Törns in Fiji

Bericht Mai bis Juli 2012

Fidschi / Fiji

000 Hybiskus Nationalblume von Fiji.jpg

Hibiskus – „Nationalblume“ von Fiji

 

Wo Landfall in Fiji?

Wohin segelt man eigentlich, wenn man ein Land wie Fiji mit 2 Hauptinseln und etwas über 300 weiteren kleinen Inseln besucht – nun da gibt es vor allem die Einklarierungsfrage zu klären – es sind wenige Orte wo dies möglich ist und es ist bekannt, dass die Behörden in Savusavu einen guten und effizienten Umgang mit Yachtbesuchern pflegen. Bis zum Einklarieren an einem der vorgeschriebenen Orte ist es bei hoher Busse untersagt, vorher andern Orts anzulegen.

Erster Kontakt ist in unserem Fall die Waitui-Marina in Savusavu, welche das Einklarierungsprozedere organisiert, uns schon mal willkommen heisst und Zettel mit hilfreichen Hinweisen / Knigge für das neue Land und dessen Kultur abgibt, falls man das noch nicht wissen sollte.

Unter Seglern spricht sich vieles natürlich schon vorher herum und Tipps für alles Mögliche werden weitergereicht.

 

Geschichte und Reiseland:

Im Rückblick betrachtet waren die Fiji-Inseln bis Mitte 19.Jahrhundert als Kanibalen-Inseln verschrien – es erfolgte der Zustrom europäischer Siedler, an deren eingeschleppten Krankheiten mehr als die Hälfte der einheimischen Bevölkerung starb. Unter englischer Krone wurden für den Zuckerrohranbau über 50‘000 indische Kontraktarbeiter ins Land geholt – die Inder gelten als tüchtig mit Geschäftssinn – die Fijianer sind mehr der Familie und dem Dorf verpflichtet – die daraus entstandenen ethnischen Konflikte sind bis heute spürbar – dennoch, die vielfältige Inselwelt und das breite Touristen-Angebot besonders auf der südlichen Hauptinsel Viti Levu machen Fiji zum Reiseland erster Güte, besonders auch für Segler, sind doch viele Inseln und ruhige einsame Ankerbuchten fast nur mit dem Segelboot erreichbar. Freundliche Menschen, klares warmes Wasser und eine reiche Unterwasserwelt die zum Schnorcheln einlädt, gehören zu den Top-Anziehungspunkten.

 

Nach Ankunft auf der nördlichen der 2 grossen Inseln (Vanua Levu)

09. Mai 2012:

nach unserer Ankunft gestern hier in Savusavu, gibt’s heute einiges zu organisieren. Wir haben relativ gut geschlafen – irgendwie aber die Wellen vermisst, die uns in den letzten 10 Tagen bei der Überfahrt von Neuseeland jeweils in den Schlaf schaukelten.

Die Quarantänefrau kommt; Tel. nach Hause; europäische Gasflaschen hervor holen – können hier gefüllt werden; Funk, E-mails, Wäsche, mit Carsten (Electronic-Spezialist) von der SY Forty two, alte Elektronikteile ausgemistet – dabei alten, aber noch funktionierenden Computer einer überglücklichen Uni-Studentin, welche in der Waitui-Marina ein Praktikum absolviert, verschenkt und Programme gezeigt – Kesa hat bereits Computer-Erfahrung und kann ihn gut gebrauchen.

Carsten hilft Tuner zu reaktivieren, sowie Programme auf Computer zu installieren – super!

Die „Forty two“ ist von Tonga hierher gesegelt und schon eine Woche hier – sie legen morgen Richtung „untouristisches, ursprüngliches Fiji“, d.h. ostwärts ab.

001 haeufige Abendstimmung in Savusavu.jpg

Mit der Ankunft in Fiji finden wir nach Wochen vieler Arbeit und nach der teilweise etwas rauen Überfahrt von Neuseeland, langsam einen erholsamen Rhythmus.

002 Staedtchen Savusavu.jpg  003 an der Strasse in Savusavu.jpg  005 heisse Quellen verursachen den Dampf in Savusavu.jpg

004 ein paar Bambusrohre und ein selbstgebasteltes Paddel dienen dem Zweck.jpg  006 Fischen vom Bambusfloss aus.jpg

Savusavu ist ein schönes Städtchen in ebensolcher Umgebung, in 5 Min zu Fuss erreichbar, wo es praktisch alles gibt was man so fürs tägliche Leben benötigt – alle Einheimischen – hier fast nur Fijianer – sind sehr freundlich und hilfsbereit – wir geniessen das Ambiente – selbst die Polizei kommt auf einen zu, just to say bula – willkommen – und „how do you like Fiji?“ und es ist echt – keine aufgesetzte oberflächliche Freundlichkeit.

007 keine Fenster - praktisch bei diesen Temperetu_thumb.jpg

Ein geschäftstüchtiger indisch stämmiger Taxifahrer offeriert uns eine Tour für 150 FI$ nach der „Zucker-Stadt“ Labasa – zugleich Hauport der Insel auf der Nordseite gelegen – wir interessieren uns mehr für die Busfahrt dorthin – man ist dabei viel näher am Puls bei den Einheimischen.

008 mit dem Bus durch Berglandschaften zur Zuckerstadt Labasa.jpg  009 mit dem Bus durch Berglandschaften zur Zuckerstadt Labasa.jpg

die fast 3 stündige spannende Fahrt über die Berge und später 3 Std zurück kostete nur gerade 25 FI$ für uns beide

Labasa ist indisch geprägt – heute lebt hier etwa die 5. Generation seit die englische Krone die Inder als tüchtige Arbeiter für den Zuckerrohranbau ins Land holte. Viele Geschäfte sind fest in indischer Hand.

009a an der Busstation Labasa.jpg

Es herrscht dynamisches Kommen und Gehen der Leute, welche aus nah und fern mit den Bussen für Einkäufe hierher kommen

009b Gemuesemarkt Labasa.jpg  009c Baracuda und Langusten.jpg  010 kauften bei Ihm Kavawurzeln.jpg

wir besuchen den grossen Obst-, Gemüse- und Fischmarkt – kaufen noch Kavawurzeln, welche als Geschenk dem Dorfchef beim Betreten eines neuen Dorfes übergeben werden (weitere Ausführungen folgen) – ansonsten gibt es kulturell nicht viel zu sehen und es ist heiss.

Haben im Bus noch die Benimm-Regeln im Reiseführer gelesen, die besagen, dass es unfreundlich sei, einen (Sonnen-) Hut oder –Brille zu tragen (wir haben beides), ausserdem soll man nichts auf den Schultern (wir haben Rucksäcke) sondern in den Händen tragen – na ja, wir halten uns daran, obwohl uns die Sonne sehr zusetzt, aber schliesslich sind wir Gäste hier.

Als wir auf der Rückfahrt durch die Berge wieder auf die Südseite gelangen regnet es in Strömen – dies war wohl fast den ganzen Tag so, denn das Dingi ist zu mehr als einem Drittel voll und muss bei starken Regen zuerst geleert werden, um dann aufs Boot zurück kehren zu können.

Hören Funk ab, um zu erfahren wie es unsern Freunden unterwegs ergeht.

Inzwischen kommen täglich ein paar Segelyachten von Neuseeland hier an – eine Norweger-Yacht hatte 23 sm ausserhalb Savusavu einen Motorausfall und wurde von einer andern SY bis hierher in Schlepp genommen – der Eignrer erklärte uns später, dass beim schweren Seegang Wasser durch den Auspuff in den Motor gelangte… was alsdann hier behoben werden konnte.

010a Einheimische laden zum Bier und zum Fischen ein.jpg 3 „Locals“ am Steg laden mich zum Gespräch und zum Fischen ein, geben mir unbedingt ein Bier und zeigen mir wie man auf einfachste Weise vom Steg aus Fische bekommt.

Inzwischen hatten wir auch Zeit einen Entscheid zu fällen, wie es in dieser Saison weiter gehen soll – nämlich westwärts Indonesien… oder noch eine Saison hier im Pacific

Wir hatten uns bereits für weiter westwärts entschieden und Planung sowie Vorbereitung darauf ausgerichtet als uns die Heiratseinladung unserer Tochter erreichte… also wieder mal Planänderung…

Zuerst komisches Gefühl, aber jetzt freuen wir uns sehr, bald wieder in der Schweiz zu sein, und haben plötzlich erst noch mehr Zeit im Pazifik – werden diese Saison somit voraussichtlich noch in Fiji bleiben und nach der Rückkehr aus der Schweiz später nach Vanuatu, evtl auch nach Neukaledonien segeln und uns dann für die Hurrikan-Saison nach Australien absetzen… vorausgesetzt, es gibt keine neuen Pläne … seien es selbst- oder fremdgemachte…

Nach einer Woche an der Mooring zieht es uns weiter – weil wir ja jetzt mehr Zeit zur Verfügung haben und obwohl vorerst mit Wind auf die Nase zu rechnen ist, wollen wir Richtung Osten segeln.

Segeln abseits vom Tourismus: von Savusavu aus Umrundung des Nordostens der Insel Vanua Levu bis Malau

Anmerkung: der Reiz dieser Route liegt in der Ungewissheit was uns erwartet, gibt es doch offenbar wenige SY die schon da waren und kaum Infos über Erfahrungen. Wir wollen die Sache vorsichtig angehen wegen der Riffe und einiger Fragen wie: stimmen Seekarten? Riffe !? Seezeichen? Eignung Ankermöglichkeiten? Wie reagiert die Bevölkerung? Können wir ohne weiteres an Land gehen? Und?…

Am Vorabend treffen wir bei einer speziellen Fiji-Mahlzeit, welche für Yachtcrews in der Marina angeboten wurde, eine Crew welche ähnliches vor hat wie wir – also trifft man sich dann (voraussichtlich) am ersten vereinbarten Zielort.

 

15.5. von Savusavu nach Fawn Harbour

011 Anfahrt Riffpassage - Riffe gruen nicht zu sehen - knapp unter Wasser.jpg  011a gleiche Anfahrt -(Google earth overlay).jpg  012 in der stillen Lagune drinnen am Ankerplatz bei Niedrigwasser.jpg

35 sm, Anker-Pos 16°43.6’S – 179°43.5’E, Respekt vor langer Riffpassage – Seezeichen stimmen gemäss Seekarten – drinnen in der Lagune ist es absolut still und idyllisch – am Abend kommt auch die SY Beyond UK vorsichtig ins innere Becken.

013 am naechsten Morgen beim Verlassen der Lagune.jpg  014 Ausfahrt Riffstrasse.jpg

am nächsten Morgen beim Verlassen des geschützten Ankerplatzes und Ausfahrt aus der Riffstrasse – weiter ostwärts

 

16.5. zur Viani Bay

015 Ankerplatz Viani Bay.jpg20 sm, Anker-Pos 16°45.7’S – 179 °54.0’E – wir sind 3 SY – die andern zwei kehren später nach Savusavu zurück – ein Amerikaner der dort lebt, kommt rudernd zu uns – er bietet alles mögliche an: Bushwalk, Snorkeling… wollten am nächsten Tag mit ihm beim Riff Schnorcheln gehen– mussten aber wegen strömendem Regen verzichten – wir segeln weiter

 

 

17.5. „um die Ecke“ zur Buca Bay

016.jpg  016a.jpg

12 sm, Anker-Pos 16°40,4’S – 179°49,6’E,

Etwas unruhig am Anker bei viel Wind

 

18.5 am Anker Buca Bay

017 Schueler beim Gummi spicken vor der modernen Schule.jpg

mit Dingi an Land – gelangen auf der Küstenstrasse zu einer grosszügig angelegten, modernen und gepflegten Schule, der „7th day adventist-school“

018 so alle 2-3 Stunden kommt ein Bus oder Lastwagen....jpg

es kommt zwar nur alle 2-3 Stunden ein Bus oder Lastwagen…

019 Ismeli.jpg

Besuch bei Ismeli der uns aus dem Geäst eines Brotbaumes einlud zum Haus zu kommen – riesige Freude über unsern Besuch im blauen Haus unweit Ankerplatz – mussten ihm versprechen, andern Yachties zu sagen, dass man bei ihm vorbeischaut! – machen wir gerne. Haben dann noch einen interessanten Abend mit der „Beyond-Crew“, welche sich morgen auf den Rückweg nach Savusavu macht.

 

19.5. von der Buca Bay – Umrundung Manukasi – zum Manukasi Point

20 sm, Anker-Pos 16°28.5’S – 179°53.9’E

Haben diesen NE-Inselkopf innerhalb der Riffe umrundet – dies war in unserem Falle ein heikles Unterfangen wegen Markierungspfosten die nicht der Seekarte entsprachen, sowie wegen „verschobener Karte“ (0.2 sm = 360 m wie ein späterer Vergleich mit Google earth zeigt.

Spezielle Vorsicht (Riffe, Untiefen) bei Anfahrt zum Ankerplatz und bei diesem selbst!

021 Gaeste aus dem Dorf.jpg

Einheimische kommen zum Boot – sie fragen ob sie an Bord kommen dürfen und bringen Kokosnüsse – kein Problem – Einladung ins Dorf am nächsten Tag

 

20.5. am Anker Manukasi Point – im Dorf

022 Empfang im Hause des Dorfchefs.jpg  023 Kava-Zeremonie.jpg  024 Musik und Singgruppe bei der Kavazeremonie.jpg

025 Dorfprinzessin.jpg  026 Lehrerin zeigt uns die Schule.jpg

wieder Besuch beim Boot –– am Nachmittag erwartet uns das halbe Dorf – Einladung beim Dorfchef – dafür werden wir speziell gekleidet – etwa 25 Personen sind im Haus des Dorfchefs zur Kava–Zeremonie versammelt, zu welcher wir erwartet werden – stolz zeigt man uns die Schule – die Freundlichkeit der Menschen ist kaum zu beschreiben und hinterlässt prägende auch nachdenkliche Eindrücke.

 

21.5. Abschied und Umrundung NE-Punkt Vanua Levu – nach Nukusa

027 herzlicher Abschied.jpg

zum Abschied kommen ein paar Dorfbewohner mit einem Boot vorbei

028 Ankerplatz bei Nukusa.jpg

nach 46 sm rassigen Segelns erreichen wir Nukusa auf 16°11.1’S – 179°52.5‘E

Es ist ein heikler Ankerplatz im freien Seeraum – Anker auf 4.5m am Riff wo es abfällt auf 35m – Ankercheck (Schnorcheln) – hatten ganze Zeit viel SE (Landwind) daher kein Problem – könnte bei Seewind durchaus eines werden

Besuch von Fischern aus dem Dorf – neugierig, interessiert, waren noch nie auf SY – kommen gerne an Bord – kein Problem

 

22.5. am Anker vor Nukusa

20 – 28Kn SE-Wind und starke Böen zerren am Boot – bleiben an Bord

 

23.5. weiter am Anker vor Nukusa bei schönem Wetter und viel Wind

029 der Dorfchef von Nukusa heisst uns willkommen.jpg  030 gepflegtes Dorf.jpg  031 Kinder von Nukusa.jpg

Gehen am Vormittag bei Hochwasserstand an Land – ein bereits bekannter Fischer macht eine „Führung“ durchs Dorf – der Dorfchef heisst uns willkommen – da wir sehen dass er raucht, geben wir ihm „krumme Villiger“ als Gastgeschenk, welche dieser gerne annimmt.

Wie überall macht das einfache Dorf einen gepflegten Eindruck. Die Menschen heissen uns willkommen und die Kinder wollen fotografiert werden.

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Werden am Nachmittag von 4 Jungs mit Motorboot abgeholt um mit Ihnen zur ALSO-Insel zu fahren – sie wollen nur das Benzin bezahlt haben (2 Galonen) – wir lohnen es anderweitig.

 

033 SY Also US das Werk von Hurrikan Thomas 2010.jpg  034 Jimms Insel.jpg

Also-Island hat den Namen von einer amerikanischer SY – vor 8 Jahren ist Jim mit seiner japanischen Frau hier her gekommen und sesshaft geworden – die Yacht wurde bei Hurrikan Thomas vor 2 Jahren ans Ufer geworfen – liegt jetzt als Wrack dort – Jim hat die Insel „gemietet“ (75 Jahre-Vertrag) – mehrere Leute leben dort – es gibt einen Shop -– baut offene Boote und hat Idee für Backpacker-Resort – findet, dass weil wir schon so eine Tour hier abseits machen, wir eigentlich zusammen passen würden, falls wir sesshaft werden möchten… – wollen wir aber nicht…

 

24.5. weiter am Anker Nukusa – immer noch viel Wind und heftige Böen

035.jpg  036 Fischer mit Harpune zieht an Leine Plasticbehaelter nach.jpg

fahre dem mit Dingi zu einem Fischer, der mit Schnorchel und Harpune seit über 2 Std im Wasser ist – er hat, wie er erklärt, nur gerade 2 Fische, 3 Seegurken und eine Languste im Fass, das er an langer Leine nachzieht – er will mir die Languste (bestes Stück!) schenken – winke dankend ab – er sagt später dann noch, dass der Fang zubereitet und den Kindern in die Schule gebracht wird – bringe ihn, nachdem ich eine Weile mitgeschnorchelt bin, zum Dorf zurück – er hätte schwimmend noch weitere 30-40 Minuten gebraucht.

Morgen soll Wind etwas nachlassen, was die Riffausfahrt und das Seefahrerleben erleichtert

 

25.5. von Nukusa nach Malau

037 By by Nukusa.jpg  038 53 sm feines Segeln ausserhalb der Riffe.jpg

039 der Nordkueste entlang von Nukusa nach Malau.jpg

Nukusa by by – die Riffausfahrt ist problemlos – Segel setzen – Fahrt mit raumem SE-Wind und 18 Knoten Windstärke weiter westwärts – später hart am Wind durch die breite Riffpassage nach Malau.

