Alles hinter Gitter, bewacht und abgeschlossen
Wer erstmals nach Brasilien kommt ist erstaunt, dass jedes Haus vergittert ist oder sich hinter einem Gitterzaun befindet; Hotelanlagen und dergleichen oft mit hohen Mauern und Elektrozaun darauf. Öffentliche Gebäude und Plätze sind oft Videoüberwacht und werden zusätzlich durch Sicherheitsleute und oft durch die Polizei bewacht.
Besitz allgemein und besonders Privatbesitz und sei er noch so ärmlich, wird überall gehütet wie der Augapfel - muss wohl, weil er sonst „irgendwie“ verschwindet, wie dies z. B. bei Brücken der Fall ist, wo sich arme Leute, oder geschäftige Diebe mit Eisenteilen, Bodenbrettern, Schrauben etc. bedienen, natürlich zum Leidwesen derer, die die Brücke im Alltag brauchen, aber nur unter erhöhtem Risiko benützen können.
Zu den gut bewachten Objekten gehört auch die Marina, die an den Terminal Nautico anschliesst, wo viele kleine Kursschiffe verkehren, welche die Orte der grossen Bucht mit Salvador verbinden. Hier herrscht viel Kommen und Gehen. Die Marina selbst ist von diesem Betrieb und von der Strasse her durch hohe und robuste Gitter abgetrennt. Es gibt Videoüberwachung, einen 24 Std-Sicherheitsdienst, bewaffnet und mit Schussweste versehen und nachts zusätzlich mit einem Hund. Damit sind die Bootseigner unter sich „eingesperrt“ aber recht sicher - der Wasserweg zu den Booten bleibt offen… weshalb die meisten Bootsleute auch nachts die Luken schliessen, um vor ungebetenen Schwimmern oder leisen Ruderbooten die sich unbemerkt nähern könnten, sicher zu sein. Wir haben allerdings hier in 3 Monaten wie auch andere Yachtis keine schlechten Erfahrungen gemacht. Etwas anders ist es an freien Ankerplätzen - es gilt generell, dass man nicht alleine an abgelegenen, noch so schönen Plätzen ankern sollte. Darüber hinaus Dingi nicht im Wasser lassen, mit Nachbarsyachten nachts in Funkverbindung bleiben und Schott schliessen - wir haben inzwischen selber ein Gitterschott damit Luft ins Innere gelangen kann, sind aber buchstäblich hinter Gitter. All dies ist gewöhnungsbedürftig - einerseits ist man wie in der Marina gut behütet, andererseits eingesperrt, denn nach Einbruch der Dunkelheit wird es „draussen“ in der 2-3 Mill.-Stadt gefährlich und es gilt als allgemeines Gebot, die Marina nicht mehr zu verlassen, es sei denn nur per Taxi zu einem evtl sicheren Ort und zurück. So gesehen ist nach 18.00 Uhr (Tageslicht von 05.30 bis 18.00) hier tote Hose bzw. Zeit für Treffs mit andern Bootsleuten, Lesen, Wetter, Seefunk, Pläne, Schreibarbeiten, etc...