Australien – im Süden von Tasmanien und wieder Aufbruch nordwärts

Besonderes Land mit speziellemCharakter

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Am15. Januar bin ich mit dem Australier John, ebenfalls Segler, vonEden im Südosten Australiens über die Bass Strait nachTasmanien gesegelt und nach Zwischenhalten in FlindersIsland, Wineglass-Bay, Spring-Bay, Port Arthur undHobart in Kettering

gelandet, wo ich das Boot fürWartungsarbeiten am 1.Februar auswasserte.

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Nun bin ich also im Süd-Osten von Tasmanien, einer der schönstenGegenden Australiens, mit freundlichen Leuten, denen man vertrauenkann, so die Aussagen von Aussies und speziell von Seglern, Fischern,Küstenbewohnern… und recht haben sie!

Tasmanien mit 68‘000 km2 Fläche(Schweiz 41‘000 Km2) hat 500‘000 Einwohner; davon leben 200‘000in der Hauptstadt Hobart und naher Umgebung…“wenige Leute inweiter Landschaft“ – Angelo, der unsere neue Bootsheizunginstallierte, sagte es so: Bruny-Island, eine unerhört schöne(Ausflugs-) Insel gleich vor der Tür, hat etwa die gleiche Flächewie Singapur mit dem Unterschied, dass Singapur ca. 2 MillionenEinwohner und Bruny Island ca deren 200 hat.

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AusSeefahrersicht gibt es häufige abrupte Wetterwechsel mit starkenWestwinden, welche auf diesen Breitengraden der Roaring Forties vomfernen Patagonien her nach 4500 Seemeilen erstmals auf Land treffenund dadurch oft stürmische Verhältnisse schaffen.

Segeln in Tasmanien ist wie der Umgangmit einer launischen Schönheit – vor lauter Betörung inprächtiger Umgebung kann man leicht vergessen, dass die Schöne auchganz kratzbürstig sein kann. Dies sowohl Offshore wie auch in denInnerküsten-Gewässern.

Nicht vergebens sind Wind-Stärke,Böen, Richtung, Wellenhöhe und Schwell, sowie die ständig von Westnach Ost durchziehenden Hochs und Tiefs mit ihren Fronten täglichesThema in den Medien, bei der Bevölkerung und besonders bei den amund auf dem Wasser lebenden Menschen.

Tasmanien geht es zur Zeitwirtschaftlich nicht besonders gut – weil der australische Dollarhoch ist, bleiben viele Touristen aus; der Export von Holzchips nachJapan – bis vor kurzem eine wichtige Einnahmequelle – liegtdarnieder – viele Häuser und Landstücke stehen zum Verkauf.

Ebenfalls leidet Tasmanien immer nochunter dem Erbe der dunklen Vergangenheit bzw. wegen der durch dieEuropäer hierher gebrachten Verbrecher und der Ausrottung derUrbevölkerung durch die Briten.

Tasmanien undspeziell der schöne Südosten ist das Land der Früchte, Blumen,Rebberge, der vielen Inseln, lauschigen Buchten und Seewege, welche die Namen berühmter Seefahrer tragen wie Abel Tasman, Fourneaux,Marion du Fresne, Bruny D’Entercasteau, Bass, Flinders, Franklin,Cook, Bligh, Hayes und viele mehr – alle waren sie da. Franzosenund damaliger Erzfeind England zeigten Interesse für dieKolonialisierung. Im Hafen von Hobart liegt heutzutage ein Nachbauder „Lady Nelson“ , welche 1803 unter englischer Flagge 8Soldaten, 24 Strafgefangene und 6 freie Siedler zum Derwent-River(nahe Hobart) brachte – die erste europäische Besiedlung begann –intensive neuere Geschichte wohin man kommt.

05 Der Nationalpark im Suedwesten bedeckt ca ein Viertel von Tasmaniens Landflaeche.jpg

DerSüdwesten weist einen riesigen Nationalpark auf und die schöne,wilde Westküste kann nur mit langem Bushwalking, per Flugzeug oderBoot erreicht werden. Als Segler benötigt man dazu einigeZeitreserve, ist es doch gut möglich, dass man wegen entsprechendemoft stürmischem Wetter, wochenlang „gefangen „ sein kann.

