Nun sind wir also seit 5. November 2012 bei den Aussies in Down-Under
Eine Woche nach uns ankommende Boote hatten in den letzten zwei Tagen vor ihrer Ankunft in Bundaberg noch Starkwindwetter mit Böen bis zu 40 Kn zu bewältigen – waren aber dennoch zufrieden, weil es andere Boote, die zur gleichen Zeit auf dem Weg nach Neuseeland waren, mit 40 – 60 Kn Wind arg erwischte – mit etlichen Schäden, wie zu hören ist – eine Crew sei per Helikopter ab geborgen worden…


Hier in der etwas abgelegenen Marina am Burnett River herrscht eine aufgestellte Stimmung unter den Seglern – viele kennen sich von früheren Häfen und Begegnungen – es findet ein reger Erfahrungsaustausch statt und man hilft sich gegenseitig mit kleineren und grösseren Dienstleistungen – die Organisatoren von „Port to Port“ (Weltumsegler des Bundaberg Yacht-Clubs) tragen das ihre bei und organisieren Seminare, Fahrten in die Stadt zum Einkaufen, Happy hours, Grillparty, Flohmarkt „ sales from the bilge“, wo wir ein super Marine-Fernglas und sogar eine Nähmaschine erstehen

wir sind ständig auf Trab oder auch mal auf Velotour.
Die Bordfrau macht täglich um 06:00 Walking mit einer Freundin, derweil ich schon eine Douche nehme und dann Kaffee zubereite – das kann ich – was ich weniger kann sind Bewegungen, welche meine operierte Schulter beanspruchen (es sind viele!), was mir seit längerer Zeit Schmerzen bereitet – ja, ja, alte Sportverletzung eben – nach verschiedenen Selbsthilfe-Übungen mit Unterstützung der Bordkrankenschwester, folgt Arztbesuch, Ultraschall und Röntgen (juhui nur Entzündung, und etwas und und und…) – gezielt gesetzte Spritze, Medis – wollte eigentlich wieder lossegeln – was mir die Liebste, sowie Arzt und der befreundete schwedische Veterinär von der SY Marieke III (er bemühte sich sehr um mich „Rindvieh“) „verboten“ –– ja also vernünftig sein, ein paar Tage noch schonen und dafür das für die Segler offerierte feine Abschluss-Dinner geniessen – „feine Kleidung war gefragt“ – was bei Seglern oft nicht viel braucht, um „eine bessere Falle zu machen“ (;-)
Vorderhand bewegt sich der Seglertross noch etwas südwärts aus der Hurrikan-Zone heraus – dann trennen sich für die meisten die Wege wieder – Weihnachten, Neujahr zu Hause, Boot verkaufen, zurück zum Landleben oder an die Arbeit, Reisen ins Landesinnere, Boot vor der Weiterfahrt überholen, sind Gründe für die meisten.
Wir selbst hatten unsererseits schon vor 12 Jahren das Vergnügen, Australien vom Lande her etwas kennen zu lernen – wir planen deshalb weiter südwärts zu segeln mit Zwischenziel Weihnachten und Neujahr in Sydney zu verbringen.
Fraser Island

Bei einem eintägig prachtvollen Wetterfenster nehmen wir Kurs auf Fraser Island – vor- und nachher gab’s Starkwind und Welle auf die Nase – ein befreundetes Boot versuchte es am nächsten Tag, musste aber umkehren
Nach Durchquerung der untiefen Hervey Bay steuern wir die Great Sandy Strait zwischen Festland und Insel an und ankern kurz vor Einnachten beim sogenannten Sandy Point – in der Nacht wird es ungemütlich.

verlegen das Boot am Morgen, nach vorsichtiger Fahrt über und vorbei an Sandbänken, an einen geschützten, prächtigen und einsamen Strand


bei der Anfahrt zum Ankerort sehen wir viele Quallen – es gelingt mir eine besonders schöne Aufnahme einer Einzelnen

Oliver und Daniel mit Ihrer Yellow Dog CH, haben uns im autom. Identifikations System ausfindig gemacht – funken – und ankern neben uns – geniessen zusammen ein Schweizer Znacht mit Gschwellti und Chäs (und etwas Roten) – auf gut Deutsch für unsere Freunde aus Deutschland und Oesterreich: „Pell-Kartoffeln und Käse“, (dazu etwas Rotwein).
Wir erleben hier Natur pur – Strand soweit das Auge reicht, hinter dem schmalen fast undurchdringlichen Mangrovengürtel ein Wasserarm mit „goldenem“ Wasser – unberührte Natur.



