich, informativ undlückenlos gehalten, bestätigt vieles und man muss an einiges denkenbei der Anfahrt in Bezug auf die Bio-Sicherheit und anderes – U.a.ist es gut möglich dass man aus der Luft (Helikopterüberwachung)via Funk angerufen wird, es ist strafbar wenn man nicht schriftlichvorangemeldet ist, es ist wichtig, dass man sich bei Annäherung desLandes noch zwei Mal über Funk meldet, auch gut zu wissen, dass manversuchen muss nicht am Wochenende an zu kommen – geht es nichtanders, muss neben der normalen Einklarierungsgebühr von 330.- Au$eine zusätzliche behördliche Überzeitgebühr von satten 288.- Au$bezahlt werden! – je nach Wetterfenster bzw. Planung, ist diesnicht ganz einfach zu bewerkstelligen – In einer Marina auf dem BootBier zu trinken ist erlaubt, jedoch nicht so, wenn sich das Boot amAnker befindet – gilt für Skipper, Crew und Gäste… und vielesmehr.

Wir gehen davon aus, dasswahrscheinlich nicht alles so heiss gegessen wie gekocht wird –dies in der Annahme dass die vielen Regeln vom Motto ausgehen: „alle“sind dumm und müssen vor sich selbst geschützt werden (;-)

 

Mit dem Port to Port-Rally nachAustralien

Das ausgeschriebene Rally geht auf dieInitiative des Yacht Club Bundaberg mit mehreren engagiertenWeltumseglern zurück, welche den ankommenden Yachties für dieAnkunft und den Aufenthalt in Australien ihre Unterstützung anbieten– die hervorragende und auf die Bedürfnisse der Seglerausgerichtete Organisation ist zeitlich abgestimmt mit derHurrikan-Saison, ist völlig locker – überlässt den BootenZeitpunkt des Starts ausserhalb Australien (die meisten kommen vonNeukaledonien) – hilft bei administrativen Fragen – macht aufwichtige Punkte aufmerksam – ist Bindeglied zwischen Boot undZollbehörden – veranstaltet Seminare, BBQ’s, und… und nicht zuverachten: erstattet die Kosten für die Quarantäne von 330 Au$zurück – rechne: Kosten Rally 220 Au$ – Rückvergütung 330 Au$ -Ersparnis 110 Au$.

Der Erfolg der Organisatoren istbeachtlich – jedes Jahr kommen mehr Yachten nach Bundaberg –davon profitieren offensichtlich alle – vorab Segler, Gewerbe,Behörden, Yachtclub und Marina! Eine Win-Win-Angelegenheit für alleBeteiligten.

 

Günstiger Zeitpunkt für diePassage nach Australien?

Seit einiger Zeit beobachten wir daslangfristige Wetterfenster für die Passage nach Neuseeland bzw. neunach Australien. Jetzt wo wir im Besitz des Australien-Visums sind,gibt es kaum noch Wind – wir sind bereit, aber für die folgenden 10Tage sagen die Wettermodelle (Modelle lügen manchmal) (;-) windarmesWetter voraus – das angesagte Bisschen Wind kommt zwar meist ausder richtigen Richtung (SE), ist aber über die 800 sm mit Flautenund Variablen versehen – was tun? Eine Woche warten und dann sehenwie es weiter hinaus aussieht? – was, wenn dann immer noch mässig?– Vorentscheid: wir warten ein paar Tage ab.

In den nächsten drei Tagen – wirsind in der Marina – geht es noch dynamisch zu und her – erledigenein paar Dinge die wir schon länger im Auge haben – darunter soun- bzw. wichtige Sachen wie endlich neues Uhrenband, neuenStaubsauger, Moosgummi auftreiben für Erneuerung der Abdichtung vonAnker- und Backkisten, Abklärung Defekt an geliebter Digital Kamera,die mir auf den Boden gefallen war – wurde problemlose und gratisvor Ort durch Fachmann gerettet (;-) – nehme Check undEinstellungen am Rigg vor – studieren Unterlagen Australien –machen Planungsprojekte und besuchen das Heiva-Kulturfestival „150Jahre Thahiti und Neukaledonien“ mit Tänzen und Wettbewerben,ähnlich wie wir sie letztes Jahr in Papeete erlebten.

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47.jpg  48.jpg  50 Laeuferin vor dem Wettkampf Fruechte tragen.jpg

Immer noch sieht es für die Passagenach Australien nach Schwachwind aus – viele Segler wollen weiterabwarten – wir tun uns schwer mit dem Entscheid – draussen evtl.lange und bei Schwell herum zu dümpeln oder nur mit Motor istwirklich nicht sehr angenehm – aber warten, warten ist auch nichtunsere Sache – wir beschliessen, wie auch schon früher, abzulegen„denn das Wetter findet statt“ – werden uns darauf einstellen.

Also, Aufgabenteilung zwischen Bordfrauund mir, um Ablegen zu können: Behördengang zu Immigration, Zollund Harbourmaster zum Ausklarieren, letzte Einkäufe, Gas holen,Marina bezahlen, von Freunden verabschieden, zu Tankstelle fahren zumBunkern von zollfreiem Diesel – mit vollen Tanks könnten wir die800 sm im Notfall sogar unter Motor zurück legen – hoffentlich nurdas nicht! – Wir rechnen mit 8–10 Tagen Überfahrt beischwachwindigem Wetter.…

Um 15:20 ist es soweit:

 

29.Okt. 2012 Start nach Australien –800 Seemeilen

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Sobald wir Bucht und Riffpass hinter uns lassen und der offenen Seeentgegen steuern, setzt das bekannte, von Zivilisationszwängenbefreiende Gefühl ein… vor uns die untergehende Sonne – hinteruns der Mond der bereits am Himmel steht…

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undstatt des angekündigten lauen Lüftchens, fegen wir bei 20 Kn raumemWind – besser geht kaum – mit vorerst 7 Kn Speed durch die helleVollmondnacht.

Tag 2:

auch heute sind wir besser unterwegsals erwartet – stellt auf – allerdings auch die Frage ob schonbald Flaute eintreten wird – 3 weitere deutsche Boote habenebenfalls Noumea verlassen, darunter auch Sternchen, wie am Funk zuvernehmen ist.

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Um 19:00 sind wirmit dem Frachter „Nord Hong Kong“ während 1 ½ Std aufKollisionskurs – bei Annäherung auf 3 Seemeilen funken wir – erhat uns gesehen (sagt er…), korrigiert den Kurs und passiert uns0,3 Seemeilen achterlich… komische Gefühle… da ist man imIrgendwo des weiten Pazifik und wird fast über den Haufen gefahren…

Tag 3: „lieber Wind könntest Dunicht etwas regelmässiger blasen, statt im 3 bis 5 Minuten Takt ständig die Richtung hin und her und die Stärke zu ändern?“ –Boot „eiert“ und fährt Slalom – zeitweise Motorsegeln undGegenströmung von 1.5 – 2 Kn – wolkenlose helle Mondnacht.

Tag 4:

War’s das mit dem Wind für dienächsten zwei Tage? – die neuen Prognosen stellen ab dann neuebessere Wind-Daten in Aussicht – passt! – in der Regel sindWettermodelle für 3 bis 4 Tage einigermassen ok, können dann abervöllig anders ausfallen

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heute gibt es jedoch Schwachwind, über lange StreckenGegenströmung, am Horizont Regenwolken und prompt einen Schauersowie viel Motorsegeln – daneben aber auch feines von Leena selbstgebackenes Brot.