Da unsere Zeit für unsere Pläne nichtunbeschränkt ist, verzichten wir etwas wehmütig auf eine Fahrt aufdie Westseite.

 

Wartungsarbeiten

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Nach dem Auswassern des Bootes in der Oyster Cove Bay bzw. in derMarina gleichen Namens, beginnt für mich eine arbeitsintensive Zeitmit Unterbrüchen für gelegentliche Halbtages-Ausflüge mit demMietauto.

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Zwar könnten wir unsere Reise ohne grosse Wartungsarbeitenfortsetzen, jedoch gibt es ständig Bedarf für Dinge die man schonlange erledigen wollte, bzw. Erneuerungen, Sicherheits- undKomfortanliegen – ausserdem ein gutes Gefühl… wenn die Bordfrauzurück kommt und wir dann schon bald wieder mit einerherausgeputzten und in allen Bereichen funktionstüchtigen NICONEstarten können

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Vieles, wie Unterwasser-Rumpfarbeiten, kann ich selber erledigen, beieinigen Dingen wie neue Heizung oder neuen Tuner (HF-Radio)installieren kann ich den Spezialisten mindestens unter die Armegreifen.

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Nach 2 Wochen auf dem Trockenplatz sind die Arbeiten an Kiel undRumpf abgeschlossen, das Boot wieder im Wasser.

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Dierestlichen To do’s erfolgen während weiteren 3 Wochen an einerStegplattform die eine etwas baufälligen Eindruck macht, aber wegender nahen Werkstatt zweckmässig ist ausserdem liegt auch dieaustralische SY „JOSIDA“ hier, die zuvor neben mir auf demTrockenplatz war – David hat nach 7 Jahren viel zu reparieren und zuerneuern und baut einen neuen Motor ein.

Ich mache vieleinteressante Bekanntschaften mit Eignern die an ihren Bootenarbeiten, mit der Marina-Crew, mit zufällig Vorbeikommenden bis zumSchiffsladenbesitzer – alle sind sie echt interessiert an meinerSituation – ich meinerseits darf Anteil nehmen an derenLebensumständen und erfahre nebenbei vieles über Land und Leute.Viele von ihnen sind in erster oder zweiter Generation hier hängengeblieben.

Lustig war eineBegegnung vor dem Schiffsladen, als mich jemand, wie hier oft üblichansprach „hi, how’s going mate“, um dann mit Blick auf meineSchuhe gleich zu sagen, ich müsse sicher ein Yachtie sein, diewürden doch solche Schuhe tragen… ich musste grinsen… dannwoher, wohin… Small Talk der besonderen Art.

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Intensiver waren da schon die Kontakte mit David, einem bescheidenenaustralischen Segler gleichen Alters, der die Ostküste undWetterverhältnisse hier kennt wie seinen eigenen Hosensack und wiewir, bald „aufwärts“ segeln will – er versorgte mich mitvielen Tipps – dass er mal 8 Hotels besass, Millionen verdiente,auch wieder verlor – dies vernahm ich, als ich es wagte, ihn zueinem einfachen Abendessen, das ich selbst zubereitete (;-)einzuladen – es schmeckte wirklich und der Wein den David brachtewar auch nicht zu verachten.

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Da gibt es viele andere wie Angelo mit Schweizer Wurzeln – mansieht sich, fragt nach dem Befinden – hilft mit Werkzeug aus –Handwerks-Spezialisten, die auch schon mal vorbeikommen, nur um zufragen, ob das was sie oder wir gemeinsam fertig gestellt haben auchgut funktioniere – Andy, ein anderer Stegnachbar der eine alteYacht auf Vordermann bringt, selber nicht segeln kann, jedoch seineFrau – „meine Frau ist der Boss“ (als wäre dies nicht überallso )– bringt frisch gefangenen Thunfisch, den wir abends im ersten Gangals „Poisson cru“ (roh mit feiner Sauce) und im zweiten Gang alsgebratene Filets geniessen – ausserdem erzählt Andy von seinemLeben als verantwortlicher Bootsführer von Abalone- (Muschel)Tauchern – spannend, abenteuerlich, gut verdienend – die Muschelnwerden in 10 – 20 Meter Tiefe an der Westküste von den Felsengeholt, wo es offenbar Unmengen davon gibt (von Regierung festgelegteOrte und Tonnen) und nach Japan zum Kilopreis plus/minus 50 Au $exportiert.

