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Auf „Winterstation 07/08“ in Marmaris

Seit 16. November 2007 befinden wir uns auf Winterstation in der Netsel-Marina in Marmaris. Das eigentliche Logbuch hat damit Pause und wird nicht mehr geführt. An Stelle dessen erfolgen hier Berichte in loser Folge.

Sonntag 18. Nov. 07

Abschied

  • Um 06.00 nehmen wir nach einer gemeinsam schönen Zeit Abschied von Hans (alias Hasan) Howald – er besucht noch für 3 Tage Istanbul bevor er zu seiner Marianne zurück kehrt.

Sturm       

  • Ab 08.00 bis Mittag gab es Sturmwetter vom „Strübsten“ mit SE-Wind um 8 Bf und häufigen Böen von 40 – 60 Kn (9 – 11 Bf). Dazu sintflutartige Regenfälle und Heulen und Zerren des Windes an den Booten. Das Hafenwasser verwandelte sich plötzlich in eine braune Brühe – es handelte sich um Wasser das von den nahen Bergen kam und die Stadt Marmaris unter Wasser setzte, wie wir abends beim Bummel in die Stadt sahen. Gut bei solchem Sturmwetter in einem sicheren Hafen zu sein!

Rückblick   

  • Seit wir hier am vergangenen Freitag die Leinen fest gemacht haben, hat sich bei uns ein etwas komisches und auch wehmütiges Gefühl breit gemacht  – das oft tägliche Aufbrechen zu neuen Zielen, Orten und Entdeckungen wird uns wohl etwas fehlen, dafür bleibt mehr Zeit für die Verarbeitung der vielen Eindrücke und Erlebnisse – darüber hinaus freuen wir uns auf die Heimkehr Mitte Dezember.

Boot       

  • Kaum hatten wir am vergangenen Freitag angelegt, begannen auch schon die Abklärungen bezüglich Auskranen und Handwerksarbeiten. Ulvi Kireci, der Partner für das Teakdeck organisierte den Segelmacher und einen Spezialisten für Motor etc.


Montag 19. Nov. 07

Wetter       

  • Obwohl tagsüber um die 20° C herrschen, kommen uns die Kühle und Frische am Abend und in der Nacht mit 10° C doch winterlich vor. Die Regenfälle hatten sich im letzten Monat doch sehr gehäuft und innerhalb 4 Wochen gab’s gleich 3 heftige Herbststürme (Chios, Bodrum und Marmaris) – alle aus Süd¨!

Leckwasser

  • Der Regen wie aus Kübeln bescherte uns 2 Leckstellen (Heck und über Navigationstisch), die es erst mal zu finden galt, dann mit Föhn trocknen und abdichten – dies beschäftigte mich den vollen Tag und tönt einfacher als es war, musste ich doch innen das halbe Heck demontieren.


Dienstag 20. Nov. 07    07.00 – 1012 mb – klar – 10° C

Schön       

  • Absolute Stille – tief und gut geschlafen – Wind hat seit gestern Abend von S auf N gedreht – ob damit das stürmische Regenwetter der letzten Zeit vorbei ist? Südstürme haben es besonders in sich: siehe auch www.insidersegeln.de/Wetter/Lodos.html

Defekter Compi
  • Habe den def. Computer (blinder Bildschirm) und den def. Drucker zu einer zufällig gefundenen kleinen Werkstatt gebracht - er ist beim Starkwindsegeln bei einer Halse aus dem nicht verschlossenen Schrank gepurzelt – Rep. scheint kein Problem zu sein – vermutlich würde man in der Schweiz diese beiden Stücke als unreparierbar einstufen… werden sehen…

Sonntag 25. Nov. 07

Zeit 

  • Die Tage verfliegen richtig gehend…

Wetter  

  • es ist phänomenal geworden in den letzten Tagen  - Baro bis 1029 mb und Temperaturen am Mittag bis 25° C! Abends und Morgens (um 10° C) stellen wir die Heizung an.     
    Spanisch
  • Leena hat Spanischlehrgang wieder aufgenommen – ausserdem hatte sie gestern Geburtstag, den wir bescheiden feierten.

Fitness   

  • etwas weniger Schokoladekonsum (Hans hatte viel mitgebracht; jetzt ist sie weg) ist angesagt. Dazu Fussmärsche in die Stadt und Umgebung. Ich habe zudem mit dem „Supertoni“ (unser Minibike / 1 Gang, Rücktrittbremse) ein Strecken- und Bergtraining – au mein Hintern – aufgenommen!

