
Aneytum südlichste Insel
12. September – es wird richtig schönes Wetter
Am Nachmittag unserer Ankunft gehen wir auf der südlichsten der Vanuatu-Insel Aneytum
an Land, um eine Besichtigung des Dorfes Anelghowhat und der Umgebung vorzunehmen. Der Polizist der am Vormittag auf unserem Boot das Einklarieren erledigte, sagte noch, dass wir eingeladen seien uns frei zu bewegen und weil wir noch kein Vanuatu-Geld hatten, könnten wir zur Bank gehen, dann bei ihm vorbeikommen um die Einklarierungs-Gebühr von 3000.- Vatus (ca 33.-CHF) zu bezahlen und das sei für uns billiger als wenn wir mit Fremdwährung bezahlen würden.

Der Bankbeamte kam angerannt und öffnete extra früher, als er uns auf dem Weg zur Bank sah – wo sonst gibt es so etwas…



Als dies erledigt war, spazierten wir dem Dorf und der Bucht entlang und wähnten uns im Paradies: Wasser, Sand, Bäume und Blumen in grosser Vielfalt, einfache Hütten in gepflegter Umgebung und freundliche Leute, welche offen sind und sofort entwickeln sich Gespräche. Im Dorfladen wo wir kleine Einkäufe machen, erhalten wir einen feinen Fruchtsaft und Marie-Ann, die wir nach dem Weg fragen schenkt uns 4 grosse Grapefruites als wir sie auf dem Rückweg wieder sehen. Dabei ist offensichtlich, dass die Leute selber nur das allernötigste haben, aber auch, dass es sich, wie 2007 herausgefunden wurde, wohl um die glücklichsten Menschen der Erde handelt.
Auf der Insel gibt es neben Pfaden und schmalen Wegen keine Strassen und somit auch keine Autos.
Interessantes in Kürzestform zu Vanuatu (teilw. aus „lonely planet south pacific”)
Seit 2007 gilt Vanuatu als glücklichstes Land der Erde.
3200 Jahre alte Lapita-Kultur entdeckt – es sind dies die Vorfahren aller Polynesier.
Im früheren Vanuatu lebten die Leute in Klans zusammen – alle mit eigener Sprache sowie guten und schlechten Geistern – Magie ist bis dato spürbar und lebendig.
Kriegerische Streits zwischen den Dörfern waren üblich und endeten für den jeweiligen Sieger mit ein oder zwei Gefangenen die dann im Topf landeten.
1606 glaubte der Spanier Quiros, erster Europäer einer Expedition, „terra australis inkognita“ entdeckt zu haben. Dies wurde 1768 von Bougainville wiederlegt. James Cook erreichte das Gebiet 1774 auf seiner zweiten Expedition und fertigte erste Landkarten an.
1839 setzte ein Londoner Missionar auf der Insel Eromango erstmals seinen Fuss ans Ufer und wurde prompt aufgegessen. Weitere folgten seinem Schicksal oder starben an Malaria.
Dominierender christlicher Einfluss folgte in den nächsten Jahrzehnten und mit diesem setzte auch der Handel mit Sandelwood ein. Es existierten intensive Rivalitäten zwischen den Kolonialmächten England und Frankreich – als 1906 Deutsche Einfluss bekamen, schlossen sich die Rivalen zusammen und gründeten „the Anglo French Condominium of the New Hebrides“ was sich in grotesker Verwaltung ausdrückte, da beide Parteien auf ihren Regeln beharrten.
Die USA errichteten 1942 auf verschiedenen Inseln Militärbasen – nachdem Japan im zweiten Weltkrieg geschlagen war, hinterliessen die Amerikaner unheimliche Mengen an Ausrüstung – viel davon wurde bei Santo im Meer versenkt – von so viel Materialverschwendung hatten die Inselbewohner noch nie gehört, sahen es aber dann mit eigenen Augen und glaubten an den sog. Cargo-Kult, der sich magisch ausbreitete, d.h. sie nahmen an, dass wenn sie sich wie Amerikaner benehmen würden, dass dann Ware von selbst den Weg zu ihnen finden würde. Der Glaube daran war so stark, dass sie Flugpisten unterhielten und Stege für Schiffe bauten, die dann kommen würden…(mehr siehe Jon Frum Bewegung)
Es gibt sehr viele und unterschiedliche Sprachen und Dialekte – gemeinsame Sprache ist Bislam, ein Pidgin-Englisch – in der Schule wird Englisch unterrichtet.
Seit 1980 ist Vanuatu unabhängig – die Regierung hat sich Gleichheit für alle, sowie Erhaltung von Brauchtum und Traditionen auf die Fahne geschrieben.
Fest für die Segler-Crews
Einen Tag nach unserer Ankunft kommen 3 weitere SY in die Bucht, eine davon in 9 tägiger ruppiger Fahrt von Neuseeland.
Ein Boot mit 3 Einheimischen kommt am Morgen um zu melden, dass das angekündigte Fest für die Segler am Abend mit fünf teilnehmenden Crews statt finde – wir sollen Geschirr, Besteck, Bier, Taschenlampe, warme Kleider und Schuhe (die Einheimischen tragen selber keine) mitnehmen.
Vorerst jedoch Pantry-Spezialreinigung, Brot backen, Haushalt, To do Liste bearbeiten, erfolgreich Autopilot repariert (lose Zahnrad-Verbindung an Achse von Winkelgetriebe), Regenwasser von Dingi ausgeschöpft, 1 Std Wassermacher, Fotos drucken, Motor und Bilgen-Check, dies die heutigen Tätigkeiten.
Dann freuen wir uns aufs Fest – werden am Strand abgeholt und zum Gemeinschaftsplatz geführt – 5 Crews (10 Erwachsene, 2 Kinder ) mit Personen aus Australien, Neuseeland, England, Neukaledonien, Italien, Finnland und der Schweiz treffen sich.