Nach 53 sm „Bilderbuchsegeln“, so die Bordfrau, Anfahrt Ankerplatz bei „Busstation“ zwischen Zucker- und Holzmühle – Pos. 16°21,7’S – 179°21.6‘E

040 in Malau.jpg

Begegnung am Ufer von Malau

041 Busfahrt.jpg  042 wir waren diese Saison bisher gluecklose Fischer und kaufen einen red Snapper.jpg

Fahren mit Bus zum zweiten Mal nach Labasa zum Einkaufen, diesmal von der Nordseite her – Labasa wäre von hier auch mit dem Dingi flussaufwärts erreichbar – mit 6 sm jedoch etwas weit weg. Zu Beginn der Fahrt füllt der Chauffeur am alten Gefährt neues Kühlwasser nach – auf der Rückfahrt muss er anhalten und den Auspuff mit Draht wieder befestigen – dauerte knappe 10 Minuten

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An Pfingsten erfolgte eine Einladung in die (Methodisten-) Kirche – schöne vielstimmige Gesänge –- speziell namentliche Begrüssung für uns zwei Ausländer – eine „Prediger-Predigt“ z.T. mit direkter Zuwendung an uns: „as you know Peter and Leena, there is only one Good for all of us…“ und dann…. eine Aufforderung an mich, dass ich den Anwesenden sicher etwas sagen möchte… Überraschung… also stehe vom Schneidersitz auf und halte eine kurze improvisierte Rede… Dankesgemurmel… nach der Predigt sind wir zum Sonntagsmahl beim Assistent-Prediger eingeladen… ein feines, vielseitiges Essen, das im Schneidersitz (schon wieder – au unsere Knochen) und mit den Händen gegessen wird.

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Für die nächste Nacht hüpfen wir 3 sm weiter zu unserem letzten Ankerplatz auf der grossen Nordinsel Vanua Levu – es gäbe noch unzählige – wir wollen weiter zur Yasawa-Inselgruppe. Damit verlassen wir eine wenig vom Tourismus berührte Gegend mit vielen feinen Erinnerungen im Gepäck.

 

Die Yasawa-Islands

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Bei absolut ruhiger See und bedecktem Himmel fahren wir unter Motor durch die grosse Riffpassage der offenen See entgegen

048 wegen unsichtbarem Riffband muss die Insel in weitem Bogen umfahren werden.jpg

bald umfahren wir in weitem Bogen die Insel Nananukukura, welche von einem Riff umgeben ist, das jetzt bei ruhigem Wasser nicht auszumachen ist.

049 gleiche Position wie Foto vorher.jpg

auf der Karte – gleiche Schiffsposition wie vorheriges Foto – wird das Riff (gruen)in 3 sm Abstand zum Boot sichtbar.

050 nach einer Tag- Nachtfahrt von 122 sm erreichen wir die Yasawas.jpgnach einer Tag- Nachtfahrt von 122 sm erreichen wir die Yasawas. Die westlich der zwei Hauptinseln gelegene Inselgruppe gehört zum Muss für Fiji-Segler. Bei Tagesdämmerung kommen wir in Sichtweite der Inseln – über Funk erfahren wir, dass die „Forty two“, die eine Woche vor uns in Savusavu gestartet ist, in der Nähe vor Anker liegt. – inzwischen sind fast 5 Wochen verstrichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

051 erster Ankerplatz auf den Yasawa Isl.jpg  052 feiern Wiedersehen mit forty two bei feinem Sushi von Mercedes.jpg

Am Ankerplatz gibt es ein freudiges Wiedersehen bei einem von Mercedes fein zubereiteten Sushi – übrigens das Beste das ich je genoss – zugegeben ich hatte erst 3 Mal Gelegenheit dazu, aber besser ist kaum denkbar. Natürlich gab es viel zu erzählen über Route, Begegnungen und Erlebnisse, u.a. dass sie oft Fische gefangen haben – wir dagegen blieben diesbezüglich glücklos.

053 Landgang.jpg  054 Umgebung erinnert an Mittelmeergegenden.jpg  056 ...weil sie hier niemand pflueckt fallen sie ins Wasser.jpg

Landgang – der Landstrich erinnert etwas an Mittelmeergebiete – ausser dass wir Strand und das ganze Insegebiet praktisch für uns alleine haben – was wir sonst nicht tun: ausnahmsweise nehmen wir 2 Kokosnüsse mit aufs Schiff und dies auch nur deshalb, weil viele davon auf den Strand und ins Meer fallen, ohne dass sie jemand pflückt. Dies die Entschuldigung – leider gibt es einige Yachties die der Spezies „klaue überall alles was du kannst“ angehören, um so billig ihren Speiseplan zu ergänzen. Dass sie der Reputation der Segler enorm schaden, kümmert sie kaum.

057geschenkte Tintenfische.jpg  058 ...ja die Zubereitung ist ... aufwendig....jpg  059 und es fliesst viel Tinte.jpg

14 geschenkte frisch gefangene Tintenfische… müssen zubereitet werden, was mich für 1 ½ Std bei höchster Konzentration in Anspruch nimmt… und wobei viel Tinte fliesst… die Bordfrau machte daraus ein richtiges Festmahl… noch nie war Tintenfisch soooooo fein…

060 Bergwanderung mit Carsten im teilw mannhohen Gras.jpg  061 Die Forty- two und Nicone als einsame Ankerlieger.jpg

Eine Bergwanderung mit Carsten, derweil die Frauen auf den Booten blieben, bleibt in starker Erinnerung – einerseits weil der ganze, recht steile Aufstieg im mannshohen Gras, das alle Inseln bedeckt, erfolgte und zum andern die Aussicht von der Krete der lang gezogenen Insel auf die derzeit ruhige See.

Am Mittag sind wir zurück – ein Motorboot bringt ein junges Paar an den einsamen Strand – die beiden Begleiter stellen ein weisses Sonnenschirmchen auf und lassen die beiden mit einer Kühlbox zurück – am Abend bevor sie die beiden abholen kommen die beiden Resort-Angestellten bei uns vorbei und erklären uns strahlend, dass es sich um ein Honeymoon-Pärchen aus Neuseeland handelt, das sie vom 8 sm entfernten Resort hierher brachten – nebenbei fragen sie scheu nach Alkohol – vor der Abgabe an Locals wird von behördlicher Seite her streng gewarnt – wir halten uns daran und geben ihnen statt dessen Fruchtsaft, was auch sehr geschätzt wird.

 

Wir wollen weiter und dies sowieso in Erwartung von Wind aus Richtung offener See. Da bietet sich die geschützte Bucht beim Dorf Nabukeru an. Als wir beide Boote ablegen und unter Segel gehen, hat die „Forty two“ sofort die Angel ausgelegt, die sich prompt an unserem Kiel verfängt – um den teuren Köder nicht durch Abreissen zu verlieren, fahren wir unter Segel ein Bord an Bord-Manöver, Carsten übergibt uns die Angelrute – später am Anker war es eine einfache Sache tauchend die Angel mit dem künstlichen Köderfisch zu lösen.

062 der naechste Ankerplatz war etwas tief und unruhig.jpg   063 hier aus Google earth Perspektive die Bucht beim Dorf Nabukeru.jpg

Bei der Anfahrt der Bucht gab es Böenspitzen bis 35 Knoten und der Ankerplatz mit tiefem Ankergrund erwies sich nicht so geschützt wie erwartet.

064 treffen hier auf Seekayak-Touristen.jpg  065.jpg  066.jpg

067 Korallen welche bei Niedrigwasser trocken fallen.jpg  068.jpg  069.jpg

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073 Touristen kommen zur Grotte.jpg  074 in der Grotte.jpg

Die Umgebung mit bizarren Felsen, vorgelagerten Riffs, die jetzt bei Vollmond bzw. Springniedrigtide sogar trocken fallen, ist von beeindruckender Schönheit, was auch Seekayak-Touristen und andere anzieht – eine Grotte in welcher man zuerst hinabsteigen und dann schwimmen und tauchen muss, ergänzen die märchenhafte Landschaft.

075 am Strand des Dorfes.jpg  076 Besuch des Dorfes Nabukeru.jpg 077.jpg

080.jpg  078 Dorfladen.jpg 

Im nahen Dorf Nabukeru treffen wir wie überall auf freundliche Menschen – am Abend ruft der Dorfpriester mit dumpfen Trommelschlägen zum Kirchgang – jemand führt uns zu einem defekten Aluminiumboot und fragt ob wir evtl. ein Aluminiumblech hätten für die Reparatur – ja hatte ich – ein echtes Problem, wenn man wie diese Leute abgelegen auf einer Insel wohnt – es freute sie und mich, dass ich mit Werkzeug und Know-how bei der Reparatur helfen konnte – Adressentausch – ich verspreche ihnen noch Fotos zu senden.

080b es fehlt ihnen an Material (Aluminium) und geeignetem Werkzeug.jpg  081 Hilfe mit Material und Werkzeug bei der Reparatur des Bootes.jpg 081a Malakati-Bay - schiefes Haus am Strand.jpg

Zusammen mit der „Forty two“ steuern wir die Malakati-Bay an – „die mit dem schiefen gelben Haus am Strand“ – wie üblich werden wir beim Landgang zum Dorfchef geführt, der ungewohnt trocken, fast mürrisch wirkte, unser Kavageschenk entgegen nahm, uns noch fragte ob wir ein Cruising-Permit hätten und uns verabschiedete… am Strand begegnete uns wieder das „Gesicht der Kokosnuss“ (Samoanisches Märchen), welches uns aus dem Sand anschaute. Mit einem alten Dorfbewohner vereinbarten wir den Kauf von 5 Papayas für 10 FI$ (ca. 5.- CHF), abzuholen am nächsten Morgen um 07:00…! – als ich mich dann in aller Hergottsfrühe (es ist erst seit knapp ¾ Std hell) mit dem Dingi dem Strand nähere, wartet er bereits dort und mehrere Kinder rennen lachend und fürsorglich ins Wasser, um das Dingi bei der Landung im Wellengang zu halten. Er brachte statt 5 gleich 10 Papayas und gab den Bastkorb als Geschenk gleich mit – wunderbar!

086 Touristen werden von und zum Cruising Boot umgeladen.jpg  087 beim Resort.jpg  089 die Kinder der Plantagen-Familie.jpg

Nur 7 sm weiter südlich gelangen wir zur berühmten Blue Lagoon –die Anfahrt zwischen den Riffen ist nicht ganz einfach – eine australische SY ist ebenfalls da – die Bay ist ein Touristen-Mekka – in der Umgebung gibt es ein paar schön gelegene Resorts, die sich kaum sichtbar hinter Bäumen am Ufer befinden und aus einem Restaurantbetrieb und verstreuten einfachen Bungalows bestehen.- ein Linien-Catamaran bringt und holt Touristen – selbst dieser mit sehr wenig Tiefgang kann wegen den Untiefen nicht zum Strand fahren, weshalb bei Ankunft viele Wassertaxis zum draussen wartenden Catamaran ausschwärmen und Gäste abholen oder bringen. Bald kommen 5 weitere SY in die Bucht, auch ein Wasserflugzeug dröhnt ab und zu über uns hinweg. Bevor wir nach 3 Tagen weitersegeln, decken wir uns bei einer entfernt liegenden Plantage mit Gemüse und Bananen ein – es handelt sich um einen Familienbetrieb, welcher die Resorts mit Gemüse versieht – der Waren-Transport erfolgt mit einem kleinen Segelboot.

092 es wird Regen geben...jpg  094 Wasser sammeln.jpg  

Während die „Forty-two“ noch in der Umgebung bleibt, zieht es uns weiter zur Somosomo-Bay – es kündigt sich Schlechtwetter an – es regnet Bindfäden – Sicht am Anker noch knappe 50 m – danach dreht der stark aufkommende Wind, so dass wir uns an einen geschützteren Ankerplatz verlegen müssen.

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Dank guter Sicht ist die die Weiterfahrt zur „Mantaray-Passage“ zwischen Riffen kein besonderes Problem – die Passage kann mit Segelbooten wegen Untiefe selber nicht passiert werden, ist aber ein unerhört prächtiger Schnorkelspot

097 NZ-Familie von SY six Isles zugleich im Mantaray-Pass.jpg  098.jpg  099.jpg

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mit einer Neuseeländer-Familie geht es auf die Suche nach den häufig sich hier aufhaltenden Rochen – von den Einheimischen ist zu hören, dass sie selber darauf warten, dass die Mantas wieder kommen – von Seglerkollegen erfuhren wir, dass es viele gebe – nicht so jetzt – dafür entschädigt die prächtige Unterwasserwelt. Weil ich erwartete, dass ich länger im Wasser bleiben würde, suchte ich nach meinem lange nicht benützten Neoprenanzug – Überraschung: eine schlagsicher im Neopren verstaute Flasche feiner Ruhm, die wir 1 ½ Jahre zuvor in Panama kauften, kam zum Vorschein – unbewusst schmuggelten wir diese in den inzwischen besuchten Ländern am Zoll vorbei.

 

Von der Yasawa-Inselgruppe nach Viti Levu der Hauptinsel

104 unterwegs nach Lautoka.jpg  105 Industriehafen Lautoka.jpg  106 segelnde Missionare.jpg

Am 18. Juni, nach einem schönen Weekend am Südende der Yasawa-Inseln, motoren wir mehr als wir segeln, nach Lautoka, zum Festland von Viti Levu, der Hauptinsel von Fiji.

Wir kommen hierher zum Einchecken, wie im Cruising-Permit vorgeschrieben, das wir in Savusavu erhalten hatten. Inzwischen wurden die Regeln „vereinfacht“, wie man uns freundlich mitteilt. Ob wir deshalb so lange warten müssen, bis die Papiere erledigt sind, entzieht sich unserer Kenntnis.

107 Tempel praktisch einzige Sehenswuerdigkeit in Lautoka.jpg  108 Lautoka ist ebenfalls Zuckerrohr-Stadt - hunderte Transportwagen warten auf die baldige Ernte.jpg  109 Holzchip-Verlad nach Japan zur Papierverarbeitung.jpg

 

Lautoka ist eine Industriestadt. Ausser einem Tempel gibt es kaum Sehenswürdiges. Zuckerrohrverarbeitung, Holzchip-Verlad für Japan und Fischerei sind vorherrschend. Im Hafen schwimmt einiger Unrat, das Wasser ist schmutzig grün und ziemlich übelriechend.

Nach Besorgungen legen wir bereits einen Tag später wieder ab zur modernen Denerau-Marina. Dort bleiben wir 2 Nächte um zu erfahren ob diese sich eignet, um die Nicone dort 2 Monate zu stationieren, wenn wir schon bald in die Schweiz zur Hochzeit unserer Tochter fliegen würden. Die Marina bietet zwar jeden nur denkbaren Luxus, ist jedoch beinträchtigt von Baulärm, Wellenschlag, Motorenlärm, viel Touristenverkehr und relativ teuer – da wollen wir uns später noch vor Ort die bedeutend ruhigere und als sehr sicher geltende Vudapoint-Marina ansehen.

111 Anfahrt Momi-Bay.jpg  112 kurz vor Sonnenuntergang kommt eine weitere SY in die Bucht.jpg  113.jpg

Unser nächstes Ziel ist die grosse Momi-Bay. Gemäss Wetterprognosen sollte das Wetter eigentlich miserabel sein, mit Frostdurchgang!, Regenfällen und starken Windböen – statt dessen segeln wir bei herrlichem Segelwetter zur sicheren Segelbucht und erleben einen eindrücklichen Abend am Anker. Vorerst sind wir alleine da – kurz vor Sonnenuntergang kommt noch eine deutsche Yacht in die Bucht.

 

Am folgenden Tag ist weiter Starkwind aus SE und draussen Wellen von 3.2 m aus S angesagt – wir wollen zur 12 sm südlich gelegenen Robison-Insel, so der Resort-Name, segeln – es könnte also etwas rauh werden beim Am- Wind-Kurs – wir wollen es bewusst versuchen, ansonsten umkehren.

114 Grosse Riffpassage vom Bildschirm fotografiert.jpg  115 durch die grosse Riffpassage seewaerts.jpg

Als wir aus der Bucht durch die grosse Riffpassage segeln – es herrscht Prachtswetter -nimmt der Wind stark zu – ausserhalb kommt er voll auf die Nase und das Boot kämpft gegen schwere See – wir verzeichnen 34 – 38 Knoten Windgeschwindigkeit – also lassen wir nach 2 sm Vernunft walten – wir müssen ja nicht… und kehren um, wir werden es später bei besseren Bedingungen erneut versuchen.

116 der Bord an Bord-Wettkampf ist innerhalb des Riffs zu Ende - die SY nimmt einen andern Kurs.jpg

Die Rückfahrt mit Wind und Wellen war dann eine rassige Fahrt und ein herrliches Erlebnis, auch deshalb weil eine SY, die uns mit dem Wind entgegen kam, uns vorerst überholen wollte als wir wendeten und die wir dann „in Schach hielten“ bis sie innerhalb des Riffs einen andern Kurs segelte – wieder mal war mein Race-Fieber ausgebrochen (;-) – nicht besonders zur Freude der Bordfrau, aber zur grossen Befriedigung von mir selbst.

117 markierte Anfahrt zur Musquet-Cove-Bay.jpg  118.jpg

Nach einer weiteren Nacht in der Momi-Bay – es herrscht immer noch „very rough sea“ ausserhalb des Riffbandes – segelten wir zur nordwestlich gelegenen „Musquet-Cove“, einem sehr bekannten wunderschön gelegenen und geschützten Ankerplatz. Hier treffen wir auf die Schweizer-Boote „Balena“, „Dream-Time“ und „Dream-Catcher“ – zwei Crews von ihnen kennen wir von Whangarei Neuseeland, wo wir in der selben Marina lagen.

119 Vudapoint-Marina.jpg

Bevor wir wieder südwärts segeln, um im 2. Versuch zur Robinson-Crusoe-Insel (richtiger Name Likuri-Island) zu gelangen, segeln wir zur Vudapoint-Marina, wo wir einen Augenschein nehmen und fragen wollen, ob eine Reservation für unsere etwas spätere Schweiz-Abwesenheit möglich ist – es handelt sich um einen sehr sympathische Marina.

120 beim festen Steg und bei 2 m Tidenhub kann es etwas schwierig werden an oder von Bord zu gelangen.jpg

Etwas behinderlich sind bloss die kurzen festen Stege, weil es bei 2 m Tidenhub teilweise schwierig ist an oder von Bord zu gehen – wir bleiben ein paar Tage und werden eine Woche später vor unserer Reise in die Schweiz die Nicone definitiv hier stationieren.

121 Kiel-Grube.jpg  122 Hurrikan-Sicherheit - das Boot wird in eine Grube versenkt.jpg

Die Marina-Anlage verfügt auch über eine halbmondförmig angelegte Werft – die Spezialität: – sie wird auch „Grave-Yard“ (Grab-Werft) genannt – ist die Hurrikan-Sicherheit – die Boote werden mit dem Kiel in eine Grube versenkt.