 

Ausflüge

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Die Schöne an der Strasse macht Werbung für Bed & Breakfast –hatte selber keine Zeit für mehr als eintägige Ausflüge – wärezwar gerne einer Einladung der Two to Tango-Crew für ein paar Tagenach Melbourne gefolgt – wegen anstehenden Arbeiten und Terminenmit Handwerkern, denen ich nicht absagen wollte wurde leider nichtsdaraus.

Bereits dasBesorgen von Esswaren und teilweise Werkzeug erfordert einige„Ausflüge“ in die 15 – 40 Km entfernten Orte Snug (u.a.3-facheImpfung als Tollwut–Vorsorge für unsern geplantenIndonesien-Törn), Margathe, Kingston und in die Hauptstadt Hobart,was ich im ungewohnten Linksverkehr vorsichtig angehe. Mit Joe einemaustral. Segler, der sein Boot wegen eindringendem Wasser (die Kiel –Rumpfverbindung leckte) auswassern musste und sich örtlich auskennt, machen wir gemeinsame Ausfahrten – am Abend nach den Arbeiten amBoot mal zum Essen oder in Spezialgeschäfte für Bootsmaterial nachHobart mit anschliessend feiner Patisserie in einem ebenso feinenKaffeehaus.

13 Blick vom Mt Wellington (1270m) auf Hobart mit Derwent River (links).jpg

Bei grandiosem Wetter wage ich eine Ausfahrt auf den Mount Wellingtonmit prächtiger Aussicht über den Südosten – hier mit Blick aufHobart – ein Muss für Touristen.

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DesÖftern auf meinen Kommissionsfahrten nehme ich bei der Rückfahrteinen Umweg auf kleinen Strassen, meist den Innen-Gewässer-Küstenentlang mit den vielen Buchten, sehe und erfahre dabei dies und dasüber Land und Leute.

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EinAusflug führt mich durch ca. 40 Km langes Waldbrandgebiet zumDenison-Kanal und Eaglehawk Neck an der Piratenbucht – gutvorstellbar, dass der Starkwind wie er heute weht bei einem Brandunaufhaltsam zerstört, was in Windrichtung liegt.

21 Hochmoorlandschaft Hartz Mountain.jpg  22 auf dem Gipfel des Hartz Mountain.jpg

Zueinem späteren Zeitpunkt erhalte ich ein Telefon von Elli und Berndvon der SY Elbe – ihr Boot haben sie in der Thin Can Bay, NäheFraser Island zurück gelassen und sind mit einem gekauften Autojetzt in Tasmanien unterwegs und kommen mich besuchen – sieübernachten dann auf der Nicone und wir vereinbaren für einenandern Zeitpunkt eine Wanderung auf den Harz Mountain was dann aucheine feine Abwechslung wurde.

 

An derWasserfront in Hobart findet Australiens grösste Bootsshow, dasWooden-Boat-Festival statt.

23 Wooden boat Festival in Hobart.jpg  24a.jpg  24 sie hat Jahrgang 1928.jpg

25.jpg  25a.jpg  27 warten auf den Einsatz beim Strassen-Musical.jpg

26 Feinste Holzarbeit.jpg  29.jpg  28 singt Seefahrtsgeschichten.jpg

In Australien undTasmanien im Besonderen wird die traditionelle Herstellung vonHolzbooten jeglicher Art hoch gehalten– herausstechend dieVerarbeitung – moderne Holzboote werden heute oft im Verbund mitKunststoffen hergestellt. Dass dafür auch Nachfrage besteht zeigtsich im hohen Interesse und den Besucherzahlen.

Das Festival istkeine Händlerausstellung sondern ein Fest und Treffpunkt der an derSeefahrt interessierten Bevölkerung und Eignern besonders von altenSegelyachten. Daneben ist es ebenso ein historischer Abriss derSeefahrt. Die alten Segelyachten werden denn auch gehegt und gepflegt– die meisten sind in absolutem Top-Zustand – es wird offenbar invielen Fällen ein Vielfaches an Arbeit statt Segeln für diepflegeintensiven Prachtsstücke aufgewendet, die dann stolzvorgezeigt werden. Die Liebhaber-Stücke sind natürlich seglerischden modernen Booten unterlegen aber jedenfalls eine Augenweide,verglichen mit vielen heutigen „Yogurthbechern“, welche auchinnen oft fast nur Kunststoff aufweisen.