Hopp de Godi III

  • Schweizer Ehepaar vom Steg vis à vis kennen gelernt: Ursula (60) und Heinz (57) Behler mit ihrer BAVARIA 36 mit Namen „Hopp de Godi III“. Sie sind seit 3 Jahren unterwegs, u.a. mit einem 6-tägigen Sturmerlebnis als sie von den Kanaren kommend die Gibraltarenge passierten.
    Wir tauschen viele Erfahrungen aus und lösen Computerprobleme – Anmerkung: mein Compi und Drucker konnte ich nach 3 Tagen tipp-topp repariert wieder in Empfang nehmen.

Internet   

  • ist kein Problem hier in der Marina – ganz schön bequem mit Wireless vom Boot aus – können damit einiges an Kontakten wieder pflegen.

Auswassern

  • soll in ein paar Tagen erfolgen, wenn Ulvi Kireci (Partner Teakdeck) von einem Überführungstörn (in 12 Tagen von Slowenien nach Marmaris!) zurück ist.


Mittwoch 27. Nov. 07

Dieselfilter  gewechselt

  • Während Ursula Behler und Leena in die Stadt gehen wechseln wir (Heinz Behler und ich) die Dieselfilter (Vor- und Feinfilter) aus. Etwas Respekt hatte ich schon, war doch dies meine erste derartige Aktion. Sie war auch nötig, waren doch beide Filter sehr verschmutzt! Besonders im Vorfilter gab’s schwarze Fetzen. Das Entlüften bereitete etwas Probleme. Erst die Mithilfe eines Volvo-Fachmannes brachte den Motor wieder zum Laufen. Er öffnete noch zusätzlich die 4 Leitungsanschlüsse an den Düsen – dann Anlasser drehen bis überall Diesel herausspritzte – zudrehen und der Motor „schnurrte“ wieder.

Freitag 29. Nov. 07


Trockenstandplatz  

  • Bei herrlich sommerlichem Wetter – schön, windstill, 25°C – wird das Boot ausgewassert. Was so einfach tönt, ist eine aufwendige Sache: Gestern Vorbereitungen getroffen, heute Fahrt zum Kran, Hauptmast demontiert, Ausheben, Unterwasser reinigen – sieht noch rel. gut aus nach 8 Mt im Wasser -  am Trockenstandplatz wurden Stützen angebracht, Elektrisch einrichten und fertig war unser neuer Wohnsitz vor der Schreinerwerkstatt im „1. Stock“.
    Wie das so üblich ist hier, waren zeitweise 5 oder 6 Leute gleichzeitig „am Arbeiten und Kommentieren“, aber sie machten einen seriösen Job. Nur helfen sollte ich nicht; habe es aber zeitweise (elektr. Kabel, Mann in Mast hieven etc) doch getan und den Eindruck bekommen, dass man recht froh war darüber. 


Dienstag 3. Dez. 07

  • Die Arbeit am Deck wurde letzten Samstag sofort aufgenommen – hier wird an 6 Tagen die Woche um die 10 Std / Tag gearbeitet! Der Lehrling Hasan muss nun das alte Deck mit Hammer und Stechbeitel entfernen – eine Riesenbüetz.
    Leena machte zum 1. Advent feine Grittibenzen – nicht ganz einfach mit dem Pantry-Backofen – dazwischen gab’s Besuch von Heinz und Ursula Beeler. Bei mir machte sich eine starke Erkältung bemerkbar, welche ihren Höhepunkt bzw. mein Tiefpunkt am Montag (bettlägerig) hatte. Mit Medis und Leenas Pflege, so wie Ursulas Tee-Ruhm spezial geht’s heute schon besser. Jedenfalls habe ich mich in praktischer Boots-Elektrik geübt und war erfolgreich – macht Spass! Weniger Spass macht das Budget für alle Neuanschaffungen und  Instandstellungsarbeiten die wir nicht selber ausführen können. Günstige und gleichwohl qualitativ gute Lösungen zu finden ist in der Türkei nicht ganz einfach, wo jeder ein Geschäft machen will oder einen Freund hat der es machen kann…
    Den ganzen Tag über regnete es in Strömen und jetzt am Abend hat ein starker S-Wind eingesetzt, der an unserem mit Plastik verhüllten Boot zerrt.

