Von Tasmanien zurück nach Bundaberg, wo wir im letzten November Landfall in Australien hatten
Ade schönes obwohl manchmal etwas wechselhaftesTasmanien

unsere Nationale hat die manchmal etwas stürmischen Zeiten nur zur Hälfte überstanden
Wie berichtet, lagen wir über die Ostertage bei stürmischer Westwindlage 5 Nächte vor Anker im Schutze der Insel Prime Seal Island, die zur Fourneau Inselgruppe gehört und diese wiederum noch zu Tasmanien. Ein Startversuch über die Bass-Strait mussten wir wegen grober See Wetterverhältnissen abbrechen und für eine weitere Nacht zurück zu Ankerplatz gehen.
Eigentlich hatten wir im Sinne von dort einen Abstecher in nordwestlicher Richtung via Deal Island nach Wilson Promontery (Melbourne) zu machen, verzichteten aber aus Zeitgründen darauf.

Vor der Querung der Bass Strait von Süd nach Nord war’s noch etwas rau, dann beruhigte sich die See und Tasmanien verschwand achter aus – In der vergangenen Nacht machte sich ein riesiges Hoch breit, so dass wir die 220 Seemeilen über die Bass Strait unter Motor zurück legen mussten – die Wetterwechsel sind oft digital – entweder stürmisch oder nichts.

An der Süd-Ost-Ecke von Australien dann wieder viele Frachtschiffe und Tanker, sowie eine rosa gefleckte See im Marine Schutzgebiet, was Fragezeichen hinterliess.

Wasserfront von Eden

Wir bleiben 3 Tage im friedlichen Fischerort Eden, wo es wie üblich nach längerer Zeit „ab vom Schuss“, einiges zu bunkern gibt für die Reise nach Sydney (ca. 200 Seemeilen) und weiter.
Mittelfristige Absichten:
Soweit es die Wetterbedingungen zulassen werden, wollen wir an der uns „bekannten“ Ostküste bis Bundaberg relativ zügig hinauf segeln, um danach genügend Zeit für das Great Barrier Reef und die Route bis Darwin zu haben. Von dort soll es dann gegen Ende Juli nach Indonesien weiter gehen.
Zurück in Sydney

Am 10.4. laufen wir wieder in Port Jackson Sydney bei der Quarantine Bay ein. Da wir uns von der Fahrt südwärts schon recht gut auskennen, ist es fast wie nach Hause kommen. Entgegen anderer Aussagen, findet man in den vielen Buchten bei allen Winden ruhige und gute Ankerplätze.
Es wurde unterwegs wärmer und nun haben wir auch wieder Kurzhosen-Wetter. Wir verabschieden uns von der Crew der SY Kauro – sie war zur gleichen Zeit mit uns von Eden nach Sydney unterwegs – fahren zur Blackwattle Bay nahe Fischmarkt und Zentrum.

Hier gibt es ein Wiedersehen mit John und seiner Familie, welche mit der SY Amber ebenfalls hierher kommen – Memo: John begleitete mich von Eden nach Tasmanien.
Von hier aus wollen wir noch ein paar Orte ansehen, die wir uns für die Rückkehr nach Sydney aufgespart hatten:
– Maritim-Museum:


Eindrücklich der Nachbau von Captain Cooks „Endeavour“ und das damalige Leben auf solchen Schiffen – der Drei-Master war mit seiner Rumpflänge von knapp 40 Metern nicht übermässig gross für die gesamte Crew von 50 – 70 Personen


– ebenso interessant die Enge und technischen Innereien des dort vertäuten U-Bootes, das mit 22 Torpedos bestückt ist.


– friedlicher der botanische und der Chinesische Garten sowie China Town
– Besichtigung der Opera von der Stadt her