Tag 5:

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mit dem Sonnenaufgang unerwartete Windzunahme – mussten vorher mitFlaute rechnen – sind mit Nordostwind super unterwegs – Besucheiner grossen Möve – dann dreht der Wind über Nord immer mehr aufdie Nase, so dass wir mit WNW-Wind von der Ideallinie in südlicheRichtung abfallen müssen – dürfte kein Problem sein wenn der Windnachts unter dem zu erwartenden Hochdruckgebiet auf Süd drehen wird,so dass wir wieder zurück auf den alten Kurs einschwenken können

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weil unerwartet guter Wind bei wenig Welle, war es ein besondersgefreuter Segeltag.

Tag 6:

Logbucheintrag nach Wachablösung um01:30: …Windwechsel von WNW auf SSE in nächsten Stunden zuerwarten… – kaum geschrieben, erfolgt dieser um 02:00 auf einenSchlag auf die unangenehme Art, nämlich mit urplötzlichemWindeinfall inkl. Regenschauer von der Backbordseite her – dieBordfrau aus dem Schlaf aufgeschreckt, hilft beim Umtrimmen der Segelund wechselt dann wegen der Schräglage den Schlafplatz von derBackbord- auf die Steuerbordseite. Dann geht es flott voran, vorerstmit gestrichener Genua segeln wir unter Stagsegel, Gross und Besanbis Mittag mit 7.5 Kn, etwas später mit 3 Reffs im Gross mit 6 Kn –müssen, um nicht am Sonntag in der Nacht anzukommen, weiter„bremsen“ und streichen auch das Besansegel – unangenehmeBegleiterscheinung des guten Windes aus der richtigen Richtung sinddie zunehmenden Chaos-Wellen (alte und neue Wellen die ausverschiedenen Richtungen aufeinander treffen), welche die Niconeteilweise arg schaukeln lassen.

Tag 7:

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Feststellung nach (allzu) ruhiger Nacht: wir müssen uns wieder mehrbeeilen, wenn wir morgen rechtzeitig und mit Reserve den Landfallplanen – haben es beide ganz einfach verplempert bzw.„verschlafen“, bis wir gemerkt haben, dass wir zu langsam sind –dazu beigetragen haben nachlassender Wind und Gegenströmung – auchdie Massnahme Gross ausreffen und Besan setzen genügen nicht –also vorderhand zusätzlich leichte Motorunterstützung – etwasspäter wieder gute Fahrt.

Treffen Vorbereitungen für denLandfall morgen (mit Kontrolle durch die Biosecurity): nochmals Checkund innen wie aussen – diverses (u.a. Dingiboden) reinigen – zumGlück keine raue See, wäre sonst etwas mühsam auf dem Vordeck zuarbeiten – Leena hat gut kalkuliert mit den Esswaren – wir habenfast alles gegessen, was uns die Biosecurity sonst abnehmen würde –sie macht mit den letzten Eiern und mit dem Käse noch schnell einenZitronen- und einen Käsekuchen – Zeitumstellung (minus eineStunde) vorgenommen – bereits Gastland- und Q-Flagge gesetzt –Check Prozedere Funkmeldung: wann muss wer angerufen werden – dannangenehme konstante Fahrt in die letzte Nacht.

Tag 8:

Um 04:45 werden Landkonturen sichtbar

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dieserKerl oder diese Vogeldame reiste wohl lange mit – das ist ok –was jedoch nicht ok ist, ist die Hinterlassenschaft auf dem Deck –also Reinigungsübung – wir wollen ja mit einem sauberen Bootankommen.

Später Anmeldung wie vorgeschriebenüber Funk bei der freiwilligen Rettungs-Organisation Bundaberg –sehr freundlich und mit den Worten „ yes we have you on the list“ – er werde die Biosecurity, den Zoll und die Immigration informieren– später in der Flusseinfahrt folgen weitere Instruktionen und …“ja ich sehe euch bereits, eine kleine Ketch nicht wahr“ – wirmeinten bis dato ein relativ grosses Boot zu haben (;-)

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Wir streichen die Segel undfahren zum Quarantäne-Steg, wo man uns bereits erwartet. AuchFreunde sind da – vorderhand sind wir noch ausgeschlossen.

Es folgte die gründliche und sehrfreundliche Kontrolle durch die Biosecurity mit Informationen überallfällige Schädlingsbekämpfung, besonders was Termiten anbelangt,was schade wäre für unser Holz-Interieur wie der Mann meint. Dieebenfalls freundliche Frau – neu im Job!? – inspizierte Kästen,kroch auf allen Vieren auf dem Boot herum und leuchtete mit derTaschenlampe Ecken aus – alles ok – weggenommen haben sie unslediglich ein paar Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Muskatnuss, Pfefferund zwei Äpfel – plus Standard-Gebühr von 330.- Au$.

Effizient und locker dann Zoll undImmigration mit den Wünschen „Wellcome in Australia“.

Alle hier einklarierenden Segler sindsich einig, dass sie überrascht sind über die freundliche Art wiedas ganze Prozedere – in unserem Falle in nur 1 ½ Std – gründlichaber korrekt – abgewickelt wurde.

 

Kurzrückblick zur Überfahrt vonNeukaledonien nach Australien:

797 Seemeilen – genau 160 Std – 7Nächte – eine „easy-going“ Passage – mit Ausnahmen wenig hoheWellen – in kürzerer Zeit als angenommen – problemlose guteFahrt ohne beschwerliche Vorkommnisse.

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Nun wollen wir etwas Fuss fassen aufdem neuen Kontinent, dann der Ostküste entlang weiter südwärtssegeln.

Vanuatu – im Land der glücklichsten Menschen der Welt

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Aneytum südlichste Insel

12. September – es wird richtig schönes Wetter

Am Nachmittag unserer Ankunft gehen wir auf der südlichsten der Vanuatu-Insel Aneytum

an Land, um eine Besichtigung des Dorfes Anelghowhat und der Umgebung vorzunehmen. Der Polizist der am Vormittag auf unserem Boot das Einklarieren erledigte, sagte noch, dass wir eingeladen seien uns frei zu bewegen und weil wir noch kein Vanuatu-Geld hatten, könnten wir zur Bank gehen, dann bei ihm vorbeikommen um die Einklarierungs-Gebühr von 3000.- Vatus (ca 33.-CHF) zu bezahlen und das sei für uns billiger als wenn wir mit Fremdwährung bezahlen würden.

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Der Bankbeamte kam angerannt und öffnete extra früher, als er uns auf dem Weg zur Bank sah – wo sonst gibt es so etwas…

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Als dies erledigt war, spazierten wir dem Dorf und der Bucht entlang und wähnten uns im Paradies: Wasser, Sand, Bäume und Blumen in grosser Vielfalt, einfache Hütten in gepflegter Umgebung und freundliche Leute, welche offen sind und sofort entwickeln sich Gespräche. Im Dorfladen wo wir kleine Einkäufe machen, erhalten wir einen feinen Fruchtsaft und Marie-Ann, die wir nach dem Weg fragen schenkt uns 4 grosse Grapefruites als wir sie auf dem Rückweg wieder sehen. Dabei ist offensichtlich, dass die Leute selber nur das allernötigste haben, aber auch, dass es sich, wie 2007 herausgefunden wurde, wohl um die glücklichsten Menschen der Erde handelt.