Das lockereAmbiente des Festivals ist auch sonst nicht zu verachten – Es gibtoffenes professionelles Strassen – Musical, das vom Seefahrerleben,von Piraten, Liebchen, wartenden Ehefrauen etc erzählt –Musikantengruppen, Wettbewerbe für Jugendliche welche in Kurzzeitein seetaugliches Boot herstellen müssen, sind weitere Attraktionen– daneben spielt das Gesellschaftliche und Kulinarische einebesondere Rolle – Freund Joe und ich treffen Bekannte und verpflegen uns mit feiner Seafood, Tasmanischem Wein, gefolgt vonauserlesener italienischer Gelatti, später Kaffee und dänischePatisserie – eine grandiose Abwechslung zu meinem eher bescheidenenMenüplan.

 

Aufbruchnordwärts

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Die Bordfrau ist aus der Schweiz zurück und warm angezogen –brachte neben Schlechtwetter auch Geschichten von zu Hause und feineSachen mit – die Menüs werden wieder bedeutend variantenreicher(;-) – das Boot ist fit und gebunkert – es wird kühl und geht demHerbst bzw. Winter entgegen – verschiedenen Ortes sammeln sich dieZugvögel um wieder in den wärmeren Norden zu ziehen – wir auch.

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Trotz mässigemWetter wollen wir aufbrechen und wie immer nach einem längerenAufenthalt, gilt es Abschied zu nehmen von lieb gewonnenen Freundenund einer Umgebung zum Wohlsein.

Bei einer Testfahrt am kühlen, trübenund regnerischen Wochenende mit Übernachtung am Anker im Duckpond(Ententeich), einer schönen und geschützten Ankerbucht, können wirzufrieden feststellen dass alles bestens funktioniert – Danach nochAbgabe Mietauto, letzte Einkäufe (und 3. Tollwutspritze) – dann amNachmittag 18.3. starten wir wieder „aufwärts“, heisst zurOstküste Tasmaniens – Bank Strait – Fourneaux-Inseln – evtl.Abstecher Richtung NW (Melbourne) via Deal-Isl., Wilson Promontery -Bass-Srait – weiter an der Festlandküste nach Norden…

 

Das Wetter und die Prognosen sindgenerell mässig für die nächste Zeit mit ständigem Wind auf dieNase- weil wir auch einige Buchten besuchen wollen, evtl wegenSchlechtwetter anlaufen müssen, planen wir nur Tagesetappen, wassich an einigen Orten mit Untiefen, Felsen etc. sowieso ergibt undauch ratsam ist bei „Tasmanien- Bedingungen“. Es beginnt eineinteressante und mit Ereignissen reich gepickte Zeit:

 

18.3. Kettering – Lime Bay

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AmNachmittag abgelegt zur 25 sm entfernten Lime Bay – Motorsegeln –Gus, vom dort ebenfalls vor Anker liegenden australischen Boot,bringt frisch gefangenen Fisch (Flathead) den wir noch am selbenAbend verspeisen – nette Geste, danke, gut war er!

 

19.3. „Hürde“ Denison-Canal

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DerDenison-Canal ist eine Akürzungsmöglichkeit um von denInnen-Gewässern an die Ost-Offshore-Küste zu gelangen – langeüberlegt ob wir wegen den zu erwartenden Untiefen diese Route nehmensollen – die Brückenöffnung ist nur tagsüber möglich – da sichdie Tide jedoch nicht danach richtet kann es etwas problematischwerden – das 2. Hochwasser das in Frage kommt ist nur etwas mehrals halb so hoch wie das erste und tritt heute erst um 18:30 ein –Brückenöffnung ist jedoch nur bis 17:00 – somit nochmals wenigerWasser unter dem Kiel – bei der Anfahrt an der kritischen Stelle dannnoch 20 cm – nach Anmeldung über Funk wartet der Brückenwartbereits bei geöffneter Drehbrücke – der offizielle Obolus beträgtsymbolisch 1 Au Dollar – der Cruising Guide empfiehlt einefreiwillige Zugabe

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dasErlebnis ist uns 10 $ sowie einige Bierdosen und etwas SchweizerSchokolade wert, sehr zur Freude von Toni, der mit dem Korb an derStange unsern Brückenzoll entgegen nimmt.

