Spitalerfahrung
Sollte man ins Spital gehen müssen, ist es gut eine Krankenversicherung zu haben. Wir kennen zwar inzwischen einige Seefahrer, welche sich die Krankenkasse sparen und davon sprechen, dass falls… sie eine Behandlung vom gesparten (Krankenkassengeld) bezahlen würden. Weil wohl Schweizer sind wir da etwas vorsichtig…
Nun ist es gar nicht so einfach als Schweizer eine einiger Massen bezahlbare KK für Seefahrer weltweit gültig abschliessen zu können, ohne in die Trickkiste greifen zu müssen. Nachdem wir zwei Jahre eine ausländische KK - im ersten Jahr günstig - im zweiten 100% teurer - im dritten Jahr nicht mehr existent - hatten, mussten wir uns umsehen und wurden schliesslich fündig.
Zwei Monate später hat es mich erwischt. Ich hatte seit einiger Zeit spürbare Leistenprobleme, die sich verstärkten bis die Bordkrankenschwester fand, ich müsse unbedingt zum Arzt und wahrscheinlich operieren lassen - hier in Brasilien? - wohl schon; wegen eines Leistenbruches nach Hause... wäre etwas übertrieben.
…nun man hört verschiedenes über das Gesundheitssystem Brasilien - ich war skeptisch - also vorerst Anker auf und Rückfahrt aus der Bucht nach Salvador - auf Grund eines Telefonates mit dem Stützpunktleiter des Trans-Ocean-Clubs, gehe ich in das mir empfohlene Privat-Spital - Marcelo der Handyman für alles begleitet mich und Leena und verkürzt uns dadurch dass er Portugiese ist einige Zeit bei Sprach-problemen.
Das Spital macht einen sehr guten Eindruck - offenbar wegen der Schweinegrippe, gibt es ein paar Leute mit Gesichtsmasken - wie sich herausstellt ist der Arzt / Chirurg auch Segler und findet schon fast nebenbei, ich müsse am Montag unters Messer. Während er mich untersuchte wurde er plötzlich in den Operationssaal gerufen - jemand wurde an- oder erschossen - jedenfalls war er nach einer Viertelstunde zurück… Dann die üblichen Voruntersuchungen und vor Ort bezahlen - es ist dann unsere Sache das Geld von der KK zurück zu fordern - alles geht zügig und effizient von statten - so gar nicht „Brasilienlike“ - Kostengutschrift bei der Versicherung verlangen - zur Operation einrücken - Leena kann auch da bleiben /übernachten - Vollnarkose - 2 Std Operation - wollen mich noch 2 Tage behalten - lassen mich aber wieder aufs Boot zurück - natürlich mit allen Verhaltensanweis-ungen und dass meine Bordkrankenschwester ja auch auf mich aufpassen werde.
Es war eine in jeder Beziehung gute Sache - die Operation im modernen Spital (absoluter Europastandard) wie auch Arzt, - Spitalaufenthalt mit sehr freundlichem und effizientem Personal - besonders hübsche Krankenschwestern hatten es mir schon immer angetan (;-)
Werde mir Mühe geben und mich in nächster Zeit etwas angepasst, lies ruhig verhalten - ich darf einige Zeit nicht Segeln. Wird nicht leicht werden mit allen Plänen und Erledigungen die auf uns warten, bevor wir nach langer Zeit Salvador seine Bucht und die Umgebung verlassen werden.