123 erneuter Prachtsabend in der Momi-Bay.jpg

Auf dem Weg südwärts zur Likuri-Insel machen wir einen Zwischenhalt in der bereits bekannten Momi-Bay und geniessen wiederum einen unbeschreiblich prächtigen Abend am Anker.

Dieses Mal haben wir weit weniger Gegenwind als beim ersten Versuch dorthin zu gelangen.

124 entlang der Riffbrandung.jpg

Entlang dem ca 10 sm langen Aussenriff mit entsprechender Brandung gelangen wir zur Einfahrt durch die heikle Riffpassage.

125 Likuri-Island mit Robinson-Resort.jpg

Wir lassen uns über Funk zum Ankerplatz vor Likuri-Island leiten, bekannt für sein Robinson-Resort, das einfach und schön angelegt ist und an gewissen Tagen eine äusserst sehenswerte Fiji-Tanz-Show zeigt, die weit herum berühmt ist – dies der Grund weshalb wir hierher segelten.

126 Empfang Gaeste auf Likuri Isl..jpg  127 Empfang auf Likuri.jpg

Gäste des Resorts werden mit Motorbooten hierher gebracht und beim Anlanden mit Gesang empfangen

128a.jpg  128.jpg  129.jpg

130.jpg  131.jpg

Ein Landgang hat immer Entdeckungs-Charakter

Eine Fischerfamilie kehrt nach einem langen Tag vom Fischfang zurück – heute war ihre Beute sehr bescheiden

133.jpg  134.jpg  135 Tanz-Show.jpg

hier ein Feuertanz – eine unvergessliche Fiji-Tanz-Show mit Rhythmus und artistischem Bewgungs-Ausdruck waren ein weiterer Höhepunkt unserer Fiji-Reise .

 

Die Fahrt zurück zur Vudapoint-Marina verlief via diversen Ankerplätzen bei Schönwetter und wenig Wind unspektakulär.

136 Bharos Freund und Aufseher von unserem Boot.jpg

die Nicone wartet nun dort, betreut von Bharos dem Inder mit viel Erfahrung und sogar Auszeichnung in der Bootsaufsicht, auf Position 17°40.83‘ S – 177°23.19‘ E auf unsere Rückkehr aus der Schweiz.

 

Von Neuseeland nach Fiji

März – Mai 2012

Viele Tiden liegen zwischen dem letzten und dem vorliegenden Bericht – vieles ist bei euch und bei uns inzwischen über die Bühne gegangen. Um euch etwas „bei der Stange zu halten“, haben wir ab und zu mit kurzen aktuellen Meldungen auf uns aufmerksam gemacht

Nachdem wir Fiji erreicht haben – gibt es auch mehr Zeit für anderes als … na, lest selber… falls ihr Lust habt.

Besten Dank allen die uns geschrieben haben – freut uns immer!

Bis zum Einwassern der NIcone…

… dauerte es nur noch 2 Tage. Memo: die Malerarbeiten konnten wegen des andauernden schlechten Wetters längere Zeit nicht abgeschlossen werden. Regenwetter und teilweise stürmische Winde begleiteten uns praktisch täglich.

01 nach 5 Wochen Trockenplatz bereit zum Einwassern.jpgAm 23. März – der Tag verspricht schön zu werden – kann die Nicone nach 5 Wochen Trockenstandplatz wieder in ihr salziges Element zurück – etwas nervös sind wir schon – letzte Vorbereitungen – an alles gedacht? – schon manches Boot musste gleich wieder ausgehoben werden, weil etwas am Unterwasser oder im Bootsrumpf innen vergessen wurde – aber alles ok – kein eindringendes Wasser – dann Momente der Wahrheit betreffend neuem Motor – anlassen – „guter Sound“ (;-) – einige Checks und Tests durch Grant den Chefmechaniker – kurze Testfahrt – wow – alles bestens – Mehrschub spürbar.

Es war ein gutes Gefühl wieder auf dem Wasser zu sein – ein paar Freunde die noch länger auf dem Trockenplatz ausharren müssen, möchten baldmöglichst ebenso weit sein. Am Steg lassen wir den Motor mit eingeschaltetem Getriebe für ein paar Stunden weiter laufen – dies tun wir in den nächsten Tagen noch des Öfteren um ihn kontrolliert einzufahren – für einen weiteren Motor-Echt- Test verliessen wir eines Tages 2 Stunden vor Hochwasser den Stegplatz, um nach dem ca. 12 sm entfernten Marsden Cove zu fahren, um sodann mit der gleichen Tide (dann auslaufend, also dagegen) wieder zurück zu kommen – knappe 10 Min nach Ablegen sind wir bereits sanft auf eine Sandbank aufgefahren – wir waren in der markierten Seestrasse zwar korrekt unterwegs , hatten aber bei steigender Tide noch ungenügend Wasser unter dem Kiel – einfach etwas Geduld bis uns das Wasser wieder sanft abhob und bereits nach 5 Minuten konnten wir unsere Fahrt fortsetzen, auf welcher wir den Motor nach Anweisung in verschiedenen Tourenbereichen und sonstiges prüften, was alles erfreulich problemlos verlief.

 

Ansonsten gingen die Arbeiten – nun am Steg – unvermindert weiter:

02 Ronny fabrizierte uns ein ausgezeichnetes Verdeck.jpgNeues Verdeck und Bimini in Zusammenarbeit mit Ronny, der einen ausgezeichneten Einmannbetrieb führt und mit Ideen und Begeisterung ans Werk geht – in Zukunft haben wir im Cockpit eine abschliessbare „Kuchenbude“, die uns auch bei Schlechtwetter (von achtern) schützt.

Mit Georg von SY Sternchen – wir helfen einander mit verschiedenen Dingen – machen wir technische Einkaufstouren – kaufen auserlesene Kleinigkeiten als Reservematerial – weil unsere vorhandenen Gasflaschen hier nicht gefüllt werden können, lassen wir in mehreren Anläufen ein Gasschlauch-Verbindungsstück herstellen und können nun selber und unabhängig neuseeländische Gasflaschen, später auch australische, in unsere umfüllen, was wir auch sogleich tun.

Ansonsten bewegt sich die To-do-Liste ständig bei 19 – 24 Punkten und will und will nicht kleiner werden, weil 5 erledigte Punkte meist gleich drei andere nach sich rufen … zwar und zum Glück handelt es sich bei den Bedürfnissen immer mehr um Luxuspunkte.

Kein Luxus ist der Wechsel der Bordbatterien, die Lieferung und wiederholte Anpassung des neuen Gross-Segels, des Lazybags (Segelstau-Vorrichtung auf Grossbaum), des Kutterstages mit einem vom Segelmacher angepassten Stagsegel, wofür wir ein „überzähliges Segel aus der Nicone-Garderobe“ benützten. Auch musste die wichtige Leine der Rollgenua ersetzt werden, weil man unterwegs, sollte diese unter schlechten Wetterbedingungen reissen, sonst „noch älter aussieht als ohnehin“ – beim Öffnen der Trommel auf welcher die Leine befestigt ist, fällt mir die eine 03 die andere Haelfte der Rollgenuatrommel fiel ins Wasser.jpgHälfte derselben über Bord – steige sofort ins nur 2m tiefe aber sehr dreckige Wasser – der Boden ist zudem voller Schlick … und finde das Teil nicht mehr – gut möglich, dass es auch noch weggetrieben wurde, weil der Motor zu diesem Zeitpunkt lief und einige Strömung produzierte… werde von allen Seiten bedauert… vor allem wegen des Schmutzbades –  na ja … ein Neuteil ist nicht aufzutreiben, also beginne ich bereits eine Skizze für eine Spezialanfertigung zu kreieren – tel. noch Paul und Marie-Therese, die uns von Opua aus besuchen wollen – er fragt noch beim dortigen Rigger nach – dann Surprise: er werde mir das Teil morgen bringen – uns fällt ein Stein vom Herzen – hätte sonst gedauert und sehr teuer werden können.

04 am Geburtstagsfest.jpg  05 viele feine von Skipperfrauen gebackene Kuchen.jpg  06 Skipperfrauen im Gespraech.jpg
07 Skipperfrauen US und CH unter sich.jpg  08 zwei Geniesser.jpg

Die verschiedenen Arbeiten, zuletzt schleifen und lackieren, werden angenehm unterbrochen von Einladungen zu Drinks, zum Geburtstag von Peter von der Green Corall, von Besuchen bei uns von Neuseeländern die wir vom Segeln kennen, vom deutsch sprechenden Clan SY Amigo (A), SY Mabuhay (CH), SY Sail away (D) – wir waren schon mal zu zehnt im Salon – draussen Regen.

09 Otwin erfahrener Segler gab uns Tipps fuer Handhabung des Jordan Series Drouges.jpgEines Abends lernen wir den Trans-Ocean-Stützpunktleiter von Whangarei kennen – ich kannte Otwin von früherem E-Mail-Verkehr – er schrieb einen interessanten Artikel über Erfahrungen mit einem Jordan Series Drogue (lange Leine mit vielen kleinen Fallschirmen, welche bei Schwerwetter zu Wasser gelassen wird und das Boot bremst) – wir freuten uns über seinen Besuch und dass er unseren selbstgefertigten JSD mal „ansehen“ wollte – noch mehr freuten wir uns über seinen Kommentar – schliesslich aus dem Munde eines sehr erfahrenen weitgereisten Seglers dem ich grossen Respekt zolle – er hatte nur lobende Worte und gab uns noch ein paar Tipps für die Handhabung.

Karfreitag: helfe Frank und Rita unsern Bootsnachbarn (SY Laika CH) beim Kabel einziehen im Besanmast – vorher wäre Rita beinahe von einer Umlenkrolle deren Befestigungsleine riss, getroffen worden – Glück gehabt.

Am Abend sind wir bei Helga und René auf der SY Amigo A zu einer feinen „Jause“ eingeladen und um das selbstgebraute Bier zu testen – überraschend gut – erhalten sogar ein Osternest.

10 Marie-Theres und Paul von der SY Mabuhay.jpg  11 in Auckland.jpg  12 im Hafen Auckland.jpg

Ostersamstag: mit Marie-Theres & Paul reissen wir uns los und fahren mit dem Mietwagen nach Auckland – kaufen Guides für Indonesien und Indien-Ocean , wir wollen ja beide Boote am Indonesien-Rally teilnehmen und haben ja auch den „ gleichen Heimweg“ nach Europa – besuchen auch das äusserst sehenswerte Marine-Museum

13 Endavour-Modell zeitlos schoener und stolzer Rahsegler.jpg  14 America Cup Geschichte.jpg  15 im Maschinenraum eines alten Kranbootes.jpg

16 Sir Peter Blacke Seglerlegende.jpg  17.jpg  18.jpg

19.jpg  20.jpg

Weil der Tag lang und die Rückfahrt für MT und Paul bis Opua noch recht ermüdend sein würde, übernachten sie bei uns – bevor wir in die Kojen gehen, grillieren und essen wir genüsslich Schweizer Cervelats (;-), die es hier zu kaufen gab!

Ostern: Kleinarbeiten dies und das – Helga und René kommen zum Frühschoppen – später mit dem rostigen Supertoni (zusammenlegbares Klein-Fahrrad) noch schnell bei SY Green Coral und SY Sternchen vorbeisehen – am Abend ist wie jeden Sonntag Grill-Party-Treff – eine Amerikanerin spielt Gitarre und singt dazu.

Ostermontag: mit Ruedi reinigen und fetten wir 4 von den 11 Winschen und sind am Nachmittag erst noch bei ihm zu Kuchen und Kaffee eingeladen – er wohnt zur Zeit im Marine-Motel – sein Boot ist erneut auf dem Trockenplatz und musste wegen Arbeiten an der Kiel-Boot-Verbindung im Bootsinnern ausgehäutet werden – seine Frau Ursula ist für einen Monat in die Schweiz geflogen um Familiäres zu regeln. Trotz momentanen Problemen mit dem Boot – unerwarteter Zeit- (weitere 6-8 Wochen) und Kostenaufwand , ist Ruedi zuversichtlich.

Auch ein befreundetes Schwedenboot – wollen wie wir am Indonesien-Rally teilnehmen – haben unerwartete Probleme mit dem Dieselgenerator, brauchen schliesslich einen neuen, dies wiederum nimmt 3-4 Wochen in Anspruch – kostbare Zeit wenn man bis zum Start in Darwin im Juli zuerst ca. 4500 Seemeilen zurück legen soll.

Wir sind bei Monika und Jan zu einem auserlesenen Essen eingeladen – treffen uns wahrscheinlich erst am Rally selbst wieder, da sie eine andere Route als wir nehmen wollen – sie sprechen davon, bis 2016 mit dem Boot zurück in Schweden zu sein – vorerst herzlicher Abschied…

21.jpg … ihm fehlt wohl jedes Verständnis für das geschäftige Tun der Segler da unten am Steg – die Nachosterwoche ist ziemlich hektisch geprägt – es fehlen noch wesentliche Teile wie Windgenerator, und anderes – die Handwerker und Lieferanten „haben teilweise wohl immer noch Ostern“ (;-)

 

 

22 bei Niedrigwasser gefangen.jpg  23 Polieren - das Ablegen kann nicht mehr weit sein.jpg  24 noch Check auf dem Hauptmast.jpg

wir möchten wenn möglich am Wochenende nach Opua im Norden segeln, wo wir dann bei günstigem Wetterfenster Neuseeland Richtung Fiji verlassen werden.

Der kommende Sonntag lässt bezüglich Ablegen Zweifel aufkommen – wie oft in letzter Zeit spüre ich den Rücken… und breche noch einen Zahn ab… und habe zusätzlich plötzlich Probleme mit einem Stiftzahn – nun mindestens alles auf ein Mal und besser jetzt als unterwegs – Besuch beim Notzahnarzt am Montag und der Rücken wird allenfalls mit der „Bord-Pflegefachfrau“ schon wieder werden…

 

17. April 2012 Whangarei: Leinen los und Start in den Norden von Neuseeland

25 Erinnerungen werden wach - er begleitete uns ein Stueck auf dem Weg zur Kueste.jpg
Erinnerungen werden wach – er begleitete uns ein Stück auf dem Weg zur Küste

Vor dem endlichen Ablegen schuften wir wie üblich, um noch 6 Dinge, welche natürlich 3 Folgepunkte nach sich ziehen, zu erledigen.

Noch eine Douche – Verabschiedung von allen Freunden – nicht ohne Herzweh – sehen uns irgendwann, irgendwo…

15:30 Leinen los, by by – mit der auslaufenden Tide fahren wir den langen Seeweg zur Küste, die wir beim Eindunkeln erreichen und in einer Bucht hinter dem Küstengebirge vor Anker gehen. 2 Boote folgten uns – darunter „unsere“ Finnen mit SY Kastehelmi – sie zweigten etwas früher ab zu einer Marina, wo sie noch tanken und morgen sogleich dort ausklarieren wollen.

Auf der Fahrt nordwärts wollen wir die überholte Nicone soweit als möglich testen, um in Opua allenfalls noch Gelegenheit für „Eingriffe“ zu haben vor der Überfahrt nach Fiji.

26 wieder Offshore beim Bream Head.jpg  27 an der Ostkueste nordwaerts.jpg  28 Anfahrt einer kleinen, feinen Ankerbucht - leider mit viel Schwell in der Nacht.jpg

Wir haben gut geschlafen am ersten Ankerplatz in dieser Saison – wir segeln mit angenehmen Winden aus SE (raum) nordwärts – in der Whangaruru-Bay, die wir von der Herfahrt vom letzten Jahr kennen, ankern wir in einer sehr schönen kleinen Nebenbucht – leider mit viel Schwell in der Nacht, weshalb wir den Schlafplatz in den ruhigeren Salon zügelten.

29 dem Cap Brett der nordoestlichen Landspitze von Neuseeland entgegen.jpg  30 kabbelige See beim Cap Brett.jpg

Weiter zum Cape Brett – dann Überquerung der Bay of Island mit Böen und heftig drehenden Winden nach Kerikeri, wo wir einen Stegplatz beim Yachtclub erhalten – gut so – hierher kommt Craig, um das neue Gross-Segel nochmals abzuholen – er muss es am Schothorn ändern –es ist etwas zu tief geschnitten und berührt leicht das Sonnenverdeck. Ebenfalls Margrit und Roy, unsere Neuseeländerfreunde mit denen wir im letzten Jahr eine Zeitlang unterwegs waren, kommen vorbei – wir gehen zusammen Fish and Chips essen im Club – reden über spannende gemeinsame Zeiten und Erlebnisse, hoffen uns wieder zu sehen und verabschieden uns.

Am folgenden Morgen bereits bringt Craig das geänderte Segel (super – Gratis-Service) und wir fahren durch den „Kentpass“ nach Opua, wo wir Altbekannte treffen.

Hier versammelt sich der grösste Teil der Seglergemeinschaft aus allen Ländern, um jetzt mit dem Ende der Hurrikan-Saison wieder nordwärts in wärmere Gefielde zu segeln.

Für die Fahrt nach Fiji gilt es die Langfrist-Wetter-Entwicklung zu studieren, Planung Reiseroute bis Darwin vornehmen, Formalitäten für Indonesien-Rally erledigen – u.a. beinhaltend viel „elektronisches Papier“, Kosten, Visa Australien, etc – letzte fehlende Gegenstände im Marineshop besorgen, zusammen mit Freunden einkaufen gehen, dann ist die Nicone und wir bereit … fehlt nur noch dass sich ein passendes Wetterfenster zeigt.

 

Das Wetterfenster für die Strecke von New Zealand nach Fiji

es zeichnete sich für das Weekend ein solches ab – nicht umwerfend – aber auch nicht total daneben. Unter den Seglern und am Funk scheint es das einzige Thema zu sein – einige wollen starten, die meisten noch warten – viele segeln im Verbund eines Rallys, das am 1.Mai starten will.