– mit einem Schnell-Katamaran auf dem Parramatta River zum Olympischen Dorf – Erinnerungen an die Olymp. Spiele 1972 München (lang ist’s her) tauchen auf.
Für Nicht- Australier ist alles etwas kompliziert (manchmal auch für Australier (;-)
Wir wollen nach Crows Nest, das etwas ausserhalb von Sydney liegt, um im renommierten Australischen Maritim Book Shop einen Guide für unsere weitere Seereise zu besorgen.
Australier empfehlen uns Tram und Zug, das sei am einfachsten:
Mit Dingi an Land gegangen – zu Fuss zur Tramstation, tief zwischen Felsen gelegen – welche Richtung/ Stationsseite? – ansonsten ist doch alles beschildert – Passantin: „ it is on the right…hm wait, no it is on the left side..“- es war dann trotzdem rechts, aber egal – Ticket am Automat – nein, Vermerk: heute im Tram – bei Ankunft in Zentral Railway-Station Erkundigung bei der Information wie weiter – nach langem Studieren von Unterlagen teilt uns der Beamte mit, dass es etwas kompliziert wäre mit dem Zug und weist uns zur Busstation am andern Ende des Bahnhofs – da gibt es aber unzählige Bus-Haltestellen – wieder, welche Richtung und Strassenseite? – es kann dauern bis man im Stadtverkehr überqueren darf – nach langer Zeit und studieren der Busfahrpläne finden wir heraus, dass unser Bus an einem völlig andern Ort startet – aber wo ist der? endlich dort angekommen ist ein Vermerk zu finden, dass wir für unseren roten Bus unbedingt ein Prepaid-Ticket benötigen – wo ist dies erhältlich? – sonst ist doch alles vermerkt – kein Automat in Sicht – sicher irgendwo in der Zentralstation, also dorthin zurück, aber wo – fragen nützt nichts – nicht einmal bei Einheimischen haben wir Glück – einer sagt uns dass es einfacher sei ein Taxi zu nehmen – bis wir zufällig bei einem Kiosk die Tickets erhalten – weiter ist es wichtig zu wissen, dass Fahrpläne hier besonders kompliziert sind: hat man endlich herausgefunden welche Buslinie, ist es noch lange nicht fertig: man muss enorm aufpassen – es gibt dann neben Zeitangaben, die fast an allen Wochentagen anders sind, weitere Fallen bzw. Hinweise zu beachten – nicht gleiche Route, nicht überall Halt etc. – und dann auch noch die Ausnahme von der Ausnahme… und weil er Verspätung hat ist sowieso alles anders…
Zum Trost: fragt man jemanden und hat Glück, dass es nicht auch ein Tourist ist (es gibt in Sydney scheinbar weit mehr solche als Australier), so bekommt man freundliche Auskunft oder wenn er/sie auch nicht weiter weiss, grosses Bemühen um zu helfen – auch wurden wir mit dem Stadtplan in der Hand mehrmals angesprochen um uns allenfalls den Weg zu weisen.
Nach vier vielseitigen Tagen verlassen wir Sydney wieder – weil Schlechtwetter in Sicht, segeln wir zur 20 sm entfernten Brocken Bay und ankern in der innenliegenden America Bay, die wir ebenfalls bereits von der Fahrt nach Süden kennen – bei der Buchteinfahrt fangen wir unseren zweiten Fisch in diesem Jahr – der Thuna hat auch die richtige Grösse für unser Abendessen zu zweit.
Die ganze Nacht am Anker gibt es Blitz und Donner und es regnet wie aus Kübeln bis in die frühen Morgenstunden.
Von der Tasman Sea und New South Wales wieder in die Coral Sea nach Queensland
Beim Start früh morgens liessen wir es offen, wann und wo wir entsprechend Bedingungen das nächste Mal unter Land gehen würden.

Kommen am ersten Tag mit südlichen Winden und Schwell von 2.5–3m von achtern gut voran – Anmerkung für Segler: es zeigte sich einmal mehr, dass wir mit Genua und Besan (fast vor dem Wind) gut und recht stabil unterwegs sind, im Gegensatz zu einer Sloop, welche wir einholten, die das Gross gesetzt hatte und schlimm schaukelte („auf der Geige war“) – ihre Genua war vorher in der Abdeckung des Gross-Segels ständig eingefallen und „Schmetterling-Segeln“ war bei diesem Wellengang unmöglich.
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In der Nacht als der Wind plötzlich dreht, gehe ich aufs Achterdeck um die Windfahnensteuerung zu kontrollieren. Irgendein Viech pickte mich ins Bein – ich schreie – nicht wegen der kleinen Wunde, sondern weil ich fürchterlich erschrecke – im Schein der Stirnlampe sehe ich einen grossen braunen Vogel (eine Petrel!?), welche zur Seite des Decks huscht und es sich dort weiter bequem macht – offenbar ruhte sie sich nur aus, wie schon andere Vögel früher – erst in den Morgenstunden verschwand sie wieder, nicht ohne entsprechende „Hinterlassenschaft“.
In den folgenden zwei Tagen und Nächten lässt der Wind nach und wir müssen viel mit Motorunterstützung segeln oder haben nur Leichtwindbedingungen – obwohl wir nahe der Küste segeln, macht sich hier der „East Australien Coast Current“, also die von Nord nach Süd setzende Strömung bemerkbar und ist somit gegen uns – zuvor erlebten wir ein paar Mal, dass diese Strömung bei lang gezogenen Buchten durch hineindrehen einen sog. Eddy verursachte und somit für uns eine angenehme Mitströmung erzeugte.