Fraser Island – grösste Sandinsel der Welt


– mit Sanddünen und Süsswasserseen – ein beliebter Ausflug- und Ferienort mit dem in Australien bekannten Kingfisher-Ökotourismus-Resort mit luxuriösem Ambiente, wie wir 2 Tage später sehen – Am Ankerplatz treffen wir von 12 hier liegenden Yachten gleich auf 5 uns bekannte und befreundete Crews – Geniessen am Pool Eis – die angebotenen Erlebnis-Safaris haben ihren Preis – man kann z.B.eine Bustour für 150.- Au$ buchen oder auch selber ein hochbeiniges Allrad-Strandauto für 450.- Au$ /Tag mieten.
Am nächsten Ankerplatz vor der Wasserscheide gibt’s eine gelungene Geburtstagsparty mit 3 Crews von Schweiz, Ungarn, USA und mit uns Finnen (;-) (Memo: wir haben ein in Finnland registriertes Boot)
Die Fahrt unter Motor am folgenden Tag um 05:00 durch die Great Sandy Strait zwischen Festland und Insel kann über eine bestimmte Strecke wegen den Untiefen nur bei Hochwasserstand erfolgen – erfordert trotz relativ guter Markierung entsprechende Konzentration – bei auslaufender Tide auf eine Sandbank aufzufahren wäre nicht gerade das Gelbe vom Ei… – nach 22 spannenden Seemeilen und einem Zwischenhalt in der Pelican Bay, entschliessen wir uns mit einlaufender Tide noch zur Thin Can Bay zu segeln.

dabei fahren wir durch tausende Quallen die das Boot auch am Ankerplatz umgeben – von Locals ist zu hören, dass auch gefährliche Haie durch den Inlet in die Bucht finden – ausserdem könnten Krokodile vorhanden sein.
Nach schönem Abend dann andern morgens Delfincenter-Besuch – die 4 mit Namen und Geschichte bekannten Delfine kommen jeden Morgen zum Zentrum.
Unternehmen einen weiten Fussmarsch für Fitness und um Brot zu kaufen – merke: wenn Einheimische von 10 Min bis zum Geschäft reden, dann ist damit nicht Fussmarsch sondern Autofahrt gemeint – haben schliesslich im Restaurant direkt neben dem Dingi-Steg Brot erhalten.

Zurück in der Pelican Bay – Ausgangsort für die Route auf offener See südwärts – werden wir noch zum Sundowner auf den Cat Aquavista Au eingeladen – Pat & Phil sind seit 8 Jahren jeweils 8 Monate auf dem Boot, die andere Zeit zu Hause in Brisbane – bescheiden bezeichnen sie sich trotzdem nicht als Segler, weil sie „nur Schönwettertörns bei 15 – 20 Knoten (4 – 5 Beaufort) machen würden. Von ihnen bekommen wir gute Tipps – da der Wind für die nächsten Tage angenehm sein sollte, wollen sie wie wir morgen ablegen und nach Brisbane segeln – wir werden Brisbane nicht oder nur als Variante bei unvorhergesehener Wetteränderung ansteuern.
Wieder auf offener See vorbei an Brisbane nach Southport
Bei der Ausfahrt auf die offene See gilt es auch hier Sandbänke zu berücksichtigen – an der ganzen Ostküste liegen die Ankerplätze und Marinas in Flüssen oder in der Nähe des Mündungsgebietes bzw. grossen Buchten die wiederum Zuflüsse haben. Praktisch allen Ortes weisen die Ein- Ausfahrten eine oder mehrere Sandbänke auf, die es mit der Tide zu berücksichtigen gilt.