Wir beschliessen in 2 Tagen am kommenden Samstag abzulegen … das Wetter findet statt (;-)

Die 10-Tage Prognose verheisst schöner Startwind, dann Schwachwind für 1 – 2 Tage – gefolgt von nördlichen Winden die über West nach SE drehen – einige Zeit kräftig und stabil bleiben – in den letzten 3 Tagen dann auf E , und weiter NE drehen sollen – generell mit guten Windstärken und etwas hohen Wellen

Wir stellen uns darauf ein – heisst: vorerst NE- NNE-Kurs bis fast zum Kreuzen des 180igsten Längengrades – Minerva-Riffs dann in Linie – je nach Situation evtl. Stopp dort – mit dem Wind der sich voraussichtlich gegen Uhrzeigersinn drehen wird, langsam von N- auf NW-Kurs abdrehen – dann hätten wir einen Anliegerkurs nach Savusavu das wir anpeilen wollen und welches auf der nördlichen der 2 grossen Fiji-Inseln liegt.

Unsere erste grössere Seereise in dieser Saison

will ich besonders für Segler und Interessierte etwas ausführlicher beschreiben, damit sich Leserinnen und Leser in etwa ein Bild einer Reise über 10 Tage unter Segeln ausmalen können.

28. April Start nach Fiji

31 Segler warten um in Opua auszuklarieren.jpg  32 Neuseeland by by.jpg
Ausklarieren, Aussenborder in Backskiste verstauen, Dingi auf Deck verzurren, New Zealand by, by…

… wir sind unterwegs – herrliches Gefühl – mit Gesamtblick auf die nächsten Jahre, sind wir ab jetzt eigentlich auf der Heimreise…

Schon bald Segel gesetzt – kommen mit achterlichem Wind und 7 Kn Speed gut voran – verlassen die Bay of Island, deren Küstenlinie wir noch knapp bis zur Dämmerung achteraus sehen können.

Wir segeln in die Nacht hinein – 3 Std-Wacheinteilung – Wind lässt nach und schläft um Mitternacht komplett ein – die See bleibt unruhig.

29. April:

Wie zu erwarten heute kaum Wind – ganze Zeit Motor – Kurs NE – hören am Funk, dass gestern mit uns – so quasi mit dem ersten Wetterfenster (das nächste folgt evtl. in ca. einer Woche) – 12 SY abgelegt haben – stelle aber leider fest, dass ich auf Kurzwelle nur empfangen kann und nicht mehr senden! – Scheibe! und dies schon an Tag 2 – vor Wegfahrt beim Radiotest hat’s noch funktioniert – können damit auch keine Gribfils bzw. kein Wetter herein holen – das bedeutet, dass wir für unser jeweiliges Seegebiet auf der ganzen Reise u.U. keinen Wetterbericht haben werden, wenn wir das Problem nicht selbst beheben können. Bleibt, vereinbartes Funknetz abzuhören wo die andern Boote stecken und welche Wetterbedingungen sie haben.

SY Tucan IRL hat uns (AIS) ausgemacht und, da nur einige Seemeilen entfernt, über UKW (Anmerkung für Nicht-Spezialisten: die UKW-Reichweite beträgt „nur“ rund 30 Seemeilen) angefunkt – alles ok.

33 setzte sich zu uns und fuhr eine ganze Weile mit.jpgAm Mittag landet ein müde aussehender Vogel (Schwalbenart) auf dem Boot und will unbedingt unter das schützende Verdeck – nach einigen Minuten fliegt er weg, kommt aber später nochmals für eine ganze Weile zurück.

Gegen Mitternacht kommt schöner Wind auf – sofort Segel gesetzt

 

30. April:

34.jpgSeit Mitternacht konstant gute Fahrt am Wind – 06:45 herrlicher Sonnenaufgang – tagsüber wenig Wind aus NNE – somit praktisch auf Nase – für ein paar Std ist deshalb Motorsegeln angesagt – Erreiche über UKW die SY Norsa UK – sie ist nur 10 sm neben uns (nicht zu sehen) – Kontakt via Satellitentelefon mit Paul (SY Mabuhay CH), der noch in Opua ist – er sorgt dafür, dass wir von Winfried (Wetter-Service auf Deutsch) morgen das Wetter für unser Seegebiet und die folgenden Tage erhalten – tipp topp – nach Check des Tuners scheint es, dass wir unser KW-Funkproblem nicht selber lösen können und dieses deshalb bis Fiji warten muss.

Lesen – Routenplanung für spätere Routen im Riff übersäten Fiji – dazwischen immer wieder etwas Schlaf vor- bzw. nachholen.

Nach 21:00 nehmen Wind und Welle zu – weil hart am Wind, stampft das Boot – erste Reffs

 

1. Mai

Um 02:00 Wachwechsel – die Bordfrau hat einen zuverlässigen Job gemacht, wie immer (;-) –

Der Wind hat weiter zugenommen auf inzwischen 25 – 27 Kn aus NNE – angesagt war für das Seegebiet und diese Zeit ein laues Lüftchen – also weiter reffen – fordernde Decksarbeit in der Nacht.

Bei Tagesanbruch regnet es und wir haben „trümmlige“ 3m hohe Kreuzsee – später klart es auf – danach schönes Segeln zwar bei viel Welle (3 > Meter) und Wind der im Tagesverlauf von NNE über W nach S und schliesslich auf SSE dreht – wir erreichen den SE-Passat – bedeutet auch, dass wir nach dem Schifften der Segel neu und bis Fiji voraussichtlich auf BB-Bug (bisher Stb) segeln werden – heisst zugleich den Schlafplatz im Salon wegen leichter Schräglage auf die andere Seite wechseln, weil dann die BB-Seite bequemer ist – brauchen wegen Wache schieben sowieso nur einen Schlafplatz. Haben nun den Seerhythmus wieder intus.

Segeln nun einen mehr nördlicheren Kurs.

2. Mai

35 nach einigen Tagen unterwegs nach Fiji - Kreuze sind SY in 20-60 sm Entfernung - Pos. gemaess Funkempfang.jpg
Kommen gut voran – um 12:00 verzeichnen wir ein Etmal von 142 sm – unter einem Himmel der zu 1/3 bedeckt ist – bisher 581 sm hinter uns und bis zum Minerva-Riff (evtl. Halt) sind es genau 300 sm – als wir den Watermaker einschalten, will dieser nicht – wir haben zwar genügend Wasser aber er sollte ca alle 3 Tage mal in Betrieb genommen werden – ein verstopfter Filter ist die Ursache – nach dem neuen Wechsel innert 3 Tagen ist wieder alles ok – dabei haben wir vor dem Start in Opua den Filter gewechselt und den Watermaker getestet – funktionierte wunderbar – aber das Dreckwasser des Hafens hatte ihm offenbar zugesetzt.

Am Nachmittag tanzte das Boot ganz schön auf-, ab- und seitwärts bei gleichem Speed, aber jetzt bei 3.5 – 4m hohen, unregelmässigen Wellen, kommt aber unter dem Diktat des mechanischen Windpiloten immer wieder auf Kurs – wir staunen wieder mal selber was das Boot bewältigt und aushält, z.B. jetzt bei 23 Kn Wind und grossen Wellen haben wir einen regelmässigen Speed von 7.8 Kn – seetüchtig und dennoch entsprechend komfortabel ist die Nicone alle Mal.

Am Abend segeln wir im Fadenkreuz von 28° Breite und 180° Länge fast diagonal von den östlichen zu den westlichen Längengraden – später bei Annäherung an Fiji geht es dann dann wieder zurück auf östliche Längengrade.

3. Mai

Beim Wachwechsel um 02:00 muss sofort die Genua gerefft werden – wir“fliegen“ – ich erhalte dabei eine Salzdouche – das Gross hat schon 2 Reffs bekommen für die Nacht – das Boot fährt absolut ruhig und stabil bei raumem Wind von 20 – 24 Kn aus SE und Speed von 7.5 – 8.2 Kn. – ganze Nacht und vormittags konstant mit rassigem Speed unterwegs – am Morgen finden wir fliegende Fische an Bord – bei Check des mech. Windpiloten und einer Justierung, die ich auf dem Achterdeck vornehme, erwischt mich die zweite Douche – überhaupt segeln wir jetzt recht nass, d.h. es steigen bei dieser rauhen See häufig Wellen an Deck – zusätzlich haben wir richtige Knaller von Wellen, welche gelegentlich breitseits das Boot treffen – kein Problem, aber es fliegt meist doch irgend etwas quer durchs Boot . Das Etmal darf sich bei diesen Bedingungen mit 160 sm sehen lassen.

Um 18:50, also schon dunkel, sind wir in einen Squoll (Gewitterherd) geraten – bekamen Wind von falscher Seite in die Segel – Boot lief aus Ruder – Windgeschwindigkeit erhöhte sich auf 34 Kn – Windmesser stieg aus und ein Brecher steigt an Bord – ich erhalte heute die dritte Salzdouche! Genua auf „Kleinstfetzen“ reffen – nach ½ Std ist alles wieder geregelt, das heisst Leena kann weiter das Nachtessen (Bohnen, Kartoffeln und Würste) zubereiten – ohnehin ein Akrobatik Akt – umziehen – das Bootsinnere hat selbst durch abgedeckte Lüftungsschlitze etwas Wasser bekommen – wir geniessen die einfache aber mundende Mahlzeit nach der Extra-Anstrengung – es geht weiter in die Nacht hinein mit 25 – 29 Kn Wind aus SE und 7 Kn Speed

In solchen Momenten können schon Gedanken auftauchen, ob es nicht Bequemeres gäbe… aber sofort gefolgt davon, dass wir das ja selbst gewählt haben und jetzt wieder alles seinen Verlauf nimmt – nämlich das gute Gefühl auf einer einmaligen 1200 sm langen Passage zu sein.

 

Die Zwischenbilanz betreffend Strecke ergibt bis dato 700 sm hinter uns – bis zum Minerva-Riff Nord sind es noch 100 sm und bis Fiji noch 500 sm

Ob wir in das Minerva-Riff einfahren werden, lassen wir offen: dafür wird morgen die Ankunftszeit und Wettersituation bestimmend sein… interessant wäre es jedenfalls, sowohl geschichtlich und geografisch, als auch physisch dahin zu gehen, auch nicht zu verabscheuen um sich etwas zu erholen…

4. Mai

03:00 Wind und Wellen haben etwas nachgelassen – jetzt 20–24 Kn – Kurs N

07:00 (Schweiz Vorabend 21:00) Durchgabe Position an Neffe Tobias via Satellitentelefon

08:00 Funk-Frequenz 10090 und 14770 abhören – Wetter von Winfried für Segler

Minerva-Riffe:

09:00 über das Cruiser-Netz auf Frequenz 4036 ist zu vernehmen, dass sich einige der SY des Samstag-Start-Pulkes in der näheren und weiteren Umgebung befinden – ein paar laufen das Süd-Riff an – andere früher oder später das Nord-Riff – 2 SY sind schon dort.

09:45 das Süd-Minerva-Reef haben wir 6 sm an Backbord quer ab – nicht sichtbar

12:30 bei der Anfahrt auf die 4 sm entfernte Riffpassage des N-Minerva-Riffs erscheint auf dem Plotter (Atomatisches Identifikations System) eine weitere SY, die wegen des Seeganges aber erst im Abstand von 1.8 sm von Auge zu sehen ist – zusammen steuern wir die Einfahrt an

36 Nord-Minerva-Riff im Niemandsland des Pacific - .jpg  36a Nord-Minerva-Riff.jpg

13:15 bei stark auslaufender Strömung fahren wir durch die Passage – seltsames Gefühl: eine kreisrunde kleine „Oase“, im Nirgendwo des Pacific – 4 sm Durchmesser, ein Riffkranz knapp über Wasser, der Wellen bricht und der jetzt bei grober See vielerorts überspült wird – der Wind pfeift mit gleicher Stärke wie auf See über das Riff hinweg – zur Zeit mit 25-27 Kn – aber die Wellen sind dafür innerhalb nicht sehr hoch

14:00 / SE 27 Kn / 1/3 bedeckt / vor Anker fest / Pos. 23° 37,83‘ S – 178° 53,85‘ W – es zerrt es ganz schön am Anker.

Am Funk, jetzt da sich einige SY im Empfangsbereich von UKW befinden, beginnt ein nicht enden wollendes, sorry Ladies, belangloses Funkgeschnatter unter Frauen …

Erst mal etwas essen und ausruhen – Funk abstellen (;-)

Ab hier trennen sich die Wege der meisten SY – einige nach Tonga – andere zur Fiji–Südinsel oder wie wir zur Fiji-Nordinsel

5.Mai

Irgendwie war es gut dass wir hier etwas länger schlafen konnten – obwohl unruhig, zerrte der Wind doch die ganze Nacht heftig am Boot.

Es stellt sich heute die Frage, ob noch länger hier bleiben oder weiter segeln?

Funk abhören und Tel mit Paul in Opua – Wetterdaten studieren – es ist verzwickt – Wind lässt erst in 5 Tagen nach – dann schwach – so lange warten, um dann die restlichen 400 sm bei Schwachwind zu absolvieren? – umgekehrt sollen jetzigen starken Winde 1-2 Tage früher über E nach NE und NNE drehen, was bedeutet, dass wir uns sputen müssten, um nicht gegen Schluss hin noch gegen den Wind ankämpfen zu müssen…

Überraschung:

… während wir uns noch mit der Situation auseinander setzen, erreicht uns ein überraschender Anruf unserer Tochter Petra über das Sateliten-Telefon, das sonst ausgeschaltet ist und unsere diesjährigen Pläne auf den Kopf stellen wird – „ob wir fest und gut sitzen?“ – „ja, so gut dies auf einem im Starkwind schaukelnden Boot möglich ist klar“ – wir sind zur Hochzeit im August in der Schweiz eingeladen – wenn das keine gute Überraschung ist – aber stopp, das heisst ja dass wir… und…. und…

… und jedenfalls die gesamte Saisonplanung ändern müssen, dürfen, sollen… wow!

 

Dann vorerst zurück zur windigen Gegenwart – unter etwas stürmischen Bedingungen weiter segeln oder abwarten?

Der Entscheid lässt nicht lange auf sich warten, obwohl etwas von komischen Gefühlen begleitet – wir segeln los und zwar sofort!

10:30 bei 27-30 Kn Wind setzen wir das neue Stagsegel und jagen dem Riffausgang zu – mit uns noch eine andere SY, welche zum gleichen Entscheid kam.

Vorerst drehte der Wind noch auf – beim Setzen des Gross (3 Reffs) herrschen 30 – 32 Kn – das Boot läuft gut mit Gross und Stagsegel – wird mit dem Bug weniger in die Wellen gedrückt als mit entsprechend gereffter Genua. Später gibt es „nur“ noch 20 Kn aus SE – wir ersetzen das Stagsegel wieder mit der Genua und setzen unsern Kurs nordwärts fort.

6.Mai

Hinter uns ist eine rassig durchsegelte mondhelle Nacht – das Etmal am Mittag beträgt 157 sm – gleichzeitig erreichen wir die ersten Inseln von Fiji (es gibt rund 300 davon) und die kleine Insel Tuvana die genau auf unsere Route liegt, ist nur mit grossem Zoom auf der elektron. Seekarte erkennbar! Nebenbei bemerkt: es ist äusserst gefährlich , besonders hier Routen und Passagen zu befahren, ohne die gesamte Strecke gründlich auf Gefahren hin zu prüfen bzw zu zoomen – letztes Jahr soll eine SY auf dem Weg von Tonga via N-Minerva-Riff nach Neuseeland den Kurs direkt abgesteckt und dabei das Süd-Riff übersehen haben – auf der Fahrt unter Verwendung des autom. Piloten sei sie dann nachts direkt aufs Minerva-Süd-Riff aufgelaufen.

Seit Mittag segeln wir wieder mit 24-28 Kn SE und stark gerefften Tüchern (Genua, Gross und Besan) ständig mit 7.7 – 8.5 Kn Speed bei 3-4m Welle – eine nicht unerhebliche Belastung für Crew und Boot – jedenfalls hat die Bordfrau einige blaue Flecken – beim Skipper bleibt es meist beim Fluchen .

Am Abend sind wir auf dem 20igsten Breitengrad und es wird wärmer und wärmer.

Der Entscheid gestern weiter zu segeln hat sich bis jetzt als hart aber richtig herausgestellt – der Wind soll morgen auf E evtl NE drehen – damit würden wir dann genau zum richtigen Zeitpunkt abfallen können und mit Halbwind einen Anliegerkurs nach NNW bzw. Savusavu segeln können.

7.Mai

Letzte Nacht hat der Wind nachgelassen und lag heute noch bei 14-17 Kn – er drehte dabei von SE über E nach ENE – wie geplant können wir auf der Höhe von 18°50‘ Breite auf einen Kurs von ca 325° abfallen. Die Segel haben wir ausgerefft und erzielen bei deutlich kleineren Wellen gute Fahrt – falls der Wind so durchzieht werden wir im Laufe des nächsten Morgens am Zielort eintreffen.

Aus Funkgesprächen entnehmen wir Folgendes – das meiste ist bekannt: Segeln in Fiji ist wegen der vielen Riffe recht gefährlich – 50 % der SY welche länger Zeit in diesen Gewässern verbringen haben Riff-Kontakt, erleiden Schäden oder sinken im schlechtesten Fall (jährlich ein paar) – bei bedecktem Wetter keine schwierigen Passagen fahren – Karten stimmen nicht immer genau – um Untiefen und Korallenköpfe (nicht alle sind auch verzeichnet) zu erkennen, benötigt man einen Ausguck am Bug oder auf der ersten Saling – der Wind kann gut und gerne 5 Kn und mehr sein als prognostiziert – Vorsicht beim Überfahren von Riffen mit nur 10-20cm Kielfreiheit (um z.B. in eine Lagune zu gelangen) – es könnte sein, dass man längere Zeit eingeschlossen bleibt, falls die Einfahrt bei Höchst-Tide erfolgt – soeben ist diesbezüglich eine CH-Yacht in eine schwierige Situation geraten – konnte sich aber noch knapp „retten“

Ansonsten heute wie sonst auch täglich: Logbuch führen, zwischendurch schlafen, oder lesen, Berechnungen anstellen – diverse Checks durchführen – Bordbetrieb und Segeltrimm überwachen –vieles anderes macht Leena und ohne mein Zutun.

Um Mitternacht sind es noch 50 sm die bis Savusavu zurück zu legen sind.

8. Mai

Mit ca 6 Kn fuhren wir bis in die Morgenstunden durch die Nacht – dann, als hätte der Wind ausgepustet – geht es nur noch mit gemächlichen 4,5 Kn vorwärts – aber es ist ja auch nicht mehr weit und wir sind was auf der bisherigen Reise den Speed anbelangt natürlich „verwöhnt“.