Auf der Insel gibt es neben Pfaden und schmalen Wegen keine Strassen und somit auch keine Autos.

 

Interessantes in Kürzestform zu Vanuatu (teilw. aus „lonely planet south pacific”)

Seit 2007 gilt Vanuatu als glücklichstes Land der Erde.

3200 Jahre alte Lapita-Kultur entdeckt – es sind dies die Vorfahren aller Polynesier.

Im früheren Vanuatu lebten die Leute in Klans zusammen – alle mit eigener Sprache sowie guten und schlechten Geistern – Magie ist bis dato spürbar und lebendig.

Kriegerische Streits zwischen den Dörfern waren üblich und endeten für den jeweiligen Sieger mit ein oder zwei Gefangenen die dann im Topf landeten.

1606 glaubte der Spanier Quiros, erster Europäer einer Expedition, „terra australis inkognita“ entdeckt zu haben. Dies wurde 1768 von Bougainville wiederlegt. James Cook erreichte das Gebiet 1774 auf seiner zweiten Expedition und fertigte erste Landkarten an.

1839 setzte ein Londoner Missionar auf der Insel Eromango erstmals seinen Fuss ans Ufer und wurde prompt aufgegessen. Weitere folgten seinem Schicksal oder starben an Malaria.

Dominierender christlicher Einfluss folgte in den nächsten Jahrzehnten und mit diesem setzte auch der Handel mit Sandelwood ein. Es existierten intensive Rivalitäten zwischen den Kolonialmächten England und Frankreich – als 1906 Deutsche Einfluss bekamen, schlossen sich die Rivalen zusammen und gründeten „the Anglo French Condominium of the New Hebrides“ was sich in grotesker Verwaltung ausdrückte, da beide Parteien auf ihren Regeln beharrten.

Die USA errichteten 1942 auf verschiedenen Inseln Militärbasen – nachdem Japan im zweiten Weltkrieg geschlagen war, hinterliessen die Amerikaner unheimliche Mengen an Ausrüstung – viel davon wurde bei Santo im Meer versenkt – von so viel Materialverschwendung hatten die Inselbewohner noch nie gehört, sahen es aber dann mit eigenen Augen und glaubten an den sog. Cargo-Kult, der sich magisch ausbreitete, d.h. sie nahmen an, dass wenn sie sich wie Amerikaner benehmen würden, dass dann Ware von selbst den Weg zu ihnen finden würde. Der Glaube daran war so stark, dass sie Flugpisten unterhielten und Stege für Schiffe bauten, die dann kommen würden…(mehr siehe Jon Frum Bewegung)

Es gibt sehr viele und unterschiedliche Sprachen und Dialekte – gemeinsame Sprache ist Bislam, ein Pidgin-Englisch – in der Schule wird Englisch unterrichtet.

Seit 1980 ist Vanuatu unabhängig – die Regierung hat sich Gleichheit für alle, sowie Erhaltung von Brauchtum und Traditionen auf die Fahne geschrieben.

 

Fest für die Segler-Crews

Einen Tag nach unserer Ankunft kommen 3 weitere SY in die Bucht, eine davon in 9 tägiger ruppiger Fahrt von Neuseeland.

Ein Boot mit 3 Einheimischen kommt am Morgen um zu melden, dass das angekündigte Fest für die Segler am Abend mit fünf teilnehmenden Crews statt finde – wir sollen Geschirr, Besteck, Bier, Taschenlampe, warme Kleider und Schuhe (die Einheimischen tragen selber keine) mitnehmen.

Vorerst jedoch Pantry-Spezialreinigung, Brot backen, Haushalt, To do Liste bearbeiten, erfolgreich Autopilot repariert (lose Zahnrad-Verbindung an Achse von Winkelgetriebe), Regenwasser von Dingi ausgeschöpft, 1 Std Wassermacher, Fotos drucken, Motor und Bilgen-Check, dies die heutigen Tätigkeiten.

Dann freuen wir uns aufs Fest – werden am Strand abgeholt und zum Gemeinschaftsplatz geführt – 5 Crews (10 Erwachsene, 2 Kinder ) mit Personen aus Australien, Neuseeland, England, Neukaledonien, Italien, Finnland und der Schweiz treffen sich.

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Lehrerin Natu führt durch das Programm über Leben und Brauchtum auf der Insel:

– Segler lernen, soweit nicht bereits geschehen, die andern Yachties kennen und stellen sich den anwesenden Einheimischen vor.

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– Wir werden mit Gewächskranz (Symbol für Frieden) willkommen geheissen.

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– Vorstellung eines Mädchens und eines Buben in traditioneller Grasbekleidung

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– Demonstration Feuer entzünden ohne Zündhölzer – Reiben /Schaben an Holz bis Glut entsteht (ca 3 Min.) dann werden daran feine Kokosfasern entzündet.

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– Kastom Dance – Frauen, Männer und Kinder demonstrieren singend Traditionstänze – später auch Miteinbezug der Segler.

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– Kava-Zeremonie (da in diesem Falle nicht unhöflich, verzichten ich gerne auf das für uns unappetitliche wirkende Pfeffergetränk) – andere Segler behaupten es sei nicht schlecht.

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– feines Buffet mit Erdofenessen (Kabis, Huhn, Süsskartoffel und Tarowurzel / Kokosmilch) plus Taro gekocht und Taro überbacken, Kassawa gekocht und überbacken, Salat, Huhn und Fisch an spezieller Kokosnuss-Sauce, Grapefruit, grüne Kokosnuss zum Trinken.

Natu erklärt, dass das Geld (1000.- Vatu = 11 CHF/Person) als Schulgeld für die Kinder des Dorfes verwendet werde und dankt für den Besuch. Wir bedanken uns unsererseits – man rechne: 10 Personen (Segler) ergibt gerade mal 10‘000.- Vatus = 110 CHF, die für dieses Fest zusammen kommen – geben gerne mehr.

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Wir verbleiben noch 3 weitere Tage am Anker, erledigen E-mails, Funk abhören, Unterhaltsarbeiten wie Motorölwechsel, Ledlampe Ankerlicht im Masttop auswechseln etc. – gehen ins Dorf um Gemüse zu kaufen, das der Polizist für uns organisiert und geholt hat – suchen Mary-Ann, um ihr eine kleine Aufmerksamkeit für die erhaltenen Pampelmusen zu geben – weil nicht auffindbar geben wir es deren Eltern, die neben ihrer Hütte in einem Ofen Brot backen – gleiches Prinzip wie Pizzaofen –– hingegen ist ihnen Pizza unbekannt.

 

Mystery Island

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Mystery-Island ist eine wunderschöne rings um von weissem Sand, Palmen und Pflanzen umgebene Insel, die sich hinter einem Riffkranz knapp über dem glasklaren Wasser erhebt.

Der Name rührt daher, weil die Inselbewohner – obwohl sie sehr aufgeklärt wirken – glauben, dass es ein magischer Ort sei, der den Seegöttern und ihren Kriegern vorbehalten ist. Jedenfalls will von ihnen niemand dort wohnen.