Bei überzogenem Himmel verlassen wir in früher Morgenstunde, den Wegpunkten folgend, den Ankerplatz – bis 4 sm vor der Küste gibt es sich über den Sandbänken aufbauende Wellen. Wir haben ein Boot vor uns und 6 weitere, die hinter uns folgen – alle mit Ziel Brisbane, wie wir wissen oder am Funk zu hören ist – die meisten wollen dort bleiben.

da Wind und Richtung angenehm sind und wir gut vorankommen, segeln wir über Nacht weiter nach dem mondänen Southport an der Gold Coast.

Die Einfahrt in die grosse Fahrrinne ist problemlos – Ankern – etwas später viel Lärm rasender Motorboote und eines Helikopters, der à la James Bond ständig auf eines der Motorboote hinunter sticht – eine Verfolgungsjagd die sich sehen lässt und sich bei der Rückfahrt der Boote offenbar als Polizei-Übung herausstellt – freundlich winkende Beamte – fahren mit dem Dingi durch eine Kanal-Siedlung mit Privatbooten vor dem Haus direkt zum Supermarkt, wo wir an einem Steg anlegen können – am Abend findet bei böigem Regenwetter in der rieseigen Fahrrinne eine höchst interessante Regatta statt, wobei uns die Boote mehrmals passieren.

Einen Tag später nehmen wir Kurs nach Yamba
schöner gemächlicher Segeltag – nachts fällt der Wind zusammen und hält nicht was die Vorhersagen versprachen – also viel Motorsegeln, um bei Hochwasser um am nächsten Morgen in Yamba einlaufen zu können – dort gleich „um die Ecke“ eine Sandbank überquert – das Echolot macht in letzter Zeit Überstunden – und geankert.
Auf dieser Fahrt haben wir Qeensland nahe Point Danger verlassen, sowie den östlichsten Punkt von Australien bei Cape Byron passiert und befinden uns nun in New South Wales-Gewässern mit eigenen Gesetzen und wieder 1 Stunde Zeitverschiebung zurück (UTC plus 11) – Ebenso wechselten wir die unsichtbare Grenze von der Coral- zur Tasman-Sea.
In Yamba – Mündungsgebiet des Clarence-Rivers – gefällt es uns sehr gut – weil wir noch genügend Zeit haben, um bis Weihnachten einige Ankerplätze anzulaufen bevor wir Sydney erreichen, und weil in den nächsten Tagen für die offene See eine Windwarnung mit 30 – 40 Knoten vorliegt, landeinwärts „nur“ 15 – 20 Knoten Wind zu erwarten sind, wollen wir wenn möglich unsere Idee bzw. das „Projekt Flussfahrt 35 Seemeilen nach Grafton“ umsetzen.
Auf dem Clarence-River nach Grafton und zurück
Via Funk Informationen bei „Voluntier Marine Rescue“ nachgefragt, einer Dienstleistungs-Organisation, welche die gesamte Ostküste Australiens abdeckt und der Sicherheit der Seefahrt dient – er werde dies für uns abklären und rufe dann zurück – nach knapp 20 Minuten der Rückruf: gemäss drei Informanten vor Ort sollte es für unser Boot machbar sein (Tiefgang und Masthöhe), falls wir über gute Karten verfügen – Super-Service – vielen Dank – bei der Marina erhalten wir noch eine Flussbeschreibung – wunderbar

wie geheissen, telefonieren wir dem Brückenwart der 9 Seemeilen flussaufwärts liegenden Harwoodbridge, die dieser extra für uns am Sonntag (sonst an Weekends nicht möglich) öffnen lässt – immerhin wird dadurch der gesamte flüssige Verkehr des Pacific-Highway für ca 20 Minuten unterbrochen – wow!
Grafton, wollen wir auch deshalb besuchen, weil damit Erinnerungen an einen inzwischen verstorbenen Freund (Schweizer Segler mit australischem Pass) verbunden sind, den wir auf unsere Australienreise vor 12 Jahren dort auf dem Landweg besuchten.