Um 07:00 sind plötzlich 3 SY in grösserer Distanz bei kleiner Welle und guter Sicht zu sehen – eine davon hat uns via AIS erkannt und angerufen – es ist die befreundete SY Kite US mit Jack & Stenca, welche die gleiche Route fast zur selben Zeit unbemerkt hierher gesegelt ist.

Nicht vergessen, noch die Q-Flagge (Qurantäne) zu setzen.

36b Route New Zealand - Fiji.jpg

37 Freundliche Behoerden beim Einklarieren in Fiji.jpgDann sind wir da – werden, nachdem wir uns über Funk angemeldet haben, bereits an einer Mooring der Waitui Marina erwartet – sie organisiert auch das Prozedere des Eincheckens, das unkompliziert verläuft – die Beamten kommen an Bord: 1. Gesundheit – 170 FI$ irgendwann nächste Tage beim Spital bezahlen – 2. Zoll und Immigration (viel Papier) – ansonsten keine Kontrolle – dafür freundliches Bula – willkommen – morgen komme dann noch die Biosecurity…

Für die 1275 Seemeilen benötigten wir genau 9 Reisetage plus 1 Tag Zwischenhalt im N-Minerva-Riff.

38 nach 1275 Seemeilen in Savusavu, Fiji.jpg

Boot überholen in Neuseeland — Nicone

Februar – März 2012

Schweiz – Neuseeland – zurück aufdie NICONE

Mittwoch 8.2.2012

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21.15 Uhr Snack im Flughafen Kloten – es ist soweit – nach 2 Monaten Schweiz-Aufenthalt fliegen wir via Hongkong nach Auckland NZ zurück und mit dem Bus geht’s dann nach Whangarei auf‘s Boot in der Stadt-Marina.

Unsere Gefühle machen derweil Höhen- und Tiefflüge zugleich, getreu dem lachenden und weinenden Auge. Da ist die gespannte Erwartungshaltung wie es wohl auf der andern Seite der Erdkugel bei der Fortsetzung unseres Seefahrerlebens weiter gehen wird.

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Hinter uns lassen wir eine feine Zeit des Aufgehoben seins und derVerbundenheit mit Familie Freunden und Bekannten, auch die Frage fürwie lange und natürlich werden wir besonders unser Enkelkind bzw.das neue Menschlein Sanna vermissen – sie hat in den 2 Monatenriesige Fortschritte gemacht – kann jetzt fast gehen und hat jedenTag Neues entdeckt – ein Wunder an Gestik, Kommunikation undimmenser Energie – was habe ich wohl bei den eigenen Töchternverpasst? Ihr strahlendes Wesen begleitet uns.

In der Schweiz bewegten dieBundesratswahlen teils heftig die Gemüter, auch das Regenwetter undin höheren Lagen der viele Schnee, sowie in letzter Zeit die eisigeKälte – sie überraschte mich an meinem Geburtstag mit einemWasserleitungsbruch am Hause, so dass der Bagger auffahren musste –jedoch kein Vergleich mit der nordischen Kälte in Kuusamo (Lappland)in Finnland mit – 43° C, wohin wir zum Glück noch vor dem eisigenKälte einen 10tägigen Ausflug unternahmen, um unsere Leute inFinnland zu besuchen.

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Von dort in Erinnerung bleiben besonders die weitenSchneelandschaften, die Gastfreundlichkeit, ein 70igster Geburtstagvon Leenas Bruder, 1 Tag

Langlauf und daselbst Begegnung mit derhübschen Russin Swetlana – Darauf wurde ich krank – nicht wegenSwetlana (;-) – eine Grippe hielt mich volle 4 Wochen in Schach undverhinderte viele geplante Absichten und Treffen mit Freunden.

Auf der internationalen Bühne stehtdie Eurokrise im Vordergrund, der Volksaufstand in Syrien, dasKreuzfahrtschiff Costa Concordia, das mit über 4000 Personen inItalien auf Grund gelaufen ist und und…

 

Whangarei New Zealand

04-die-schweiz-verschwindet-langsam
Die Schweiz weicht während des langen Flugeslangsam aus unseren Gedanken.

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Ankunft in Auckland. 30 °C Temperaturunterschied zur Schweiz machenzu schaffen. Vor unserer Busfahrt nach Whangarei besuchen wir trotzgrosser Müdigkeit den Fernsehturm und die erfolgreiche NZ-Yacht„Steinlager“.

 

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Sodann sind wir also wieder in der Marina in unserer „Wohnung“.Das Boot, haben wir, abgesehen von den platten Batterien, vomEx-Commodore des Yacht-Clubs Whangarei, bestens betreut, vorgefunden.

Treffs mit hiergebliebenen und vor unszurückgekehrten Yachties, welche u.a. die Festtage ebenfalls zuHause verbracht hatten. Sofort Kontaktaufnahme mit Marina undHandwerks-betrieben – es gibt ja viel zu tun.

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Schnell sind wir wieder eingerichtet und ein volles Programm startet– u.a. ist der

 

Schnell sind wir wieder eingerichtet und ein volles Programm startet– u.a. ist der neue Motor da und will eingebaut werden. Dadie Stadt-Marina keinen Hartstand hat, müssen wir zurRiverside-Drive-Marina wechseln, wo gleich nebenan dieBootsmotorenfirma liegt.

Bereits am 4. Tag fahren wir etwasabwärts an den Arbeitsstandort, wo die Nicone ausgewassert wird –vorher aber heisst es noch die Batterien laden – Boot für denTrockenstand vorbereiten – Motor und alle Geräte checken –Mechanik der Gangschaltung auswechseln – dann läuft der VolvoPenta nach 25 Jahren zum letzten Mal auf der Nicone.

 

Lange, interessante undabwechslungsreiche Arbeitstage

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Mit dem Auskranen beginnt sofort das Anschleifen des altenAntifoulings (Rumpfteil unter Wasser) und die Bearbeitung einerschier endlosen To-do-Liste – alles eine sehr spannende oft aberauch ermüdende Sache – dies auch im Wissen, dass wenn 10 Punkteerledigt sind, gleich 5 neue Folgepunkte warten – „Boat-Life“halt – dass das so ist wissen alle Hochsee-Segler/innen – derSpruch unter ihnen lautet denn auch „hast Du etwa ein Boot, dass duso viel zu tun hast?“

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Für die nächsten Wochen sind wir nun also auf dem Hartstand hochüber der Marina zu Hause – das Boot ist Wohnung und Werkplatzzugleich und sieht auch so aus – hier der steile Zugang zur„Atika“.

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Zur Zeit sind ca 35 Boote in der Marina – es ist eine von vierMarinas in der näheren Umgebung –auffallend: darunter gleich 6Schweizerboote – starke „Seefahrernation“ (;-)

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Zur Zeit sind ca 35 Boote in der Marina – es ist eine von vierMarinas in der näheren Umgebung –auffallend: darunter gleich 6Schweizerboote – starke „Seefahrernation“ (;-)

Die Bootseigner erledigenÜberholarbeiten oder machen Ausflüge ins Landesinnere. Ein paarwenige, wie die soeben abgereisten Norweger, unterbrechen hier dieSeereise, um für ein Jahr zu Hause zu sein und der Arbeitnachzugehen. Mit den andern trifft man sich zu einem kurzen Schwatz,holt oder gibt Infos weiter, wo, was, wie erhältlich ist oder vonwem erledigt werden kann. Am Sonntagabend ist gemeinsame Grill-Party,wo sich die meisten der hier in der Marina anwesenden zusammenfinden– man bringt etwas für die Allgemeinheit und für sich selbstetwas zum Grillieren.

 

Die hauptsächlichen Arbeiten die unsbevorstehen in dieser Zeit sind:

 

– alter Motor ausbauen – er wirdseinen Dienst in Zukunft auf einem grösseren Wohn-Fischerboot vorAukland fortsetzen.

– neuen Yanmar einbauen, anpassen undmit entsprechenden Neuteilen wie Armaturen, Kupplung, Propeller,Schläuche, Leitungen etc versehen.

– Polier- und Malerarbeiten am Freibord

– Unterwasser: Schleifarbeiten,Antifouling, Service-Arbeiten am Bugstrahler, Anoden und 2 Ventileauswechseln.

– Ankerkette galvanisieren undLängenmarkierungen anbringen

 

Weitere Arbeiten erfolgen dann nach demEinwassern: Verdeck, Grossegel, Windgenerator, Lackier-Arbeiteninnen.

 

An Stelleeiner textlichen Fortsetzung des Berichtes über unserer Werktage,dazu gehören auch Sonntage (;-) – aber auch kurze, netteUnterbrüche – lassen wir zur Abwechslung „nur“ Fotos mit Textsprechen…

Impressionen Boot überholen:

12-kritische-bordfrau-beobachtet-den-ausbau-des-alten-motors 13-unten-im-motorraum-kurz-vor-dem-ausbau-des-alten-motors 14 15-die-reinigung-des-motorraumes-kann-beginnen 16-ausbau-der-letzten-alten-teile 17-feines-gibts-im-revas 18-skulptur-ausstellung-whangarei 19-skulptur-ausstellung-whangarei 20-skulptur-ausstellung-whangarei-klang-kayak 21-nachbarsboot-zu-ueberholarbeiten-auf-dem-trockenplatz-wurde-in-dieser-werft-1954-aus-holz-gebaut 22-motorraum-fast-sauberster-platz-zur-zeit-ist-mit-neuem-bett-fuer-den-neuen-yanmar-bereit 23-neuer-yanmar-wird-eingebaut 24-grant-ueberwacht-alles-aufs-beste 25 26-neues-salzwasser-einlassventil-fuer-die-motorkuehlung 27-ruedi-und 28-ursula-sy-hydra-ch 29-dieses-nz-paar-hat-in-12-jahren-einen-trimaran-gebaut-und-dazwischen-immer-wieder-gearbeitet-nun-seit-7-jahren-unterwegs 30-bei-diesem-grossen-catamaran-muss-die-aussenhaut-repariert-werden-sandvichbau-mit-nur-2-mm-aussenschicht 31-faellt-bei-niedrigwasser-jeweils-trocken-im-morast 32-schoene-norwegische-cruiser-yacht 33-wegmarke-mit-vogel 34-motortest 35-graduierung-der-universitaet 36-graduierung-der-universitaet 37-graduierung-der-universitaet 37a-umzugszuschauerinnen 38-graduierung-der-universitaet 38a-experte-john-prueft-waehrend-3-5-std-unser-boot-und-stellt-ihm-ein-gutes-zeugnis-expertiese-aus 39-ruedi-macht-sich-an-der-sanitaeranlage-zu-schaffen 40-durchlaesse-bb-hinten_thumb 41-skizze-der-leitungen-im-heckteilthumb 41a-ab-und-zu-tohuwabohu-werkplatz-innen 42-schweizer-beim-pausenschwatz 43-besseren-zugang-zum-bugstrahler-angefertigt 44-marinesperrholz-fuer-die-nicone 45-skizze-der-rumpfdurchbrueche-backbord-und-heck 46-neuer-propeller-rechts-und-alter-propeller-links-drehend 47-sich-staendig-aendernde-to-do-liste 48-ankerkette-galvanisiert-und-markiert 49-auf-dem-weg-von-der-stadt 51-projekt-kutterstag-angaben-fuer-rigger 52-projekt-kutterstag-angaben-fuer-rigger 53-die-green-coral-ch-wird-komplett-gesandstrahlt-stahlboot 53-groebste-malerarbeiten-abgeschlossen

Von Tonga nach Neuseeland

„Auf hoher See kann man alles finden, je nachdem, wonach der Geist verlangt.“ Joseph Conrad

Vorwort

Als zuständiger Webadministrator, drittmaliger Gast auf der SY Nicone und nicht zuletzt als Neffe der Eigner, gebührt mir die Ehre, die Berichterstattung der Reise von Tonga nach Neuseeland zu übernehmen. Der Rückblick erfolgt aus meiner persönlichen Sicht und betrifft die Reiseroute von Tonga bis Neuseeland. Ich bedanke mich bereits am Anfang meines Berichtes bei Leena und Peter für deren Gastfreundschaft sowie das entgegengebrachte Vertrauen.

Die Ankunft

Nach 36-stündiger Reise von Zürich via Dubai, Sidney und Auckland bin ich endlich, abends um 20.30 Uhr, am Fua’amotu International Airport auf Tongatapu angekommen. Bereits die Einreise ist speziell. Peter mailte mir vorab eine Bestätigung, welche unseren gemeinsamen Segelturn nach Neuseeland bestätigte. Da ich über keine offizielle Hoteladresse verfüge, muss ich erst einmal zum Chef des sogenannten „Immigration-Office“. Jener erklärt mir, dass ich ein spezielles Einreise-Visum kaufen müsse, dessen Kostenpunkt 230.- Tonga$ beträgt. Leider reichen meine mitgebrachten US$ nur für T$ 210.-. Dies sei kein Problem, meint der Vorsteher der Immigrationsbehörde, denn draussen habe es einen Geldautomaten. Ohne Pass kann ich grosszügig die Sperrzone verlassen und begegne auch gleich Leena und Peter, welche mir die fehlenden 20.- Tonga$ geben.

Zurück bei der Immigrationsbehörde, bekomme ich alle nötigen Stempel und Papiere. Nun muss ich nur noch das Gepäck holen. Trotz vollumfänglicher Deklaration aller meiner Mitbringsel kann ich den Zoll ohne weiteres als Letzter passieren. Der Feierabend sei allen gegönnt; und nun kann ich Leena und Peter endlich richtig begrüssen.

Nach 30-minütiger Taxifahrt erreichen wir die Hauptstadt Nuku’alofa. Dort besteigen wir ein Wassertaxi zur nahen Insel Pangaimotu, vor dessen Sandstrand die Nicone zusammen mit anderen Yachten ankert. Ein letztes Umladen des Gepäcks in das Dingi und wir sind wenig später auf dem Schiff. Ich beziehe die Kabine des „ersten Offiziers“. Nach schnellem Umziehen in sommerliche kurze Hosen und T-Shirt überreiche ich die mitgebrachten Geschenke – natürlich ist vor allem die Schokolade äusserst begehrt. Bei einem kühlen Drink, Chips und „Lozärner Rägetröpfli“ tauschen wir die neusten Geschehnisse der Südsee und der Schweiz aus.

Tonga

Tonga besteht aus 170 Inseln, davon sind 36 mit gesamthaft 121‘000 Menschen bewohnt. Das Gebiet wird in vier Inselgruppen unterteilt: Die Niau-Gruppe, die Vava’u-Gruppe, die Ha’pai-Gruppe sowie die Tongatapu-Gruppe. In letzterer verweilten wir bis zu unserem Aufbruch nach Neuseeland. Umstritten ist, ob die 500 km südwestlich liegenden, unbewohnten Minerva-Riffe auch dazu gehören.

Tonga wurde zirka 4000 v. Chr. besiedelt. 900 n.Chr. entstand das erste Königreich, welches bis 1200 n. Chr. Samoa, Fidschi und die Tokelau-Inseln einbezog. Die ersten Europäer entdeckten Tonga anno 1616. Die Unabhängigkeit Tongas wurde bis heute anerkannt. Das Staatsoberhaupt im monarchisch gegliederten Staat ist der König. Zusammen mit 9 Vertreter der Adelsfamilien sowie neun gewählten Vertreter des Volkes, bilden sie das Parlament in einem Einkammersystem, das sogenannte Fale Alea. Der royale Sitz befindet sich in Nuku’alofa.

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Die nächsten Tage verbringen wir mit Schnorcheln, Erkunden der Stadt, Einkaufen und der Durchführung diverser Reparaturen: Eine der Dieselleitungen leckt, die Ankerwinsch vermag die Ankerkette nicht mehr vollständig einzuziehen, ein neues Ruder für die Windsteuerung ist vonnöten; und auch der Windgenerator funktioniert nicht mehr folgerichtig.

P1020375 Freude beim Abholen des Ruders.jpgAm dritten Tag ist endlich der Ersatz für das verloren gegangene Ruder aus Deutschland eingetroffen. Wir können es beim Cargo des Zollamtes abholen. Mit Taxi, Wassertaxi und Dingi bringen wir das Paket auf das Boot. Peter und ich benötigen den Rest des Tages für den Zusammenbau und die Montage.
Stolz betrachten wir beim Sundowner unser Tageswerk. Später beim alltäglichen Checken der Seamails erfährt Peter, dass das Ruder von einem Segler beim Schnorcheln gefunden wurde. Die befreundete Yacht „Sail away“ habe das Ruder an Bord genommen und werde es bis zu einem Wiedersehen in Neuseeland hüten.

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Um nach Neuseeland zu gelangen, warten die Yachten hier in Nuku’alofa auf ein baldiges gutes „Wetterfenster“. Die Strecke ist bekannt für schnell wechselnde Wetterverhältnisse. Das Wetter zieht von West nach Ost, mit abwechselndem Hoch und Tief. Der Idealfall ist, während des Durchzugs eines Hochs die ganze Strecke zu bewältigen.

Beim Frühstück berichtet uns Peter, dass für die nächsten Tage ein selten gutes Wetterfenster angekündigt ist. Gemeinsam beschliessen wir, am kommenden Nachmittag aufzubrechen. Da die Motorenproblematik noch nicht gelöst ist, bricht Peter in die Stadt auf, zu T&T Diesel, einer kleinen Werkstatt. Diese stellte einen Ersatz in Aussicht. Ohne funktionierenden Motor ist ein Aufbruch auf See praktisch ausgeschlossen. Glücklich kehrt Peter zurück;  er konnte eine Ersatz-Pipe ergattern, allerdings muss diese noch mechanisch angepasst werden. Wiederholt zu Dritt gehen wir down-town, um die Abmeldung bei der Immigration und beim Custom zu vollziehen.

Auf dem Markt und im Supermarkt decken wir uns mit Lebensmittel für die Überfahrt ein. Die Besorgungen und Formalitäten bei den Behörden kosten uns alsdann den Rest des Tages. Zurück auf der Nicone repariert Peter den Motor. Die Pipe passt und sie ist dicht. Der Motor läuft – well done Captain ! Neuseeland, wir kommen. Am Abend treffen wir die anderen “Yachtis“ am Strand von Big Mama’s Resort. Sie hat zum Barbecue geladen und es wird gemütlich gegessen und geplaudert.