Da es nach der Durchfahrt schon baldeinnachtet, ankern wir auf der andern Seite in Donally, wo mehrereBoote an Moorings sind, bevor wir am folgenden Tag zur Küste überweitere Untiefen fahren müssen.

Den Ort Donally mit dem Denison-Canalkenne ich bereits von einem Ausflug mit dem Mietauto – er befindetsich in einem riesigen Waldbrandgebiet – wo im Januar auch etlicheHäuser verbrannten – die Spuren legen Zeugnis ab von denverheerenden Bränden.

 

20.3. Über Sandbänke zur Küsteund zur Chinamans Bay (Bucht von Maria Island )

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Wirstarten früh bei auslaufender Tide weil wir das nächste Ziel, beimWarten auf Hochwasser und dann Fahrt gegen den Wind, vor demEinnachten nicht erreichen würden. Die Fahrt durch die markierteSeestrasse verläuft vorerst gut – wir sind gespannt auf diekurvige Ausfahrt wo sich die Sandbänke von Woche zu Woche verändernkönnen (gemäss Guide) … dann, bei Gegenlicht fahren wir langsamauf eine Sandbank – kommen vorerst nicht frei – wegen derauslaufenden Tide eilt es – sofort Dingi gewassert und Aussenbordermontiert, dann nach einiger Zeit mit Stossen und full Power retourkommen wir frei… wow …noch Mündungspassage und die Nicone ist imoffenen Meer –Fahrt zur grossen flachen Chinamans Bay, die uns vordem angesagten Nordwind mit 25 Kn schützen soll.

 

21.3. Bleiben wegen Schlechtwetteram Anker

Wegen Windwarnung / Kaltfront 25 -35 Knbleiben wir in der schönen Chinamans Bay mit langem weissemSandstrand

Der Wind fegt zwar über die grosseflache Bucht mit geringen 2-3m Tiefe bei Niedrigwasser, erzeugt aberdaher keine grossen Wellen.

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MitDingi an Land – wandern zu den hier ebenfalls vorhandenen Ruineneines vormaligen Sträflingslagers. Zu sehen sind noch Reste vonZellen mit einer Grösse von nur gerade 1.20 x 2.00 Metern…

Fange vom Dingi aus den ersten Fisch(Flathead) seit einem Jahr – grade gross genug für eine Mahlzeitzu zweit.

 

22.3. Trotz Windwarnung wollen wirversuchen weiter im Norden Schouten Isl. anzulaufen – kehrten aberwieder zurück

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Bereitsnach zwei Stunden nur unter Genua und Besan am Wind wird die Seezunehmend weiss – aus 18 Kn Windspeed werden in Kürze 24, dann 32und bei 34 – 42 Kn ist fertig lustig – die Nicone verhält sichdabei tadellos – wir kehren um und erreichen im Lee der Insel Mariasicher die der Chinaman Bay gegenüber liegende Riedle Bay, woauch andere Boote Schutz suchen – wegen Schwell wechseln wir etwasspäter die Buchtseite, wo wir ruhiger liegen.

 

23.3 25 sm zur Hen and Chicken Bayauf Schouten Isl

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38 Anfahrt Hen and Chicken Bay.jpg  39 ...da hinten links ist es....jpg  40 ...et voila, da sind wir.jpg

Diffuses Wetter – notfalls Umkehr – also 2. Versuch

Nordöstlich von Maria Isl. tollengrosse Delfine ums Boot – 3 davon machen fast gleichzeitig ca 3 mhohe Luftsprünge

Mit Motorsegeln hart am Wind gelangenwir in die sehr schöne, enge und von farbigen Felsen umgebenenBucht, wohin nicht viele Segler kommen wie uns früher gesagt wurde –wichtig dass der Anker auf einem Sandfleck liegt und nicht aufSeegras – dies gelingt vorzüglich.