Lehrerin Natu führt durch das Programm über Leben und Brauchtum auf der Insel:
– Segler lernen, soweit nicht bereits geschehen, die andern Yachties kennen und stellen sich den anwesenden Einheimischen vor.

– Wir werden mit Gewächskranz (Symbol für Frieden) willkommen geheissen.

– Vorstellung eines Mädchens und eines Buben in traditioneller Grasbekleidung

– Demonstration Feuer entzünden ohne Zündhölzer – Reiben /Schaben an Holz bis Glut entsteht (ca 3 Min.) dann werden daran feine Kokosfasern entzündet.


– Kastom Dance – Frauen, Männer und Kinder demonstrieren singend Traditionstänze – später auch Miteinbezug der Segler.

– Kava-Zeremonie (da in diesem Falle nicht unhöflich, verzichten ich gerne auf das für uns unappetitliche wirkende Pfeffergetränk) – andere Segler behaupten es sei nicht schlecht.

– feines Buffet mit Erdofenessen (Kabis, Huhn, Süsskartoffel und Tarowurzel / Kokosmilch) plus Taro gekocht und Taro überbacken, Kassawa gekocht und überbacken, Salat, Huhn und Fisch an spezieller Kokosnuss-Sauce, Grapefruit, grüne Kokosnuss zum Trinken.
Natu erklärt, dass das Geld (1000.- Vatu = 11 CHF/Person) als Schulgeld für die Kinder des Dorfes verwendet werde und dankt für den Besuch. Wir bedanken uns unsererseits – man rechne: 10 Personen (Segler) ergibt gerade mal 10‘000.- Vatus = 110 CHF, die für dieses Fest zusammen kommen – geben gerne mehr.

Wir verbleiben noch 3 weitere Tage am Anker, erledigen E-mails, Funk abhören, Unterhaltsarbeiten wie Motorölwechsel, Ledlampe Ankerlicht im Masttop auswechseln etc. – gehen ins Dorf um Gemüse zu kaufen, das der Polizist für uns organisiert und geholt hat – suchen Mary-Ann, um ihr eine kleine Aufmerksamkeit für die erhaltenen Pampelmusen zu geben – weil nicht auffindbar geben wir es deren Eltern, die neben ihrer Hütte in einem Ofen Brot backen – gleiches Prinzip wie Pizzaofen –– hingegen ist ihnen Pizza unbekannt.
Mystery Island