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Am nächsten Morgen stehen wir früh auf. Leena und ich wollen noch auf den Markt und eine kleine Sightseeing -Tour machen, währenddessen Peter die letzten Vorbereitungen für die bevorstehende Abfahrt tätigt.

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Zum letzten Mal nehmen wir das Wassertaxi nach Nuku’alofa. Beim Hafen wurde ein grosser Markt aufgebaut. Jeden Samstag ist dies der Treffpunkt der Stadt. Es gibt alles zu kaufen. Wir decken uns mit Rasierklingen, Souvenirs und den noch fehlenden Lebensmittel ein.

Nach dem Markt mieten wir uns ein Taxi und fahren zu „Capitain Cook’s Landing Site“. Hier landete angeblich der berühmte Capitain James Cook, als er im Jahre 1778 Tongatapu betrat. Eine Gedenktafel erinnert an ihn. Im Schatten des „Cook-Tree“, ein Ficus, soll er sich ausgeruht haben. An der Stelle des Originals wurde längst ein neuer gepflanzt.

P1020407.jpg   Toby-unter-dem-Cook-Tree.jpg

Bei der Entdeckung Tongas ist Cook von der Freundlichkeit der Einheimischen so überwältigt, dass er sie „The friendly islands“ nennt. Heute weiss man, dass die Einheimischen planten, ihn und seine Mannschaft zu töten, jedoch fanden sie keine Einigkeit, wer dies tun solle. In Unwissenheit dessen reist James Cook unbeschadet weiter. Auf seiner dritten Reise in die Südsee starb er 1779, während einer Auseinandersetzung auf Hawaii.

Nach unserem Cook-Besuch besichtigten wir das „Ha’amonga Maui Trilithon“. Es wird auch „Stonehenge“ von Tonga genannt. Es handelt sich dabei um ein massives, zirka fünf Meter hohes und 120 Tonnen schweres Steintor aus Korallenblöcken.

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Die Legende besagt, dass der Halbgott Maui jenes Steintor auf seinen Schultern auf die Insel Tongamotu getragen habe, daher auch der Name. Eine andere Theorie vermutet, dass das Steintor der Eingang eines Königspalasts war. Einritzungen auf der Oberseite lassen astronomische Zusammenhänge vermuten, da diese am längsten und kürzesten Tag auf die aufgehende Sonne zeigen. Leena und ich glauben an zweiteres. Es ist zweifellos erstaunlich, wie solch schwere Gesteinsblöcke hierher transportiert wurden. Zurück am Hafen geht es wieder nach Pangaimotu und auf die Nicone, wo uns Peter bereits erwartet.

Die Überfahrt nach Neuseeland    
Nach einem kleinen Snack lichten wir am Samstag, 22. Oktober 2011 um 13.40 Uhr den Anker und brechen nach Neuseeland auf. Mit zirka 1‘050 sm Distanz die bisher längste Überfahrt für mich.

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Mit Motor und Segel gelangen wir zu den Aussenriffen. Drei weitere Yachten folgen uns.
Trotz Einnahme von Stugeron überkommt mich eine leichte Reisekrankheit. Daher will ich die erste Nacht noch nicht alleine Wache halten. Ich teile die Wache jeweils mit Leena und Peter. Ich darf auch etwas mehr schlafen – früh morgens ist die Übelkeit wieder verflogen. Für den Rest unseres Törns habe ich keinerlei Symptome mehr.

Wir haben ein perfektes Wetterfenster erwischt. Bis auf den letzten Tag und Nacht, haben wir im Durchschnitt 15-17 Knoten Wind aus Süd-Süd-Ost bis Süd-Ost. Die Wetteraussichten sind meist als sonnig zu bezeichnen. Je mehr wir jedoch südwärts kommen, nehmen die Temperaturen dementsprechend ab. Von sommerlichen Temperaturen um die 30° C in Tongatapu, kühlt es bei unserer Ankunft in Opua NZ auf 18°C mittlere Tagestemperatur ab.

Während der Reise pendelt sich ein Tagesrhythmus ein. Morgens gemeinsames Frühstück, danach Abwasch. Peter führt jeweils das Logbuch nach, holt Wetterdaten und Sailmails per Kurzwellenfunk herein, funkt mit befreundeten Yachten und dem „Southern Cross Net“, liest, schreibt oder bearbeitet Fotos. Ich zeige ihm paar Photoshop-Tricks.

Das „Southern Cross Net“ ist ein Verbund hauptsächlich neuseeländischer Yachten, welche im Pazifik unterwegs sind. Leena und Peter lernten während ihrer Reise von Panama nach Tonga verschiedene Paare und Eigner aus diesem Netz kennen und schlossen sich an. Bei Beginn der Überfahrt meldet man sich beim Netztmoderator an und gibt dann täglich die aktuelle Position per Funk durch. Bei der Ankunft meldet man sich per Funk und zusätzlich per Mail wieder ab, dass man heil angekommen ist. Das Netz dient für mehr Sicherheit bei der Überquerung, zum Austausch von Wetterdaten, aber auch zur Geselligkeit untereinander.

Leena und ich verbringen den Tag viel mit Lesen. Leena kocht uns immer was Feines zu Essen. Ich halte mich tagsüber meist auf Deck auf, geniesse das schöne Wetter, lese, kontrolliere den Kurs und führe, wenn nötig, die Fahrtrichtung an der Windsteuerung nach.

Nach dem gemeinsamen Nachtessen beginnt die Nachtwache. Wir wechseln uns im 2- Stunden-Rhythmus ab, so dass man jeweils 4 Stunden dazwischen schlafen kann. Jeder hat 2 Mal Wache.

Folglich ein paar Eckpunkte unserer Reise:

  • 22. Oktober 2011
    -13.40 Uhr Beginn Überfahrt nach Neuseeland.
  • 23. Oktober 2011
    -Kontakt nach Hause per Satelliten-Telefon.
    -Peter stellt fest, dass wir immer etwas zu wenig Strom haben.
  • 24. Oktober 2011
    -Passieren der Minerva-Riffe.
    -Stromfresser gefunden: Peter bemerkt beim Aufstehen Wasser beim Abfallkorb. Er kontrolliert die Bilge. Es hat leicht Wasser und die Pumpe läuft. Bei der Überdrucköffnung (hinter dem Abfallkorb) läuft das Wasser wieder raus. Ein stetiger Kreislauf. Durch die elektrische Pumpe verbrauchen wir Strom. Peter öffnet ein Ventil gegen aussen, damit das Wasser abfliessen kann. Die Bilge wird mit dem Schwamm abgeschöpft und wird weiter beobachtet.
  • 25. Oktober 2011
    -Leena bereitet frisches Brot und Jogurts zu.
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  • 26. Oktober 2011
    -Reparatur des Segels: Ein kleiner Riss im Gross-Segel droht grösser zu werden. Peter näht unter Fahrt Verstärkungen ein.
    P1020439.jpg   P1020437.jpg-Bergfest: Heute haben wir halbe Distanz geschafft.
  • 27. Oktober 2011
    -Heute kreuzt uns das einzige Schiff während der ganzen Überfahrt. Es ist ein deutscher Frachter: BBC Elbe. Peter funkt sie an. Der deutsche Funker freut sich wohl wieder mal in seiner Muttersprache zu reden. Sie halten einen 15-min Schwatz. Infos über beide Schiffe werden getauscht, wie auch Ladung und Ziele.
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    -Schuhputztag: Wegen der strengen Quarantänebestimmungen in NZ müssen wir unsere Schuhe, vor allem die Sohlen, von Dreck und möglichen Samen, die eingeschleppt werden könnten, reinigen.
  • 28. Oktober 2011
    -Das gemeinsame Ausfüllen aller Einreispapiere für Neuseeland benötigt über 1.5 Stunden
    -Leena sortiert Lebensmittel und Medikamente
  • 29. Oktober 2011
    -schlechtere Windverhältnisse nachmittags und nachts
  • 30. Oktober 2011
    16.50 Uhr: Ankunft Opua, Neuseeland, am Quarantäne-Dock.

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Einen besonderen Dank gilt Leena für alles, was sie uns täglich aus der kleinen Bordküche auf den Tisch zaubert.
Man muss sich vorstellen, welche Schwierigkeiten das Kochen an Bord mit sich bringt: Während der gesamten Überfahrt befand sich die Nicone in einer seitlichen Schräglage von zirka 10 – 20°. Wegen des Wellengangs und der Schräglage musste sich Leena beim Kochen mit einer Gurte sichern, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren oder gar durch das Schiff geschleudert zu werden. Trotz erschwerender Umstände kochte und backte sie immerdar, als wäre sie zu Hause in Schwadernau.

Am Morgen gibt es jeweils ein reichhaltiges Frühstück mit Müesli, frischen Früchten, selbstgebackenem Brot und reichlich Kaffee. Mittags kommt meist ein kleiner Snack oder eine Suppe „ins Körbchen“, gefolgt von Kaffee und etwas Süssem 😉 Zum Z‘nacht bereitet Leena immer einen Salat, Hauptspeise und Dessert zu – wir werden also richtig verwöhnt!

Um zu verhindern, dass das Essen nicht über das ganze Deck geschleudert wird, erhalten alle ein Körbchen mit rutschfestem Boden. Mit diesem auf den Knien, gefolgt von genügender Balancehaltung, lässt man es sich alsdann sicher munden.

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Ich habe mal die Menuliste der Überfahrt zusammengestellt:

1. Tag:
Grüner Salat, selbstgemachte Lasagne, Vanille-Creme mit Papaya

2. Tag:
Grüner Salat, Rindsgeschnetzeltes mit Salzkartoffeln und Rüebli, Vanillecremé mit Erdbeeren

3. Tag:
Grüner Salat, Pouletgeschnetzeltes mit Peperoni und Tomaten, Erdbeer-Johannisbeer-Cremé mit Rahm

4. Tag:
Kohlsalat mit Papaya, frische Rösti mit Spiegelei und Randen, Caramelcremé

5. Tag:
Kohlsalat mit Feigen, Ravioli, Caramelcremé

6. Tag:
Crackers mit Blauschimmelkäse, dazu eingelegte Birnen und gedünstete Auberginen, gefolgt von warmem Milchreis mit Zimt und Zucker, dazu eingelegte Pfirsiche

7. Tag:
Tomaten-Peperoni-Mais-Salat, Delikatess-Schinken, Salzkartoffeln, Sauerkraut, Vanillecremé mit Apfelmus

8. Tag:
Kohlsalat mit Datteln, Linseneintopf mit Fleisch, Vanillecreme mit Apfelmus

 

Ankunft Neuseeland

In unserer letzten Nacht vor Ankunft haben wir die schlechtesten Windbedingungen der ganzen Reise, abgewechselt von fehlendem und sehr schwachem Wind – die Genua wird eingerollt und der Motor gestartet. Mit dem Sonnenaufgang verbessern sich die Windverhältnisse; wieder unter Segel geniessen wir ein herrliches Sonntags-Frühstück mit frischer “Zöpfe“ und 3-Minuten-Eier. Am 30. Oktober 2011, um 11.35 Uhr ist fern im Dunst Land in Sicht – Neuseeland zeigt sich.

Alsdann bereiten wir uns für die bevorstehende Ankunft vor: mit Peter zusammen erneuern wir sämtliche, durch die Sonne ausgebleichten oder vom Winde ausgefransten Flaggen und  ziehen die Gastland- und die Quarantäneflagge auf. Beide der genannten Flaggen müssen bei, respektive vor Ankunft auf neuem Staatsgebiet gehisst werden. Die zweite – also die Quarantäneflagge, darf erst nach Inspektion der Gesundheitsbehörde wieder entfernt werden.

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Um 14.10 Uhr erreichen wir die Bay of Islands. Wir bringen das Schiff auf Vordermann, putzen, sorgen für Ordnung und so weiter.

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Um 16.50 Uhr erreichen wir den Einklarierungsort Opua und legen am Quarantäne-Dock an. Dabei handelt es sich um einen Steg, der über keine Verbindung zum Festland verfügt und sich somit vor der Marina befindet. Das Quarantäne-Dock darf erst nach Inspektion und Kontrolle durch die Zoll- sowie durch die Gesundheitsbehörde verlassen werden.

Wir melden unsre Ankunft vorrangig per Funk an und kurze Zeit später erscheinen Zöllnerin und Gesundheitsinspektor mit ihrem Dingi. Sie kommen an Bord. Das Prozedere verläuft freundlich und unkompliziert. Das genaue Ausfüllen der Formulare hat sich gelohnt. Den Müll und gewisse Lebensmittel nehmen die Beamten zwecks anschliessender Verbrennung mit. Da das Marinabüro zu diesem Zeitpunkt bereits schon geschlossen hat, verlegen wir die die Nicone an die Verlängerung des Q-Docks. Die gelbe Quarantäneflagge können wir entfernen. Zum Ankertrunk öffnen wir eine Flasche Champagner und wir feiern unsere Ankunft in Neuseeland. Für Leena und Peter ein emotionaler Moment, sie haben die halbe Welt umsegelt!

Neuseeland

Am nächsten Tag, noch vor dem Frühstück,  können wir das Boot an einen herkömmlichen Marinaplatz verlegen. Nach der Anmeldung auf dem Marinabüro geniessen wir alle eine lange warme Dusche. Den Rest des Tages kaufen wir ein, waschen und geniessen den Landgang. Im Marina-Shop des Hafens findet Peter was sein Herz begehrt.

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Nach den nur schwierig zu bekommenden Ersatzteilen und Zubehör bei der Durchkreuzung des Pazifiks, wähnt er sich jetzt im Paradies. Hier in Opua treffen Leena und Peter viele „alte“ Bekannte. Wir werden zum Sundowner eingeladen, können auf Shoppingtour nach Paiha mitfahren oder Leena lädt zu Kaffee und Kuchen.

 

Ausflug Waitangi Treaty Grounds

Am Mittwoch, den 02. November unternehmen wir einen Ausflug nach Waitangi. Das Gebiet Waitangi ist von grosser historischer und nationaler Bedeutung. An diesem Ort wurde am 6. Februar 1840 ein Vertrag zwischen den Maori und der englischen Regierung geschlossen. Auf dem Gelände gibt es viel Interessantes zu entdecken. Das „Waka House“ (Kanuhaus) beherbergt ein 25 Meter langes Kriegskanu. Das Kanu benötigt eine Mannschaft von 76 Paddlern. Am Jahrestag Neuseelands wird es zu Wasser gelassen und von den Maori wird eindrücklich demonstriert, wie im Gleichtakt gepaddelt wird.

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Ebenfalls zu sehen am Hobson-Strand ist eine kleine Siedlung, wie die Maori früher gelebt hatten.

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Das „Vertragshaus“ diente als englische Residenz von James Busby. Mit Hilfe Busbys und Reverend Williams unterzeichnete William Hobson, Abgesandter der Britischen Krone, den Vertrag zusammen mit 42 Häuptlingen der Maori. Auf der vor dem Haus liegenden Wiese wurde der legendäre Vertrag abgeschlossen. Ein Flaggenmast markiert heute jene Stelle.

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Der Vertrag von Waitangi machte Neuseeland zur britischen Kolonie. Bis heute gibt es streitige Fragen um jenen Vertrag. Im Jahre 1975 wurde das Waitangi Tribunal gegründet, um die Ansprüche und Rechte der Maoris zu sichern. Am 25. Juni 2008 verpflichtete sich die  neuseeländische Regierung, 300 Millionen Franken wegen Verletzung des Vertrags von Waitangi an die Maoris zu bezahlen. Neben dem „Vertragshaus“ steht das „The whare Rungahaus“, das Versammlungshaus der Maori.

Das Versammlungshaus wurde zum 100-Jahr-Jubiläum des Vertrags eröffnet. Es dient als Symbol der Beteiligung der Maori am Vertag.

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So viele Entdeckungen geben auch Hunger – auf dem Rückweg gönnen wir uns Fish’n Chips auf einem trocken gelegten Kahn.

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Weiterfahrt Bay of Islands – Ost Küste

P1020553.jpgNach vier Tagen Landgang brechen wir auf, um die „Bay of Islands“ zu erkunden. Unser erster Stopp ist Russell der ersten Hauptstadt Neuseelands. Mit dem Dingi gehen wir an Land. Früher wurde es als „Höllenloch des Pazifiks“ bezeichnet, galt der Ort doch als Zentrum der Walfänger. Stetig wuchs die Bevölkerung, bestehend aus desertierten Seeleuten, entflohenen Gefangenen, Schnapshändlern und Walfängern. So bekam die Siedlung den Ruf als gesetzloser Hafen.

Trotz der bewegten Vergangenheit zeigt sich Russell heute als kleines idyllisches Städtchen mit etwas über 1‘000 Einwohner. Die Häuser sind im viktorianischen Stil gebaut. Wir besuchen die älteste Kirche Neuseelands, die „Christ Church“. Auffallend sind die selbst gestickten Kissen auf den Bänken

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Nach dem Einkauf im örtlichen Supermarkt kehren wir auf die Nicone zurück. Nächste Station wird Orokswa Bay sein, wo wir über Nacht bleiben.

Am darauf folgenden Tag wechseln wir unseren Standort nach Moturua Island und ankern in der Awaakiaroa Bay. Die SY Amigo (österreichische Bekannte von Leena und Peter) gesellt sich zu uns.

Am nächsten Tag machen wir eine Inselrundwanderung. Ein „Bushwalk“ führt um die ganze Insel. Wir sind fasziniert von der vielfältigen Flora und Fauna. Einsame Strände laden zum Verweilen ein.

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Nach dem Marsch müssen wir uns stärken, Helga und René von der Amigo kommen zu Kaffee und Kuchen auf Besuch. Peter erzählt René von seinem Windgenerator- Problem.

René meint eine ähnliche Problematik erlebt zu haben und thematisiert dessen Abhilfe, respektive Lösung. Peter holt gleich nach dem Besuch den Windgenerator vom Mast.

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Am darauf folgenden Tag, kurz nach dem Frühstück, kommt René rüber, und gemeinsam reinigen sie die Schleifkontakte des Generators. Nach der Wiedermontage ist der gewünschte Erfolg leider ausgeblieben. Die Reparatur muss bis Whangarei warten.

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Gemeinsam „hüpfen“ wir zur nächsten Insel Urupukapuka, zur gleichnamigen Bay. Die Landschaft hat sich inzwischen deutlich verändert: Saftig grüne Wiesen mit Schafen erinnern mich sehr an Irland.