Das besondere Erlebnis Flussfahrt beginnt mit Verlassen des Ankerplatzes als wir den Anker lichten und ein grosser Schwarm kleiner Rochen und kurz danach noch ein Delfin zum Boot kommen – mit einfliessender Tide bis vor die Harwood Bridge, wo wir für die Nacht ankern und uns an Land umsehen.
3 Hauptereignisse prägen den folgenden Sonntag 2. Dez 2012:
um 10:00 wird der Verkehr des Pacific Highway angehalten und die alte Liftbrücke geht im Mittelteil in die Höhe – wir passieren – wir tel. Graig dem Brückenwart und bedanken uns – da er nicht persönlich anwesend war als wir passierten, fragt er noch ob der Brückenlift auch wieder nach unten gegangen sei, weil der Lift vor kurzem stecken blieb und damit natürlich ebenso der Verkehr – wir hoffen unsererseits, dass sie sich öffnen lässt wenn wir zurück kommen.


Um 12:10 sind wir langsam, bei stetig weniger Wasser unter dem Kiel auf eine Sandbank aufgefahren, konnten drehen und uns mit voller Motorkraft befreien – muss mein Wissen über Strömungslehre ergänzen – ein Fluss mit ein- und auslaufender Tide mäandert nicht auf dieselbe Weise wie normale Flüsse und Sandbänke können sich unberechenbar verschieben – aber etwas Abenteuer muss sein…

… ein weiteres folgte kurz vor Grafton – dort gibt es eine Hochspannungsleitung – eine Warntafel weist auf 17 Meter freie Höhe hin – wir haben 18 Meter – Phil vom Cat Aquavista erzählte uns, dass er mit seiner Masthöhe von 19 Meter dort durchgefahren sei – trotzdem komische Gefühle – wir gehen davon aus, dass diese Höhe an niedrigster Stelle und bei Flut gilt – wir passieren so viel seitlich wie möglich, dort wo die Leitung schon etwas weniger durch hängt und können aufatmen.
Nach dem Ankern vor Graftons Brücke gehen wir in die Stadt, finden ein Take away, das noch offen hat und besiegeln diese Fahrt am Abend mit Fish and Chips und einem Bundaberger Ginger Bier – das Ganze geniessen wir bei feinem Regen unter dem Blätterdach eines Baumes in einem Park.

Bevor wir die Rückfahrt antreten, gehen wir am Vormittag nochmals in die Stadt – sie ist fast menschenleer, hingegen ist der riesige Autoparkplatz unter dem gigantischen Einkaufscenter praktisch voll – das Leben findet in den klimatisierten Einkaufspalästen statt…
Die Rückfahrt zeigte sich planerisch etwas schwieriger um im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein – die Tiden sind nicht sehr hoch, haben aber hier pro Tag 2 unterschiedliche Spitzen: heute 1.6m und die kleinere 1.1m – dazu kommt je nach Ort am Fluss eine Zeitverzögerung des ein- und auslaufenden Wassers von 2 ¼ – 5 ¼ Std.

Bei trübem Wetter teilweise flottes Segeln – wir legen 12 sm zurück und ankern – es regnet in Strömen – sammeln Wasser für spätere Douche und Wäsche.

am folgenden Tag liegt vorerst dicker Nebel über der Flusslandschaft, dann ein prächtiger Tag – warten das Hochwasser ab um über „die Sandbank“ zu fahren – queren diesmal mehr auf der Fluss-Innenseite und haben grosszügige 0.9 m unter dem Kiel – dafür an einer anderen Stelle nur 20 cm (für Interessierte: Karte zeigt 2 m / HW = 1.1m = 3.1m minus Tiefgang 1.8m / somit müssten wir an besagter Stelle 1,3m unter dem Kiel haben statt nur 20 cm) – genügt allerdings!
Machen inzwischen etwas Planungsarbeit für die spätere Route bis Sydney (ca. 300 sm) mit möglichen Ankerplätzen, Distanzen, Zeitberechnungen)
Gehen noch an Land – in nächster Nähe sind 4 verschiedene Kirchen und ein schöner Park – im Landhotel sind bereits mehrere ältere Männer beim Frühschoppen (Bier) – die Vitrinen erzählen von der Geschichte der hiesigen Clubs, vorab Fischer-, Cricket- und Social-Club mit Fotos, Namen und Leistungen.
Am Nachmittag unterwegs Fluss abwärts noch Telefon mit der Frau des Brückenwarts – wir rechneten mit einer Brückenöffnung am nächsten Tag, als sie uns mitteilt, dass die Brücke für ein anderes Boot noch heute Abend um 19:00 geöffnet werde – passt tipp topp – dann schöne Fahrt bis zur Harwood Bridge, wo wir von Weitem ein Segelboot sehen, das ebenfalls in Grafton war – Pam & Bruce von der SY „X Pensive“ Au helfen beim Anlegen am Steg – kommen zum Sundowner – bringen allerdings wie hier üblich ihre eigenen Drinks mit – reger Austausch wie unter Cruisern üblich – unsererseits erhalten wir Insider-Infos über sehenswerte Orte und Ankerplätze südwärts – als Eigner einer Marina in Sydney und jeweils abwechslungsweise ab Juni ein halbes Jahr an der Küste unterwegs dann zur Weihnachtszeit zurück in Sydney, wissen sie von was sie reden – wir vereinbaren weitere Kontakte und wir sollen sie in Sydney besuchen.