Dienstag 11. Dez. 07     trüb, 13°C um 0730, Baro 1018 mb (am steigen?), windstill

  • Die Tage scheinen nur so zu verfliegen. Das Wetter war in der letzten Tagen regnerisch – oft goss es in Strömen und der Wind fegte z.T. mit Sturmstärke.
    Die Decksarbeiten sind in vollem Gange: altes Deck entfernen (Lehrling), Ankerwinsch und Beschläge ausbauen (Lehrling und z.T. Bä) – Feinsäuberung des Decks – alle Schraubenlöcher werden mit Epoxi geschlossen – später Deck schleifen, bevor mit den Holzarbeiten begonnen wird.  Kann wegen der anhaltenden starken und hartnäckigen Erkältung nur begrenzt mithelfen, obwohl ich das gerne täte. Ansonsten gab’s ständig zu tun und zu überlegen wie was anzupacken sei, bes. auch für die Zeit unserer Abwesenheit, welche nun rasch näher rückt. Gleichwohl gab es Momente für gegenseitige Besuche bei „Hopp de Godi“ bzw. bei uns und Gespräche mit Handwerkern beim Kaffee.
    Gestern war Hochbetrieb: zeitweise waren 5 versch. Handwerker vor Ort: der Seeventilspezialist kontr. alle Seeventile, baute ein neues ein.
    Dann Check wie der neue Kompass an der Steuersäule eingebaut werden soll.
    Besuch von H.B. „auf ein Bier“. Ulvi kommt mit Segelmacher vorbei – Besprechung und Entscheide betr. Kostenvoranschlag. Kurz darauf Besprechung und Besichtigung unseres Riggs und evtl. Ànderung des Systems für die Bedienung des Grosssegels vom CC aus. Dazwischen Arbeiten am Wassertank,         an der Steuersäule etc. Am Abend kommt noch der Elektriker vorbei für Abklärungen Ankerwinsch (Fernbedienung etc).
    Leena verpflegt die Handwerker mit Kaffee und Kuchen, geht einkaufen und macht einen feinen Znacht für meinen Heisshunger nach diesem anstrengenden Tag, an welchem ich bis spät noch Fotoarbeiten für die Homepage erledige.


Mittwoch, 12. Dez. 2007    Regen, Regen…

  • Arbeitsplanung beim Frühstück: Was gibt’s heute alles zu erledigen? Was muss besonders bezüglich der Arbeiten am Boot noch alles  abgeklärt werden bevor wir nach Hause gehen? Solche Fragen beschäftigen uns intensiv.
    Es giesst fast ohne Unterbruch – dabei gab’s letztes Jahr gemäss Ulvi nur gerade 3 Regentage im Winter. In einer kurzen Regenpause fahre ich mit der gestern begonnenen Reinigung des Dingis fort und falle dabei am Schluss noch ins Wasser – nehme es gelassen, die Temperatur ist ja auch noch bei 19°C.


Donnerstag, 13. Dez. 2007   weiter Regen…    man könnte sich fast daran gewöhnen   

  • Wir haben die Schreiner-Crew zum Mittagessen eingeladen – Leena hat gestern und heute umfassende Vorbereitungen getroffen – es waren seit längerem prov. 4-6 Personen angesagt – als wir es genau wissen wollen, frage ich um 11.00 nochmals auf Englisch nach. Die Antwort lautet 12! – Leena meint trocken „es sei ja vielleicht hier so üblich“ – also nichts wie los in die Migros für weitere Einkäufe, dann bei befreundeten Seglern noch Geschirr holen … Um 12.00 kommen dann 6 Personen statt 12! Lösung: derjenige den ich fragte hat gemeint um welche Zeit sie Mittagessen haben möchten und hat mir eine 12 in’s Sägemehl gezeichnet. Zum Glück kaufte ich u.a. statt 2 Brote (für 12 Personen) deren 3, die dann von  den 6 Gästen vertilgt wurden! Alles mundete allen und das Ganze war eine gute Sache und es wurde viel gelacht. Zum Schluss betete Ali noch für besseres Wetter – wir werden sehen 


Freitag, 14. Dez. 2007    tatsächlich gibt’s heute wieder mal schönes Wetter!

Abreisetag nach Hause:

  • Es ist hektisch heute, gilt es doch noch viel zu erledigen, zusammen zu räumen und zu packen, zu überlegen was anziehen, was mit- bzw. nicht mitnehmen… aber bis 18.00 schafften wir es, wenn auch knapp, weil das Taxi pünktlich da stand.