Dennoch gibt es für kleine Flugzeuge eine Graspiste, welche die ganze Länge der Insel einnimmt – wird aber offenbar nur selten benützt.

Eine Tafel erinnert daran, dass Königin Elisabeth II hier 1974 schwimmen ging.

Gelegentlich kommt ein Kreuzfahrtschiff und entlädt für einen Tag 800 – 1500 Personen auf die Insel! Dies ist eine der seltenen Möglichkeiten für die Inselbewohner um zu Geld zu kommen, indem sie einheimische selbstgefertigte Gegenstände zum Verkauf anbieten.

Die ganze Insel kann auch gemietet werden zum Preis von ca. 8000 Vatu (ca. 88.-CHF) pro Tag…

Von andern Seglern, die zum gleichen Zeitpunkt wie das Kreuzfahrtschiff dort waren, hören wir später, dass es eine „abgedroschene Angelegenheit“ sei – mit sehr vielen Marktständen, sowie einem grossen Topf – Zubereitung eines Kanibalenessens – wo sich die Touristen hineinsetzen und fotografieren lassen können, etc. etc. – stellt sich die Frage mit welchem Bild von Vanuatu gehen diese Touristen (die meisten davon Australier) nach Hause…

Auf unserem Insel- Rundgang treffen wir noch ein amerik. Paar ebenfalls von einem Boot – ansonsten sind wir allein und ich geniesse noch etwas Strömungs-Schnorcheln, während die Bordfrau Pflanzen studiert.

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Eines Abends kommt Kit, ein Einheimischer mit seinem Sohn im Auslegerkanu vorbei – wir kennen einander bereits – bei einem Glas Fruchtsaft fragt er scheu, ob wir einen Drucker haben und evtl. ein paar Fotos ausdrucken könnten – er hat von einem Engländer Fotos von einem Kastom-Fest, wie wir es erlebten, auf CD erhalten, die der Engländer nicht selber ausdrucken konnte und der ihm sagte, er solle bei den Yachtbesuchern nachfragen – ja können wir – er kommt dann Morgen vor unserer Abreise nochmals vorbei.

Er möchte ein paar der Fotos als Werbezweck für die Leute des Kreuzfahrtschiffes, das nächste Woche wieder einmal kommt, benutzen.

Am Sonntagnachmittag kommt Kit – er sucht ein paar Fotos des Engländers und solche die ich gemacht habe, aus – wir versehen sie noch mit Text und drucken sie. Er bedankte sich für unsere Hilfe und Schulspende.

Dann legen wir ab und segeln in eine Bucht am Nordende der Insel, von wo aus wir dann nach der weiter nördlich liegenden Insel Tanna segeln wollen.

Den Ankerplatz erreichen wir knapp vor Dunkelheit, die hier schnell und bereits um 17:30 einsetzt. Wegen des unerwartet starken Schwells in die Bucht, schlafen wir im etwas ruhigeren Mittelteil des Bootes. Die Bordfrau backt noch schnell ein Brot bevor wir müde bereits früh schlafen.

 

Resolution Bay Insel Tanna / Vulkan Yasur

18a der aktive Vulkan Yasur auf der Insel Tanna wird sichtbar.jpg

Um 04:00 aufgestanden – Kaffee – Anker auf und bei gutem räumlichem Wind rassige Fahrt zur 42 Seemeilen entfernten Resolution Bay – bei der Anfahrt zur Bay ist die Aktivität des Vulkan Yasur, dem Wahrzeichen von Tanna, sichtbar – da wir gemäss Prognosen mit weit weniger Wind gerechnet hatten, erreichen wir das Ziel bereits zur Mittagszeit.

18b nach dieser Karte waeren wir auf dem Riff am Ufer gestrandet.jpg

18c exakte Karte mit gleicher Anfahrt wie vorheriges Kartenbild.jpg

Unterschiedliche Karteninformationen verunsichern uns für die Buchtanfahrt – als wir aber dort ankommen erweist sich unsere Sorge als grundlos, ist doch die Situation übersichtlich – immerhin stimmt eine Karte überhaupt nicht – sie ist um ganze 600 m verschoben und wir sind gemäss Aufzeichnung über Land gefahren und gestrandet – glücklicherweise nicht.

Mit Ausnahme von Nordost bietet die Bucht guten Schutz jedoch mit teilweise starkem Schwell, so dass das Ausbringen eines Heckankers zum Thema wird.

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Schon bei der Anfahrt des Ankerplatzes kommt Tom mit Namen im Ausleger-Kanu vorbei – er möchte grüne Bananen und eine Art Gurke gegen Keckse und Zigarren tauschen und ob wir Benzin hätten und seine Frau lasse fragen ob wir Ohrringe hätten…

Am nächsten Tag kommt ein anderes Kanu – wir kaufen 2 Papayas – er fragt nach Batterien und Feuerzeug…

Etwas später kommt Tom (von gestern) wieder – wir kaufen 2 Fische – wir laden ihm mitgebrachte Daten (Musik) von einem Micro-Chip auf einen Stick – er fragt noch ob Leena einen Cake machen könne für das morgige Geburtstagsfest seines Sohnes – wie alt er denn werde? – nach kurzem Studieren sagt er, er glaube 5-jährig… na ja bei so vielen Kindern…

 

Besuch des Aktiv-Vulkan Yasur

Lernen Su & Bill von der SY Dilligaf US kennen – wir beschliessen zusammen den Vulkan Yasur – eine Stunde Allrad-Autofahrt – zu besuchen.

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Gehen im Dorf beim herrlich gelegenen Yacht-Club vorbei, danach taucht Willi, ein Lehrer auf und zeigt uns stolz die Schule, welche nun dank einer australischen Lady (Sponsorin) ausgebaut werden kann – Das Fundament ist vorbereitet, nun müssen die grossen Bausteine, die unten ans Ufer gebracht wurden, mit Mannsarbeit einzeln die steile Böschung hinauf zum Bauplatz hochgetragen werden!

Ein Fahrer bringt uns über die Dschungelstrasse zum Vulkan – mit uns kommen unterwegs noch drei „Guides“ mit – wir sitzen und stehen alle hinten auf dem Pic-up – das Eintrittsgeld, so wird es beschrieben – geht in einen Fonds für Bedürftige nach einem allfälligen Hurrican-Durchgang, mit welchem die Bewohner hier leben müssen – der letzte ereignete sich vor zwei Jahren.

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Oben geht man direkt am Kraterrand entlang – es kann ganz ruhig und geheimnisvoll sein mit vielen weissen Wolken über dem Krater – dann plötzlich Zischen, Donnern und Grollen des Berges – manchmal wiederholt sich dies kurz nacheinander, dann ist es wieder für mehrere Minuten absolut still – der Vulkan hat drei Ventile welche unterschiedlich Lava ausspuken und bei einbrechender Dunkelheit sind neben dem Lärm, die hoch über die Köpfe sausenden, glühenden Gesteinsbrocken zu sehen – am Abend befinden sich ca. 60 Personen auf dem Vulkan – hinter vorgehaltener Hand wird gesagt, dass ab und zu ein Tourist umkommen würde, weil von Gesteinsbrocken getroffen – evtl. war das, oder das magische Ambiente der Grund, weshalb sich die sogenannten Guides im Hintergrund hielten. Eine Stunde Rückfahrt in der Dunkelheit – mit Dingi Route durch Korallenköpfe finden – dann sind wir zurück auf dem Boot – ein bleibendes, eindrückliches Tageserlebnis.

