Zum Port of entry – und so geht das:
Ein etwas komisches Gefühl begleitet uns schon beim bevorstehenden Behördengang, haben wir doch diesbezüglich schon einige Erfahrungen der besonderen Art gemacht in unserem früheren Leben. Natürlich wollen wir unsererseits auch alles korrekt erledigen, wie sich’s halt so gehört.
Gemäss Törnführer-Bibel kann das Einklarieren für Boote, welche Griechenland von Italien her anlaufen, in Korfu (Stadt) oder in der Marina Gouvia erfolgen – die Behörden sind beiderorts vertreten – dabei wird die Marina Gouvia als besser geeignet empfohlen – also steuern wir diese an, wohl wissend dass der Marinaaufenthalt teuer ist – aber was soll’s, wenn wir dabei alles vor Ort erledigen können – denkste!
Beim Check-in warten wir in der Kapitanerie erst mal auf den Marinero, der unsere Papiere, die er uns vor geraumer Zeit abgenommen hatte, dorthin bringt. Neben uns bekommt ein Gast, der für ein Anliegen offensichtlich mehrmals vorher telefoniert hat, fast Zustände, weil ihm die Empfangsdame lächelnd mitteilt, dass niemand etwas wisse oder zuständig sei – der Mann tut uns leid aber wir sind ja nicht selber betroffen …
Nach Erledigung der umständlichen Anmeldung mit erwarteter teurer Liegeplatzgebühr, erkundige ich mich nach den Büros des Zolls und der Polizei – ohne Frage hätte man uns nichts gesagt – aber dann wird uns mitgeteilt, dass wir dies in Korfu erledigen müssen, hier sei nur gelegentlich jemand da, der das könne … aber wir könnten ja ein Taxi für 10 Euro nehmen; mit dem Bus sei es auch möglich, aber es wäre dann noch ein gutes Stück zu Fuss …schön ruhig bleiben … wir nehmen das Taxi um die Sache noch heute zu erledigen; wer weiss ob dies morgen Sonntag möglich wäre. Das Taxi kommt prompt, kostet aber 15 Euro, bringt uns dafür bis vor die Tür der Port-Police. An der Reception erklärt uns ein Polizist freundlich wir sollen in einer Stunde wieder kommen, der zuständige Beamte der das könne, sei erst dann wieder da … als er sieht dass wir enttäuscht sind, fragt er ob dies ein Problem sei … ja schon, aber … schön ruhig bleiben …also gehen wir Kafeetrinken … ist nicht so einfach, da wir uns in einer Einzäunung der Behörden befinden, wo’s zu den Schiffen geht aber kein Kaffee erhältlich ist … also warten, was mich veranlasst diese paar Zeilen zu verfassen … um schön ruhig zu bleiben und die Zeit zu verbringen – die Stunde ist ja bald um und dann ist der Mann der das kann ja sicher dort …
Ja, ist er! Nach Durchsicht unserer Papiere und Erledigung eines diesbezüglichen Telefons, teilt er uns freundlich mit, dass wir zuerst zur Passkontrolle zum Zollgebäude gehen müssen … schön ruhig und freundlich bleiben – wir können das – haben wir ja (heute) üben können. Wir wissen wo das Gebäude ist; bei der Suche nach einem Kaffee sahen wir es – es befindet sich am andern Ende der Einzäunung – was das soll? Die Polizei da, der Zoll dort, fast 1 Km entfernt – die Strecke machten wir in der nachmittäglichen Hitze bei 33° C vier (4!) mal. Nun, der Zollbeamte machte Kopien von unseren Pässen und entliess uns zurück zur Polizei. Diese fragte, weshalb wir keinen Stempel bekommen hätten, was wir nicht wissen können; also fragt er per Telefon nach; ist offenbar ok – Er ist zuvorkommend freundlich mit uns ( wir sind es ja auch) und nach weiterer Durchsicht unserer Pässe und Bootspapiere inklusive Crewlist erhalten wir das “PRIVATE PLEASURE MARITIME TRAFFIC DOCUMENT“ – es ist fast eine Ehre dies zu erhalten; 1 Jahr gültig; muss in Häfen vorgewiesen werden – er macht uns darauf aufmerksam, dass uns dabei nicht mehr als 88 Cents verlangt werden dürfen (offenbar wissen das nicht alle Hafenautoritäten). Dank Finnischer Flagge und EU-Kompatibilität – meiner Finnischen Frau mit entsprechendem Pass und den Finnen sei Dank – kostet die ganze Sache nur Euro 52.23. Es wird gemunkelt dass es mit Schweizer Flagge
und “nur“ Schweizerpass kompliziert geworden wäre … da haben wir ja Glück gehabt und nur gerade einen (Samstag-) Nachmittag aufwenden müssen …