Woche 10 / 03. – 09. März 08

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Etwas weniger hektisch – gleichwohl aufregend

Weiterhin wohltuend warmes Wetter um 20° C – einmal sogar 25° C
Es ist etwas ruhiger zu und her gegangen in diesen Tagen, und wir  erholen uns auch etwas von der hektischen Arbeit der letzten Zeit. Dennoch wollen wir noch so einiges anpacken bevor wir Marmaris verlassen. Es ist auch ein Platz, wo man praktisch alles fürs Boot erhält. Viele Marineläden bieten Ware, z.T. gleiche für unterschiedliche Preise an. Im Industrieviertel – 15 Min mit dem „Supertoni“ – unser Minifahrrad ohne Gänge – gibt es Dutzende Kleinbetriebe die sehr leistungsfähig sind und alle Spezialarbeiten verrichten können. An den meisten Orten offerierte man mir feinen türkischen Schwarztee, während ich auf etwas, das gerade für mich angefertigt wurde, wartete. Eine interessante, lebendige kleine Welt für sich, wo es praktisch keine Frauen gibt. Eigentlich schade.
Leena erledigte viele Dinge im Boot drinn. Gemeinsam haben wir die gewichtigen Segel, die zum Waschen und zur Ueberholung vom Segelmacher zurück kamen, angeschlagen, was bereits etwas Vorfreude auf kommende Fahrt auslöste. Selber machte ich mich am Rigg, an Beschlägen und Teile die noch montiert werden mussten, zu schaffen. Tönt einfach, hatte es aber teilweise in sich – ich glaube nun zu wissen, weshalb der Schlosser die beiden extra angefertigten Beschläge für die Umlenkung der Spinakerschoten nicht selber montieren wollte: Löcher in das neue Deck zu bohren ist wie Bohren in eine neue Zimmerwand um ein Bild aufzuhängen. Es sollte dann passen und wehe wenn sich darunter z.B. eine elektr. Leitung befindet. Also messen, dann Heizschutzwand entfernen – könnte gehen – mit Verrenkung würde ich es schaffen.
Dabei entdecke ich Späne, Unrat, und ein frei schwebendes def. Kabel. Muss wohl noch von Decksarbeiten und Aenderungen an der Reling herrühren. Wohin führte das Kabel ursprünglich – etwa zur Heckleuchte – richtig, aber das andere Ende ist im Rohr der Reling drinn – also Heckleuchte entfernen, neues Kabel besorgen und einziehen, Heckleuchte anschliessen und wieder an Reling montieren, dann beide Kabelenden zusammen führen, korrosionsdicht verpacken, fertig. Mindestens die Heckleuchte funktioniert wieder. Damit bin ich aber noch nicht weiter mit den Beschlägen: Löcher bohren – komme aber mit der Bohrmaschine wegen andern Teilen nicht ganz in die richtige Position, weshalb die Löcher leicht schräg werden und dadurch die Gegenplatte ausgebohrt werden musste. Mein Fluchen und Rumoren veranlasste Leena auf dem Boot zu bleiben statt Einkäufe zu machen. Das war gut so, denn sie konnte mir viele Handreichungen machen und gleich meine Handverletzung pflegen – wie gut, wenn die Bordfrau auch mal Krankenschwester war! Also weiter – was wollte ich eigentlich machen? – aha ja, Dichtungsmasse aufbringen, mit Verrenkung ebenfalls auf der Bootsinnenseite und Gegenplatte mit Muttern befestigen. Dabei fällt natürlich eine herunter und verschwindet in den Tiefen der Backskiste – Suche , fluche, neue Verrenkung, dann ist der erste Beschlag montiert, juhui – aber der zweite wartet auch noch. Noch schnell (habe ich gedacht) die hervorquellende Dichtungsmasse auf Teak und an Händen entfernen – schon mal ausprobiert? Nein? Sollten Sie aber unbedingt… beim zweiten Beschlag war ich vorgewarnt, schaffte es aber recht gut, hatte die Verrenkungen ja auch schon trainiert. Nur, nachdem ich die Dichtungsmasse anbringen wollte… usw.  – so gehen Stunden und Tage dahin – also was soll’s? habe ja Zeit… und erlebe was!
Ich nehme an Sie kennen das: aus der einen Sache gibt es zwei, dann drei – das ist dann der Grund, weshalb die „to do“- Liste länger statt kürzer wird.
Aber am Samstagabend, nachdem auch die 11 Bordwinschen alle überholt und neu geschmiert sind, freuen wir uns auf den ersten Test-Ausflug morgen Sonntag.
Bei herrlichem Wetter und 3-4 Bf vormittags, sowie 4-6 Bf nachmittags segeln wir Richtung Rhodos – geniessen den Wind in den Haaren und testen das Boot und besonders das Rigg, das spätern noch etwas nachgestellt werden muss. Unter anderem wird auch bei starken Böen nicht gerefft, so dass sich die NICONE bis 35° beim Hart am Wind-Kurs legen kann. Alles ok zur Feude unserer zwei Gäste und uns selbst.

Impressionen – Woche 10 / 03. – 09. März 08:

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