Gestern und heute haben mehrere Boote abgelegt, welche vor uns da waren – wir wollen noch auf einen Rundgang und morgen weiter – natürlich kommt Tom wieder vorbei und beklagt sich, dass ein Boot abgefahren sei, das ihm einen Cake versprochen hätte und er würde noch Spaghetti benötigen…

Wie überall in Vanuatu gibt es besondere Regeln, die von Dorf zu Dorf unterschiedlich sein können und Magie hat einen besonderen Platz darin – man tut offenbar gut daran alles strikte zu befolgen – neben eigentlichen Selbstverständlichkeiten gibt es Ungewohntes – hier von mir eine Übersetzung eines Knigge, der den relativ wenigen Touristen (Yachtbesuchern) ausgehändigt wird:

 

Halte Port Resolution sauber

Nimm sämtlichen Abfall und Flaschen mit (Anmerkung: auf einer separaten Tafel am Ufer stand: bringe sie zu einem andern Ort z.B. Lenakel oder Port Vila! – Städte weit weg)

Verbrenne keinen Abfall am Ufer

Wirf keine Dosen in die Bay

Wichtige Punkte

Der Vulkan-Eintrittspreis unterstützt einen Gemeinschaftsfond, um bedürftigen Leuten nach einem Zyklon oder sonstigen Desaster zu helfen.

Dorfbewohner benötigen Geld um die Kinder in die Sekundarschule schicken zu können.

Dieselöl ist sehr teuer.

Gärten sind oft weit weg vom Dorf – Früchte und Gemüse gehören jemandem – also keine Selbstbedienung.

Halte Dich an Wege und Pfade.

Denke daran, dass Du Gast bist – frage für Erlaubnis um durchs Dorf zu gehen, zu Schnorcheln, um Fische zu harpunieren, um zu Essen am Strand oder Fotos zu machen.

Zur Kava-Zeremonie sind nach 16.00 Uhr nur Männer zugelassen (bestimmter Ort im Dorf) – Frauen müssen fernbleiben und dürfen nicht hinschauen – sie müssen eine Bypass-Route nehmen zu dieser Zeit.

(Anmerkung: wir mussten uns beeilen, dass wir auf unserem Rundgang gemeinsam noch vor 16:00 Uhr den „heiligen Ort“ passieren konnten, damit die Bordfrau keinen Umweg zu machen brauchte)

Betrete keine Tabu-Zonen (sind in einem Plan als solche bezeichnet)

Verhalte Dich angepasst bezüglich Kleidung und Verhalten – Frauen bedecken ihre Schwimmanzüge am Strand und tragen knielange Hosen oder Röcke – freie Schultern ok.

Es ist für Besucher angebracht sich zuerst freundlich vorzustellen und zu sagen wohin man geht.

Verlässt man das Gebiet von Port Resolution so ist es möglich, dass man von einem Guide begleitet wird – es ist das Zeichen für Gastfreundlichkeit und Offerte für Freundschaft.

Wenn Du um eine Gebühr zur Betretung eines Gebietes angehalten wirst, dann musst Du wissen, dass es ein Betrag für die Zukunft ist. Die Leute erhalten damit die Umgebung für die nächste Generation.

Geschenke geben und nehmen ist ein komplizierter sozialer Akt. Kleine Geschenke jemandem zu geben ist ok. Grössere Geschenke werden am besten für das ganze Dorf zu Handen von Stanley, Werry oder Thomas dem Schulmeister gegeben. Vorsicht wenn jemand nach Geschenken fragt. Bedenke den Abfall den das Geschenk verursachen kann.

Handel soweit er gleich ist, ist ok.

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Unser Rundgang hatte schon etwas Magisches an sich, führte er doch bei düsterem Wetter an einigen ebenso düsteren Plätzen und Orten vorbei. Die Dschungelwege verbinden 3 Dörfer und einen begrenzten, allerdings langen Sandstrand (inklusive einer Tabuzone) miteinander. Die Leute in den Dörfern sind sehr freundlich und freuen sich über kurze Gespräche und weisen uns den Weg.

Am Abend beobachten wir noch, wie „unser Geko“ im Licht unserer Kokoslampe auf der einen Seite eines Plastikfensters am Verdeck versucht eine Fliege zu erwischen, die sich jedoch auf der andern Seite des Fensters befindet – er tut dies mit grosser Behändigkeit und Beharrlichkeit, wohl aber auch mit ebensolchem Frust.

 

Weiter auf die Westseite der Insel Tanna / erneuter Bruch des Windpilotruders!

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Wieder starker Schwell in der Nacht – Anker auf und Fahrt bei regnerischem und sehr trübem Wetter um die Südspitze der Insel – bei der Wegfahrt deckt uns der Vulkan noch mit einer feinen schwarzen Sandschicht über das Boot ein – die Sicht auf der Westseite der Insel beträgt nur gerade 1 sm (Küstenabstand)

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Dann Anfahrt der ebenfalls unruhigen Bay von Lenakel – auch hier unerwartet viel Schwell – wollte mich etwas schlafen legen aber dumpfes Pochen vom Heck her störte dabei.

39 Ruderbruch am Windfahnenpilot.jpg  40 Ruderbruch am Windfahnenpilot.jpg  41 demontierter Schaft des Windfahnenpilots mit abgebrochenem Ruderblatt.jpg

Die Kontrolle ergab ein Bruch des neuen Ruderblattes vom Windfahnenpilot – das abgebrochene Teil hing noch an ein paar Fiberglasfasern und schlug gegen den Rumpf! – nicht schon wieder! – unglaublich aber wahr! – die Bruchstelle zeigte die gleichen Fehlersymptome wie beim ersten Mal als das abgebrochene Ruderblatt in Tonga verloren ging, dann gefunden und von einem befreundeten Boot nach Neuseeland gebracht wurde. Obwohl das neue Ruderblatt bereits länger montiert war, liess ich zum Glück das alte wieder gefundene und defekte Ruderblatt im letzten Moment bevor wir Neuseeland wieder verliessen noch reparieren – man weiss ja nie – und siehe da, jetzt war es soweit – nur hier bei dem anhaltenden starken Schwell ist jedoch nichts zu machen – konnte es 3 Tage später in Port Vila montieren – viel E-Mail-Verkehr mit dem Hersteller in Deutschland, der versprach das Ruder in Garantie zu ersetzen – eine neue bessere Konstruktion sei in Bearbeitung – wenn diese fertig sei, erfolge der Transport auf seine Kosten an einen internationalen Bestimmungsort – super! – bis dahin hoffen wir, dass das alte Ruderblatt – nach Reparatur „besser als neu“ (;-) – gute Dienste leisten wird!

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In Lenakel mussten wir zur Immigration und zum Zoll um die Papiere, die der Vorpostens in Aneytum ausstellte, offiziell zu beglaubigen. Ansonsten gab’s nicht viel zu sehen. Wir deckten uns auf dem Markt vor allem mit Gemüse ein und bereiteten unsere Weiterfahrt für den nächsten Tag vor.