Überraschung: können den Motor nichtabstellen – etwas später doch mit dem Solenoidschalter, könnenaber nicht mehr starten – nach fast 2 Stunden Suche (bereitsSchalt-Tableau demontiert etc) stellte sich der idiotische Fehlerheraus: der Batterieschalter des Motors war auf „aus“ – irgendwiemusste er während der Fahrt mit etwas in Berührung gekommen sein…na ja… wir sind zufrieden und feiern dies mit einem feinenCurry-Znacht.

Ob wir morgen wegen strengerWindwarnung am Anker bleiben müssen?

 

24.3. Bucht wird unsicher – späterweiter zur Wineglass Bay (18 sm)

In der engen Hen & Chicken Bay gibtes Sonntags früh starke Fallböen und drehende Winde – inKombination mit der auslaufenden Tide kommt das Boot den Felsen nahe– wir verlassen die unsicher gewordene Bucht – gar nicht einfachwegen den starken Böen einen Ankerplatz zu finden – Weiterfahrtbei Regen und Böen z.Z. über 30 Kn gegen Wind und Wellen istunrealistisch – verdrücken uns 2 sm weiter westlich ans Süduferund warten ab.

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Nach14:00 abflauender Wind und sonnig – sogar der Wind dreht auf dierichtige Seite – bei unerwartet guten Bedingungen segeln wir zurschönen Winglass Bay (ein Must für Segler) und verbringen einenherrlichen Abend – 3 Fischerboote liegen hier und etwas nach unskommt noch eine Ketch in die Bucht.

Einziger Wermuthstropfen: die ganzenächste Woche sind nördliche Winde, also auf die Nase zu erwarten –also dann halt mit Motor weiter wenn nötig!

 

25.3. Können wir den 70 smentfernten Eddystone Point erreichen? Varianten?

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DieseFrage stand im Raum als wir ablegten – unterwegs gibt es je nachWindrichtung kaum Ankermöglichkeiten – schönes Wetter und leichteWinde (am Wind Kurs) stehen an.

Die 3 Fischerboote sind schon frühausgelaufen – dies merken wir als wir eine Netzleine am Boot / Kieleinfangen – Vollgas zurück, ok – dann sehen wir im Gegenlichtdie kleinen Kugelbojen die in den Wellen kaum auszumachen sind –vorsichtig weiter – müssen noch mehrmals ausgelegten Netzenausweichen.

Nach Stunden, die Wellen sind klein,meint die Bordfrau sie hätte bisher noch nie eine solch ruhige Seeerlebt in Tasmanien – aber wir sind ja auch erst knapp 10 Tageunterwegs.

Ab Long Point fährt ein Katamaranparallel mit uns und achteraus kommt eine Ketch ganz langsam heran,die schneller unter Motor fährt als wir – es ist dieselbe die mituns in der Wineglass Bay lag.

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Um19:00 wird es dunkel – es kommt starker Wind auf und mit ihm Welle- Segel bergen – Sandküste vor Eddystone Point anlaufen wo esbedeutend ruhiger wird – ankern bei feuerrotem Horizont nachSonnenuntergang – etwas früher als geplant – wegen möglichemSchwell schlafen wir im Salon wo es ruhiger ist.

 

26.3. Dream Time: über die heuteharmlose Bank Strait zur Rebecca Bay auf Clarke Isl.

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Gutgeschlafen, wenig Schwell letzte Nacht am Anker und herrlicherMorgen.

Weil Kurs NW und Leichtwind ebenfallsaus NW, der später noch ganz zusammenfällt, fahren wir die 37 smunter Motor.

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DieBank Strait, eine Passage zwischen Tasmanien und derFourneaux-Inselgruppe wird bei stürmischen Verhältnissen mehrgefürchtet als die weiter nördliche Bass Strait – heute aber istKaiserwetter mit einer absolut flachen und stillen See – zu spürensind lediglich ganz leichter Gegenwind und 2 – 3 Kn Gegenströmung.

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Als Dessert erwartet uns dietraumhafte Rebecca Bay in prächtiger Landschaft, menschenleer undohne Zivilisationsanzeichen.

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Bereits für morgen wurde wiederWindwarnung mit nördlichen Winden ausgegeben.

 

27.3. guter Segeltag am Wind zur(kleinen) Big Green Isl. westlich Flinders Isl.