Mystery-Island ist eine wunderschöne rings um von weissem Sand, Palmen und Pflanzen umgebene Insel, die sich hinter einem Riffkranz knapp über dem glasklaren Wasser erhebt.
Der Name rührt daher, weil die Inselbewohner – obwohl sie sehr aufgeklärt wirken – glauben, dass es ein magischer Ort sei, der den Seegöttern und ihren Kriegern vorbehalten ist. Jedenfalls will von ihnen niemand dort wohnen.
Dennoch gibt es für kleine Flugzeuge eine Graspiste, welche die ganze Länge der Insel einnimmt – wird aber offenbar nur selten benützt.
Eine Tafel erinnert daran, dass Königin Elisabeth II hier 1974 schwimmen ging.
Gelegentlich kommt ein Kreuzfahrtschiff und entlädt für einen Tag 800 – 1500 Personen auf die Insel! Dies ist eine der seltenen Möglichkeiten für die Inselbewohner um zu Geld zu kommen, indem sie einheimische selbstgefertigte Gegenstände zum Verkauf anbieten.
Die ganze Insel kann auch gemietet werden zum Preis von ca. 8000 Vatu (ca. 88.-CHF) pro Tag…
Von andern Seglern, die zum gleichen Zeitpunkt wie das Kreuzfahrtschiff dort waren, hören wir später, dass es eine „abgedroschene Angelegenheit“ sei – mit sehr vielen Marktständen, sowie einem grossen Topf – Zubereitung eines Kanibalenessens – wo sich die Touristen hineinsetzen und fotografieren lassen können, etc. etc. – stellt sich die Frage mit welchem Bild von Vanuatu gehen diese Touristen (die meisten davon Australier) nach Hause…
Auf unserem Insel- Rundgang treffen wir noch ein amerik. Paar ebenfalls von einem Boot – ansonsten sind wir allein und ich geniesse noch etwas Strömungs-Schnorcheln, während die Bordfrau Pflanzen studiert.

Eines Abends kommt Kit, ein Einheimischer mit seinem Sohn im Auslegerkanu vorbei – wir kennen einander bereits – bei einem Glas Fruchtsaft fragt er scheu, ob wir einen Drucker haben und evtl. ein paar Fotos ausdrucken könnten – er hat von einem Engländer Fotos von einem Kastom-Fest, wie wir es erlebten, auf CD erhalten, die der Engländer nicht selber ausdrucken konnte und der ihm sagte, er solle bei den Yachtbesuchern nachfragen – ja können wir – er kommt dann Morgen vor unserer Abreise nochmals vorbei.
Er möchte ein paar der Fotos als Werbezweck für die Leute des Kreuzfahrtschiffes, das nächste Woche wieder einmal kommt, benutzen.
Am Sonntagnachmittag kommt Kit – er sucht ein paar Fotos des Engländers und solche die ich gemacht habe, aus – wir versehen sie noch mit Text und drucken sie. Er bedankte sich für unsere Hilfe und Schulspende.
Dann legen wir ab und segeln in eine Bucht am Nordende der Insel, von wo aus wir dann nach der weiter nördlich liegenden Insel Tanna segeln wollen.
Den Ankerplatz erreichen wir knapp vor Dunkelheit, die hier schnell und bereits um 17:30 einsetzt. Wegen des unerwartet starken Schwells in die Bucht, schlafen wir im etwas ruhigeren Mittelteil des Bootes. Die Bordfrau backt noch schnell ein Brot bevor wir müde bereits früh schlafen.
Resolution Bay Insel Tanna / Vulkan Yasur

Um 04:00 aufgestanden – Kaffee – Anker auf und bei gutem räumlichem Wind rassige Fahrt zur 42 Seemeilen entfernten Resolution Bay – bei der Anfahrt zur Bay ist die Aktivität des Vulkan Yasur, dem Wahrzeichen von Tanna, sichtbar – da wir gemäss Prognosen mit weit weniger Wind gerechnet hatten, erreichen wir das Ziel bereits zur Mittagszeit.


Unterschiedliche Karteninformationen verunsichern uns für die Buchtanfahrt – als wir aber dort ankommen erweist sich unsere Sorge als grundlos, ist doch die Situation übersichtlich – immerhin stimmt eine Karte überhaupt nicht – sie ist um ganze 600 m verschoben und wir sind gemäss Aufzeichnung über Land gefahren und gestrandet – glücklicherweise nicht.
Mit Ausnahme von Nordost bietet die Bucht guten Schutz jedoch mit teilweise starkem Schwell, so dass das Ausbringen eines Heckankers zum Thema wird.