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Zusammen mit Helga und René, der Crew von der Amigo, unternehmen wir einen ausgedehnten Spaziergang. Am Abend sind wir zum Sundowner auf der Amigo eingeladen. Tags darauf starten wir wiederum gemeinsam, um an die Ostküste zu gelangen.

Nach Umrundung des Cape Brett machten wir ein Zwischenstopp in der Whangamumu Bay. Dort stehen die Überreste einer alten Walfangstation. Lediglich die Wasserrampe, ein paar Betontanks und ein verrosteter Wärmetauscher sind zu sehen. Alles ist überwachsen und verwuchert, nur die Info-Tafeln erinnern an das blutige Treiben in der idyllischen Bucht.

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Die Amigo-Crew will über Nacht hier bleiben. Wir brechen wieder auf. Nach ein paar Seemeilen haben wir Wind von achtern, perfekt um den Spinnaker zu setzen. Da ich noch nie Spi gesegelt bin, nutzen wir die Gelegenheit. Der blaurote Halbballon treibt uns gemütlich südwärts. Kaum haben wir den Spi wegen Windmangel wieder geborgen, wechselt das Wetter mit Wind bis 20kn auf die Nase. Den Spi unter diesen Bedingungen zu bergen wäre sehr schwierig geworden – Glück gehabt. 😉

Gegen Abend erreichen wir die Whangaruru Bay. Wir ankeren vor einem Campingplatz. Wegen Mangel an Schokolade an Bord (;-), macht Peter einen Landgang. Der Laden ist leider geschlossen, jedoch lernt Peter ein österreichisches Ehepaar kennen, das ihm eine Schokolade schenkt. Es stellt sich heraus, dass der Ehegatte, Peter Kubisch, Obmann des Kanu Clubs Forelle ist. Mitglied dieses Vereins ist auch der ehemalige Weltmeister Kurt Presslmayr, welcher Peters Mitstreiter an der Kanu-WM 1965 in Spittal (A) war. Die Welt ist klein – glücklich kehrt Peter mit seiner Trophäe heim.

Früh morgens brechen wir folgenden Tags auf. Trotz „Vollbesegelung“ müssen wir fast den ganzen Tag motoren. Auf den letzten 10sm, bis zur Einfahrt des Whangarei-Harbour-Beckens, können wir mit Windgeschwindigkeiten bis zu 20kn segeln. Kurz vor dem Bream Head bergen wir die Segel und fahren ums Eck, zur Smugglers Bay. Beim Landgang treffen wir auf eine Herde Rinder und geniessen die Abendstimmung bei einem Spaziergang.

Donnerstag 10. November, unsere letzte Etappe steht uns bevor. Das Wetter ist grau und regnerisch. In der Seestrasse Richtung Whangarei kämpfen wir gegen den Wind, hohe Wellen und die ausströmende Tide. Ein Rudel Delfine begrüsst unsere Ankunft im Whangarei Harbour. Nachmittags erreichen wir Port Whangarei, von welchem der Hatea River ins Stadtzentrum führt. Wegen der niedrigen Tide können wir nicht zur Marina fahren und ankern im seichten Gewässer. Schlussendlich haben wir bei Niedrigwasser nur noch 30cm unter dem Kiel. Wir beschliessen, gleich dort am Anker über Nacht zu bleiben.

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Whangarei

Schönstes Sonnenwetter begrüsst uns am nächsten Tag. Bei Hochwasser fahren wir die letzten 2 sm zur Town Basin Marina von Whangarei. Nun ist das Jahresziel von Leena und Peter, zusammen mit der Nicone am 11.11.11 erreicht.

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Die Marina liegt inmitten der Stadt. Das Marinabüro, Restaurants und Shops im viktorianischen Baustil umgeben den Hafen. Wir dürfen die erste Nacht am Willkommens-Steg bleiben und uns dann einen Bootsplatz aussuchen. Ein neuseeländischer Bekannter, Roy, überrascht uns mit einem Besuch. Wir verabreden uns zum Nachtessen, mit anschliessender privater Sightseeing-Tour.

Die Stadt hat zirka 72’000 Einwohner. Alles ist sehr übersichtlich und gut zu Fuss erreichbar. Ein Supermarkt, diverse Läden, das Touristenbüro sowie die Schiffswerkstätten sind in unmittelbarer Nähe. Die nächsten zwei Tage verbringen wir mit Einkaufen, Haushalten und den üblichen alltäglichen Dingen. Peter beginnt mit Vorabklärungen für die bevorstehenden Arbeiten. Ich meinerseits organisiere meine Weiterreise nach Auckland.

Mein letzter Tag an Bord beginnt mit einem wunderbaren Sonntagsfrühstück, wie es auf der Nicone üblich ist. Tagsüber unternehmen wir eine kleine Wanderung auf den Mount Parihaka, welcher eine fantastische Aussicht auf die Stadt und die Umgebung bietet.

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Am Abend gehen wir gemeinsam fein essen. Nach rund einem Monat lassen wir unsere gemeinsame Zeit bei einem guten Glas Wein Revue passieren.

Der Tag meiner Abreise ist gekommen: Leena und Peter begleiten mich zur Busstation, welche nahe der Marina zu finden ist. Wir verabschieden uns; ich besteige den Bus nach Auckland. Wir werden uns bald wiedersehen, an Weihnachten, in der Schweiz.

Auckland

Meine letzten zwei Tage in Neuseeland verbrachte ich in Auckland. Es gab viel anzuschauen, leider war meine Zeit etwas knapp. In Auckland leben 1.4 Millionen Menschen. Nach der Unterzeichnung des Vertrags von Whaitangi war William Hobson auf der Suche einer geeigneten Hauptstadt. Vorübergehend wählte er die Stadt Okiato, südlich von Russell. Auf Grund der schlechten geographischen Lage gründete er 1840 – zusammen mit William Cornwallis Symonds, welcher Grundbesitzer des Ngāti-Whātua-Gebietes war – die Stadt Auckland, benannt nach Georg Eden, 1. Earl von Auckland, einem Freund und Gönner Hobsons. Auckland war die neue Hauptstadt, bis 1862 Port Nicholson (heutiges Wellington) diesen Status übernahm.

Ich möchte mich in meiner Berichterstattung auf drei Highlights der Stadt beschränken:

Ein Muss für jeden Besucher Aucklands ist natürlich der Besuch des Skytower. Der 328 Meter hohe Fernsehturm bietet eine einmalige Rundsicht über die ganze Stadt. In nordwestlicher Richtung ist die grosse Harbour-Bridge zu sehen, davor der Yachthafen inklusive American’s Cup-Gelände, wo unter anderem die Schweizer Alinghi ihre Base hatte.
Nördlich des Towers ist auf die Insel Devonport zu sehen, welche auch ein beliebtes Ausflugsziel sei. Nordöstlich erstreckt sich der Frachthafen, gefolgt vom Auckland Domain Park mit dem Auckland Museum in südöstlicher Richtung. Im Süden bis Südwest liegen die Wohn- und Vorstadtgebiete. Wer genügend Mut hat, kann einen 360 Grad Sky Walk, gesichert mit Seilen, im Freien und luftiger Höhe um den Turm machen. Ich beschränkte mich auf den Stand auf eine Glasplatte. 😉

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Besonders eindrücklich ist das unmittelbar am Hafen gelegene Voyager New Zealand Maritime Museum. Der Museumsbesuch beginnt mit einem Film über die Entdeckung Neuseelands von den Maoris, welche mit Holzsegelbooten von Polynesien herreisten. Weiter zeigt die Ausstellung die Geschichte der Schifffahrt im Pazifik, die Reisen Cooks, über den Walfang, sowie der Beginn der Personenschifffahrt auf Fähren.

Ein eigener kleiner Hafen beherbergt Schiffe aus verschiedenen Zeitepochen. Eine spezielle Ausstellung ist Sir Peter Blake gewidmet, welcher im Jahre 1995 das neuseeländische Team, mit der Segelyacht Black Magic zum Sieg am 29. America’s Cup führte. Als erstes nicht amerikanisches Team verteidigten sie ihren Titel im Jahr 2000. Neben dem America’s Cup engagierte er sich als Umweltschützer. Nach dem Tod von Jaques Cousteau wurde er Vorsitzender der Cousteau Society. Am 6. Dezember 2001 kam Sir Peter Blake bei der Gegenwehr eines Piratenüberfalls auf seiner Segelyacht in Brasilien ums Leben.

Die Ausstellung „Blue Water Black Magic – A Tribute to Sir Peter Blake“ zeigt sein Leben und die Geschichte des American Cups. Im Jahre 2003 gewann das Schweizer Team Alinghi den America’s Cup gegen die Neuseeländer und holte die Regatta nach Europa. – Ein rundum gelungenes Museum, sehr empfehlenswert. Man sollte sich jedoch einen halben Tag für den Besuch einplanen.

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Auch das Auckland Museum lädt zum längerem Verweilen ein. Eine grosse Ausstellung zeigt die Geschichte der Maoris. Auch ein Versammlungshaus wie in Whaitangi ist aufgebaut.

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Über 1‘000 Exponate der Maorikultur sind ausgestellt. Weiter gibt es eine Ausstellung über ganz Ozeanien: Ein Nachbau kleiner Strassen zeigt Auckland in dessen Kolonialzeit. Die Exponate sind in den Schaufenstern der Geschäfte zu sehen.

Das Museum ist riesig und beherbergt neben zwei grossen Ausstellungen über den ersten und zweiten Weltkrieg auch noch eine Naturhistorische Abteilung. Meine Zeit reichte leider nicht aus, um alles zu sehen.

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Am nächsten Tag flog ich wieder in die Schweiz zurück. Für mich war es eine sehr interessante Zeit, welche ich mit Leena und Peter verbringen durfte. Ich habe viel erlebt und konnte mich gut entspannen und los lassen. Die Eindrücke werden mir lange in Erinnerung bleiben. Ich möchte den Beiden nochmals danken.

Der nächste Bericht wird dann wieder – wie gewohnt – vom Captain kommen.

Toby Lüscher / toby@360degrees.ch

Fahrt von West-Samoa nach Tonga

September – Oktober 2011

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Am 13. September sind wir bereit, um ein zweites Mal – Motor wieder ok – nach Tonga abzulegen.

Auf Grund der leicht unklaren Wettersituation, planen wir für die knappen 200 Seemeilen zwei Nachtfahrten mit Start um die Mittagszeit – nach anfänglichem Motorsegeln rassige Fahrt entlang der Nordküste – Spinnerwind zwischen den beiden Samoa-Inseln – anschliessend „blochen“ wir am Wind SW-wärts in die Nacht – schon bald ist klar, dass wir nur knapp zu langsam sind für einen Landfall bei Tageslicht des folgenden Tages auf Niuatoputapu (neue Kartoffel), unserer ersten Insel auf Tonga – also „bremsen“ und reffen – geplant langsam geht es bei unkonstanten Winden weiter – ständiges Trimmen nötig – um Mitternacht in der 2. Nacht passieren wir am Mittwoch 14. Sep. die Datumslinie – d.h. der Donnerstag existiert einfach nicht – es ist bereits Freitag der 16. Sep. – den Verlust können wir verschmerzen – evtl. schon bald – falls wir für 2 Monate nach Hause fliegen, holen wir den verlorenen Tag einfach mit der Reise in die „Vergangenheit“ wieder zurück (;-).

Um 01:00 passieren wir die Curacoa-Shoal – einem Anstieg aus 1500 m Meerestiefe bis auf 15 m unter der Wasseroberfläche – da hier weit und breit keine Schiffe und wir noch zu früh sind, reffen wir auf minimalste Segelflächen; lassen uns treiben und können damit beide gleichzeitig 3 Std schlafen. Bei Tagesanbruch dann Gastlandflagge setzen und Vorbereitungen für den Landfall – bei der Anfahrt der Insel Niutoputapu sehen wir von weitem einen Segler der die Insel in südlicher Richtung verlässt und werden über Funk angerufen – es ist die Su An die sich IMG_3030a Minuten nach dem Ankern.jpgverabschiedet und uns noch Infos für die nicht ganz einfache Riffpassage der Inselzufahrt gibt –  Minuten nach dem Ankern giesst es 2 Std wie aus Kübeln – Sicht null – Glück gehabt wegen Sicht in der Passage – dann kommt schon bald die Zolldame und der Immigrations–Offizier an Bord – sie wurden von einer andern SY, die soeben einklariert hatte, per Dingi zu uns gebracht – der Skipper hatte die beiden an Land abgeholt und über Funk fragten die Beamten den Skipper, ob er ihnen nicht Regenzeug bringen könnte…klar kein Problem.

Erste Eindrücke:

Nach freundlicher Abfertigung durch die Beamten werden wir von andern Yachties – 5 SY liegen vor der Insel, darunter die Sail away, für den Tag „programmiert“ – die Schlechtwetterfront hat sich verzogen.

IMG_3032a Sightseeing per Lastwagen.jpg  IMG_3046a Essen am Strand.jpg

Es gibt eine Inseltour auf der Ladebrücke eines Lastwagens mit anschliessend feinem Essen am Strand, das mit dem zweiten Insel-Lastwagen durch einen Familien-Clan gebracht wurde – ursprünglich war der Ausflug einen Tag später geplant gewesen, weil aber morgen unerwartet das Versorgungsschiff kommt – letztmals vor zwei Monaten – werden dann die beiden Lastwagen gebraucht – die Ankunft des Versorgungsschiffes ist für die Inselbewohner wie Weihnachten…
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Auf der abgelegenen Insel ist das Leben offensichtlich hinter der Zeit geblieben – einfachste Häuser und ärmliche Hütten

Viele Kinder und überall frei herumlaufende Schweine und eher scheue, aber freundliche Menschen prägen das Dorfbild.
IMG_3058a Lolly, Lolly.jpg  IMG_3060a Kindergrillpartie .jpg

Es gibt eine Gras bewachsene, selten benützte Flugpiste mit dazu gehörendem „Airport“ bzw. Hütte mit offenstehenden Türen – drinnen steht eine Batterie um das Funkgerät zu bedienen
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Etwa ein bis zwei Mal pro Jahr kommt der König nach Niuatoputapu – dann residiert er in einem gepflegten, nach unseren Masstäben, einfachen Haus.
IMG_3062a Residenz des Koenigs wenn er auf Inselbesuch kommt.jpg

Die „Tankstelle“ ist gleichzeitig Treff der Dorfjugend – hier treffen wir auch einen amerikanischen, für 2 Jahre hierher „verbannten“ jungen Missionar.
IMG_3063a die Tankstelle ist auch Jugendtreff.jpg

Auch eine Bank mit offenen Türen, damit der Wind etwas durchziehen kann, ist vorhanden mit einer freundlichen Chefin und einem Bankangestellten, wo wir US$ in Paanga-$ wechseln können – Geld benötigen wir hier nur um die Einklarierungs- und

Gesundheits-Gebühr zu bezahlen – sonst gibt es nichts zu kaufen. Die Gesundheitskontrolle wird von der einzigen Insel-Krankenschwester , einer sehr netten Dame (es gibt auf der Insel keinen Arzt) im Büro des Gesundheits-Zentrums in einem Frage-Antwort -Gespräch vorgenommen – es interessiert mehr das woher, wohin, gegenseitige familiäre Verhältnisse und dabei erfahren wir dies und jenes über die Inselverhältnisse. Die nach hiesigen Massstäben „teure“ Gesundheitsinspektion kostet 100.- Paanga (ca. 60.-CHF) für Segler, welche hier Halt machen – damit wird offenbar auch der Toyota-Pick-Up finanziert, mit dem Paia die Inselkrankenschwester uns und die Crews von 2 weiteren SY am Sonntag abholt und zur Kirche fährt – wegen der Gesänge etwas besonderes.

IMG_3073a Einlaeuten des Gottesdienstes.jpg  IMG_3074.JPG
Wie auf Samoa ist der tonganische Sonntag sehr heilig und die Menschen tragen ihre schönste Kleidertracht – in der langen Predigt vom zuständigen Kirchen-Minister von Tonga wurden wir Segler besonders herzlich begrüsst – dann werden wir von Paia wieder abgeholt – sie wollte selber nicht in die Kirche mitkommen, da sie einer andern Kirche, der Pfinstgemeinde angehöre – nach einer Rundfahrt bringt sie uns zum Pier zurück und erklärt uns, dass es nichts koste, solche Dienstleistungen gehörten zum Service.

Am Nachmittag gibt’s bei uns Kaffee und von Leena selbstgebackenen Kuchen zu dem auch die Crews Elbe und Sail away eingeladen sind – überraschend stellt sich heraus dass Elli und Bernd ihren 3.Hochzeitstag feiern und eine feine Flasche …mitbringen. Wir wollen Morgen alle 3 SY weiter zur 170 Seemeilen südlich gelegenen Vavau.Gruppe nach Neiafu weiter segeln – Beratung Wetter – Start Morgen Abend – 2 Nächte, damit Reserve bleibt bei Tageslicht.

Trotz oder wegen der bescheidenen Verhältnisse hat es uns hier sehr gut gefallen

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Weiter zur Vavau-Inselgruppe

Am 19. September morgens ausklarieren – Windgenerator gecheckt – funktioniert nicht mehr, weil die Enden der drei Rotorblätter abgebrochen sind als wäre eine Leine evtl ein Vogel? hineingeraten – später meinte ein erfahrener Weltenbummler, dass es auch ein fliegender Fisch hätte sein können – so hoch!? – d.h. also weniger Energie bis Neuseeland – Ersatz vorher ist ausgeschlossen.

Das Wetter sollte die nächsten Tage recht gut sein.

IMG_3485a Sail away gleich auf kurz nach Start in Niuzoputapu.jpgWir starten – 3 SY, die Elbe, Sail away und Nicone in einen schönen Abend – hier die Sail away gleich auf kurz nach Start in Niuatoputapu – jedoch bereits 5 Stunden später ist fertig lustig – zunehmende Bewölkung mit stark drehenden, zu- und abnehmenden Winden, dazu Squolls mit Böen und Regen – Fortsetzung am nächsten Tag mit wenig Wind – trimmen – umtrimmen – als der Wind endlich etwas stabiler ist, wird er zunehmend stärker und kommt auf die Nase – mit Motor und gegen die Wellen geht es in die zweite Nacht – die Elbe meldet über Funk, dass der Motor zeitweise aussetzt – wir verlangsamen und bleiben in unmittelbarer Nähe um allenfalls Schlepphilfe leisten zu können – Werner von der Sail away, die etwas voraus ist, gibt Ratschläge via Funk – das Problem „verstopfter Feinfilter“ konnte gelöst werden – noch bleibt die Elbe direkt neben uns bis klar ist, dass der Motor keine weiteren Aussetzer hat. Inzwischen haben Wind und Wellen gegen an weiter zugenommen – sollen wir weiter die ganze Zeit (ca 18 Std) motoren?