Weil nahe unter der Küste segelnd, heisst es bes. in der Nacht u.a. wegen Felsen aufzupassen – solche sind oft nur in der mehrfachen Zoomansicht auf dem Kartenplotter zu eruieren. Haben jetzt vielmals Internetverbindung und Skypen „mit der Welt“ (oder sie mit uns) während der Fahrt – hingegen will kein Fisch mehr an die Angel.

Kurz vor Sonnenaufgang auf der Fahrt nach Southport – noch ist es friedlich ruhig…

Surfer Paradies an der Goldküste
Nach 385 Seemeilen gehen wir im Seaway (Innengewässer) in Southport vor Anker.
Hier sind wieder vermehrt Catamarane und neben australischen Seglern auch wieder ein paar internationale Boote zu sehen.




Die ganze Gegend ist ein lärmiger Vergnügungspark: Neben dem gut geschützten Ankerplatz ist ein Sea-World Vergnügungspark, daneben eine Wasserscooter-Vermietung mit durch Bojen markierter „Rennbahn“ neben uns, ebenfalls eine Rampe, wo viele Leute mit Autos und Anhängern kommen und Motorboote und Wassertöffs ein- und auswassern, ein Wasserflugzeug das ca. 6x am Tag startet und landet und dabei nur ein paar Meter an unserem Ankerplatz vorbei fährt. Dazu ständige Helikopter und motorisierte Hängglider, Jetboote mit Touristen neben Megayachten und Bus der im Wasser fahren kann, sowie Wasserfahrzeuge jeder Art in der Seestrasse.

Geradezu exotisch dieser Kanufahrer als es am Abend etwas ruhiger wird, aber dann folgt das Weekend und es wird noch lauter.
Wir machen einen Dingi-Ausflug: Einkäufe, Spaziergang am offshore seitigen Surferparadies – überhaupt scheint hier alles paradiesisch zu sein, das Anglerparadies, das Shopingparadies, das Kinderparadies …selbst der unglaubliche Motorenlärm tagsüber wird hier paradiesisch empfunden (;-)

Wir setzen uns nach 2 Tagen wieder ab und segeln in einer weiteren Nachtfahrt nach Mooloolaba, wo es ein Wiedersehen mit der „See you later“ gibt. Der Ankerplatz ist zwar wegen unberechenbaren Strömungen und schlammigem Boden nicht besonders empfehlenswert – wir waren gezwungen neu zu ankern – dafür war das Treffen mit Claudia und Edi speziell – es gab viel zu berichten – wir sahen uns vor 5 Monaten letztmals in Bundaberg und genossen u.a. jetzt wieder Claudias berühmten (der Feinste) Apfelstrudel.
Die weitere Fahrt richtet sich dann nach günstiger Hochwasserzeit und gutem Wetter, um über die Sandbänke mit den drei wichtigen Waypoints in die Sandy Strait von Fraser Island zu gelangen. Weitere Nachtfahrt – wir trimmen das Boot so, dass wir zur richtigen Zeit an der Barre sind.


Wie geplant erreichen wir am schönen Morgen des 25.4. 07:20 den ersten Waypoint und segeln durch die heute ruhige Passage zur Pelican Bay im Süden von Fraser Island – ruhen und essen etwas und segeln, weil‘s so schön ist noch 10 sm aufwärts in der Sandy Strait.


Herrlicher Abend am Ankerplatz – Hans & Barbara die mit ihrer „Resolute“ (De) neben uns am Anker lagen, sandten uns das Foto der NICONE im Vollmondlicht – als es dunkel ist segelt noch ein Boot vorbei – offensichtlich ein Kenner der Seestrasse, die auch bei ruhigen Verhältnissen ihre Tücken (Sandbänke) hat.

Der nächste Tag ist der beste seit längerer Zeit – heisst Segeln vom Feinsten ohne Wellen, bei herrlichem Wetter mit konstantem Wind aus der richtigen Richtung und…und… mit Mitstrom und unter Volltuch geht es der Wasserscheide der Sandy Strait entgegen, die wir im richtigen Zeitpunkt des Hochwassers erreichen und danach mit auslaufender Tide „bergab“ fahren können. Dabei passieren wir Untiefen mit grossem Speed und segeln Sandbänken entlang.
Ein Tag später queren wir die Hervey Bay, biegen in die Seestrasse des Burnet Rivers ein und erreichen die Bundaberg Marina, wo wir am 5. November 2012 Landfall in Australien hatten.