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Startenwie die Feuerwehr – 8.3 Kn Speed nur mit Genua, Besan und Mitstrom– etwas später auch Gross gesetzt und bei 18 – 23 Kn NNE-Wind kommen wir mit einem langen am Wind Schlag gut voran, machen auf derHöhe von Badger Isl / Franklin Sound eine Wende und steuern KangarooIsl an – scheint uns für das angesagte Schlechtwetter aberungeeignet, weshalb wir etwas weiter im Schutz der Big Green Islankern – um 21:00 erfolgt dann der erwartete Windwechsel auf SW –wir liegen gut.

Haben Skype-Verbindung und unsereEnkeltochter, unlängst 2-jährig geworden singt uns ein Kinderlied…

 

28.3. Tanners Bay – Drift – Sturmfahrt zur Prime Seal Island zurück

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LetzteNacht gut geschützt bei etwas Schwell und 25 Kn Wind – 1 xAnkeralarm (war nicht von Bedeutung) – ansonsten gut geschlafen.

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Mit beginnendem Tageslicht verlassen wir Big Green Isl. Esist trüb und später Regenschauer. Bei zunehmender Welle undGegenströmung geht die Fahrt an niedrigen, sich in der Fahrroutebefindlichen Felsgruppen vorbei zur 23 sm entfernten Tanners Bay,statt wie ursprünglich beabsichtigt zur N-Spitze von Flinders Isl,von wo aus bei gutem Wetterfenster die Querung der Bass Straiterfolgen sollte.

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DieBucht ist bei NW-Wind noch gut geschützt – als aber um 16:00 derWind entgegen Prognosen auf W dreht, die Stärke auf 28 – 35 knzunimmt wird es ungemütlich und um 17:45 bei 38 – 40 Kn und 2 –3m Welle beginnt das Boot zu driften – zu diesem Zeitpunkt hattenwir bei 6 m Tiefe 50 m Kette gesteckt – hässliche Situation, dadie See rauh und der nächst mögliche Ankerplatz, an dem wir heutevorbei gekommen sind, 10 sm entfernt ist und vor Einbruch derDunkelheit nicht erreicht werden kann – Anker auf und bei ruppigerFahrt unter Motor und auf Kleinstfetzen gereffte Genua, fahren wirzurück zur Prime Seal Isl, welche in N – S-Achse liegt und von Wdaher gut geschützt sein sollte (Fallwinde ?) – nach Erreichen derInselabdeckung werden die Wellen kleiner und bei 34 – 37 Knotengeht’s zum Ankerplatz, wo’s am Schluss noch kurze Zeit Blitz,Donner und leichten Hagel gibt! Petrus hat offfenbar alle Registergezogen – kurze Zeit später sind wir am Anker fest – versöhnlichöffnet sich sogar die Wolkendecke – 2 Sterne zeigen sich und kurzdanach der Fast-Vollmond und weitere Sterne – wunderbar und welldone Bordfrau!

Erst danach merke ich, dass ich denlinken Arm wegen starken Schulterschmerzen kaum noch bewegen kann –gut eine Krankenschwester an Bord zu haben – noch ist unklar was esauf sich hat (jedenfalls ein grosser Buckel) erst am nächsten Tagwird mir bewusst dass es der Bugkistendeckel gewesen sein muss, dermir auf die Schulter knallte weil sich die Sicherung im Sturm lösenkonnte – kleine Ursache, grosse Wirkung – zur Erklärung: beimAnker auf – Manöver sitze ich auf Deck, Beine im offenen Bugkasten,wo ich die einlaufende Kette kontrolliere (sowohl aussen wie auch imAnkerkasten), während Leena am Steuer auf meine Zeichen hinreagiert.

 

Ab 29.3. Karfreitag über Ostern bisDienstag 2.4. am Anker im Schutz von Prime Seal Island

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LetzteNacht verlief gut – 60 m Kette bei 4.5 m Tiefe gesteckt (Ankergrund?) – Wind W-SW um 20 Kn – etwas Schwell – eine meiner erstenHandlungen mit schmerzender Schulter: bringe eine bessere Sicherungam Bugkastendeckel an (;-)

Bleiben heute bis voraussichtlichSonntag hier am Anker – es ist nämlich eine weitereSchlechtwetterfront aus SW im Anzug sowie eine Windwarnung, zudemkann ich zwischenzeitlich meine havarierte Schulter pflegen.