 

Weiter nordwärts nach Port Vila der Hauptstadt von Vanuatu auf der Insel Efate

Wohlwissend, dass je weiter wir nordwärts segeln, desto schwieriger würde die Fahrt gegen die vorherrschenden südlichen Winde nach Neukaledonien werden. Heisst dann evtl 3 Tage hart aufkreuzen – aber nach 6 Tagen / Nächten haben wir genug von starkem Schwell und segeln am 22.09.2012 bei guten Bedingungen in einer Tag /Nacht-Fahrt zur Insel Efate nach Port Vila der Hauptstadt von Vanuatu – die Insel Eromango lassen wir unterwegs an Steuerbord liegen weil die Häfen bzw. Ankerbuchten dort relativ ungeschützt sind, was wiederum Schwell bedeutet.

Bei der Anfahrt von Port Vila werden wir von einem ausfahrenden Catamaran angefunkt – es war die Micro-Mega mit Chantal und Fredi aus Genf – wir haben uns schon mehrmals kurz getroffen, es aber nie geschafft mal miteinander essen zu gehen wie wir es planten – also nächstes Mal vielleicht.

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Herrlich, wieder einmal an einem ruhigen Ankerplatz zu sein, wo wir neben der uns bekannten SY Sternchen ankern. Klares Wasser, gute Ankermöglichkeiten in der grossen, geschützten Bucht und die Nähe zur Stadt ziehen viele Segler an.

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Es ist natürlich besonders auch ein Platz für Megayachten, Kreuzfahrtschiffe und diverse maritime Touristenangebote.

Treffen hier auf interessante Segler – u.a. Feri ein Schweizer, der seit 4 Jahren gegen den Wind um die Welt unterwegs ist, dann auch Bob, der Canadier, der wie einige andere nur Schlechtes zu berichten weiss über australische Regeln und Behörden und deshalb noch vor der bald beginnenden Hurrikan-Saison nach Papua Neuguinea und von dort sofort weiter nach Indonesien segeln will.

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Abgesehen von ständigem Helikopterlärm nahe unseres Ankerplatzes und dem dynamischen Treiben in Port Vila mit viel Verkehr, bietet die Grossstadt nach Wochen „in der Prärie“ auch viele Annehmlichkeiten – hier ist besonders was Einkaufsmöglichkeiten betrifft, praktisch alles zu haben was das Herz begehrt und wie überall ist der Gemüsemarkt ein wichtiger Platz.

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Mit Georg und Manuela haben wir interessanten Erfahrungsaustausch und eines Morgens – ich montierte die Windfahnensteuerung – rief Georg plötzlich „ich glaube da ist eine Leiche im Wasser, ich sehe Haare“ – wir fahren mit unseren Dingis hin – es zeigte sich dann, dass es sich um einen toten Hund handelte…

Wir besorgen noch Gas, bunkern dies und das, studieren das Wetter – der Wind soll etwas von SSE auf SE evtl sogar ESE zurückdrehen – relativ gute Voraussetzungen um nach Noumea, Neukaledonien zu segeln – also klarieren wir aus – wir wollen morgen ablegen.

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Nach 7 Wochen Schweiz zurück in Fiji — Nicone

Juli und August zu Hause hatten es in sich – schönes Wetter, nachdem es bis dahin laut Berichten sehr mässig war. Volles Programm war angesagt. Neben den üblichen Gesundheits- und andern Checks gab es da den Armbruch von Leena. Die Heilung nahm einen guten Verlauf, dämpfte aber ihre Möglichkeiten und Ziele die sie sich vorgenommen hatte – eines davon Gartenarbeiten! Hauptgrund unserer Heimkehr war die wunderschöne Hochzeit unserer Tochter im Engadin. Dann natürlich Erlebnisse mit Sanna der Enkeltochter – ich kenne u.a. inzwischen jeden Wasserabflussdeckel im Quartier, wo sie jeweils kleine Steine versenkte – Treffs mit Familie und Freunden: Pizzas aus dem von Max selbstgebauten Pizzaofen, Grilladen, Abende am See, tägliches Schwimmen in der Aare vor dem Haus, wieder mal Garten- und Hausarbeit – dazwischen oft mit dem Fahrrad unterwegs für Sport oder auch nur für Einkäufe, sowie viele feine Erinnerungen.

Flugreise

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Inzwischen sind wir wieder gut in Fiji angekommen. Die 35 Stunden dauernde Rückreise hatte es indessen schon auch in sich. Dies besonders was das kurze Teilstück Genf – London (eine Britische Fluggesellschaft) betraf (;-) – es ging etwas very British zu und her – sorry dear friends – ihr habt zwar hervorragende Olympische Spiele organisiert und viele Medaillen gewonnen – dann wohl aber etwas nachgelassen (;-): 1 Stunde Abflugverspätung in Genf nach London (coole Durchsagen des Piloten lösen keine Probleme) – in London ging es mit einer speziell für Anschlussflüge organisierten (langsame) Busfahrt zum andern Flughafenterminal – dort unglaublich komplizierter langwieriger Sicherheits-Check – immer nur lächeln… grrr! – am Lautsprecher schon mehrmals „Leena und Peter Bäni werden gebeten, sofort zum Gate… “ mit einem olympiawürdigen Dauersprint erreichten wir gerade vor Schliessung des Gates völlig durchschwitzt, unseren Flug nach Singapur – die paar Salznüsschen und das Glas Wasser im Flieger vorher vermochten unsere Sprintfähigkeit nicht eben zu erhöhen und so waren wir froh dass bald ein feines Nachtessen bei der anderen Fluggesellschaft bevorstand. Anmerkung: unser gesamtes Gepäck wurde wegen verspätetem Umlad in London 2 Tage später in Fiji angeliefert… immerhin… aber dafür gibt’s keine Medaille.

 

In der Vudapoint Marina

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Das Boot fanden wir gut betreut wieder vor – neben dem Entgelt wünschte sich Bharos, unser Bootsaufseher, Augen zwinkernd ein Stück Wedding-Cake von der Hochzeit in der Schweiz – war aber mit einer Engadiner Nusstorte mehr als zufrieden.

 

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Noch sind wir diesseits des Zauns in der Marina

Wir blieben eine Woche in der Marina um den Jetlag (viel Schlaf nötig zur falschen Zeit) in den Griff zu bekommen, Tests und Anpassungen der Windmessanlage mit den Spezialisten zu erledigen, zu bunkern, dies und das und uns wieder an das Bordleben zu adaptieren. Kleine Einkäufe in der Stadt und ein Besuch der Denerau Marina auf dem Landweg gehörten zum Programm – in Denerau begegneten wir der SY Ruthea US, welcher wir auf unserer Reise schon mehrmals begegnet sind – die Eigner sind soeben von einem 2monatigen Aufenthalt aus Kalifornien zurückgekehrt, wo sie an der Hochzeitsfeier ihrer Tochter teilnahmen – also gleiches Programm wie wir.

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Hier ist es tagsüber heiss mit 32 – 35° C – am Abend dann noch um 18 ° C – den Temperaturabfall empfinden wir fast unangenehm – wie wir vernehmen, ist es zu Hause zur Zeit einiges kälter geworden, mit Schnee teilweise bis 1000 m hinunter – brr.