Schon bei der Anfahrt des Ankerplatzes kommt Tom mit Namen im Ausleger-Kanu vorbei – er möchte grüne Bananen und eine Art Gurke gegen Keckse und Zigarren tauschen und ob wir Benzin hätten und seine Frau lasse fragen ob wir Ohrringe hätten…
Am nächsten Tag kommt ein anderes Kanu – wir kaufen 2 Papayas – er fragt nach Batterien und Feuerzeug…
Etwas später kommt Tom (von gestern) wieder – wir kaufen 2 Fische – wir laden ihm mitgebrachte Daten (Musik) von einem Micro-Chip auf einen Stick – er fragt noch ob Leena einen Cake machen könne für das morgige Geburtstagsfest seines Sohnes – wie alt er denn werde? – nach kurzem Studieren sagt er, er glaube 5-jährig… na ja bei so vielen Kindern…
Besuch des Aktiv-Vulkan Yasur
Lernen Su & Bill von der SY Dilligaf US kennen – wir beschliessen zusammen den Vulkan Yasur – eine Stunde Allrad-Autofahrt – zu besuchen.

Gehen im Dorf beim herrlich gelegenen Yacht-Club vorbei, danach taucht Willi, ein Lehrer auf und zeigt uns stolz die Schule, welche nun dank einer australischen Lady (Sponsorin) ausgebaut werden kann – Das Fundament ist vorbereitet, nun müssen die grossen Bausteine, die unten ans Ufer gebracht wurden, mit Mannsarbeit einzeln die steile Böschung hinauf zum Bauplatz hochgetragen werden!
Ein Fahrer bringt uns über die Dschungelstrasse zum Vulkan – mit uns kommen unterwegs noch drei „Guides“ mit – wir sitzen und stehen alle hinten auf dem Pic-up – das Eintrittsgeld, so wird es beschrieben – geht in einen Fonds für Bedürftige nach einem allfälligen Hurrican-Durchgang, mit welchem die Bewohner hier leben müssen – der letzte ereignete sich vor zwei Jahren.


Oben geht man direkt am Kraterrand entlang – es kann ganz ruhig und geheimnisvoll sein mit vielen weissen Wolken über dem Krater – dann plötzlich Zischen, Donnern und Grollen des Berges – manchmal wiederholt sich dies kurz nacheinander, dann ist es wieder für mehrere Minuten absolut still – der Vulkan hat drei Ventile welche unterschiedlich Lava ausspuken und bei einbrechender Dunkelheit sind neben dem Lärm, die hoch über die Köpfe sausenden, glühenden Gesteinsbrocken zu sehen – am Abend befinden sich ca. 60 Personen auf dem Vulkan – hinter vorgehaltener Hand wird gesagt, dass ab und zu ein Tourist umkommen würde, weil von Gesteinsbrocken getroffen – evtl. war das, oder das magische Ambiente der Grund, weshalb sich die sogenannten Guides im Hintergrund hielten. Eine Stunde Rückfahrt in der Dunkelheit – mit Dingi Route durch Korallenköpfe finden – dann sind wir zurück auf dem Boot – ein bleibendes, eindrückliches Tageserlebnis.
Gestern und heute haben mehrere Boote abgelegt, welche vor uns da waren – wir wollen noch auf einen Rundgang und morgen weiter – natürlich kommt Tom wieder vorbei und beklagt sich, dass ein Boot abgefahren sei, das ihm einen Cake versprochen hätte und er würde noch Spaghetti benötigen…
Wie überall in Vanuatu gibt es besondere Regeln, die von Dorf zu Dorf unterschiedlich sein können und Magie hat einen besonderen Platz darin – man tut offenbar gut daran alles strikte zu befolgen – neben eigentlichen Selbstverständlichkeiten gibt es Ungewohntes – hier von mir eine Übersetzung eines Knigge, der den relativ wenigen Touristen (Yachtbesuchern) ausgehändigt wird:
Halte Port Resolution sauber
Nimm sämtlichen Abfall und Flaschen mit (Anmerkung: auf einer separaten Tafel am Ufer stand: bringe sie zu einem andern Ort z.B. Lenakel oder Port Vila! – Städte weit weg)
Verbrenne keinen Abfall am Ufer
Wirf keine Dosen in die Bay
Wichtige Punkte
Der Vulkan-Eintrittspreis unterstützt einen Gemeinschaftsfond, um bedürftigen Leuten nach einem Zyklon oder sonstigen Desaster zu helfen.
Dorfbewohner benötigen Geld um die Kinder in die Sekundarschule schicken zu können.
Dieselöl ist sehr teuer.
Gärten sind oft weit weg vom Dorf – Früchte und Gemüse gehören jemandem – also keine Selbstbedienung.
Halte Dich an Wege und Pfade.
Denke daran, dass Du Gast bist – frage für Erlaubnis um durchs Dorf zu gehen, zu Schnorcheln, um Fische zu harpunieren, um zu Essen am Strand oder Fotos zu machen.
Zur Kava-Zeremonie sind nach 16.00 Uhr nur Männer zugelassen (bestimmter Ort im Dorf) – Frauen müssen fernbleiben und dürfen nicht hinschauen – sie müssen eine Bypass-Route nehmen zu dieser Zeit.
(Anmerkung: wir mussten uns beeilen, dass wir auf unserem Rundgang gemeinsam noch vor 16:00 Uhr den „heiligen Ort“ passieren konnten, damit die Bordfrau keinen Umweg zu machen brauchte)
Betrete keine Tabu-Zonen (sind in einem Plan als solche bezeichnet)
Verhalte Dich angepasst bezüglich Kleidung und Verhalten – Frauen bedecken ihre Schwimmanzüge am Strand und tragen knielange Hosen oder Röcke – freie Schultern ok.
Es ist für Besucher angebracht sich zuerst freundlich vorzustellen und zu sagen wohin man geht.
Verlässt man das Gebiet von Port Resolution so ist es möglich, dass man von einem Guide begleitet wird – es ist das Zeichen für Gastfreundlichkeit und Offerte für Freundschaft.
Wenn Du um eine Gebühr zur Betretung eines Gebietes angehalten wirst, dann musst Du wissen, dass es ein Betrag für die Zukunft ist. Die Leute erhalten damit die Umgebung für die nächste Generation.
Geschenke geben und nehmen ist ein komplizierter sozialer Akt. Kleine Geschenke jemandem zu geben ist ok. Grössere Geschenke werden am besten für das ganze Dorf zu Handen von Stanley, Werry oder Thomas dem Schulmeister gegeben. Vorsicht wenn jemand nach Geschenken fragt. Bedenke den Abfall den das Geschenk verursachen kann.
Handel soweit er gleich ist, ist ok.