– dann Brückendurchfahrt und weil es bald dunkel wird ankern wir etwas weiter unten beim Sailing-Club (Fluss-Segeln mit kleinen Jollen – es ist auch Bestandteil des normalen Schulsportbetriebes).
Am Morgen segeln wir mit auslaufender Tide zur Iluka Bay nahe Yamba zurück – wahrscheinlich der beste und sicherste Ankerplatz an der Ostküste Australiens, wie uns ein Segler und Schotte jetzt mit australischem Pass auf Grund von Vorfällen und eigenen Erlebnissen erklärt – jetzt zur Zeit ist es hier ruhig wie im Ententeich – Spaziergang und Bad am Strand – dann schläft der Skipper 2 volle Stunden – Frühlingsmüdigkeit? – wahrscheinlich schon – hier ist schliesslich Frühling!
Der nächste Tag bringt schönes Wetter und 63 Seemeilen Segeln hart am Wind nach Coffs Harbour.

Kurz vor Niedrigwasser verlassen wir Yamba um 05:20 – noch in der Hafenausfahrt kommen Trawler entgegen, die ihren Fang, nach der Nacht vor der Küste nach Hause bringen. Draussen ist es jetzt bei Niedrigwasser und 3 m Schwell kabbelig. Über den Sandbänken gibt es sich überwerfende Wellen – bei 18 – 21 Kn Wind und Kreuzseen ist es eine harte Tour – einzelne Brecher kommen über den Bug.

etwas müde erreichen wir die zu diesem Zeitpunkt recht turbulente äussere Hafeneinfahrt von Coffs Harbour, wo sich im Vorbecken mehrere Segelboote für eine Regatta vorbereiten. Kurz nach uns treffen auch die neuen Bekannten der „X Pensive“ Au ein.
Wir legen uns für die Nacht mit 2 andern Booten im Innenhafen zwischen Pier und Hafenmole vor Anker.
Beim Aufstehen sind um 06:00 bereits Badende und Surfer im Wasser – nach Landgang, nehmen wir das Dingi auf Deck und legen ab.
In einer Tag–Nacht–Fahrt nehmen wir Kurs auf die grosse Bucht von Port Stephens.
Vorerst beschauliches Segeln – kommen bei 12 Kn Ostwind gut voran – wie beobachtet nimmt der Wind nachmittags regelmässig zu – ab 16:00 zunehmend Speed und mit dem hier intensiven Ostaustralischen Küsten-Strom, der mit 2-4 Kn südwärts setzt, erreichen wir über Stunden fast 10 Kn Spitzengeschwindigkeit – so sehr wir uns darüber freuen, so machen wir uns auch Gedanken, wie sich die Situation verhalten wird, wenn wir im nächsten Jahr wieder nordwärts segeln sollten – wir passieren die Trial Bay und in der Nacht Port Macquarie, beides Orte die wir als alternative Zwischenhalte vorsahen – die Nacht und der folgende Vormittag verlaufen unter Volltuch und räumlichem Wind recht angenehm


dann werden wir auf den letzten 12 sm vor der Einfahrt nach Port Stephens noch gefordert – innert kurzer Zeit und bei schönstem Wetter steigerte sich die Windgeschwindigkeit von bisher 15 auf 28 – 35 Kn – Genua und Besan geborgen – im Gross 3 Reffs eingebunden – werden gut geschüttelt bei den hier vorherrschenden Wellen und der Brandung nahe der Inseln vor der Einfahrt – dabei reissen die beiden Bullentaljen und die Travellerleine, sowie ein Mastschlittenhalter des Gross-Segels – kein Problem für die seetüchtige Nicone (;-) – verdrücken uns nach der Einfahrt ins Lee hinter den Nordkopf – sind soweit froh in etwas ruhigerem Gewässer zu sein und wollen uns Morgen weiter in die Bucht hinein verziehen, da böiges Regenwetter mit Windwarnung angesagt ist.