Dem Marinewetterbericht entnehmen wir, dass es ausserhalb des Riffbandes, das hier die Küste in einem Abstand von 10 – 20 Seemeilen umgibt, heftige Winde und Wellen gibt. Am Abend ist es windstill im Marina-Gelände, was einige Mücken auf den Plan ruft – das wiederum wird unseren Geko freuen, der sich auch wieder gezeigt hat.

 

Nach Lautoka zum Ausklarieren

Nach Ausfahrt aus der Marina befällt uns das bekannte Wohlgefühl des Freiseins, das uns auf See immer wieder begegnet – wow – noch sind wir zwar im Küstenbereich und die Strecken kurz.

Dann Überraschung: kaum sind wir die ersten Seemeilen unterwegs, als sich über Funk Edi von der „See you later“ meldet und sagt er sei 5 Seemeilen hinter uns und hätte uns im AIS (Identifikations System) gesehen – wunderbar – das letzte Mal sahen wir uns in Neuseeland 13a nun wollen wir uns in der nicht weit entfernten Saweni Bay treffen – dort kommt Edi (Claudia seine Frau ist wegen einer Hochzeit – scheint aktuell zu sein – in Wien und kommt in 10 Tagen wieder) zu uns an Bord und bei „Chäs und Gschwellti“ gibt es viel zu erzählen.

Am nächsten Tag regnet es den ganzen Tag und weil dann eine Schlechtwetterfront mit Starkwind heraufzieht, bleiben wir 2 Tage am Anker – das Boot liegt gut geschützt in der Bucht – wir wagen einen Landgang, um mit dem Bus in die Stadt zu fahren.

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Als wir bei der Busstation sind, kommt eine Diesel-Lock, welche Zuckerrohrtransporte macht vorbei und hupt wie wild – ist da etwas auf den Geleisen… nein es gilt uns… der Lokführer hat verlangsamt und fragt ob wir mit in die Stadt fahren wollen – ja klar super – sind noch nie mit einer Lock – zwar langsam aber stetig zum Einkaufen gefahren… neben dem Lokführer ist da auch ein Assistent – einer fährt, der andere hilft mit Aufsicht durch die Mangroven und hupt jeweils bei den vielen die Geleise querenden Wegen… die Schienen sind holprig… unterwegs liegen zwei Transportwagen im Sumpf, die von den Geleisen gekippt sind (manchmal geschehe halt so etwas…,) mal drückt sich eine Kuh in die Büsche… mal sind es Autos die noch schnell vor der Lock durchhuschen… natürlich interessiert die beiden unser woher und wohin und erzählen selber von ihrem Leben und Job – vielen Dank für das ganz besondere Erlebnis – später sehen wir sie nochmals kurz vorbeifahren: hupen und winken.

Die nächste Nacht verbringen wir am Anker in der Nähe des Hafens von Lautoka, wo wir am folgenden Tag ausklarieren wollen.

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Um vom Hafen aus in die Stadt gehen zu können benötigt man einen Gate-Pass um das Hafengelände zu verlassen und wieder zu betreten – das Büro das die Pässe ausstellt ist noch nicht offen – also sehen wir uns inzwischen den Hafenbetrieb an – ein chinesisches Fischerboot entlädt seinen 99 Tonnen Fang wie uns ein Aufsichtsmann erklärt. Es sind Yellow-Fin-Tuna, die sie bereits tiefgefroren abliefern – eine lizenzierte chinesische Fischereiflotte ist im Gebiet Fiji – Vanuatu – Salomonen tätig. Die Boote sind jeweils je nach Fangresultat zwei – drei Monate unterwegs. Die durchwegs sehr jungen Fischer, meist chinesischer Abstammung verpflichten sich für 2 – 5 Jahre. Ein harter Job.

 

Ausklarieren in Fiji

Wir sind bereit  zur Fortsetzung unserer Reise nach Vanuatu (450 sm westlich von Fiji). Dazu muss in unserem Fall bei den Marinebehörden in Lautoka ausklariert werden. Zum Glück kann hier alles im selben Büro erledigt werden, ohne dass man wie häufig anderweitig, kilometerweit an verschiedene Orte zu Harbourmaster, Zoll und Immigration gehen muss. Das Büro hat keine Fenster – der Schalter ist nicht bedient – also treten wir ein – eine nette Beamtin fragt nach unserem Begehren – es sind bereits eine Crew aus USA und eine aus Japan da, die ebenfalls ausklarieren wollen – also werden wir freundlich gebeten im Vorraum Platz zu nehmen und zu warten – das Büro hat keine Fenster und wirkt absolut freudlos. Wir warten 1 Std bis wir an der Reihe sind – in dieser Zeit ist es nicht etwa langweilig: Kommt eine Dame – offenbar die Chefin – und sagt uns freundlich lächelnd und entschuldigend, dass es noch eine Weile dauert Kommt eine andere Dame und holt unsere Pässe ab Kommt ein Offizier und bringt ein Formular zum Ausfüllen

Kommt ein Putzmann und wischt den Boden auf – Beine hoch halten

Kommt ein fröhlicher anderer Putzmann und wischt den alten dort stehenden Computer ab

Kommt wieder erster Putzmann und nimmt den Boden feucht auf – Beine hoch halten

Kommt ein anderer Angestellter und holt das ausgefüllte Formular ab

Kommt die diensthabende Beamtin um zu fragen, ob wir mit dem Boot hier draussen vor Anker seien – ja sind wir

Unterdessen lernen wir das japanische Paar von der SY „Dolce“ kennen (kleines Segelboot von 31 Fuss) – sie sind auf dem Weg nach Japan – wir stellen fest, dass wir gemeinsame Bekannte haben, nämlich  Fusi („Seagull“ Contest) und „Hammer“ (Übername), welcher mit seiner „Maverik“ nach 2 ∏ jähriger Weltumsegelung kurz vor Tokio gesunken ist, er aber gerettet wurde.

Sie sind ohne Boot von der  Vudapoint-Marina mit dem Bus hier her gekommen um auszuklarieren – dies ist (hier) nicht zulässig – man muss nach dem Ausklarieren sofort ablegen und das Land verlassen – so müssen sie in 3 Tagen, am nächsten Montag wieder mit dem Boot hier sein – am Weekend würde es ziemliche Kosten geben – sie nehmen die Situation gelassen und mit japanischer Höflichkeit.

Dann sind wir dran:

Einklarierungspapiere abgeben und der freundlichen Beamtin viele Fragen beantworten – an unsern Personalien und am Boot (Länge, Breite, Gewicht, Mast aus Alluminium etc, etc) hat sich nichts geändert (;-) – alles wurde in Savusavu bereits beim Einklarieren aufgenommen und in den Computer eingegeben – hier wird während ≤ Std nochmals alles in den Computer eingetippt – Vernetzung =? – dazwischen geht die Beamtin immer lächelnd und langsamen Schrittes mehrmals weg, um einen Stempel zu holen, Anweisung zu geben oder etwas zu fragen – dazwischen kommt auch hier der Putzmann vorbei – zwei Mal Beine hoch heben – auch die „kräftige“ Chefin passiert mehrmals freundlich lächelnd im engen Durchgang an uns vorbei – Beine zur Seite nehmen

Dann ist es soweit – wir erhalten Ausklarierungspapiere (wichtig für nächsten Einklarierungsort) und Pässe zurück – die Beamtin gibt dem Offizier Anweisung mit uns aufs Boot zu kommen – weshalb wohl? – gute Wünsche zur Weiterreise und auf Wiedersehen.