Unser Rundgang hatte schon etwas Magisches an sich, führte er doch bei düsterem Wetter an einigen ebenso düsteren Plätzen und Orten vorbei. Die Dschungelwege verbinden 3 Dörfer und einen begrenzten, allerdings langen Sandstrand (inklusive einer Tabuzone) miteinander. Die Leute in den Dörfern sind sehr freundlich und freuen sich über kurze Gespräche und weisen uns den Weg.
Am Abend beobachten wir noch, wie „unser Geko“ im Licht unserer Kokoslampe auf der einen Seite eines Plastikfensters am Verdeck versucht eine Fliege zu erwischen, die sich jedoch auf der andern Seite des Fensters befindet – er tut dies mit grosser Behändigkeit und Beharrlichkeit, wohl aber auch mit ebensolchem Frust.
Weiter auf die Westseite der Insel Tanna / erneuter Bruch des Windpilotruders!

Wieder starker Schwell in der Nacht – Anker auf und Fahrt bei regnerischem und sehr trübem Wetter um die Südspitze der Insel – bei der Wegfahrt deckt uns der Vulkan noch mit einer feinen schwarzen Sandschicht über das Boot ein – die Sicht auf der Westseite der Insel beträgt nur gerade 1 sm (Küstenabstand)

Dann Anfahrt der ebenfalls unruhigen Bay von Lenakel – auch hier unerwartet viel Schwell – wollte mich etwas schlafen legen aber dumpfes Pochen vom Heck her störte dabei.

