08. Juni 07 Protokoll der Adriaüberquerung von Otranto Italien nach Othonoi Griechenland … motoren …

leenapeter

Nach einem Monat auf See.

Am späten Nachmittag des Vortages beim Italienischen Zoll an- bzw. abmelden. Anmelden deshalb weil es die Kollegen in Vieste (Nationalfeiertag) und in den weiteren Orten offenbar einfach nicht interessiert hat. Der Beamte nimmt’s gelassen und amüsiert sich dabei sogar. Dann werden wir noch zur Polizei in der Stadt geschickt für die Passkontrolle – diese wissen offenbar auch nicht so recht weshalb wir zu ihnen geschickt wurden und wollen dass wir morgen um 1600 Uhr nochmals vorbeikommen um uns abzumelden. Als wir ihnen erklären dass wir nicht um 0400 nachmittags, sondern in der Früh ausfahren wollen, geht alles schnell und wir werden freundlich verabschiedet mit den besten Wünschen für eine gute Überfahrt.
„Same procedure as 1 week before“ wenn wir von Kroatien nach Italien kamen:

03.30 Aufstehen – Check Motor, Karten, Navigationsinstrumente, Wetter, Orientierung Hafenausfahrt.

03.50 Ablegen und ciao bella Italia04.15Halbmond und (noch?) ruhige See; Kurs 115°04.45Aufkommender Wind mit 3 – 4 Beaufort – leider zu stark auf die Nase – Aufkreuzen     wäre zu aufwendig. Die See
ist unruhig und hat Dünung.

05.05 Fast aus dem Nichts – es ist stark diesig – begegnet uns eine Segelyacht auf Gegenkurs in 1 sm Abstand.
Es gibt einen ersten Kaffee und „Schnitten“

05.15 Im Grau des Morgens dann eine Begegnung der eher mystischen Art mit einem Tanker in 1 sm Abstand – Kontrolle
mit beinahe stehender Peilung und Vergleich am Radar.05.35die Sonne startet hinter den Wolken – ob sie sich wohl duchsetzt?

06.00 Leena geht schlafen.0615nachdem der Kurs vor _ Std um 5° nach Backbord korrigiert werden musste, muss er nun um 7° nach Steuerbord
korrigiert werden, was auf Strömung hinweist.06.300645    mit dem erhofften Segeln wird wohl nichts – Windrichtung SE hält an, d.h. auf die Nase, während der Wind
etwas nachlässt und der Seegang etwas zunimmt.06.45Wetter Dubrovnik-Radio über UKW Ch. 7 engl. abhören – sieht gut aus für uns

07.00 stündlicher Logbucheintrag – haben 1/3 der Distanz bis zur 1. griechischen Insel Othonoi, wo wir in die Anker-
bucht Ammos anlaufen wollen.07.20Leena übernimmt die Wache – ich gehe „tauchen“ (dösen)08.00Begegnung mit Kreuzfahrtschiff „Superstar“08.20In der Nähe springen grosse und kleine Delphine – wunderbarer Anblick – wir sind ca. Mitte Adria: sind es nun
ital. od griech. Delphine?

08.40 Frachter in ca 1 sm parallel stb vorbei – näherte sich schnell – Peter wieder auf Posten.

09.10 zum Frühstück spezial: Spiegelei, Schinken, Müesli und Kaffee.09.50Kreuzen Ketsch in ca 1 sm Abstand – versuche vergeblich sie über Funk anzurufen.
Insel Othonoi kommt in Sicht – Zeit die Ital. Nationale zu streichen – die Griech. fehlt

10.30 nochmalige Suche nach der Grienlandflagge bleibt ergebnislos – hoffentlich ist niemand beleidigt wenn wir ohne
Gastlandflagge kommen. Da uns die genauen Papierkarten vom nördlichsten N des Ionischen Meeres fehlen,
fahren wir nach Computerprogramm und drucken die entsprechenden Kartenausschnitte aus – wichtig wegen
Untiefen die uns erwarten bei der Buchteinfahrt von Ammos.

11.00die 400 m hohe Insel erscheint nun sehr nahe, obwohl es noch ca. 1 Std dauert bis zu deren SW-Ecke.12.00Leuchtfeuer S Bb 1/2 sm quer ab –  bis hierher hat uns der autom. Pilot zuverlässig geleitet – mal sehen ob dies von Hand bei der Anfahrt von Ammos ebenso gut geht

12.20 um die Griech. Zeit, d.h. 1320 Uhr (Griech Sommerzeit = OEZ bzw. UTC + 3 h) sind    wir vor Anker fest im verlassen scheinenden, aber schönen Ort Ammos, wo am Kai noch 2 weitere kleine SY mit Deutscher Flagge liegen. Den Nachmittag verbringen wir mit Baden bei 22° C und glasklarem Wasser; Landgang mit Dingi – dabei kann ich einem
Deutschen Segler eine Griechenlandflagge abkaufen!; Kaffee in Strandbeiz; Dorf und Umgebung entdecken; Einkauf im Dorfladen, dann retour zum Boot, das noch eine Aussendouche mit Seewasser nötig hat. Abendessen und planen des morgigen Tages: Anlaufen eines Port of entry.

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