Der Offizier ist sehr freundlich und froh, dass er das (trübe Loch von) Büro von Zeit zu Zeit verlassen kann – bereits im Dingi, auf der Fahrt zum Boot plaudert er mit uns über unserer Seefahrerleben – offensichtliche Abwechslung für ihn – auf der Nicone schaut er sich flüchtig um und meint fast entschuldigend, dass er nachsehen müsse ob ein Tier oder eine andere Person (blinder Passagier) an Bord sei – bringe ihn dann zurück an Land – er sagt noch etwas wehmütig, dass er auch so etwas machen möchte wie wir, er werde aber nie so viel Geld zusammen bringen können – tröstende Worte bleiben mir im Hals stecken – freundschaftliche Verabschiedung.

Anker auf – Aufbruch zu neuen Ufern.

 

Aufbruch zum 450 Seemeilen westlich gelegenen Vanuatu

Nach dem Ausklarieren segeln wir wieder in südliche Richtung zur 25 sm entfernten Momi Bay, die wir schon kennen und Ausgangspunkt für den Schlag westwärts. Dabei war es noch innerhalb des grossen Riffkranzes ziemlich deftig am Wind zu segeln.

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Am Samstags 8.September fahren wir früh morgens durch die Vanula-Riffpassage auf die offene See. Es ist der Aufbruch nach der 450 sm westlich gelegenen Inselgruppe Vanuatu (Neue Hebriden)

 

Weshalb Vanuatu?

Es heisst, dass dort die glücklichsten Leute der Welt leben – das wollen wir herausfinden – die Bilderbuch-Landschaft und die spannende Geschichte dieser neuen Nation machen neugierig – ebenso liegt Vanuatu fast auf unserer Route westwärts . Unsere Zeit ist jedoch wegen der bevorstehenden Hurrikan-Saison beschränkt, weshalb wir wohl nur die südlichen, sehr eindrücklichen Inseln von Vanuatu besuchen wollen. Bis Mitte November sollten wir südlich des 30.Breitengrades sein – dabei liegt es dann auf der Hand auf dem Weg nach Australien, oder eventuell nochmals Neuseeland, auch Neukaledonien anzulaufen.

 

Die Seereise von Fiji nach Vanuatu

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Fiji adee – die Marinewetter-Vorhersagen künden für die nächsten 4 Tage durchwegs 12 – 15 Kn Winde aus Ost-Süd-Ost, sowie Wellen um 2 – 3m aus südlicher Richtung an – soweit guter Wind – wegen den Wellen könnte es – nicht wegen Höhe aber wegen der Richtung derselben – etwas schaukelig werden.

Wir planen einen Kurs von 250° nach der südlichen Insel Aneytum .

Kommen am ersten Tag vorerst unter Voll-Besegelung mit Genua, Stagsegel, Gross und Besan gut voran – am Nachmittag weniger Wind, dafür unangenehmes Schaukeln, das gegen Abend besser wird. Um 18:10 dann prächtiger Sonnenuntergang – dabei haben wir erstmals den „grünen Flash“ gesehen – ein intensiv leuchtendes Grün, das nach Verschwinden der Sonne am Horizont während einer knappen Sekunde aufleuchtet – jetzt glaube sogar ich an das Phänomen, von dem ich hörte, es aber bei vielen Sonnenuntergängen nie sah und deshalb für ein Hirngespinst anderer Beobachter hielt.

Dann mühsame zweite Nachthälfte – kein Wind , Wellen jedoch schon – Motor – Autopilot fällt aus – Steuern von Hand – Ablösung jede Stunde –– ein frustbeladener zweiter Tag – auch sehr schlechte Funkverbindung – können Problem Ausfall autom. Pilot momentan nicht lösen – ganze Zeit praktisch kein Wind: Motor, Motor – alles bei schönstem Wetter.

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So geht es weiter in die nächste Nacht und bis zum Mittag des 3.Tages. Dann pünktlich 12:00 beschliesst der Wind von 4 Kn auf plötzliche 20 Kn auf zu drehen – juhui können anstelle des defekten automatischen nun den mech. Windfahnenpiloten einsetzen, der einen zuverlässigen Job macht. So wie es aussieht, wird der Wind in den nächsten Tagen anhalten. Sofort stellt sich die Frage der Ankunft – wir wollen bei Tageslicht ankommen. Die Berechnung ergibt 6.8 Kn Durchschnitts-Geschwindigkeit, wenn wir am Abend des übernächsten Tages Landfall hätten – dies wäre möglich bei diesen Bedingungen aber… es wäre beim vorherrschenden Wellengang allerdings ein etwas rabiates Unterfangen… wir entscheiden uns für die etwas sanftere 12 Stunden längere Tour mit Ankunft am übernächsten Morgen – d.h. Schonung von Material (Stampfen, Wellen), sowie Schonung von Mensch und Tier (Geko! (;-) – Boot läuft ruhiger und trocken (wenig/ kein Spritzwasser) – so oder so müssen wir reffen – und wie! – vorerst Genua weg und 3 Reffs im Gross – später auch 2 Reffs im Besan…

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Es ist schon verrückt: fast 2 Tage kaum Wind und viel Motorsegeln – und jetzt müssen wir bremsen – aber wir sind sehr zufrieden – die Nicone fährt sicher durch die etwas chaotischen Wellen aus zwei versch. Richtungen – nur gelegentlich macht sie deswegen etwas Bockssprünge.

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Die folgende Nacht verläuft gut – der jeweils Wache schiebende muss nur selten kleine Korrekturen am Windfahnenpiloten vornehmen

Am Morgen des 4. Tages haben wir 330 Seemeilen hinter und noch 120 vor uns – obwohl die Wellen mit 3 m höher sind als an den Vortagen ist das Segeln angenehmer, weil die Wellen nun mehr räumlich anfallen. Mit der Roll-Genua können wir eine gute Speed-Regulierung vornehmen indem wir (sowieso wenig) etwas mehr oder weniger Tuch setzen.

In der folgenden Nacht unstabile Wetterverhältnisse mit Regen, drehendem Wind, der auf- und abflaut.

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Um 06:30 lassen sich die Konturen der Insel Anatom von Vanuatu bei trübem und diesigem Wetter in nur 3 Seemeilen Distanz erahnen – starke Strömung macht sich im Süden der Insel bemerkbar – dann bei der Umrundung des vorgelagerten Riffs nochmaliges Aufbäumen des Windes und der Wellen – dann sind wir in der Anfahrt zum geschützten Ankerplatz.

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Das Wetter klart auf und wir überlegen wie das Einklarieren wohl vor sich gehe, als nach einer knappen Stunde auch schon Richard, ein sehr freundlicher und effizienter Polizist zu uns gebracht wird – nach zwanzig Minuten sind alle Formulare ausgefüllt – er sagt, dass er uns noch Gemüse und Früchte besorgen könne – dann wird er wieder abgeholt.