Malta adee – Überfahrt via Insel Linosa (I) nach Tunesien
Am Montagabend treffen wir uns wieder auf dem Boot. Es war für beide eine schöne Zeit letzte Woche „zu Hause“ zu sein, wir freuen uns aber auch wieder auf dem Boot zu sein.
Die folgenden Tage nehmen wir „locker“, erledigen Alltagsarbeiten und pflegen Kontakte mit andern CH-Yachtis: 2 Boote neben uns sind André und Monika, welche mit dem 2 jährigen Lars unterwegs sind. Sie haben eine Auszeit genommen und ihre Hunter 33 vom Neuenburgersee nach Südfrankreich transportieren lassen, von wo aus sie eine Rundreise im Mittelmeer angetreten haben, um das Boot später wieder von Slowenien aus zurück in die Schweiz zu transportieren.
Lernen auch Hans, Philip und Carlo kennen: sie sind mit einer Wauquiez 43 von Tunesien nach Malta gekommen; mussten allerdings ab Insel Lampedusa wegen Flaute 12 Stunden motoren. Hans (73 jährig) hat hier in Malta soeben einen Englisch-Sprachkurs in Angriff genommen. Philip gibt mir noch Tips wegen Filterwechsel. Carlo fliegt nach Hause und wohnt in Port. Von ihnen erhalten wir gute Tips für Tunesien.
Ab Feitag stehen die Wind gut – wir legen nach 2 Wochen Landleben ab und segeln zum 3. Mal zur Blue-Lagoon / Insel Comino, von wo aus wir nach Tunesien übersetzen wollen.
Samstag 0300 Uhr: Handywecker – aufstehen L – Kaffee J dann West-Kurs Insel Linosa (80 sm), wo wir einen Zwischenstopp einlegen wollen. Leena geht wieder dösen (kann nicht schlafen). _ Mond abnehmend, klare Nacht – einzelne Boote auf Sicht oder im Radar erkennbar – Autopilot – sogar in 30 sm Entfernung von Malta gibt es ein markiertes Fischernetz – bisher segelten wir meist mit Motorunterstütz-ung, dann aber legt der Wind zu und es gibt Segeln vom Feinsten mit konstantem Wind aus SE – die Konturen der Insel Linosa (Italien) sind bereits 20 sm vorher in Sichtweite. Bei Ankunft legt der Wind zu – Segel bergen – Übernachtungsplatz suchen – es gibt aber keinen brauchbaren. Da der Wind gut steht und die Prognosen stimmen, entscheiden wir uns direkt weiter nach Tunesien zu segeln – wir starten durch – es ist 1800 Uhr – Linosa ist bald achter aus – voraus haben wir eine sternklare Nachtfahrt – die erwartete Abnahme des Windes bleibt aus, so dass wir gut voran kommen – es wird etwas böig – Wachablösung alle 2-3 Stunden – um 0015 Uhr erscheint der Mond im SE, woher auch der Wind kommt – ganze Nacht kein Schiff gesehen – mit der Dämmerung kommen auch die Möven – mit 20°C angenehme Temperatur und ununterbrochen guter Speed bei erträglichem Seegang – vereinzelt hohe Wellen, welche an die Bordwand knallen – dann 12 sm–Seezone – Gastlandflaggenwechsel – Leuchtturm Insel Kuriat kommt in Sicht – ebenfalls Leena am Niedergang – Frühstück – Orientierung bezüglich Anfahrt Monastier (Untiefen) und Hafeneinfahrt – was erwartet uns dort bezüglich Behörden? …man hört verschiedenes… Boot aufräumen – Einfahrt in den Hafen – freundlicher Empfang und Hilfe beim Anlegen – um 1230 Uhr (dank gutem Wind bedeutend früher als erwartet) liegen wir länsseits fest – ein ebenfalls freundlicher Polizist kommt an Bord (möchte Schokolade für seine Kinder, die wir ihm auch geben) – dann Polizeibüro – Zollbüro – der Zöllner kommt später noch zum Boot, ohne es zu betreten – dann Schlaf nachholen!
Überfahrt Malta – Tunesien: 188 sm
Dauer: 34 Std