Die Kontrolle ergab ein Bruch des neuen Ruderblattes vom Windfahnenpilot – das abgebrochene Teil hing noch an ein paar Fiberglasfasern und schlug gegen den Rumpf! – nicht schon wieder! – unglaublich aber wahr! – die Bruchstelle zeigte die gleichen Fehlersymptome wie beim ersten Mal als das abgebrochene Ruderblatt in Tonga verloren ging, dann gefunden und von einem befreundeten Boot nach Neuseeland gebracht wurde. Obwohl das neue Ruderblatt bereits länger montiert war, liess ich zum Glück das alte wieder gefundene und defekte Ruderblatt im letzten Moment bevor wir Neuseeland wieder verliessen noch reparieren – man weiss ja nie – und siehe da, jetzt war es soweit – nur hier bei dem anhaltenden starken Schwell ist jedoch nichts zu machen – konnte es 3 Tage später in Port Vila montieren – viel E-Mail-Verkehr mit dem Hersteller in Deutschland, der versprach das Ruder in Garantie zu ersetzen – eine neue bessere Konstruktion sei in Bearbeitung – wenn diese fertig sei, erfolge der Transport auf seine Kosten an einen internationalen Bestimmungsort – super! – bis dahin hoffen wir, dass das alte Ruderblatt – nach Reparatur „besser als neu“ (;-) – gute Dienste leisten wird!


In Lenakel mussten wir zur Immigration und zum Zoll um die Papiere, die der Vorpostens in Aneytum ausstellte, offiziell zu beglaubigen. Ansonsten gab’s nicht viel zu sehen. Wir deckten uns auf dem Markt vor allem mit Gemüse ein und bereiteten unsere Weiterfahrt für den nächsten Tag vor.
Weiter nordwärts nach Port Vila der Hauptstadt von Vanuatu auf der Insel Efate
Wohlwissend, dass je weiter wir nordwärts segeln, desto schwieriger würde die Fahrt gegen die vorherrschenden südlichen Winde nach Neukaledonien werden. Heisst dann evtl 3 Tage hart aufkreuzen – aber nach 6 Tagen / Nächten haben wir genug von starkem Schwell und segeln am 22.09.2012 bei guten Bedingungen in einer Tag /Nacht-Fahrt zur Insel Efate nach Port Vila der Hauptstadt von Vanuatu – die Insel Eromango lassen wir unterwegs an Steuerbord liegen weil die Häfen bzw. Ankerbuchten dort relativ ungeschützt sind, was wiederum Schwell bedeutet.
Bei der Anfahrt von Port Vila werden wir von einem ausfahrenden Catamaran angefunkt – es war die Micro-Mega mit Chantal und Fredi aus Genf – wir haben uns schon mehrmals kurz getroffen, es aber nie geschafft mal miteinander essen zu gehen wie wir es planten – also nächstes Mal vielleicht.

Herrlich, wieder einmal an einem ruhigen Ankerplatz zu sein, wo wir neben der uns bekannten SY Sternchen ankern. Klares Wasser, gute Ankermöglichkeiten in der grossen, geschützten Bucht und die Nähe zur Stadt ziehen viele Segler an.

Es ist natürlich besonders auch ein Platz für Megayachten, Kreuzfahrtschiffe und diverse maritime Touristenangebote.
Treffen hier auf interessante Segler – u.a. Feri ein Schweizer, der seit 4 Jahren gegen den Wind um die Welt unterwegs ist, dann auch Bob, der Canadier, der wie einige andere nur Schlechtes zu berichten weiss über australische Regeln und Behörden und deshalb noch vor der bald beginnenden Hurrikan-Saison nach Papua Neuguinea und von dort sofort weiter nach Indonesien segeln will.


Abgesehen von ständigem Helikopterlärm nahe unseres Ankerplatzes und dem dynamischen Treiben in Port Vila mit viel Verkehr, bietet die Grossstadt nach Wochen „in der Prärie“ auch viele Annehmlichkeiten – hier ist besonders was Einkaufsmöglichkeiten betrifft, praktisch alles zu haben was das Herz begehrt und wie überall ist der Gemüsemarkt ein wichtiger Platz.

Mit Georg und Manuela haben wir interessanten Erfahrungsaustausch und eines Morgens – ich montierte die Windfahnensteuerung – rief Georg plötzlich „ich glaube da ist eine Leiche im Wasser, ich sehe Haare“ – wir fahren mit unseren Dingis hin – es zeigte sich dann, dass es sich um einen toten Hund handelte…
Wir besorgen noch Gas, bunkern dies und das, studieren das Wetter – der Wind soll etwas von SSE auf SE evtl sogar ESE zurückdrehen – relativ gute Voraussetzungen um nach Noumea, Neukaledonien zu segeln – also klarieren wir aus – wir wollen morgen ablegen.