Ein möglicher Start zur Querung derBass Strait ist frühestens am Sonntagabend angezeigt, wobei diesfraglich ist wegen einer neuen Front die uns im schlechten Falleeinholen könnte.

Meine Schulter bessert sich langsam undtäglich studieren wir die Wetterentwicklung – schliesslichentscheiden wir erst am Dienstag bei evtl noch anhaltend forschemWind abzulegen – Es zeigte sich, dass wir gut daran taten weiterhier zu bleiben – Sonne, Regen Starkwind wechseln sich dauernd -die Bootsheizung läuft und es sieht so aus, dass nach den sichjagenden Fronten ab Mittwoch ein stabiles Hoch eintritt, dann wahrscheinlich im argen Kontrast zur Gegenwart – wenig oder kein Wind– Kommentar der Bordfrau: „wenn wir schon bisher wegen Wind aufdie Nase oft das eiserne Segel benutzen mussten, dann können wir denMotor auch weiterhin benützen…“ – dem hat der Skipper nichts beizufügen.

 

Die Tage am Anker sind keineswegs etwalangweilig – es heult zwar unablässig im Rigg aber so lange derWind aus NNW bis SW kommt liegen wir gut im Lee der Insel und ambest möglichen Ankerplatz des Reviers, was auch aus den Grib Fileshervor geht – ringsum gibt es überall noch etwas mehr Wind:

Studium Wetterentwicklung und Planunggehören zum täglichen Ritual – Leena backt, liest, kocht gut,schreibt Mails – ich kann endlich den auf der To do-Liste schon 6xnotierten JSD/ Jordan Series Drogue fertig stellen – die Leine mit133 kleinen Brems-Fallschirmen soll uns im Bedarfsfall bei schweremSturm auf offener See abbremsen und dadurch Ruhe ins Schiff bringen –es ist natürlich zu hoffen, dass wir ihn nie benötigen, aber es istberuhigend falls…

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Ausserdem unternehme ich 2x einen Landgang –durchwandere Teile dermenschenleeren Insel – bin dabei in Funkkontakt mit Leena, welcheauf dem Boot bleibt – treffe auf ein Haus und grosse Scheunen, offenbar für die Schafzucht bestimmt, es ist aber niemand da – fürdie frei weidenden Schafe gibt es zwar grosse Flächen mit spärlichemGras, das aber stark mit Schafskot durchsetzt ist – ich habe denEindruck, teilweise über Kot-Teppiche zu gehen – sehe unterwegsviele Knochen von mehreren toten Vögeln, Schafen und was micherstaunt von ca. 2 Dutzend Wallabies (kleine etwa hasengrosseKängurus) – frage mich was wohl geschehen ist; ob sie einerKrankheit zum Opfer gefallen sind , eventuell vergiftet oderabgeschossen wurden? – lebende habe ich leider keine gesehen, dafürsehe ich vom Kamm der kargen Insel, wie die See auf der Westseiteungebremst an die wilde Küste brandet.

 

2.4. Ablegen zur 220 sm Querung derBass Strait… und Rückkehr

Wir wagen einen Start und gehen Ankerauf bei Schönwetter und 17 – 20 Kn aus SW – als wir jedoch ausder Windabdeckung der Insel heraus kommen, müssen wir 32 Kn konstatieren – nicht gerade das wovon die Wetterprognosenberichteten und „brauchen wir das?“ Zudem geht jederWettermeldung eine Warnung voraus, dass der Wind 40% mehr betragenkann… und wir hatten auch schon mehr… – wir ankern vorerst imLee in der Nähe der Nordspitze von Prime Seal Isl – es könnte jasein, dass der Wind nachlässt – denkste – im Gegenteil, nachdemwir kurz danach wegen Seegras am Grund wieder driften, kehren wir zumAusgangs-Ankerplatz zurück, wo wir den ganzen Tag wegen weiteranhaltendem Starkwind bleiben…

Es ist als wollte man uns hierbehalten…

Während ich am Abend diese Zeilenschreibe gibt es immer noch 25-28 Kn Südwestwind am geschütztenAnkerplatz – draussen? – fragen uns, ob wir vielleicht morgenendlich ablegen können…

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