Um Mitternacht entscheiden wir uns für Aufkreuzen bzw. Segeln statt Motor – dies ist angenehmer auch wenn es eine Nacht länger dauert – wir machen einen weiten Schlag von 33 Seemeilen SE-wärts bevor wir am folgenden Morgen wenden – dann auf Beinahe-Anliegerkurs den ganzen Tag unter stark gerefften Segeln, hart am Wind bei rauer See, Regen und 20 – 28 Kn Wind der Vavau-Inselgruppe entgegen – keine Kaffetour aber zweckmässig geht es in die dritte Nacht – wir rechnen mit zwei weiteren, relativ kurzen Kreuzschlägen bis zur Einfahrt in die Inselgruppe auf deren Leeseite. Daraus wurde nichts – der Wind drehte zur selben Zeit brüsk – somit wieder auf die Nase – also doch noch Motor.

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als es hell wird fahren wir in den geschützten Inselbereich und legen das Boot im Hauptort Neiafu an eine Muring – Erleichterung, besonders bei der Bordfrau – was sogar der Skipper versteht.

Kurzrückblick:
Die Wetterprognosen waren gut für die 180 sm (daraus wurden 225 sm) – leider stimmten sie überhaupt nicht – im Nachhinein wurde eine Konvergenzzone dafür verantwortlich gemacht – merke: Wetterfritzen sind nie die Bösen – sie sind auch nicht zu eruieren – es sind die Computermodelle…
Entscheid Segeln statt Motor mit einer zusätzlichen Nacht war zweckmässig.
Nicht nur wegen des Windes, auch um nicht zu früh in der dritten Nacht anzukommen ( zu riskant ) haben wir stark gerefft. Dabei musste das Boot so getrimmt werden, dass es noch in genügender konstanter Fahrt gegen die Wellen gehalten werden konnte.

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In der bekannten und geschützten Ankerbucht von Neiafu liegen ca 80 SY – fast alle auf dem Weg nach Neuseeland oder Australien, darunter viele bekannte – gleich 6 Dingis kommen im Laufe des Vormittags herbei um uns zu begrüssen.

Noch mit etwas „Kater in den Knochen“ Boot klarieren – Dingi pumpen, wassern, Aussenborder montieren – Landgang zu Immigration und Zoll – auf dem Rückweg Wiedersehen mit weiteren bekannten Yachties – etwas Schlaf nachholen, dann ist bereits Treff bzw Pizza-Essen mit fünf andern Crews – einer unserer deutschen Freunde hatte bereits in einem Restaurant Platz reservieren lassen (nötig wegen vielen Gästen die die Rugby-WM am TV sehen wollen) und zusätzlich hat er dabei einen billigeren Bierpreis ausgehandelt (;-) – trotz Regen war es ein geselliger, schöner Abend.

Am anschliessenden Freitag weiterhin trüb und Regen wie aus Kübeln – sind wir eigentlich in der Südsee oder am trübsten Novembertag zu Hause?… also lesen, kochen, Computer, Fotos ordnen, Logbuch, Aufbereitung Reisebericht, dazwischen Service-Arbeiten Motor.

Die folgenden Tage sind mässig schön und bringen dies und das – Einkauf, besonders Früchte und Gemüse – Inselwanderung mit Freunden – Besuch bei Günter im Schweizer-Restaurant, wo es feine Rösti gibt – hören am Funk von einer Schweizer-SY, welche „Wasser macht“ (offenbar Riss neben dem Kiel des Stahlbootes) und alle zwei Std mit der Handbilgenpumpe geschöpft werden muss… – treffen hier auch Frank, dessen Yacht wegen gerissener Muring in Palmerstone aufs Riff gesetzt wurde und als Wrack endete. Es geht ihm natürlich nicht gut – er wurde zur Weiterfahrt von einer andern Yacht aufgenommen – wegen heftigen Magenproblemen kann ich nicht an einer „Bergtour“ auf einen 140m hohen „Hügel“ teilnehmen und bekomme von Walter von der SY Double Moon Medikamente und Manuka-Honig.aus Neuseeland. Walter ist zur Zeit Alleinsegler und überzeugter Schulmediziner mit starkem Hang zu Naturheilmitteln. Er schrieb ein bekanntes Büchlein über das Wundermittel Teebaumöl, wovon er mir etwas gibt – bin anderntags wieder einigermassen fit und helfe ihm beim Bunkern seines Bootes. Er schätzt Gesellschaft „allein segeln ist nicht alles“ wie er meint. Er ist froh wenn er Bundaberg in Australien erreicht. Dort will er nach vielen Jahren mit Segeln aufhören und das Boot verkaufen. – Jetzt hat es Leena mit einer starken Erkältung erwischt. Sie hat während Tagen kaum noch eine Stimme… was Wunder bei dem speziellen Südsau- sorry Südsee-Wetter der vergangenen Woche.
IMG_3676a Schueler-Blasmusik Neiafu.jpg  IMG_3681a  auf der Suche nach Leckerem bei Ebbe.jpg   IMG_3684a Riesentapa - Bilder auf Baumrinde.jpg
IMG_3685a Neben guter Roesti gibt es beim Schweizer Guenter auch Mahimahi .jpg

Es folgte endlich wieder eine Schönwetterphase:

Walter hat abgelegt nach Fiji, Vanuatu, Australien – „gute Fahrt Double Moon, nächster Treff bei Dir als Landratte auf Ibiza – wie abgemacht!“

Wir haben noch 2 ½ Wochen Zeit bis Neffe Tobias in Tongatapu, auf der südlichsten Tonga-Inselgruppe zu uns stösst, um mit uns nach Neuseeland zu segeln.

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Vorerst besuchen wir die schönen Ankerplätze der Vavau-Inseln. Der Tonga-Guide für Segler ist dabei ein unerhört guter Begleiter und beschreibt ausgezeichnet die Fahrten, Gefahren und Geschichtliches der Inseln, Buchten und Orte.

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Es ist wirklich ausserordentlich idyllisch an diesen Plätzen – mal kommen zwei Frauen im Auslegerkanu vorbei, ob wir am Strand essen möchten, sie würden kochen – sie machen keinen Preis, wir könnten auch etwas tauschen oder einfach etwas geben nach Gutdünken – man stelle sich so etwas zu Hause vor! – mit der Elbe-Crew sagen wir zu – machen am Abend einen Dorfspaziergang und essen dann am fein gedeckten Tisch mit vielseitigem Essen am Strand
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Dominica leistet uns derweil Gesellschaft, erzählt vom Inselleben und verscheucht Mücken – einmaliges Ambiente, persönlich und unvergesslich. Wir haben für ihre Kinder die auch am Strand sind Farbstifte und Papier und geben ein angemessenes Entgelt – sie ist freudig überrascht als ich ihr dann noch ausgedruckte Fotos gebe – Fotos die ich vorher mit ihrer Erlaubnis von ihr selber machte und auf dem Boot ausdruckte.
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An einem speziell prächtigen Ankerplatz der nur bei ruhigen Wetterverhältnissen – die haben wir – benützt werden sollte, liegen wir zwischen zwei Inseln hinter einem Riff in türkisfarbigem Wasser mit 3 andern SY

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Beim Schnorcheln innerhalb des Riffs habe ich eine Begegnung mit einem weissen Manta, der voraus schwimmt und ein paar Mal wieder in meine Nähe zurück kommt – erwische ihn mit dem Fotoapparat – super – gehe andern Tags auf die Riffaussenseite zum Schnorcheln und staune einmal mehr über die prächtige Unterwasserwelt mit verschiedenen Korallen und einer Vielfalt von grossen und kleinen Fischen.
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Es sind herrliche Stunden und Tage hier beim Lesen (zur Zeit „die See gehört mir“ von Uwe Röttgering – gut mit einer Prise Selbstironie), Baden, Schnorcheln – leider nicht für Leena, welche immer noch erkältet ist .

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über Funk laden die Southern-Cross-Net-Betreiber (vorab Yachties aus NZ) persönlich zu einer Party an einem bestimmten Ankerplatz ein – es ist für viele die am Funknetz teilgenommen haben eine Gelegenheit, sich mal zu sehen statt nur zu hören, da schon bald nach Ankunft in NZ das Funknetz aufgelöst wird. Man soll verkleidet erscheinen – hm…- etwas zu essen und Trinken mitbringen – pot luck (Glückstopf) eben – man isst dann wonach man Lust hat

IMG_4043 a.jpgEs wurde ein geselliges Treffen am Strand mit Liedern am Lagerfeuer in vielen Sprachen – die beteiligten Nationen waren u.a. aufgefordert ein Lied aus der Heimat vor zu tragen – das ergab ein lustiger Mix – mit „es Burebüebli mag i ned…“ nur erster Vers, dafür laut – und es verstand es ja niemand sonst – lösten wir entgegen meinen Befürchtungen etlichen Beifall aus – bleibt anzufügen, dass ich im Gegensatz zu Leena kein Sänger bin, aber was nicht ist …(;-). Es ist auch etwas Melancholie im Spiel – geht doch für viele Weltumsegler in NZ ein jahrelanges Seefahrerleben zu Ende – dies wird noch durch einen Iren verstärkt, der hervorragend Gitarre spielt und ein begnadeter Sänger und Interpret ist. Ein gelungenes Fest!

IMG_4045 a.jpgMehrere Segler haben in den letzten Tagen direkt vor der Küste Wale gesichtet – wir fahren hinaus und haben Glück – es ist schon ein Schauspiel diese Meeresriesen, teils mit Nachwuchs zu beobachten – bald werden sie wieder auf Wanderschaft südwärts gehen, nachdem sie hier in den warmen Gewässern ihre Jungen zur Welt gebracht haben.

Zurück an unserem Lieblingsankerplatz reinige ich noch das Unterwasser – mit dem Free-Dive-Gerät kein Problem – am nächsten Morgen entdecke ich beim Routine-Motor-Check etwas Diesel in der Bilge – auf der Suche nach dem woher ist die Ursache eine leckende Hochdruckleitung – nicht einfach zu reparieren, wenn überhaupt! – wieder ein mal werden dadurch unsere Pläne und Absichten in Frage gestellt… – Fahrt zurück nach Neiafu, um dort festzustellen, dass auch noch das Hilfsruder des Windfahnenpilots, das am Morgen noch vorhanden war, einfach fehlt… es muss auf der Fahrt abgefallen sein – Suche zwecklos – erzähle es den finnischen Bootsnachbarn – sie haben die gleiche Windfahnensteuerung – worauf sich herausstellt, dass ihnen vor kurzem dasselbe passiert ist !

Der Lieferant in Hamburg macht Vibration dafür verantwortlich… er will sofort ein neues Ruder per Luftfracht nach Tongatapu senden…natürlich gegen Bezahlung. Für die Reparatur der Dieselleitung finden wir einen „Spezialisten“ der die Leitung im dritten Anlauf so hart löten kann, dass sie provisorisch hält – jedes Mal liegt ein Test und ein Tag dazwischen – lasse sicherheitshalber noch eine zusammen gebastelte Leitung herstellen, die wiederum beim Anschluss leckt…versuche noch, ob Tobias eine solche aus der Schweiz bringen kann – er kommt in einer Woche zu uns – leider ohne Erfolg.

So trüb wie das Wetter sind zur Zeit unsere Gedanken – kommen wir heil nach Neuseeland, wo es alles gibt und Reparaturen kein Problem sind? Die Analyse beinhaltet vorab mangelnde Energie – fraglich funktionierende Ankerwinsch – hält die rep. Dieselleitung und damit der Motor als Energielieferant? – Windgenerator wegen defekten Rotorblättern unbrauchbar – Benzingenerator funktioniert nicht wegen Starterleine die nicht zurück gezogen wird – erhalten wir (rechtzeitig) ein Ersatzruder für den mechanischen Windfahnenpilot? oder müssen wir die 1000 Seemeilen bis Neuseeland von Hand steuern weil nicht genügend Energie für den automatischen Windpilot zur Verfügung steht? Was kommt als nächstes? Dazu hat Leena immer noch mit starker Erkältung und ich teilweise mit Rückenschmerzen zu kämpfen… eigentlich alles (noch) nicht wirklich bedrohend… aber… wir arbeiten an der Sache und hoffen auf bessere Tage.

Am 13.10. – andere starten weder an einem 13. noch an einem Freitag – legen wir zu der am südlichsten gelegenen Tonga-Insel-Gruppe ab, und planen entsprechend Wetter nach 100 Seemeilen einen Zwischenhalt auf der Haapei-Inselgruppe.

Wir kommen mit Ostwind gut voran und als wir die Vavau-Inselgruppe verlassen, sehen wir in einigem Abstand wie ein Walfisch drei Mal aus dem Wasser springt, sich dabei dreht und auf den Rücken wieder ins Wasser platscht – nach Bestimmung der Art haben wir es mit einem Orca zu tun – wow! welch ein Schauspiel!

Um elektrische Energie zu sparen steuern wir von Hand – dann in der Nacht stelle ich beim Steuern fest, dass ich praktisch nichts selber machen muss – das Steuer macht leichte Bewegungen nach links und rechts kommt aber immer wieder in die Ursprungsposition zurück – dann unglaublich aber wahr – ich lasse das Steuer ganz los – die Nicone steuert selbständig! – traue der Sache noch nicht, aber dann macht sie während fast 2 Stunden brav ihren Weg und dies ohne autom. Pilot wie auch ohne menschlichen Einfluss und ohne mechanischen Windpilot – offensichtlich mit gutem Trimm – als wollte sie sagen: ich finde den Weg auch alleine… nicht zu vergessen, das Ganze bei 17 Kn Wind, Böen bis 21Kn und Wellen von 2.5m! wunderbar!

Dann am nächsten Morgen Anfahrt zwischen Riffen zur kleinen Hafeva-Insel auf Haapei, wo bereits die dänische SY Dana liegt – später folgen noch 3 weitere. Nach einer ruhigen Nacht gab’s schon vor dem Frühstück blasende Wale in der Bucht zu sehen.

IMG_4094a auf Hafeva, Hapai-Group.jpges folgte eine heftige und andauernde Front und brachte die Boote am Anker zum Tanzen, weshalb wir den Tag und eine weitere Nacht dort verbringen, derweil es draussen stürmt und die Wellen ganz schön übers Riff hereindonnerten. Mache mit Schnorchel noch einen Ankercheck bei der Nachbaryacht und bei uns – sieht gut aus.

Statt Inselbesuch wegen windigem Regenwetter demontiere ich den Benzingenerator – mit Leenas Hilfe kann ich den Rückzug der Starterleine reparieren – das, was die Werkstatt in 3 Anläufen nicht fertig brachte, machte mich ganz schön stolz. Nun ist er wieder einsatzfähig – das Energieproblem ist insofern ein Stück weit gelöst.

Am Sonntag ist das Wetter wieder ganz passabel – weil wir erst am Nachmittag ablegen wollen, statten wir der Insel, zusammen mit der Crew der finnische SY KasteHelmi (Tau-Perle) einen Besuch ab.

Interessanterweise liegt das Dorf auf der windwärts (Ost) gelegenen Inselseite – wir kommen am Friedhof mit bemerkenswerten Gräbern vorbei – die meisten Leute kommen gerade vom Kirchenbesuch und tragen die besten Kleider – es gibt für die wenigen Einwohner vier verschiedene Kirchen.
IMG_4121 am Friedhof von Hafeva vorbei.JPG  IMG_4124a kommen vom Kirchbesuch.jpg  IMG_4125a fragen uns nach woher , wohin.jpg

Start am Nachmittag mit Nachtfahrt nach Tongatapu – mit leichten Winden aus östlichen Richtungen wird es eine ruhige Fahrt

Nach 80 sm ankern wir in der Bilderbuch-Ankerbucht Pangeimotu etwas abseits von Nukualofa der Haupstadt Tongas – hier ist das Ressort von „Big Mama“ – die Eignerin sieht auch so aus und nennt sich selber so – ihr Mann will sich um meine Dieselleitung kümmern.
IMG_4136a dass es nicht immer so schoen ist hier, davon zeugt das bei Sturm gestrandete Wrack.jpg  IMG_4130a Bilderbuch Ankerbucht Pangaimotu, Nukualofa Tonga.jpg  IMG_4169a Big Mamma.jpg

Mit dem Wassertaxi geht es nach Nukualofa zum Einklarieren – der Machotyp vom Zoll wird freundlicher, als ich ihn frage, ob er wisse dass die Kinder des tonganischen Königs in der Schweiz zur Schule gingen (;-)

Via Sailmail erreicht uns eine Schreckensnachricht – Stefan vom Segelcat Bayu wurde offenbar von einem Einheimischen auf Nuku Hiva zur Jagd eingeladen und ermordet – wir können es nicht fassen, kennen wir ihn und seine Freundin doch persönlich von Begegnungen in Cuba und später wieder auf Caiman Island. Kommt hinzu, dass wir selber mit Feunden an Kultorten mit kanibalischer Vergangenheit in der Nähe der schönen Anoa-Bay waren, wo es geschehen sein soll, wie spätere Zeitungsartikel melden.

IMG_4198a Tobias.jpgAm 18.10. trifft mit dem Abendflug aus Auckland Neffe Tobias ein – kaum angekommen , schon beim Schnorcheln am Wrack – er wird uns nach Neuseeland begleiten – es wird seine dritte und bisher längste Seereise mit der Nicone sein – mit Tobias erreichen uns neben persönlichen Nachrichten und Fotos von zu Hause auch feine Sachen – schon lange gab’s keine oder keine gute Schockolade mehr – jetzt ist sie da und im nu verringert sich die Anzahl der edlen, mit Kirsch gefüllten „Luzärner-Rägetröpfli“… (;-)


Der nächste Bericht folgt von Tobias selbst, der über die Weiterreise aus seiner Sicht berichten wird.