Beim Erwachen nach gutem Schlaf herrscht schönstes Wetter – unvorstellbar dass es bald mies sein soll – am Buchteingang sind viele Delfine zu sehen – fahren tiefer in die Bucht, vorbei an Nelson Bay und Dutchman Bay und kreuzen die „Freebird“, welche wir auch schon in Fiji gesehen hatten.

In der Salamander Bay gehen wir an die einzige Gästeboje – die staatlichen Gästebojen sind pinkfarbig, welche 24 Std benützt werden dürfen, auf eigenes Risiko und Androhung von Busse bei längerem Verbleib – es gibt 40 Boote an privaten (gelben) Bojen.
Am Nachmittag Donnergrollen, es wird grau und der Wind dreht plötzlich von NE auf SE – alle Boote drehen sich gleichzeitig wie bei einem Reigen mit und dann fallen heftige Böen über Bucht und Boote her – das für drei Tage angesagte stürmische Schlechtwetter ist da – in der Nacht reisst es ganz schön an Boot und Mooring – um 04:00 Ankeralarm – aufgeschossen um nach zu sehen – falls die Mooring Leine reissen würde, wäre je nach Drift nur kurze Zeit zur Verfügung um den Motor zu starten und weg zu kommen – aber alles ok – falscher Alarm – die kurz gewählte Einstellung löste den Alarm aus weil sich das Boot bei nachlassendem Wind und Tidenwechsel um 180 Grad drehte.
Gingen am nächsten Tag zur falschen Zeit am falschen Ort mit dem Beiboot an Land – mussten es wegen zu niedrigem Wasserstand über eine weite Strecke im Wasser watend ziehen und marschierten dann auch noch in die falsche Richtung um eine Einkaufsmöglichkeit zu finden – alles bei Regen und leicht schlechter Laune… – wir kehren zurück und bleiben weitere 24 Std an besagter Gästeboje ohne dass wir behelligt werden.
Dann in der Nacht zunehmend Regen, Wind etwas nachlassend.

fahren gegen Mittag des folgenden Tages – der Regen hat aufgehört – es ist nur noch trübe – zur Fame Cove, einer unerhört schönen kleinen Bucht, welche besonders von den Locals aufgesucht wird „to get away from all of it“ bzw. um Alltagssorgen hinter sich zu lassen – bald zeigt sich die Sonne und es gibt einen wunderschönen Abend

Drei Delfine zeigen sich, am Ufer sind verschiedene Vögel zu hören teils zu sehen und es ist ruhig wie im Ententeich.


In einer weiteren Bucht , die wir noch erkunden wollten gab es viele Vögel und auf dem Pfad entlang eines kleinen Flussarmes, der sogenannten Zitronenbaum-Passage, suchten wir in den Baumwipfeln vergeblich nach dort lebenden Koalabären.

Dafür begegnen wir da und dort echten und unechten Weihnachtsmännern die sich auf den Weg machen.

Wir machen uns ebenfalls auf den Weg: Ausfahrt Port Stephens – vorbei am Leuchtfeuer von Mount Stephens entlang der Küste mit grossen Sanddünen – nach New Castle, wo wir nach einer Ankernacht im Hunter River ein paar Tage in der Marina bzw. im Cruising Yacht Club bleiben werden.



Samstag 15. Dez.2012:
Wir wünschen euch allen bereits jetzt wenig Stress in der Vorweihnachtszeit – hier zur beginnenden Sommerzeit ist dies natürlich etwas anders als zu Hause. Es finden viele Xmas-Partys statt, zu welchen sich die Australier/innen in leichter und gestylter Sommerbekleidung und wie letzten Abend bei der Marina zu (guter) Live-Rock-Musik treffen.